Nach Weihnachten protestierte die serbische Regierung wegen der Weihnachtspredigt des katholischen Bischofs im Kosovo beim Heiligen Stuhl. Doch dann geschah das Unerwartete.
(kreuz.net, Pristina) Ende Dezember beklagte sich die serbische Regierung beim Apostolischen Nuntius in
Belgrad über den Apostolischen Administrator von Prizren, Mons. Mark Sopi (67).
Die Stadt Prizren befindet
sich 60 Kilometer südöstlich von Pristina. Pristina ist die Hauptstadt der serbischen Provinz Kosovo
im Süden des Landes.
Der Apostolische Nuntius, Mons. Eugenio Sbarbaro, bestätigte den Erhalt der diplomatischen
Note und erklärte, daß der Heilige Stuhl die Resolution 1244 des UNO-Sicherheitsrates ohne Einschränkungen
anerkenne.
Diese definiert den Kosovo als ein souveränes Gebiet von Serbien. Der Kosovo wird allerdings
seit 1999 von der UNO verwaltet.
Die Bevölkerung im Kosovo ist überwiegend muslimisch. 4% der Bewohner
sind ethnische Albaner katholischer Religion.
Der für die Katholiken im Kosovo zuständige Bischof Sopi
hatte in seiner Weihnachtspredigt erklärt, daß die Geburt Christi mit der Geburt einer neuen Wirklichkeit
in Kosovo verglichen werden könne.
Anschließend hatte er seine Gläubigen aufgefordert, für ein unabhängiges
Kosovo zu beten. Das berichtete Ende Dezember die Webseite ‘serbianna.com’, welche Informationen über
Serbien und den Balkan publiziert.
Die Belgrader Regierung erklärte, daß der Bischof in seiner Predigt
die Religion mißbraucht habe, „um den Geist des Gesetzes zu verletzen“, das den Kosovo nach wie vor als
eine serbische Provinz betrachte.
Die serbisch-orthodoxe Gemeinschaft bedauerte ebenfalls, daß ein katholischer
Gottesdienst benützt wurde, um politische Botschaften zu verkündigen, vor allem weil die religiösen
und bürgerlichen Rechte der nichtalbanischen Bewohner des Kosovo mit Füssen getreten werden.
Doch am
vergangenen Mittwoch nahm der Fall eine überraschende Wende. Bischof Sopi starb an diesem Tag unerwartet
an einem Herzinfarkt. Der Oberhirte verschied um 14.50 Uhr in einem Spital in Pristina.
„Das Volk von
Kosovo wird Bischof Sopi vermissen“, erklärte der Präsident der Lokalregierung, Bajram Kosumi.
Mons.
Sopi wurde 1996 zum Bischof von Pristina ernannt. Er war ein guter Freund des an Lungenkrebs leidenden
Präsidenten des Kosovo, Ibrahim Rugova.
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5 Lesermeinungen
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#8 Brandenburgis 17:13:23 | Sonntag, 15. Januar 2006
@Ketelhohn Warum wollen Sie mich denn auflösen? Mir würde es schon reichen, wenn sich sämtliche Serben
hier in ihr angebliches „Serbien“ verflüchtigen würden, mitsamt ihrer internationalen Spezialitäten-Restaurants.
Liquidationen Scripsit Brandemburgensis: »Ein „Staat“ Serbien scheint mir grundsätzlich in den Bereich
der Alpträume zu gehören.« Vielleicht wollen Sie das serbische Volk gleich mitauflösen? – Der Alptraum
scheint mir hier eher ein Brandenburger zu sein. Vielleicht lösen Sie besser den auf.
#5 Brandenburgis 14:55:41 | Freitag, 13. Januar 2006
Serbien Man muß berücksichtigen, daß Serbien und Jugoslawien als Staaten eigentlich überhaupt keine
Rechtsgrundlage haben und daher auch keine Forderungen im Kosovo erheben können. Die UNO bzw. NATO-Koalition
war insofern sehr schlecht beraten, als sie die BR Jugoslawien nicht gleich vollständig auflösten und
zum UNO-Schutzgebiet deklarierten. Ein „Staat“ Serbien scheint mir grundsätzlich in den Bereich der Alpträume
zu gehören.
Nun… Auch wenn man die Schlacht vom Amselfeld natürlich nicht mir Golgotha vergleichen kann, haben
die Serben sehr viel für die Christenheit getan! Kein anderes Volk hat sich so heldenhaft gegen den Islam
gewehrt, wie die Serben! Von dem her war es wirklich ein grober Schnitzer, wenn man überhaupt von einem
unabhängigen Staat Kosovo (oder Kosova, wie es die Albaner nennen) redet!
Bischof Sopi Bischof Sopi wurde übrigens exakt vor 10 Jahren am 6. Januar 1996 in Rom von Papst Johannes
Paul II. zum Bischof geweiht. Ebenfalls geweiht wurde in dieser Feier der Bischof von Basel Kurt Koch.