Befreiungstheologie
Papst und Hasenhüttl – zwei Paar Schuhe?
Der Ex-Theologe Gotthold Hasenhüttl darf seine Studenten nicht mehr prüfen. Deswegen wirft er seinem Bischof „Unmenschlichkeit“ vor. Außerdem wundert er sich, warum er für etwas bestraft wird, was selbst der Papst getan hat.
(kreuz.net, Saarbrücken) Der suspendierte Priester Professor Gotthold Hasenhüttl (72) darf nach dem Entzug der Lehrerlaubnis seinen Studenten auch keine Prüfungen mehr abnehmen. Das habe ihm das Bildungsministerium in Saarbrücken auf Anordnung des Trierer Bischofs, Mons. Reinhard Marx, mitgeteilt, erklärte der Ex-Theologe am vergangenen Montag vor der Presse.

Von den Entscheidungen des Bischofs sind fünf angehende Religionslehrer betroffen. Sollte der Ex-Professor die Prüfungen dennoch abnehmen, würde den Religionslehrern die Anerkennung versagt, so Bischof Marx.

Für die Studenten erwachsen daraus keine Nachteile. Sie können die Prüfungen bei einem anderen Professor ablegen.

Hasenhüttl bezeichnete den Entscheid seines Vorgesetzten dennoch als „Unglaublichkeit“. Er sehe darin „keine Spur“ von Menschlichkeit:

Diese Entscheidung habe ihn weitaus mehr geärgert als der Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis in der vergangenen Woche, sagte der bereits seit vier Jahren emeritierte Professor für Systematische Theologie.

Über Bischof Marx ärgert sich auch die Hannoversche Evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann. Für sie werde durch diesen Entscheid deutlich, „daß eine gemeinsame Abendmahlsfeier für das katholische Lehramt überhaupt nicht denkbar ist“.

Frau Käßmann bedauert die Disziplinierung des suspendierten Priesters, der beim ‘Ökumenischen Kirchentag’ 2003 in Berlin Katholiken und Protestanten zum Empfang der Heiligen Kommunion eingeladen hatte: „Gotthold Hasenhüttl hat etwas getan, worauf viele Kirchenmitglieder vor Ort in der Praxis hoffen“, so die Landesbischöfin.

Hasenhüttl hält dem Bischof von Trier vor, durch die Austeilung der Heiligen Kommunion an Nichtkatholiken nichts anderes getan zu haben als Joseph Kardinal Ratzinger – nunmehr Papst Benedikt XVI.

Der Heilige Vater hatte als Kardinal beim Requiem für Papst Johannes Paul II. dem protestantischen Gründer der ökumenischen Bruderschaft Taizé, Bruder Roger Schütz die Kommunion gereicht.

Doch Bischof Marx läßt das Argument des suspendierten Theologieprofessors nicht gelten und kritisierte indirekt die Vorgehensweise des jetzigen Papstes: „Es wäre sicherlich besser gewesen, wenn Frère Roger beim Requiem des Papstes nicht die Kommunion empfangen hätte.“
      
