Der suspendierte Priester Hasenhüttl nun auch ohne Lehrerlaubnis
Der Bischof von Trier teilte dem emeritierten Professor für Dogmatik am Dienstag mit, daß der, welcher die Lehre der Kirche nicht befolgt auch nicht in ihrem Auftrag lehren könne.
(kreuz.net, Saarbrücken) Der Bischof des Bistums Trier, Mons. Reinhard Marx, entzog dem suspendierten
Priester Prof. Gotthold Hasenhüttl (72) am 2. Januar die kirchliche Lehrerlaubnis.
Die Stadt Trier befindet
sich im Bundesland Rheinland-Pfalz im Südwesten Deutschlands unweit der Grenze zu Luxemburg.
In einem
Brief an den Theologen begründete der Trierer Bischof seinen Schritt damit, daß der, welcher im Auftrag
der Kirche lehre, sein Amt nicht eigenmächtig wahrnehme, sondern aufgrund einer von der Kirche empfangenen
Sendung.
Wer jedoch die kirchliche Autorität ablehne und nicht bereit sei, auf die kirchliche Ordnung
zu hören, der könne nicht im Namen der Kirche lehren.
Professor Hasenhüttl hat nach Angaben des Bischofs
mehrfach erklärt, daß er die kirchliche Lehre nicht befolgen wolle:
„Ihre letzten Schreiben, auch das
vom 8. Dezember 2005, haben deutlich werden lassen, daß es Ihrerseits kein Einlenken gibt, daß Sie auch
weiterhin Ihre Haltung für richtig halten und Sie daher keinen Grund sehen, die kirchliche Disziplin
gerade auch in der Frage, die zu Ihrer Suspension geführt hat, zu akzeptieren“, stellt der Bischof in
seinem Brief an den umstrittenen Theologen fest.
Der österreichische Priester Gotthold Hasenhüttl ist
emeritierter Professor für Dogmatik an der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes.
Er wurde im Juni 2004 wegen einer öffentlichen Aufforderung zur Interkommunion vom Heiligen Stuhl als
Priester suspendiert.
Kritiker werfen dem Theologieprofessoren auch vor, ein Atheist zu sein. Hasenhüttl
vertritt einen verdünnten Gottesbegriff und versteht „Gott“ subjektivistisch nur noch als „Ereignis der
Liebe im zwischenmenschlichen Kontext“.
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23 Lesermeinungen
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@ Frl. Ilse Der gewöhnliche Christ versteht ohnehin nicht, warum nicht auch ein Protestant zur Kommunion
gehen sollte, schließlich ist der Katholik ja auch zum Abendmahl eingeladen. Ja richtig. Aber dieses
Problem kann nicht dadurch gelöst werden, dass man einfach alles „frei“ gibt, also behauptet, es sei
das gleiche, sondern indem die dafür vorgesehenen Würdenträger dafür sorgen, dass die Menschen den
Unterschied begreifen. Und nach katholischer Auffassung sind die Handelnden beim prot. Abendmahl Laien,
weswegen kein Messopfer zustande kommt und ergo auch die hiervon ausgehenden Gnaden nicht fließen. Die
Lösung solcher Probleme ist immer die genaue Unterweisung. Ein Mathelehrer der Sekundarstufe II lässt
ja auch nicht die Integralrechnung weg, nur weil die Schüler sie anfangs nicht verstehen.
@Ilse Der gewöhnliche Christ versteht ohnehin nicht, warum nicht auch ein Protestant zur Kommunion gehen
sollte, schließlich ist der Katholik ja auch zum Abendmahl eingeladen. Der gewöhnliche Christ, wie Sie,
wird heute so einiges nicht verstehen, wenn er sein Wissen nur aus Schmierblättchen und dem TV bezieht.
Ein „Katholik“, der einen Protestanten dazu einläd zur Kommunion zu gehen, läd schwere Schuld auf sich.
Ein „Katholik“ der ein protestantisches Abendmahl in der Absicht besucht damit seine Pflicht zu erfüllen, –
ist draussen.
@Benedikt Ich meinte damit bloß, dass es doch nicht gut sein kann für die Kirche, wenn der gewöhnliche,
zeitungslesende Nicht-Theologe ihne Erläuterungen der feinen Unterschiede in den Fällen Schütz und
Hasenhüttl zur Überzeugung kommt, da wird mit zweierlei Maß gemessen. Da muss sich die Kirche klarer
ausdrücken, was denn jetzt Sache ist, sonst gewinnt sie das Christenvolk nicht. Der gewöhnliche Christ
versteht ohnehin nicht, warum nicht auch ein Protestant zur Kommunion gehen sollte, schließlich ist der
Katholik ja auch zum Abendmahl eingeladen.
