Feierliche Vesper im hohen Dom zu Aachen
Der Gottesdienst ist eine private Initiative. Weder der Dom noch geschweige denn das Bistum haben mit dieser Liturgie etwas zu tun. Immerhin läßt man die noch in der untergegangenen Kulturperiode lebenden Nostalgiker machen.

Anlaß ist die Präsentation einer wissenschaftlichen Arbeit über das Karlsoffizium „Regali natus“.
Die älteste Überlieferung des Karlsoffiziums „Regali natus“ befindet sich in dem sogenannten Antiphonar des Franko, das heute im Aachener Domarchiv liegt.
Das wertvolle Manuskript stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist vielleicht von Magister Franko, der nach einem Totenbuch des Aachener Marienstifts am 10. Mai 1318 starb, gestiftet worden.
Die Handschrift präsentiert die liturgische Musik Aachens mit kunstvollen Initialen und Schriftzeichen. Sie ist ein prächtiges Zeugnis der blühenden Kultur des finsteren Spätmittelalters.
Die mehrbändige Faksimileausgabe wurde seit einigen Jahren von Wissenschaftlern zur Publikation vorbereitet.
Eine getreue Nachbildung der kostbaren Handschrift aus dem 13. Jahrhundert dient am Samstag, dem 28. Januar als Vorlage, um daraus zum Karlsfest die Erste Vesper zu einem mächtigen Gotteslob erstehen zu lassen.
Aus diesem Anlaß ergeht an alle Mitglieder der Gemeinschaft der ehemaligen „Aachener Domsingknaben“ die herzliche Einladung zur Teilnahme am Abendlob der Kirche um 17.00 Uhr im Aachener Dom.
Das US-amerikanische Vokalensemble „Exsultemus“ unter der Leitung von Prof. Dr. Eric Rice wird zu diesem Anlaß nach Aachen reisen, um in der Kirche Karls des Großen die mehrstimmigen Gesänge erklingen zu lassen.
Nach der Vesper – etwa um 18 Uhr – ist ein Wiedersehenstreffen als Stunde der Begegnung in der Domsingschule vorgesehen.
Die feierliche Vesper hat folgenden Ablauf:
Das gereimte Officium von Karl dem Großen aus dem Jahr 1165: Regali natus de stirpe. Mit polyphonen Werken des Aachener Stiftskapellmeisters Johannes Mangon (1525-1578), von Lambertus de Monte († 1606) und Michael Wilhelm (1580-1610)
Erste Vesper zum Fest des heiligen Karls des Großen, wie sie am Samstag, dem 27. Januar 1582, gehalten wurde.
Vierstimmige Motette: Laudemus Dominum von Johannes Mangon
Gregorianisches Invitatorium und Responsorium: Deus in adjutorium
Gregorianische Antiphon: Regali natus de stirpe und Psalm 109
Gregorianische Antiphon: Angelici cultus und Psalm 110
Gregorianische Antiphon: Sacros effectus und Psalm 111
Gregorianische Antiphon: lusticie palma und Psalm 112
Gregorianische Antiphon: Nec mundi terror und Psalm 113
Vierstimmiger Hymnus: O rex orbis von Johannes Mangon
Gesungene Lesung: Egredimini filie Jherusalem
Gregorianisches Responsorium: Te secutus
Versikel und Responsorium: Gloria et honore
Vierstimmige Motette: O spes afflictis von Johannes Mangon
Sechsstimmiges Magnificat von Lambertus de Monte
Vierstimmige Motette: O spes afflictis/ In cithara/ Dissolutus in
corpore von Johannes Mangon
Gesungenes Tagesgebet: Deus qui superabundanti
Gregorianisches Benedicamus Domino
Vierstimmiges Ave Maria von Michael Wilhelm (Josel)
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Montag, 13. Februar 2006 17:20
Jörg Guttenberger, Köln: Antwort auf Bernardo
Herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Die von Ihnen erwähnten Tatsachen zeigen, daß der hl. Geist ganz
deutlich im gläubigen Kirchenvolk wirkt, das sich eben nicht jeden liturgischen Unfug vorsetzen läßt!
Es ist klar, die vom Konzil beabsichtigte Liturgiereform ist wegen der Oberflächlichkeit ihrer bisherigen Durchführung weitgehend mißlungen. Ein positives Beispiel für ihr Gelingen darf aber keineswegs unterschlagen werden: im Rahmen von „Alte Liturgien in romanischen Kirchen Kölns“ haben die Benediktiner von San Anselmo, Rom, eine neue Liturgie zelebriert: ganz in Latein gesungen(!), der Kanon wurde von den konzelebrierenden Priestern abwechselnd gesungen, die Wandlungsworte von allen Zelebranten gemeinsam! Eine solche Feierlichkeit hat die tridentinisch Liturgie m. E. nicht hergegeben.
Es ist klar, die vom Konzil beabsichtigte Liturgiereform ist wegen der Oberflächlichkeit ihrer bisherigen Durchführung weitgehend mißlungen. Ein positives Beispiel für ihr Gelingen darf aber keineswegs unterschlagen werden: im Rahmen von „Alte Liturgien in romanischen Kirchen Kölns“ haben die Benediktiner von San Anselmo, Rom, eine neue Liturgie zelebriert: ganz in Latein gesungen(!), der Kanon wurde von den konzelebrierenden Priestern abwechselnd gesungen, die Wandlungsworte von allen Zelebranten gemeinsam! Eine solche Feierlichkeit hat die tridentinisch Liturgie m. E. nicht hergegeben.
