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Montag, 9. Januar 2006 10:49
Auf der Suche nach einem Weihbischof
Der Bischof von St. Pölten hat in Rom offenbar um einen Weihbischof angefragt und deshalb eine Liste mit fünf möglichen Kandidaten an den Tiber gesandt. Die Namen.
(kreuz.net, St. Pölten) Gegenwärtig bemüht sich der Bischof von St. Pölten, Mons. Klaus Küng, um einen Weihbischof.

Bekanntlich nahm der Vatikan zusammen mit dem Rücktritt von Mons. Kurt Krenn (69) im Oktober 2004 auch die Resignation des bisherigen Weihbischofs Heinrich Fasching (76) an.

Inzwischen kursieren in St. Pölten fünf Namen von Geistlichen, die sich Mons. Küng offenbar als Weihbischöfe vorstellen könnte. Die Liste soll der Römischen Bischofskongregation bereits vorliegen.

Ein Kandidat auf der Liste ist der gegenwärtige Generalvikar Leopold Schagerl. Er hat sich bereits als Mons. Küngs „Mann fürs Grobe“ bewährt. Schon als Pfarrer galt Schagerl als willensstark, gelegentlich rücksichtslos und manchmal brutal.

Seine große Leidenschaft ist die Jagd. Von jeher verbringt er jede freie Minute damit, in Feld und Wald auf wilde Tiere zu schießen. Von 1994 bis 2004 verstand er es als Direktor der bischöflichen Finanzkammer, sich und seinem Freundeskreis die diözesaneigenen Jagdgründe zuzuschustern.

Theologisch-kirchenpolitisch ist Schagerl ein typischer „Mann der Mitte“ und – wie es heißt – kein ideologischer Modernist. Im derzeitigen St. Pöltener Establishment müßte man ihn aufgrund seiner eher konservativen Umgangsformen eher als „rechtsaußen“ einstufen. Doch im Grunde liegt ihm jede Ideologie wie überhaupt jede Form der Intellektualität fern.

Ebenfalls auf der Liste steht der Name von Regens Anton Leichtfried. Er ist – obwohl eigentlich noch zu jung – der Wunschkandidat des für seine liberalen Positionen bekannten Prälaten Franz Schrittwieser. Schrittwieser war bis zu seiner Absetzung durch Bischof Krenn Regens am Priesterseminar St. Pölten. Er ist derzeitig Leiter des Propädeutikums – eines interdiözesanen Vorbereitungslehrganges für künftige Priesterseminaristen – in der niederösterreichischen Stadt Horn.

Regens Leichtfried besitzt kaum seelsorgliche Erfahrungen und war nie Pfarrer. Er ist Schüler des linken Freiburger Dogmatikers Gisbert Greshake. Theologisch hat er sich stets zurückgehalten und auffällig wenig veröffentlicht.

Bei der Neueröffnung des St. Pöltener Priesterseminars im Herbst 2005, kündigte Regens Leichtfried an, das Haus zukünftig auch anderen Zielen und Gruppen öffnen zu wollen. Zu den ersten Gästen gehörte am 24. November 2005 das ultralinke „Forum XXIII“, das der Bewegung „Wir sind Kirche“ nahesteht.

So unwahrscheinlich es ist, daß Regens Leichtfried der nächste Weihbischof von St. Pölten wird, desto mehr ist anzunehmen, daß er früher oder später zu bischöflichen Würden gelangen wird. Indem Mons. Küng ihn auf seine Liste genommen hat, setzt er dazu einen weiteren Schritt.

Ein dritter Name ist jener des Dechanten Johann Zarl. Er wird seit vielen Jahren vom emeritierten Weihbischof Fasching als Bischofskandidat favorisiert. Von Mons. Fasching scheint er auch regelmäßig auf Listen von möglichen Bischofskandidaten gesetzt worden zu sein.

Zarl ist ein typischer Priester von heute: meist zivil gekleidet, den Laiengremien hörig, liturgisch äußerst flexibel und persönlich eher unscheinbar.

Ein vierter Name auf der Liste ist der gegenwärtige Sekretär der österreichischen Bischofskonferenz, Ägidius Zsifkovics. Er wird von vielen als „hervorragender Mann“ bezeichnet: klug, bescheiden, gradlinig, wenngleich ein wenig zu vorsichtig und zurückhaltend.

Zsifkovics soll sich stets bemüht haben, den Konflikt zwischen Kardinal Schönborn und Bischof Krenn zu beseitigen oder wenigstens einzudämmen. Seine Anstrengungen blieben aber ohne Erfolg.

Der Geistliche ist ein guter Kanonist und – was zweideutig ist – ein ebenso guter Diplomat. Für die heute in der Diözese St. Pölten dominierenden linken Kräfte wäre ein Weihbischof Zsifkovics wohl kein Wunschkandidat. Er kennt die Machtmechanismen in St. Pölten gut und soll Bischof Krenn immer wieder ermutigt haben, Leute wie Mons. Fasching, Prälat Schrittwieser oder Prälat Eichinger – den Chef des Pressehauses – zu entmachten.

Auf der Liste befindet sich schließlich auch Pater Karl Wallner. Der Zisterzienser gehört zum Stift Heiligenkreuz und ist der Dekan der dortigen theologischen Lehranstalt. Er gilt als ein lehramtstreuer Dogmatiker, der stark vom nicht unumstrittenen Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar beeinflußt ist.