#19 Clemens II 17:30:43 | Mittwoch, 4. Januar 2006
Ein Tropfen auf den heißen Stein Clemens II Dankbar für eine offizielle Entscheidung darf man denke
ich schon sein. Daß Prof. Hasenhüttl diesen Richtspruch selbst zu verantworten hat ist offensichtlich –
leider auch ein bißchen verspätet. Wenn ich mir die Situation an anderen „Katholischen“ Fakultäten
in Deutschland ansehe, so kommen mir doch gewisse Zweifel, ob dies in der momentanen Situation ein Kampf
gegen Windmühlen ist.
Die Welt ist voller Ungerechtigkeiten… Zitat Athanasius: Hans Küng bekam 5 Stunden von Benedikt XVI.,
Hw. H. Franz Schmidberger und Bischof Bernard Fellay nur 35 Minuten. Offensichtlich hatten sich Benedikt
XVI. und Hans Küng (als alte Kollegen, Weggeführten und Freunde) mehr zu sagen, als Benedikt XVI., Hw.
H. Franz Schmidberger und der exkommunizierte Bischof der mit Rom im Clinch liegenden Lefebvre-Vereinigung,
die keine Gelegenheit auslassen, sich über Rom zu erheben. Im Endeffekt ist es Sache des Heiligen Vaters,
wann er wieviel Zeit mit wem verbringt und ich denke, Schmidtberger und Fellay können froh sein, überhaupt
vom Papst empfangen worden zu sein.
@Frau Ilse Über LeTrots Meinung muss ich mich doch wundern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Ratzinger
entfallen sein könnte, dass Frère Roger Protestant ist. Er mag vielleicht nicht wissen, wie das neueste
Album von Madonna heißt, aber Roger Schutz gehört eindeutig in seinen (Wissens-)Bereich. Haha, wenn
es so einfach wäre. Schutz hätte auch kurz zuvor konvertiert sein können, – ohne das es Ratzinger noch
bekannt geworden wäre. So hat er im guten Glauben gehandelt, dass ihm seine Mitarbeiter keinen Protestanten
zur Kommunion fahren würden. Im nachhinein stellte sich dies als Irrtum heraus.
@Benedikt Danke für die Aufklärung, aber ich muss ehrlich gestehen, dem Nicht-Theologen erschließt
sich das so recht nicht, wenn er nur die Zeitungsmeldungen liest. Kann das im Sinne der Kirche sein? Über
LeTrots Meinung muss ich mich doch wundern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Ratzinger entfallen
sein könnte, dass Frère Roger Protestant ist. Er mag vielleicht nicht wissen, wie das neueste Album
von Madonna heißt, aber Roger Schutz gehört eindeutig in seinen (Wissens-)Bereich.
Catharina und die Ehrenrettung des weiblichen Geschlechtes Gott sei Dank, daß manchmal auch noch großartige
Beiträge von Weibern erscheinen! Ich glaube, Therese Neumann von Konnersreuth war es, die sinngemäß
gesagt hat: „Was ist das für eine Zeit, in der sogar das Weibervolk keinen Glauben mehr hat.“
@ ottaviani Ich denke, die späteren Schriften des Papstes sprechen für sich. Er ist nicht mehr der liberale,
der er früher war. Natürlich ist für Sie, der Sie ganz am Rande des Spektrums stehen alles liberal,
aber objektiv lässt sich das nun mal nicht sagen. Seien Sie doch froh und danken Sie Gott, dass wir so
einen verständigen Papst haben. Überlegen Sie doch mal, es würde wirklich mal ein echter Liberaler
Papst… @ Frl. Ilse Hr. Hasenhüttl hat einen Akt formalen Ungehorsams gegen die ausdrückliche zeitnahe
Mahnung des Papstes vor solchem Tun begangen. Im Gegensatz zu ihm hat Ratzinger nie zur Interkommunion
aufgerufen. Aber Sie erkennen nun selber, warum Vorfälle wie der mit Frère Roger problematisch sind.
Bei Hasenhüttl kommt noch dazu, dass das Maß wohl voll war. Liest man seine Schriften, so ist es deutlich,
dass Hasenhüttl gar kein Christ ist. In dem Fall kann man beruhigt anmerken, dass in der Gethsemane-Kirche
gar kein Messopfer zustande gekommen ist.