17 Lesermeinungen
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#17   Athanasius   16:47:06 | Samstag, 14. Januar 2006
@markos evgenkos
Ich bin im grossen und ganzen mit Ihnen einverstanden. Und die ewige Römisch-katholische Kirche von vor dem II. Vatikanum würde Ihnen auch recht geben.
Nur der theologische Dialog löst die Probleme,sonst nichts.
Die Problemen wurden auf dem Konzil von Florence (1438-1442) gelöst und es wurde damals eine kurzfristige Wiedervereinigung organisiert. Das gleiche Konzil aber definierte, daß keiner ausserhalb der römisch-katholischen Kirche gerettet werden kann. Darüber sollten Sie – die in einer schismatischen Gemeinschaft leben – mal nachdenke. Katholisch sein kann man auch in den ehrwürdigen Riten des Osten und mit der östlichen Hierarchischen Struktur, aber niemals im Schisma mit dem Apostolischen Stuhl Petri, wie tief Rom des Panökumenismus auch gesenkt scheinen mag. Ausserhalb der ewigen Römischen Kirche gibt es kein Heil.
Deswegen organisierten Uniert-Katholische Priester sowohl des Maronitischen, Russischen und Ruthenischen Ritus sich bereits bei der Römisch-katholischen Priesterbruderschaft St. Pius X. (überlieferter Römische Ritus) oder bei der St. Josaphat Bruderschaft.
Spasitel’ Mira, Spasi Rossiyu! (Gebet mit Ablass, S.H. Papst Pius XI.)
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#16   markos evgenikos   19:45:36 | Freitag, 13. Januar 2006
Es gibt strickte Regeln
Unsere orthodoxe Kirche verbietet natürlich JEDE Interkommunion mit nicht-orthodoxen…Mann darf sowas NIE machen.Sowas fördert NICHT den theologischen Dialog,sondern BEDECKT die Probleme und theologische Unterschieden.
Deswegen kann,und darf die orthodoxe Kirche KEINE’’ inercommunio in sacris ‘‘akzeptieren.
Deswegen ist unsere Kirche empört,wenn römisch-katholische Priester orthodoxen Pilgern die Kommunion erlauben.Sowas ist es SYNKRETISMUS,Globalisierung der Konfesionen,so werden die Konfesionen zu Konfusionen.Dagegen wehrt sich die orthodoxe Kirche.römisch katholische Pilger:wehrt euch.Panökumenismus ist Panhäresie ,wie koreckt die Altkalendarier bei uns sagen.
Eine Zusammenarbeit ist es möglich in wichtigen Sachen des Glaubens.Das können wir akzeptieren.
Nur der theologische Dialog löst die Probleme,sonst nichts.
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#15   clemens   14:29:15 | Freitag, 13. Januar 2006
Protestant oder Konvertit?
Daher ist davon auszugehen, dass Frere Roger zu welchem Zeitpunkt auch immer Konvertit gewesen sein muss.
Wenn er heimlich Konvertit war, so durfte er nicht öffentlich kommunizieren!
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#14   28.IX-28.X   11:38:10 | Donnerstag, 12. Januar 2006
@Benedikt,
ein mal möchte ich Ihnen Recht geben!!!
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#13   zwobbel   11:03:15 | Donnerstag, 12. Januar 2006
so isses Benedikt
Es ist nicht einzusehen, warum die katholische Kirche wegen einer Scheineinheit auf ihre von Beginn an überlieferte Lehre verzichten sollte. Dass die Protestanten hierauf beharren zeigt, dass sie in Wirklichkeit die Übernahme des Protestantismus durch den Katholizismus fordern… Vielleicht sollten sich die Protestanten hierzulande mal fragen, was sie wirklich für die Förderung der Einheit unternommen haben. Ich kann immer nur Spalttendenzen und Aufforderungen zur Leugnung nicht mit dem Protestantismus konformer Lehren erkennen.
Ja, Benedikt. Es gibt nur persönliche Einzelfälle, wo sich mal ein Protestant in Richtung Katholischsein bewegt hat. Aber die Prots haben ein klares Problem: Wer erstmal anfängt sich in Richtung kath. zu bewegen, hört oft erst mit dieser Bewegung auf, wenn er ganz in der kath. Kirche angekommen ist. Die haben erkannt, daß man nicht ein bißchen kath. sein kann. Die protestierende Grundhaltung des sich ggü Gott emanzipierten Menschen muß für sie wesenhaft erhalten bleiben. Aber viele Kaths denken sie könnten ein bißchen prot. werden aber doch irgendwie kath. bleiben. Eine Kirche der dialektischen Synthese aus Jesus, 4 Evang., Petrus, Paulus, Arius, antike Kircheväter, Hus, Th.v.A., Luther, Zwingli, Calvin usw…
