13:28:02 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Unter der Hand scheint sich ein umstrittener griechisch- orthodoxer Theologe in den Heiligenkalender der Katholischen Kirche einzuschleichen.
(kreuz.net) Gregor Palamas († 1359) – ein Mönch und späterer Erzbischof von Thessaloniki – gilt heute
bei den Orthodoxen als wichtiger Theologe und Heiliger.
Thessaloniki ist die zweitgrößte Stadt in Griechenland.
Sie befindet sich im Norden des Landes.
Palamas war auch ein großer Polemiker gegen die Katholische
Kirche und vertrat merkwürdige Theorien zum Wesen Gottes. Trotzdem taucht er schon seit längerem in
den liturgischen Kalendern der katholischen Ostkirchen auf.
Umstritten ist Palamas besonders als Vertreter
des sogenannten Hesychasmus.
Es handelt sich um eine mystische Schule der Orthodoxie, die sich bemüht,
das sogenannte „ungeschaffene Licht Gottes“ zu sehen.
Um die Natur dieses „Lichtes“ zu verstehen, unterscheidet
der Hesychasmus zwischen der Erkenntnis Gottes
in seinem Wesen und der Erkenntnis Gottes
in seinen Energien,
das heißt, in seinem Wirken.
Palamas lehrt, daß der jenseitige Gott niemals in seinem Wesen, sondern
nur in seinem Wirken erkannt werden kann.
Dieses Wirken äußert sich in einem „ungeschaffenen göttlichen
Licht“. Mönche, die sich bemühen, können dieses Licht sehen. Dabei ist vor allem eine vollkommene Ruhe –
griechisch: Hesychä – von Leib und Wille nötig.
Darum werden die Vertreter dieser Richtung Hesychasten –
lateinisch: Quietisten – genannt.
Das Problem der hesychastischen Lehre besteht unter anderem darin,
daß eine echte Unterscheidung zwischen dem Sein Gottes und dem Wirken Gottes angenommen wird.
Die Kritiker
des Hesychasten entgegneten zurecht, daß Gott einfach ist. Mit Ausnahme der Dreifaltigkeit kann es in
ihm keine anderen Unterscheidungen geben. Eine Energie – das ungeschaffene Licht –, die nicht zum nichterkennbaren
Wesen Gottes gehört, müßte darum ein Zwischending sein, das weder Gott noch Geschöpf ist.
Trotz dieser
Anfragen, schrieb Gregor Palamas sechs Werke, in denen er den Hesychasmus verteidigt. Er bekämpft auch
die in der katholischen Theologie selbstverständliche Identifizierung des göttlichen Wesens mit den
göttlichen Eigenschaften.
Ferner schrieb Palamas auch einen theologischen Traktat, in dem er sich gegen
den doppelten Ausgang des Heiligen Geistes vom Vater und vom Sohn ausspricht.
Außerdem war er auch ein
leidenschaftlicher Feind der Römischen Kirche und Verteidiger des byzantinischen Schismas.
Unbeschadet
dieser Tatsachen kommt Gregor Palamas in der Katholischen Kirche mehr und mehr zu Ehren.
Offenbar führte
eine Synode der Melchiten – byzantinische Katholiken arabischer Sprache – bereits im Jahr 1971 einen liturgischen
Gedenktag für Gregor Palamas ein.
Für Mons. Nicholas J. Samra (61) – emeritierter Weihbischof und Protosyncellos
der melchitischen Eparchie in Newton – ist Gregor Palamas ein Heiliger der Melkiten und folglich der katholischen
Kirche.
Newton befindet sich im US-Bundesstaat Massachusetts im Nordosten der USA.
Daß die inoffizielle
Heiligsprechung von Gregor Palamas Fortschritte macht, zeigt auch ein Vers auf Gregor Palamas, den die
katholischen Melchiten in der Vesper singen:
„Deine Lippen sind voller Gnade, o heiliger Vater Gregorius.
Du wurdest zu einem Hirten der Kirche Christi und lehrtest Deine geistliche Herde, an die Dreifaltigkeit
zu glauben, an das gleiche Wesen in einer Gottheit.“
Die letzten Zweifel werden beim neokonservativen
spanischen Internetportal ‘catholic.net’ ausgeräumt. Dort wird Gregor Palamas in einem Artikel des Priesters
Felipe Santos
ohne langes Federlesen als „Santo“ vorgestellt.
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eigerhar † 16:19:05 | Dienstag, 8. Dezember 2009
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Irenäus 22:03:59 | Samstag, 7. Januar 2006
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Marcel 20:23:29 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Irenäus 20:21:01 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Marcel 20:15:51 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Irenäus 17:35:14 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Rudolphus 17:24:52 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Irenäus 16:55:20 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Rudolphus 16:54:06 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Irenäus 16:07:16 | Donnerstag, 5. Januar 2006
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Rudolphus 14:51:26 | Donnerstag, 5. Januar 2006
#1
ottaviani 13:44:56 | Donnerstag, 5. Januar 2006