Sonntag, 22. Januar 2006 17:01
Bernado: @Jörg Guttenberger
Sie schrieben:“Das könnte man mit einer gewissen Häme auch über die Anhänger der vom Konzil abgelösten
tridentinischen Liturgie sagen.“
Wie kommen Sie darauf, die tridentinische Liturgie sei abgelöstworden? Und auch noch „Vom Konzil?“. Tatsache ist, daß die Liturgie, die schon zur Zeit von Trient an die 1000 Jahre alt war, weiterbesteht, und Papst JPII die Bischöfe in Ecclesia Dei aufgefordert hat, allen, die das wünschen, die Feier des Messopfers nach dieser Liturgie zu ermöglichen.
Obwohl nicht alle Bischöfe diesem Wunsch folgen, hat die traditionelle Liturgie seitdem einen enormen Aufschwung erlebt. In Frankreich besuchen nahezu ebensoviele Katholiken die Sonntagsmesse nach der alten Liturgie wie nach der neuen. Wie das gehen kann? Während der Messbesuch bei den „modernen Katholiken“ in Frankreich um oder unter 10% liegt, halten von den Katholiken, die sich traditionellen Gruppen verbunden fühlen (darunter natürlich auch die FSSPX), 90% und mehr die Sonntagspflicht.
Wie kommen Sie darauf, die tridentinische Liturgie sei abgelöstworden? Und auch noch „Vom Konzil?“. Tatsache ist, daß die Liturgie, die schon zur Zeit von Trient an die 1000 Jahre alt war, weiterbesteht, und Papst JPII die Bischöfe in Ecclesia Dei aufgefordert hat, allen, die das wünschen, die Feier des Messopfers nach dieser Liturgie zu ermöglichen.
Obwohl nicht alle Bischöfe diesem Wunsch folgen, hat die traditionelle Liturgie seitdem einen enormen Aufschwung erlebt. In Frankreich besuchen nahezu ebensoviele Katholiken die Sonntagsmesse nach der alten Liturgie wie nach der neuen. Wie das gehen kann? Während der Messbesuch bei den „modernen Katholiken“ in Frankreich um oder unter 10% liegt, halten von den Katholiken, die sich traditionellen Gruppen verbunden fühlen (darunter natürlich auch die FSSPX), 90% und mehr die Sonntagspflicht.
Sonntag, 22. Januar 2006 16:46
Jörg Guttenberger, Köln: Feierliche Vesper im Hohen Dom zu Aachen
Herzlichen Dank für Ihren Hinweis auf diese hochinteressante Liturgie! Ich werde mit interessierten Bekannten
von Köln nach Aachen fahre, um an dieser auch historisch wertvollen Vesper teilzunehmen.
Warum jedoch der abwertende und distanzierende Hinweis, weder der Dom, noch das Bistum habe etwas mit dieser Liturgie zu tuen? „Immerhin läßt man die noch in der untergegangenen Kulturperiode lebenden Nostalgiker machen.“ Das könnte man mit einer gewissen Häme auch über die Anhänger der vom Konzil abgelösten tridentinischen Liturgie sagen. Also bitte, etwas mehr Tolerenz!
Ähnlich, wie es in der Mathematik Gleichungen mit nur einer und mit mehreren gleichberechtigt richtigen Lösungen gibt (eine quadratische Gleichung hat z. B. zwei gleichermaßen richtige Lösungen), verhält es sich auch im kirchlichen Bereich. Wir sollten die verschiedenen gleichberechtigt richtigen Meinungen achten, ernst nehmen und hierin eine willkommene Bereicherung unseres eigenen Gesichtskreises sehen!
Warum jedoch der abwertende und distanzierende Hinweis, weder der Dom, noch das Bistum habe etwas mit dieser Liturgie zu tuen? „Immerhin läßt man die noch in der untergegangenen Kulturperiode lebenden Nostalgiker machen.“ Das könnte man mit einer gewissen Häme auch über die Anhänger der vom Konzil abgelösten tridentinischen Liturgie sagen. Also bitte, etwas mehr Tolerenz!
Ähnlich, wie es in der Mathematik Gleichungen mit nur einer und mit mehreren gleichberechtigt richtigen Lösungen gibt (eine quadratische Gleichung hat z. B. zwei gleichermaßen richtige Lösungen), verhält es sich auch im kirchlichen Bereich. Wir sollten die verschiedenen gleichberechtigt richtigen Meinungen achten, ernst nehmen und hierin eine willkommene Bereicherung unseres eigenen Gesichtskreises sehen!
Sonntag, 15. Januar 2006 13:54
28.IX-28.X: Unser Gotthard kümmert sich um den hl. Thomas…???
Unglaublich!!!
Donnerstag, 12. Januar 2006 16:54
Gotthard: Hochfest
in Aachen ist Karl der Große sogar Hochfest und verdrängt Thomas von Aquin!
Donnerstag, 12. Januar 2006 14:22
Isidorus Hispalensis: Mißverständnis
@Diakonos
Ich stimme Ihnen zu! Ich hatte die Äußerungen einiger Vorredner dahingehend missverstanden, als sei eine solche Vesper zwar ein kultureller Genuß, aber kein Gotteslob. Und dagegen habe ich mich gewendet. Im übrigen bin ich auch genau Ihrer Meinung, dass diese Musik primär nicht ins Konzert, sondern in die Liturgie der Kirche gehört.
Herzliche Grüße,
Isidorus Hispalensis
Ich stimme Ihnen zu! Ich hatte die Äußerungen einiger Vorredner dahingehend missverstanden, als sei eine solche Vesper zwar ein kultureller Genuß, aber kein Gotteslob. Und dagegen habe ich mich gewendet. Im übrigen bin ich auch genau Ihrer Meinung, dass diese Musik primär nicht ins Konzert, sondern in die Liturgie der Kirche gehört.
Herzliche Grüße,
Isidorus Hispalensis
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