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#12   Benedikt   10:33:28 | Donnerstag, 12. Januar 2006
@ Detlev Rose
Es ist doch sehr zu beachten, wer sich hier von wem getrennt hat und wer sich überdies von der Lehre verabschiedet hat, die die Kirche von Anfang an vertreten hat. Es ist nicht einzusehen, warum die katholische Kirche wegen einer Scheineinheit auf ihre von Beginn an überlieferte Lehre verzichten sollte. Dass die Protestanten hierauf beharren zeigt, dass sie in Wirklichkeit die Übernahme des Protestantismus durch den Katholizismus fordern. Irgendwie ist mir nicht bekannt, wo die Protestanten den Katholiken in wirklich heiklen Punkten mal entgegen gekommen wären. Ganz im Gegenteil: Sobald die kath. Kirche Dinge in den Vordergrund stellt, die nur sie bewahrt hat (zB den Ablass am WJT), kommt von Seiten der Protestanten Kritik. Auch die Einheitsübersetzung haben die Protestanten platzen lassen (was sicher auch von konservativen Katholiken begrüsst wurde, aber dennoch in die Verantwortung der Protestanten in Dtl. fällt).
Vielleicht sollten sich die Protestanten hierzulande mal fragen, was sie wirklich für die Förderung der Einheit unternommen haben. Ich kann immer nur Spalttendenzen und Aufforderungen zur Leugnung nicht mit dem Protestantismus konformer Lehren erkennen.
Das hat dazu geführt, dass ein großer Teil der Katholiken in Deutschland bereits ein stark protestantisiertes Verständnis hat; viele begreifen gar nicht mehr, warum es kein gem. Abendmahl geben kann und halten das für eine röm. Schikane.
Auf diesem „Fundament“ wird die Einheit aber niemals möglich sein!
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#11   Konrad   07:38:18 | Donnerstag, 12. Januar 2006
@ Athanasius
Willkommen in der Communio der Häretiker, die „vollkommen recht“ haben! Prost Hasenhüttl, prost Athanasius!
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#10   Athanasius   22:03:36 | Mittwoch, 11. Januar 2006
Im Grunde…
…hat Prof. Hasenhüttl völlig recht. Das Skandal vom 11. April 2005 hat seine Verurteilung unglaubwürdig gemacht.
Kardinal Ratzinger pries übrigens bereits 1982 die Interkommunion zwischen Protestanten, Orthodoxen und Katholiken in Taizé:
Principles of Catholic Theology (1982), p. 304: „For more than a decade, Taize has been, without a doubt, the leading example of an ecumenical inspiration, emanating from a local center inspired by a particular ‘charism’. Similar communities of faith and of shared living should be formed elsewhere in which the foregoing of a communal reception of the Eucharist would, without ceasing to be a hardship, become comprehensible and in which its necessity would be understood by a prayer community that cannot answer its own prayer but is, nevertheless, calmly certain it will be answered.“
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#9   Detlef Rose   21:19:25 | Mittwoch, 11. Januar 2006
Die Kirche züchtet den Unglauben!
Manche in der Röm.-kath. Kirche und in den anderen christl. Konfessionen scheinen es darauf anzulegen, den Skandal der Uneinheit der Christen (cf Hohenpriesterliches Gebet Joh. 16/21 u.a.) geradezu züchten zu wollen indem sie alte und manchenorts längst überwundene Gräben immer tiefer graben anstatt sie in der Liebe Christi zu überbrücken (Pontifex – Brückenbauer) und die Einheit wie St. Franziskus im Gehorsam gegen Christus und seine Kirche zu leben!
Also machen wir so weiter – und die Welt wird eben nicht glauben, daß Jesus der Christus ist. Seltsame Christenheit! DAR
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#8   gonniwell   21:02:39 | Mittwoch, 11. Januar 2006
Keine Zufälle…
