Protestantismus
Kommunion mit Bier und Würsteln
Mit einer Bier und Würstel „Statt Mission“ will sich die Evangelische Kirche Deutschlands während der Fußball- Weltmeisterschaft engagieren.
(kreuz.net, München) Der Beauftragte der ‘Evangelischen Kirche in Deutschland’ für die Fußball- Weltmeisterschaft, Hans-Georg Ulrichs, erklärte kürzlich, daß man die kommende Weltmeisterschaft „nicht zum Auffüllen der Mitgliederkartei“ benützen wolle.

Diese Aussage empfindet der Münchner Pressesprecher der evangelischen ‘Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern’, Gerald Mann, als „zurückhaltend formuliert »befremdlich«“.

Die ‘Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern’ vereinigt Mitglieder der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern, die sich an den ursprünglichen reformatorischen Bekenntnissen und Lehren orientieren.

Mit seiner kürzlich in Augsburg abgegebenen Stellungnahme hätte sich der evangelische Beauftragte für die Fußball-Weltmeisterschaft als „Mann der Kirche klar disqualifiziert und ins Abseits begeben“.

Derartige personelle Fehlbesetzungen deuteten darauf hin, daß die Aufrufe der Synode der ‘Evangelischen Kirche in Deutschland’ zu mehr missionarischem Engagement in den eigenen Reihen ungehört verhallt seien.

„Wie kommt ein kirchlicher Mitarbeiter dazu“ – so der Pressesprecher der ‘Kirchlichen Sammlung’ – „den Sinn der Mission im Werben von Mitgliedern zu sehen?“

Vom inneren Verlangen, das „Angebot der erlösenden, allein selig machenden Gnade“ weiterzugeben, sei bei derartigen Diffamierungen des Missionsbegriffes nichts zu erkennen.

Der Pressesprecher empörte sich auch über die Aussage des evangelischen WM-Beauftragten, der von einer sogenannten „Kommunion mit Bier und Würsteln“ als Berührungspunkt zwischen Kirche und Fußball sprach.

Das sei eine „pure Gotteslästerung“.

Glaubwürdigkeit über die eigene Konfession hinaus könne die Führung der ‘Evangelischen Kirche in Deutschland’ nur durch eine „rote Karte“ für den WM-Beauftragten und breite Unterstützung für gute missionarische Aktionen zurückgewinnen.

Sollte im Fußballsport ein Spieler derart offensichtlich für die Gegenseite zur Hochform auflaufen, wäre ein Spielerwechsel unvermeidlich.

Ein Trainer, der diesen Spieleraustausch nicht vornähme, würde wegen vereinsschädigendem Verhalten dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt.
      
