15:49:56 | Freitag, 13. Januar 2006
Der bekannte Sender ‘Radio Maryja’ gerät immer mehr ins Schußfeld der Polnischen Bischofskonferenz. Sind die Kritiken gegen den Sender ein Vorwand, um diesen wegen seiner katholischen Positionen kaltzustellen?
(kreuz.net, Warschau) Am Montag wurde in Polen ein scharf formuliertes Schreiben des Apostolischen Nuntius
in Warschau, Mons. Jozef Kowalczyk, bekannt.
Darin werden außerkirchliche Aktivitäten von Priestern,
welche die Autorität der Kirche in Anspruch nehmen, von einer schriftlichen Zustimmung des Ortsbischofs
abhängig gemacht.
Daß das Dokument in erster Linie gegen ‘Radio Maryja’ gerichtet sein könnte, zeigt
der Kommentar eines Vertreters der polnischen Bischofskonferenz: „Es geht um die innere Einheit der Kirche.
Dieser Text ist ein Instrument, der den kirchlichen Oberen in den Diözesen und Orden helfen will.“
Die
ausdrückliche Erwähnung der Ordensoberen zeigt, daß man die Erklärung des Nuntius auch gerne auf den
Leiter von ‘Radio Maryja’ anwenden möchte, der nicht Diözesan- sondern Ordenspriester ist.
Das Apostolat
von Ordensgemeinschaften untersteht – außer wenn es im Rahmen der Pfarreien geschieht – nicht der Leitungskompetenz
der Bischöfe.
Ende Januar wird sich die polnische Bischofskonferenz ausdrücklich mit dem im Land sehr
mächtigen Rundfunksender ‘Radio Maryja’ befassen. Das berichtete die polnische Boulevardzeitung ‘Super
Express’ am Dienstag.
Liberale Kreise haben den Sender in der Vergangenheit immer wieder beschuldigt.
Am medienwirksamsten ist die Unterstellung eines angeblichen Antisemitismus. Doch es ist anzunehmen, daß
in Wahrheit die katholischen Positionen des Senders gemeint sind, die sich einer Gleichschaltung der polnischen
Gesellschaft und Kirche widersetzen.
Das in der Stadt Torun – in Nordpolen – ansässige Radio steht unter
der Leitung des
Redemptoristenpaters Tadeusz Rydzyk, der einige Jahre in Deutschland in der Seelsorge
tätig war.
Innerkirchlich wird jetzt als Grund für mögliche Maßnahmen gegen den Sender seine angeblich
zunehmende Einmischung in die polnische Politik genannt.
‘Radio Maryja’ hat während der letzten Parlaments-
und Präsidentenwahlen die Kandidaten der gegenwärtig regierenden Mitte-Rechts-Regierung der politischen
Partei ‘Recht und Gerechtigkeit’ stark unterstützt.
Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz und seine
Kabinettsmitglieder sind regelmäßig Gäste im Programm von ‘Radio Maryja’ und dem ebenfalls von Rydzyk
geleiteten Fernsehsender ‘Trwam’.
„Das Engagement in der Politik ist nicht Ziel der Kirche. Man muß
etwas tun, wenn das einige Geistliche vergessen“, meinte dagegen der als liberal geltende Bischof Tadeusz
Pieronek (71).
Mons. Pieronek war bis 1998 Sekretär der Polnischen Bischofskonferenz und leitet gegenwärtig
deren Kirche-Staat-Kommission. Er gilt als ein wichtiger Gegner von ‘Radio Maryja’.
„Die Darstellung
politischer Ansichten als die einzigen richtigen Ansichten des polnischen Katholizismus ist nicht gut
für die Kirche, und das geschieht bei Pater Rydzyk“, warnte der ebenfalls liberale und ökumenisch orientierte
Journalist Tomasz Terlikowski.
Bisher wurde der in weiten Kreisen sehr populäre Pater Rydzyk dadurch
geschützt, daß er Ordensgeistlicher ist. Darum hat die eher profillose und anpasserische Bischofskonferenz
bisher keine Möglichkeit, ihn von der Leitung des Senders zu entfernen.
Doch die Schlacht ist noch nicht
entschieden.
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Uwe Schmidt 02:23:08 | Montag, 23. Januar 2006
#14
Barbarrossa 11:45:51 | Samstag, 21. Januar 2006
#13
silesius 09:12:45 | Samstag, 21. Januar 2006
#12
Kaveri_Puola 11:22:43 | Sonntag, 15. Januar 2006
#11
Uwe Schmidt 07:32:37 | Sonntag, 15. Januar 2006
#10
Kaveri_Puola 18:31:39 | Samstag, 14. Januar 2006
#9
Gotthard 16:43:13 | Samstag, 14. Januar 2006
#8
Athanasius 16:34:58 | Samstag, 14. Januar 2006
#7
Tomasz Skowron 13:26:34 | Samstag, 14. Januar 2006
#6
Athanasius 11:48:07 | Samstag, 14. Januar 2006
#5
diakonos 09:49:49 | Samstag, 14. Januar 2006
#4
Athanasius 00:24:59 | Samstag, 14. Januar 2006
#3
Gotthard 22:45:04 | Freitag, 13. Januar 2006
#2
Athanasius 18:28:10 | Freitag, 13. Januar 2006
#1
ottaviani 17:24:53 | Freitag, 13. Januar 2006