10:46:53 | Dienstag, 10. Januar 2006
Trotz Ökumene und interreligiösem Dialog distanzierte sich im Bistum Mainz eine Gruppe von Katholiken von einer anderen. Die Hintergründe.
(kreuz.net, Mainz) Anfang Dezember publizierte die Bistumszeitung „Glaube und Leben“ eine Erklärung der
‘Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester im Bistum Mainz’ unter dem Titel „Mit Initiativkreis
nichts zu tun“.
Die ‘Aktionsgemeinschaft’ ist eine Organisation, die sich für eine unverkürzte Weitergabe
und Verkündigung des katholischen Glaubens einsetzen will.
Das schließt nicht aus, daß die katholische
‘Aktionsgemeinschaft’ auf den ebenfalls katholischen ‘Initiativkreis Thomas-Morus-Pro Sancta Ecclesia’ –
der erst im vergangenen Sommer in Mainz gegründet wurde – schlecht zu sprechen ist.
Sie klagte den ‘Initiativkreis’
in der genannten Erklärung an, auf die Alte Messe fixiert zu sein und mit dem Zweiten Vatikanum auf Distanz
zu leben.
Nach diesen Beschuldigungen sah sich der ‘Initiativkreis’ zu einer Distanzierung von den in
der Distanzierung erhobenen Vorwürfen der Distanzierung veranlaßt.
Dessen Kontaktperson, Frau Myriam
Heger aus Mainz-Kastel, schickte darum am 13. Dezember der Mainzer Bistumszeitung ‘Glaube und Leben’ eine –
allerdings bis heute nicht publizierte – Entgegnung auf die Erklärung der ‘Aktionsgemeinschaft’.
Hier
der Text der Erklärung im Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Ihrem Artikel „Mit Initiativkreis
nichts zu tun“ in ‘Glaube und Leben’ Nr. 49, S. 14, möchte ich als Sprecherin des Initiativkreises Thomas
Morus in der Diözese Mainz den Lesern einige Informationen aus erster Hand geben:
Da es in dem genannten
Beitrag auch um die Ziele ging, scheint ein Blick in die gültige Satzung der ‘Vereinigung der Initiativkreise
kath. Laien und Priester im deutschen Sprachraum’ hilfreich. Dort heißt es zum Vereinszweck: „Zweck der
Vereinigung ist … die Verbreitung und Verteidigung der Lehre der katholischen Kirche gemäß den Quellen
von Schrift und Tradition und nach den moralischen und religiösen Weisungen der Päpste und der mit ihnen
verbundenen Bischöfe … Zweck der Vereinigung ist des weiteren die Pflege und Förderung der authentischen
Feier der Liturgie (des Gottesdienstes) nach dem gegenwärtigen und dem überlieferten klassischen Ritus.“
Zur Liturgiefrage hat der gegenwärtige Hl. Vater in seiner Autobiographie aus dem Jahre 1998 geschrieben:
„Ich bin überzeugt, daß die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie
beruht, die mitunter sogar so konzipiert wird, ‘etsi Deus non daretur’: daß es in ihr gar nicht mehr
darauf ankommt, ob es Gott gibt und ob er uns anredet und erhört.“ (S:174)
Er hat deshalb immer wieder
den überlieferten Ritus gewürdigt und ihn bei herausgehobenen Anlässen auch selbst gefeiert.
Die Initiativkreisvereinigung
und ‘Pro Sancta Ecclesia’ entsprechen diesem Anliegen, indem sie jedes Jahr zwischen Fronleichnam und
dem folgenden Sonntag Wallfahrtstage im überlieferten Ritus in und nach Altötting veranstalten, sich
aber auch um den Aufbau von Glaubensinseln im neuen Ritus bemühen.
Die Aktivitäten von Initiativkreisvereinigung
und Pro Sancta Ecclesia werden monatlich in den ‘IK – Nachrichten’ dargestellt, die eine Auflage von 20.000
Exemplaren haben.
Kontaktadresse für den Initiativkreis Thomas Morus in der Diözese Mainz:
Myriam
HegerDieser Konflikt, der für Außenstehenden auf den ersten Blick völlig rätselhaft ist, besitzt
Hintergründe.
Seit längerem gibt es nämlich im Bistum Mainz Stimmen, die der ‘Aktionsgemeinschaft
katholischer Laien und Priester’ vorhalten, mit der Diözesanleitung personell eng verflochten zu sein –
zu eng, um dem katholischen Glauben eine kompromißlose Priorität zu gewähren.
Darum sei die Gründung
einer alternativen Gruppe notwendig geworden. Dadurch sei jetzt die Möglichkeit geschaffen, auch kritische
Themen anzusprechen.
Im Vorfeld der Entstehung des Mainzer ‘Thomas-Morus-Kreises’ wurde auch das
‘Priesternetzwerk’ –
das man wohl zurecht hinter der Gründung vermutete – sowie Einzelpersonen unter Druck gesetzt, um die
Geburt der neuen Gruppe zu verhindern.
In Mainz gibt es einen weiteren Grund, warum man vor dem ‘Thomas-Morus-Kreis’
zittert. Man fürchtet nämlich, daß der Kreis vor dem Bischof eine Anfrage auf Zulassung der überlieferten
Messe stellen wird.
Gegenwärtig ist der bekannte Kirchenrechtler, Prof. Georg May, der letzte Priester
in der Diözese, der die Tridentinische Messe zelebrieren darf.
Seine Mitbrüder in Leitungsfunktion
hoffen in seinem Fall offenbar auf eine biologische Lösung des Problems. Professor May wird dieses Jahr
80 Jahre alt und ist schwer krank.
Jetzt soll der ‘Thomas-Morus-Kreis’ – offenbar zum Leidwesen einiger
in der ‘Aktionsgemeinschaft’ Versammelten – im Begriff sein, beim Mainzer Bischof, Karl Kardinal Lehmann,
eine Indultmesse zu erbitten.
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#6
Athanasius 16:13:53 | Mittwoch, 11. Januar 2006
#5
Laurentius2 14:02:47 | Mittwoch, 11. Januar 2006
#4
Toby 12:46:12 | Dienstag, 10. Januar 2006
#3
Benedikt 12:04:17 | Dienstag, 10. Januar 2006
#2
Marcel 11:44:47 | Dienstag, 10. Januar 2006
#1
ottaviani 11:41:06 | Dienstag, 10. Januar 2006