8 Lesermeinungen
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#9   DemonDeLuxe †   19:31:17 | Sonntag, 15. Januar 2006
@Interwld – mulier tacet in ecclesiam
Möglicherweise distanziert man sich einfach von einigen der chauvinistischeren Verirrungen des „heiligen“ Apostels?
Wir haben die Sklaverei abgeschafft, da werden wir es auch eines Tages hinbekommen, den Fundamentalisten beizubiegen, dass Frauen keine Menschen zweiter Klasse sind – auch nicht, wenn irgendein Macho in Antiochia einmal seinen Frauenhass in endlosen Absätzen zu Papier gebracht hat. Es spricht übrigens Bände, wenn Sie sich so an den zeitgeistgeprägten Einlassungen eines Apostels hochziehen, ganz so, als hätter dieser ein Mandat dafür gehabt, Jesu eigene – sehr anders geschilderte – Einstellung nach gusto umzudeuten.
HEUTE ist Ihnen der „Zeitgeist“ doch auch egal bzw. widerwärtig – was bleiben Sie dann so an DAMALIGER Mode verhaftet?
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#8   Gotthard   13:58:19 | Sonntag, 15. Januar 2006
menschennah
Aber auf seine Lehre hören sie nicht., z. B. mulier tacet in ecclesiam. [
Wer soll denn heute auf solches hören?
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#7   Inderwld   13:16:02 | Sonntag, 15. Januar 2006
@DeDeLu
Die Evangelische Kirche behauptet von sich an der Urkirche näher dran zu sein. Auch beruft sie sich immer wieder auf Paulus. Aber auf seine Lehre hören sie nicht., z. B. mulier tacet in ecclesiam.
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#5   DemonDeLuxe †   03:31:26 | Samstag, 14. Januar 2006
@Achim & Detlef Rose
Worin genau bestünde denn der unglaubliche Vorteil, wenn man Fußballfans mit „missionarischen Aktionen“ genervt würden? Der FC Wickernförde kommt ja auch nicht zum Bolzen in die Kirche.
Herr Ulrichs hat vermutlich erkannt, dass derartige Bestrebungen ohnehin wenig fruchten und allenfalls einen Spott- und Belustigungsfaktor ähnlich dem unvermdeilichen Zeugen-Jehovas-Pärchen am Bahnhof mit sich bringen.
Im übrigen: Nein, der Bericht ist nicht richtig. kreuz.net geriert sich hier ‘mal wieder als BILD-Zeitung der online-Postillen: Der Artikel suggeriert nämlich, Ulrichs habe in der Tat eine „Kommunion mit Bier und Würstel“ vorgeschlagen, was von dem nachfolgenden Spruch („Gotteslästerung!“) noch unterstrichen wird. Tatsächlich hat Ulrich mit diesem Ausdruck aber den Sprachgebrauch von Fußballfans schmunzelnd aufgegriffen, der mit kirchlichen Praktiken nichts zu tun hat. Die korrekte Fassung der Nachricht finden Sie hier www.jesus-online.de/5513-38.
Aber Hauptsache, man konnte sich ‘mal über wieder „die anderen“ empören…
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#4   Achim   02:06:49 | Samstag, 14. Januar 2006
Ohne Fundament
Wenn dieser Bericht richtig ist, zeigt es nur zu deutlich, dass sich die evangelische Kirche in einer Krise befindet. Inhalte und Spiritualität, werden durch beliebige Handlungen ersetzt. Hauptsache man fällt positiv aus. Oder wie kann man die Menschen erfreuen, damit wenigstens eine kleine Resonanz erfahren wird. Hoffentlich lässt sich die katholische Kirche nicht von solchen Beliebigkeiten anstecken. Die Menschen, wollen eine klare Botschaft. Eine Botschaft, die jedem auf der Suche nach Gott hilft. Die den einzelnen auch in die Pflicht nimmt und nicht Glaube nach den persönlichen Belangen ausrichten lässt. So schön es auch ist, Bier und Würstel unter das Volk zu verteilen :-)
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#3   Detlef Rose   23:16:28 | Freitag, 13. Januar 2006
Wenn das stimmt, ist es mal wieder „zum Katholisch werden“!
Wenn die Meldung stimmt – woran ich leider kaum einen Zweifel habe – dann ist der ‘Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern’ nur zuzustimmen: So wird nicht nur das evangelische (welches?) Bekenntnis – in meinem Fall das Evang.-Luth. – mit Füßen getreten, sondern jedwedes christliche! Sowas nenne ich außerdem einen „Rückschlag für die Ökumene! DAR www.d.a.rose.ms/
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#2   DemonDeLuxe †   23:01:53 | Freitag, 13. Januar 2006
@markos evgenikos
„Die Urchristen wussten es besser, oder nicht?“
Tja, dann werfen Sie doch die Schriften aller Päpste ins Feuer, samt der gelehrten, theologischen Abhandlungen aller Geistlichen in den letzten 2000 Jahren, die irgendeine Konsequenz für kirchliches Leben hatten. Weg mit der lateinischen und erst recht der deutschen Bibel – ab heute ist wieder Aramäisch und Griechisch angesagt. Und den römischen Papst braucht dann ja auch niemand mehr, denn den kannten die Urchristen ebenfalls nicht.
Ach ja, stimmt ja: Das Neue Testament gab es unter den „Urchristen“ ja ebenfalls nicht. Jetzt wird’s dann aber schwierig, nicht?
Der Protentantismus IST, mindestens von der Programmatik her, deutlich näher am „Urchristentum“, indem er spätere Entwicklungen der katholischen Kirche wieder abgeschafft hat. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahingestellt, aber „näher dran“ ist es allemal.
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#1   markos evgenikos   19:22:18 | Freitag, 13. Januar 2006
Protestantismus…heute…
Die Protestanten,erfinden immer wieder neue Wege…
Welcher Weg,aber,führt die leute in die Kirche?
Was ich festgestellt habe:
Wo die protestantischen Konfesionen dominant sind,ist leider das unkirchliche Leben ebenfalls dominant.
Warum ist es so(Es gibt Ausnahmen natürlich)?
Ist es nicht Zeit für die Wiedereinführung der heiligen Tradition,die von dem Protestantismus abgeschaft worden ist?
Warum immer wieder Reformation…Reformation…Reformation…?
Die Urchristen wussten es besser, oder nicht?
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