@Ilse Wieso wird denn Hasenhüttl rausgeschmissen, weil er Protestanten zur Kommunion einlädt und Ratzinger
wird Papst, wenn er dem evangelisch-reformierten Pfarrer Roger Schutz die Kommunion spendet? Kann mir
das mal einer erklären? Beim damaligen Kard. Ratzinger war es ein Versehen, welches er bestimmt schon
gebeichtet hat. Bei Hasenhütte war es Absicht, die er bis heute nicht bereut hat.
@ Catharina So können Sie sich nicht über den Papst äußern! Studieren Sie einmal, was z.B. die heilige
Caterina von Siena über die Päpste ihrer Zeit – und an ihre Adresse – schreibt. Sie spricht manches
aus, was zu kritisieren ist. Aber sie tut es in heiliger Ehrfurcht vor dem Vicarius Christi. Bei Ihnen
ist nichts von Ehrfurcht (die Sie wohl bei der Heiligen Messe gegenüber Jesus fordern, aber gegenüber
seinem Stellvertreter nicht praktizieren) zu merken. Nur entweihende Ehrfurchtslosigkeit, aufgeblasene
Besserwisserei und Anmaßung. Danke, werte Catharina. Sie haben Recht. Wort für Wort.
@????? Wieso wird denn Hasenhüttl rausgeschmissen, weil er Protestanten zur Kommunion einlädt und Ratzinger
wird Papst, wenn er dem evangelisch-reformierten Pfarrer Roger Schutz die Kommunion spendet? Kann mir
das mal einer erklären?
@benedikt+ catharina wichtig ist das er sich von dem was damals beanstandet hat distanziert hat irrtum
verjährt nicht wenn jemand protestant war und sich bekehrt hat ist die korrektur offensichtlich catharina
was hat athanasius den falsches geschrieben? das amt macht niemand fehlerfrei an JPII sieht man das sehr
deutlich
Athanasius! Sie sollten sich schämen, so über den Gesalbten Gottes und Stellvertreter unseres über
alles geliebten Herrn und Erlösers zu schreiben. Ich könnte bei dieser Gelegenheit Ihren unmöglichen
Stil, Ihre falschen Zitationen (nicht einmal der Buchtitel der „Prinzipienlehre“ ist richtig) und vieles
andere kritisieren, bleibe aber nur bei der einen Sache: So können Sie sich nicht über den Papst äußern!
Studieren Sie einmal, was z.B. die heilige Caterina von Siena über die Päpste ihrer Zeit – und an ihre
Adresse – schreibt. Sie spricht manches aus, was zu kritisieren ist. Aber sie tut es in heiliger Ehrfurcht
vor dem Vicarius Christi. Bei Ihnen ist nichts von Ehrfurcht (die Sie wohl bei der Heiligen Messe gegenüber
Jesus fordern, aber gegenüber seinem Stellvertreter nicht praktizieren) zu merken. Nur entweihende Ehrfurchtslosigkeit,
aufgeblasene Besserwisserei und Anmaßung. Kann das vor Gott wohlgefällig sein?
@ ottaviani Ein(ig)e von Ratzingers Frühschriften wurden wohl mal überprüft. Das war 1950, also vor
55 (!) Jahren. Wer Ratzinger dehalb angreift sollte sich mE mal über die Bedeutung der „Umkehr“ im christlichen
Glauben genau informieren. Etliche Teilnehmer hier im Forum waren früher Protestanten, soll man denen
das in 50 Jahren auch immer noch vorwerfen? Irgendwo muss man mal die Kirche im Dorf lassen.
