Orden
Keine Korrektur – im Gegenteil – eine Bestätigung
Ein hoher Vertreter des ‘Neokatechumenalen Weges’ kommentierte kürzlich die liturgischen Anweisungen, die der Vatikan im Dezember seiner Gemeinschaft auferlegt hat.
(kreuz.net) Der römische Nachrichtendienst ‘Zenit’ veröffentlichte am 1. Januar ein Interview mit Giuseppe Gennarini, der für den ‘Neokatechumenalen Weg’ in den USA verantwortlich ist.

Gennarini erklärte, daß die in Spanien gegründete internationale kirchliche Gemeinschaft die jüngsten liturgischen Anweisungen des Vatikan „mit Enthusiasmus“ aufgenommen habe.

Der ‘Neokatechumenale Weg’ ist eine international verbreitete kirchliche Gemeinschaft, die in den Pfarreien tätig ist. Sie macht Haus- und Straßenmissionen und versammelt meist kirchenferne Menschen in Kleingruppen. Diese Gruppen führen ein intensives Glaubens- und Gemeinschaftsleben.

Für jede Kleingruppe wird am Samstagabend eine eigene – von der Pfarrei unabhängige – Sonntagsmesse zelebriert. Diese liturgische Abgrenzung wurde immer wieder kritisiert.

Nach Gennarini wird diese Praxis, für die es bisher nur eine mündliche Erlaubnis gab, durch das jüngste Schreiben der Gottesdienstkongregation schriftlich und offiziell anerkannt.

Die Auflage, daß die neokatechumenalen Gemeinschaften die Sonntagsmesse wenigstens einmal im Monat mit der ganzen Pfarrei feiern sollen, sei dagegen bereits jetzt schon üblich.

Gennarini nennt die feierlichen Messen an Tagen wie Weihnachten, Dreikönige, Gründonnerstag, Pfarreipatrozinium, Maria Himmelfahrt, Allerheiligen oder Unbefleckte Empfängnis.

Der Brief erlaube auch die in neokatechumenalen Messen von Laien vor den Lesungen vorgenommenen sogenannten Ermahnungen.

Auch die Kommentare der Gläubigen vor der Predigt – „Echos“ genannt – seien jetzt offiziell erlaubt.

Selbst der Friedensgruß vor der Gabenbereitung werde zugelassen. Dies sei umso bemerkenswerter, als noch auf der Bischofssynode über die Eucharistie festgehalten worden sei, daß der gegenwärtige Ort des Friedensgrußes nicht verändert werden dürfe.

Gennarini erklärte, daß es für die Neokatechumenalen notwendig sei, die Heilige Messe in Kleingruppen zu zelebrieren, weil 70% ihrer Mitglieder aus dem nichtpraktizierenden Umfeld stammten.

Die Messen in Kleingruppen seien ein geeigneter Ort, um jene anzuziehen, die sich von der Kirche entfernt hätten.

Auch das Verhältnis des ‘Neokatechumenalen Weges’ zu Papst Benedikt XVI. pries Gennarini in hohen Tönen. Das Verhältnis sei immer schon ausgezeichnet gewesen. Bereits als Erzbischof von München habe der ehemalige Kardinal Ratzinger die Neokatechumenalen in den 70er Jahren kennengelernt und in Deutschland eingeführt.

Als Präfekt der Glaubenskongregation habe er die Gemeinschaft immer unterstützt und sie in seinen Büchern positiv erwähnt. Im November habe er als Papst die Gründer des ‘Neokatechumenalen Weges’ empfangen und ihnen seine persönliche Unterstützung zugesichert.

Am 12. Januar werde der Papst auch persönlich 200 neokatechumenale Familien als Missionare aussenden. Diese reisen – wie in der Gemeinschaft üblich -in die entchristlichsten Gebiete der Welt, um dort das Evangelium zu verkündigen und neue neokatechumenale Gemeinschaften zu gründen.

„Ohne Einwirkung des Heiligen Vaters wäre die Approbierung dieser Varianten bei der Feier der Heiligen Messe unmöglich gewesen“, erklärte Gennarini: „Wir fühlen uns von Petrus ganz bestätigt. Wer Benedikt XVI. gegen Johannes Paul II. stellen will, manipuliere die Wirklichkeit.“

Der Papst bewege sich auf der gleichen Linie wie Johannes Paul II. Er habe die liturgischen Eigenheiten des ‘Neokatechumenalen Weges’, die bisher nur mündlich erlaubt waren, jetzt schriftlich bestätigt.
      