Pater Wallner verkörpert den typischen Theologen der Ära Johannes Paul II.: konservative Theologie in jugendbewegtem Gewand. Böse Zungen behaupten, daß er mehr Zeit im Fitneßstudio als am Schreibtisch – oder in der Kirche – verbringe. Es ist bekannt, daß er gerne Weihbischof werden würde.

Daß Pater Wallner nicht nur von Theologie sondern auch von Politik etwas versteht, bewies er, als er vor einem Jahr einige St. Pöltener Seminaristen, die sich nach Heiligenkreuz absetzen wollten, ablehnte. Die Begründung: Er wolle sein Verhältnis zu Mons. Küng nicht trüben. Als Studenten abgelehnt wurden auch einige Mitglieder der Kongregation ‘Servi Jesu et Mariae’ aus Blindenmarkt. Sie waren dem imagebewußten Pater offensichtlich auch nicht ganz geheuer.

Jetzt hofft man, daß die St. Pöltner Bischofskandidaten in Rom mehr Glück haben als die zwei Kandidaten, die Kardinal Schönborn kürzlich für die Erzdiözese Wien einreichte.

Sie sollen angeblich abgelehnt worden sein.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 10 Lesermeinungen:
Dienstag, 10. Januar 2006 11:44
ottaviani: die Besenkammer
Lieber Herr Kirschbaum erzählen Sie uns doch bitte was Sie über die Geschichten aus der vesenkammer wissen ich und sicher auch der Distriksobere der Priesterbruderschaft hat daran sicher Interesse
Dienstag, 10. Januar 2006 11:23
Ist wirklich lustig, was kreuz.net so alles berichtet über die Kandidaten: wer auf die Jagd geht, wer ins Fitnesstudio … nur was in der Besenkammer des Mädchengymnasiums Schönenberg der Piusbruderschaft passierte, bevor eine Nonne und ein Pater diese verließen, wird nicht thematisiert. Wieso eigentlich nicht? (war nur eine rhetorische Frage)
Dienstag, 10. Januar 2006 10:44
pippobouno: ich dachte wir sind katholisch…
Also, ich soll hier laut kreuz.net etwas mit „Respekt für die katholische Glaubens- und Morallehre“ schreiben. Aber es schmerzt mich fürchterlich, auf einer „katholischen“ Seite solche respektlosen Artikel lesen zu müssen. Ich dachte immer, hier wird professionell gearbeitet, aber das ist echt schlimm: Denunzierung bis zum „gehtnichtmehr“. Hier werden Dinge behauptet… aber is ja eh wurscht. O.K. ich deklariere mich somit öffentlich als einem Fan des Heiligenkreuzer P. Karl – und er mag seine Fehler haben (meine Güte, Gott sei Dank – wo soll denn dann sonst die Gnade Fuß fassen, wenn nicht in unserer Schwachheit…), aber man muss auch dazu sagen, dass er ein „Mönch“ ist. Heißt: 5.15 Uhr geht’s los mit beten… und wenn man weiß, was er sonst noch alles an Jobs über hat, redet man nicht mehr so leichtfertig. ERGO: ich bitte darum, das „Kreuz des Herrn“ ernst zu nehmen, damit die anderen sehen „wie sehr sie sich lieben“. Das ist kein Wischiwaschi, sondern damit ist Radikalität gemeint.
Montag, 9. Januar 2006 21:14
sebastianus: Zsifkovics: Nummer 1 für unsere Diözese
Schagerl und Weihbischof- da muss man aufpassen, dass er nicht einmal den Stab mit dem Gewehr verwechselt. Der sitzt ja die ganze Nacht auf dem Hochstand und schießt die Tiere nieder. Kühl und rüpelhaft wie er ist, kommt er nicht so gut als Weihbischof an. Ein Versager!
Leichtfried ist schlicht weg eine Lachnummer. Mit seinem Dauergrinser, welches dem Gesicht von Helmi ähnelt wird er ja nicht ernst genommen. Mit seiner ach so modernen Einstellung ist er ja so weit gekommen…hi hi. Außerdem sollte ja der Dom nicht so leer sein, wie das Priesterseminar-oder? Der wird sich noch wundern was ihn als Regens alles noch so erwarten wird- ja lang wirds nicht mehr dauern. Er könnte sich eher bei „Bitte lächeln“ bewerben, denn da braucht er keine Verantwortung übernehmen.
Zarl- noch nie gehört!
Zsifkovics ist die absolute Nummer 1. Integere Persönlichkeit, Beste Kenntnisse in der Kirche, seine Ansichten ein Traum, diplomatisch 1a, wäre ein großer Segen für unsere Diözese
P. Karl soll in seinem Kloster Mönch bleiben und dort weiter seine Muskeln trainieren.

Danke an kreuz.net für diesen wunderbaren Artikel.
Montag, 9. Januar 2006 14:34
diakonos: Bischofskandidatenlisten
Derartige Listen sind normalerweise sub secreto pontificio.
Wer hat geplaudert? – Oder hat kreuz.net einfach alles erfunden (Quellen werden ja signifikanterweise keine angegeben)???
Damit wird nur Vorschub für Klatsch und Tratsch geleistet!!! Für die Alten Kirchenväter war das Schweigen noch eine große Tugend – hat jetzt auch bei kreuz.net der schwätzerische Modernismus Einzug gehalten???
Montag, 9. Januar 2006 14:19
ottaviani: lustig finde ich
ja wie schnell man aufjault wenn einmal deutlich gesagt wird was sache ist
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