Ich denke, dass ein Kardinal Ratzinger zu diesem Zeitpunkt sehr wohl wusste, was er tut. Als Oberster Präfekt der Glaubenskongregation wird es bei der Kommunion für Frere Roger keinen Zufall gegeben haben. Daher ist davon auszugehen, dass Frere Roger zu welchem Zeitpunkt auch immer Konvertit gewesen sein muss.
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#7   ottaviani   18:44:34 | Mittwoch, 11. Januar 2006
ach ja em kasper
es steht zu hoffen der hl. vater wird sich zur wehr setzten:-)
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#6   virOblationis   18:18:11 | Mittwoch, 11. Januar 2006
hintergangener Papst
Dies scheint nicht die einzige Gelegenheit gewesen zu sein, bei der man Benedikt XVI. „hintergangen hat“. Ich erinnere mich, daß von ihm ein Dokument in bezug auf die Kirche St. Paul vor den Mauern unterzeichnet wurde, in dem es hieß, diese Basilika stehe am Ort der Hinrichtung des hl. Apostels Paulus. Jeder, der einige Zeit im Vatikan lebt, müßte wissen, daß dies unzutreffend ist; Benedikt XVI. hatte es wohl überlesen. Mir schien es, als wollte man ihn öffentlich bloßstellen.
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#5   Konrad   18:00:58 | Mittwoch, 11. Januar 2006
@ Sulpicius
das „Priesternetzwerk“ hat deshalb eine Anfrage nach Rom gerichtet und eine Antwort erhalten. Es war diese Kommunionspendung keine von der Kirche offiziell beabsichtigte, der damalige Kardinaldekan wurde versehentlich oder absichtlich (sicher nicht von Roger Schutz, sondern von den Herren im Einheitssekretariat) hintergangen. Um so mehr sollte sich der Zorn rechtgläubiger Priester und Laien nicht auf den jetzigen Papst, sondern auf Irrlehrer und Apostaten wie Hasenhüttl richten.
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#4   ottaviani   17:51:23 | Mittwoch, 11. Januar 2006
Frau Käßmann hat erkenntnise
wie unterhaltend das ein gemeinsammes abendmahl nicht denkbar ist weiß jedes kind seit der erstkomunion den katholiken halten kein abendessen sondern sie vereinigen sich mit dem in der hostie dauerhaft gegenwärtigen herrn und heiland
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#3   Sulpicius   17:28:36 | Mittwoch, 11. Januar 2006
@Konrad
Sicher gibt es einen Unterschied. Aber trotzdem war es mehr als ein schlechtes Signal und ein In-den-Rücken-fallen der rechtgläubigen Geistlichen (u.a. auch Laien) vor Ort! Daran gibts nichts zu deuteln…
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#2   Konrad   17:21:45 | Mittwoch, 11. Januar 2006
Zu Hasenhüttl:
Nicht wegen seines ökumenischen Ungehorsams, sondern schon längst wegen seiner häretischen Thesen hätte Hasenhüttl die kirchliche und priesterliche Lehrbefugnis entzogen werden müssen. Aber der damalige Trierer Bischof Spital wollte in seinem Opportunismus keine „Märtyrer“ schaffen. Der Glaube der Kleinen, der von Hasenhüttl-Lehrern unterrichteten Schülern, war ihm nichts wert. Die Kommunionspendung an Roger Schutz dagegen war unabsichtlich (Vgl. Scheffczyk-Aufsatz dazu in der DT) und daher, trotz ihrer Medienaufmerksamkeit, irrelevant für theologische Diskussionen. Es ist Heuchelei des latent atheistischen Grazer Theologen, wenn er darauf hinweist. Er wollte bewusst provozieren und er wusste, was er in Berlin 2003 tat.Es war eine auch menschlich beschämende Handlung und Offenbarung der Unkirchlichkeit.
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#1   Le Trot   17:16:33 | Mittwoch, 11. Januar 2006
@ja, ja
„Es wäre sicherlich besser gewesen, wenn Frère Roger beim Requiem des Papstes nicht die Kommunion empfangen hätte.“
Es tut mir heute noch weh, wenn ich dieses Bild sehe.
Wie ignorant sich diese Herren gegenüber der wohl begründeten Vorraussetzung zum Kommunionempfang verhalten, wie es jedem Kind in Vorbereitung auf die Erstkommunion beigebracht wird.
Ein furchtbares öffentliches Zeichen der Missachtung.
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