12 Lesermeinungen
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#12   Dr. Christoph Heger   08:59:56 | Freitag, 13. Januar 2006
@Rudolphus: „ohnehin egal“
Am neuen Ritus kann noch so viel herumgebastelt werden, es ist ohnehin egal – die Rückkehr zum alten Ritus wird kommen.
Das erwarte ich auch.
MfG
Christoph Heger
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#11   Gotthard   01:07:09 | Freitag, 6. Januar 2006
Brotbrechung
es gibt keine Leib-Christi-Splitter. Brot in der hl. Messe muss gebrochen werden … Brotbrechung war der aller älteste Ausdruck für die Eucharistiefeier.
Jesus nahm das Brot und brach es …das Brechen des Brotes ist konstitutiv für die Eucharistiefeier … nur eine auf die Spitze getriebene theologische Definition macht aus den Begleitumständen einer notwendigen Handlung eine Sakrileg…
Im Alltag kennen wir auch Brot – Brötchen – Paniermehl … Du würdest dich beschweren, wenn du in der Bäckerei statt eines Brötchens eine Tüte Paniermehl bekämest … der Nährwert wäre der gleiche.
Es ist schon ein Unterschied, an den Auftrag Jesu -tut dies zu meinem Gedächtnis- aus der theologischen Studierstube Folgerungen zu ziehen oder aus dem alltäglichen Tun.
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#10   Evelin   23:49:00 | Donnerstag, 5. Januar 2006
@ Gotthard
Auf de Bild ist glasklar eine Hostie zu erkennen, die den Anforderungen des mehrmaligen Brechens genügt – besser wohl als die Hostien, denen du hier den Alleinvertretungsanspruch zugestehst.
So einfach ist das nicht. Denn beim Zerbrechen einer „Oblatten-Hostie“ dieser Größe fliegen die Leib-Christi-Splitter meterweit weg, jedenfalls auf den Boden rund um den Altar. Wer das weiß (wissen muß) und dennoch tut, begeht ein Sakrileg! Daher gehe ich davon aus, dass eine Oblatte, auch wenn sie nur wie eine stark vergrößerte Hostie ausschaut, in einer Hl. Messe als Brotmaterie nicht eingesetzt werden darf!
Der Gatte der Evelin
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#9   Le Trot   18:15:52 | Donnerstag, 5. Januar 2006
@Gotthard
Wie anders schauen denn nun Hostien aus?
Eigentlich haben Sie recht. Der limitierende Faktor der Grösse des zu verwenden Hostienrades liegt eigentlich nur in der Muskelkraft des Zelebrierenden.
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#8   Gotthard   18:08:48 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Hostien
Was soll das sein? Der O-Platten-Ritus? Hostien schauen anders aus…
Wie anders schauen denn nun Hostien aus? Auf de Bild ist glasklar eine Hostie zu erkennen, die den Anforderungen des mehrmaligen Brechens genügt – besser wohl als die Hostien, denen du hier den Alleinvertretungsanspruch zugestehst.
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#7   Le Trot   17:26:24 | Donnerstag, 5. Januar 2006
@Gatte
Was soll das sein?
Ich ertrage es auch nur, wenn ich mir vorstelle, dass dort die Erfindung des Rades bestaunt wird.
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#6   Evelin   17:17:53 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Jedes Mal, wenn ich dieses Photo sehe, reißt es mich!
Was soll das sein? Der O-Platten-Ritus? Hostien schauen anders aus…
Der Gatte der Evelin
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#5   Rudolphus   13:16:24 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Paul VI. wäre erfreut
Am neuen Ritus kann noch so viel herumgebastelt werden, es ist ohnehin egal – die Rückkehr zum alten Ritus wird kommen.
In diesen vielleicht nicht allzufernen Tagen wird sich vielleicht dann eine „Priesterbruderschaft Paul VI.“ gründen, hoffentlich ohne Zustimmung Roms.
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#4   Gratianus   10:42:06 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Augenwischerei
Meiner Meinung nach sind die Aussagen dieses Neokatechumenen pure Augenwischerei. Die Bewegung befindet sich natürlich nun im Rechtfertigungsdruck und macht plötzlich aus Negativem, Positives. Der Mann hat echt das Zeug zum Bischof!
Hier von schriftlicher Approbation zu sprechen ist lächerlich, es handelt sich keinsfalls um ein Approbationsdekret, sendern um ein Schreiben, welches die bestheneden liturgischen Normen festschreibt und die bisher tolerierten Auswüchse dieser Bewegung unterbindet.
Bezeichnend ist, dass über die Anordnung zur Rückkehr zum vorgesehenen Kommunionempfang und zu Zelebration am geweihten Altar nicht gesprochen wird! Augenwischerei ist auch, wenn behauptet wird die Kleingruppen würden schon an den Pfarreigottesdiensten teilnehmen: die angegeben Beispiele sind Feiertage ausserhalb von Sonntagen, die Entscheidung des Hl. Vaters spricht aber vom Sonntag!
Nein, vielmehr handelt es sich hier um vom Papst angebrachte Korrekturen, die umso nötiger waren, als dass bei der rezenten Bischofsynode selbst 2 Neokat.-Bischöfe sich erdreisteten von der Weltkirche zu verlangen, eine NeoKat-Eucharistie zu feiern…
Hier nun die Antwort des Papstes.
Der Herr erhalte uns lange unseren Hl. Vater Benedikt XVI.!
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#3   Irenäus   20:27:22 | Mittwoch, 4. Januar 2006
@Romulus
Tja, keine Illusion ist wirklich vollkommen…
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#2   Romulus   20:25:47 | Mittwoch, 4. Januar 2006
Schaut euch mal das Photo an
Schaut euch mal genau das Photo an. Der Typ ganz rechts blättert während der Wandlung in einem Ordner rum. Sehr würdige Teilnahme am Meßopfer, muss ich schon sagen!
(Nebenbei: Der Typ links sieht aus wie Chirac im Meßgewand.)
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#1   Irenäus   20:17:49 | Mittwoch, 4. Januar 2006
Wenigstens keine Semmeln auf dem Photo…
aber, wie Athanasius wahrscheinlich zu recht angemerkt hat, soll so etwas ja auch schon vorgekommen sein. Wenn Seine Eminenz da sind, baut man eben zur Not auch mal liturgische potemkinsche Dörfer auf…
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