Hände reichen? Der damalige Kardinal Ratzinger hat niemals „Respekt“ für den theologischen Weg von Bischof
Fellay gezeigt oder ausgesprochen, gar im Gegenteil, der Traditionalismus (als „Integrismus“ von ihm beschimpft)
stelle nach seinem Buch „Katholische Prinzipienlehre“ (1982) einen Sektarismus dar, der aufs schärfte
bekämpft werden müsse. Ein Weg „zurück hinter das Konzil“ sei unmöglich. Dagegen wissen wir aus „Salz
der Erde“, daß Benedikt XVI., der als P Joseph Ratzinger mit Küng bei der modernistischen Zeitschrift
Concilium schrieb, den „theologischen Weg“ von Hans Küng respektiert. Nicht Küng als Person respektiert
er, sondern sogar seine Theologie die Christi Gottheit leugnet. Hans Küng bekam 5 Stunden von Benedikt
XVI., Hw. H. Franz Schmidberger und Bischof Bernard Fellay nur 35 Minuten. Benedikt XVI. ist immer bekannt
gewesen als Modernist, war in den 1950 Jahren der Häresie verdächtigt (Hl. Offizium), schrieb für progressistische
theolog Zeitschriften Concilium und für Communio zusammen mit Walter Kasper Seine Moralität – die nicht
ausdrücklich ist – ist zwar konservativ, aber seine Theologie alles andere als konservativ Die Medien
haben davon keine Ahnung, oder verdrehen seit 20 Jahren bewusst die Wahrheit (im Bewusstsein, dass Ratzinger
1962 als Progressist galt: damals trat er auf zusammen mit Rahner SJ. Bereits 13 Jahre Priester aber dem
„neuen Winde“ in Laien(zivil)lkleidung.) Von der Allianz mit Küng usw. hat Ratzinger sich nie deutlich
distanziert.
@ Konrad: Küngs Besuch beim Papst das ist in der Tat nicht zu verstehen, genauso wie die vierstündige
Audienz für Hans Küng im September zu Irritation beitrug. Soweit ich mich erinnere, war der Besuch Hans
Küngs bei Papst Benedikt XVI. wohl weniger eine Audienz als ein Privatbesuch. Immerhin waren Küng und
Ratzinger jahrelang Kollegen in Tübingen und wohl auch befreundet. Liest man die Passagen über Hans
Küng in Salz der Erde, so erscheint der vierstündige Besuch Hans Küngs bei Joseph Ratzinger nicht befremdlich.
Außerdem hat der Heilige Vater nun ja auch den exkommunizierten Bischof Fellay empfangen, was auch nicht
befremdlich war. Es scheint so, als ob Papst Benedikt XVI. denjenigen, die aus verschiedenen Gründen
mit Rom im Clinch liegen, die Hände reichen will.
Ja, Toby, das ist in der Tat nicht zu verstehen, genauso wie die vierstündige Audienz für Hans Küng
im September zu Irritation beitrug. Der damalige Trierer Bischof soll gesagt haben, Hasenhüttl sei ein
frommer Mann, der jeden Tag den Rosenkranz bete (auch wenn sein Privatleben zu Gerüchten Anlass gab).
So ließ man ihn gewähren, bis endlich ein Bischof mit mehr Mut und Konsequenz nach Trier kam.
Suspendierung und Entzug der Lehrerlaubnis Ich habe nie ganz verstanden, wie jemand, der vom Priesteramt
suspendiert wurde, weiterhin die kirchliche Lehrerlaubnis behalten durfte. Der sogenannte „Fuldaer Kreis
für eine offene Kirche“, der Hasenhüttl zu einem Vortrag eingeladen hatte, berief sich ausdrücklich
darauf, dass der emeriterte Professor nach wie vor katholischer Theologe sei, der weiterhin im Auftrag
der Kirche lehren dürfe. Das ist nun aber gottlob vorbei. Bei Hans küng verhält es sich genau umgekehrt.
Ihm wurde 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen, während er aber bis heute unbeanstandet sein Priesteramt
ausüben darf. Mitr anderen Worten: Vorlesungen halten darf er nicht mehr im Auftrag der Kirche, wohl
aber predign im Rahmen einer Messfeier. Nachvollziehen kann ich diese „Logik“ nicht.
#1 Homo quidam 09:41:43 | Mittwoch, 4. Januar 2006
Fragen an Trier Seit 30 Jahren bildete der Priester in Saarbrücken eine ganzen Generation von katholischen
Religionslehrern aus. (Meiner Beobachtung nach ist seine aggresivste antikatholische Phase alterbedingt
schon längst überwunden.) Aber mir stellen sich einige Frage: Warum jetzt? Geht das nur nur um rentenrechtliche
Fragen? Warum hat man all die Jahrzehnte geschwiegen? Welche Konsequenzen zieht die Trierer Bistumsleitung
aus ihrem (!) jahrelangen schweren Versagen? Außerdem bin ich nicht sehr froh, über die Argumentation,
die nur auf der Ebene der kirchlichen Communio verbleibt. Die übernatürliche Ebene dieses jahrelangen
Wegsehens und Verdrängens und die Folgen für unzählige Kinderseelen werden überhaupt nicht angesprochen.