Benedikt XVI.
Der Papst in einer schwarzen Soutane
Ein neues Gerücht macht in Rom die Runde und hat inzwischen die Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ erreicht: Papst Benedikt XVI. wurde in den letzten Wochen offenbar gleich dreimal nachts in seiner alten Wohnung gesichtet.
(kreuz.net, Vatikan) Die Expeditionen des Heiligen Vaters sollen sich um etwa 21.00 Uhr zugetragen haben. Gemeinsam mit seinem Privatsekretär, Mons. Georg Gänswein sei der 78jährige Papst im Vatikan in ein pechschwarzes Auto gestiegen.

Der Wagen habe den Vatikan durch eine Seitenausfahrt verlassen, sei durch verschiedene Nebenstrassen gekurvt und habe schließlich die ehemalige Wohnung von Kardinal Ratzinger an der Piazza della Città Leonina – in unmittelbarer Nähe des Vatikan – erreicht.

Der Papst sei sodann aus dem Wagen gestiegen. Als Tarnung habe er eine schwarze Soutane getragen, wodurch der Eindruck erweckt worden sei, daß sich hinter der dunklen Gestalt ein Priester verberge. Den Kopf gesenkt und verdeckt durch eine schwarze Kopfbedeckung, habe er – wie in den alten Tagen als er noch Kardinal Ratzinger war – die schwere Holztüre selber geöffnet.

Auf Zehenspitzen sei der verkleidete Papst dann in seine alten vier Wände geschlichen, gefolgt von seinem Sekretär, Mons. Georg Gänswein.

Die Wohnung, in welcher Papst Benedikt XVI. als Kardinal fast 24 Jahre lang gelebt hat, wird rund um die Uhr von einem vatikanischen Sicherheitsbeamten bewacht.

Bei den nächtlichen Hausbesuchen gehe es offenbar nicht darum, schnell nach einer Tasche oder nach einem Buch zu greifen, schreibt die Tageszeitung ‘La Stampa’. Der Heilige Vater sei jeweils einige Stunden in der alten Wohnung geblieben.

Der Vatikanist von ‘La Stampa’ sucht auch nach einer Erklärung für die nächtlichen Ausflüge des Papstes. Das verborgene Leben, das der Papst vorher geführt habe, und das Leben im Rampenlicht, das jetzt sein Alltag sei, würden nur ein paar Hundert Meter auseinanderliegen.

Vielleicht – so die psychologisierende Erklärung – sei die Versuchung selbst für eine so starke und delikate Persönlichkeit wie Benedikt XVI. zu groß, für einige Stunden der Last seines neuen Amtes zu entkommen.
      
12 Lesermeinungen
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#12   Aurelius   08:54:54 | Montag, 16. Januar 2006
@ catharina
Welchem literarischen Genre hat man nun diesen Artikel zuzuordnen?
Wenn das hier nicht die Synopse einer Szene aus In den Schuhen des Fischers ist, dann weiß ich es nicht:
Als Tarnung habe er eine schwarze Soutane getragen, wodurch der Eindruck erweckt worden sei, daß sich hinter der dunklen Gestalt ein Priester verberge.
In dem Film ist übrigens der fiktive Papst Kiril, gespielt von Anthony Quinn, noch mit Fanon bekleidet zu sehen!
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#11   catharina   08:36:51 | Montag, 16. Januar 2006
Literarische Frage
Welchem literarischen Genre hat man nun diesen Artikel zuzuordnen?
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#10   Christin   22:08:27 | Sonntag, 15. Januar 2006
@Fröschlein:Der Papst und ein neues Buch?
Vielleicht über „MICH“
:)+
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#9   Fröschlein   21:51:37 | Sonntag, 15. Januar 2006
Ein neues Buch?
Ist es nicht verständlich, wenn der Papst einfach nur mal wieder „ein normaler Mensch“ sein möchte? Man sollte ihm seine kleinen nächtlichen Ausflüge in ein normales Leben gönnen… vielleicht findet er ja auch Zeit, sein (vor der Papstwahl) geplantes Buch zu schreiben!? Ich wünsche Benedikt XVI. alles Gute!
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#8   Christin   18:22:34 | Sonntag, 15. Januar 2006
Mutig:Urlaub vom Alltag,das kann ich gut verstehen
Warum soll nicht auch ein Papst ein Privatleben haben dürfen.Immer in der Öffentlichkeit stehen ist sicher nicht sehr menschlich.
Ich hoffe er nimmt sich oft die Zeit,sich ein wenig „Freiheit“ zu nehmen und „sein Privatleben“ SELBER zu gestalten und seine Wege selber zu wählen.
Ich wünsch ihm alles Gute und viel Spass am Leben und viel Freude an der Freiheit!
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#7   Gotthard   14:06:58 | Sonntag, 15. Januar 2006
schwarz
Die schwarze Soutane ist wohl die unglaubliche Nachricht …
mich würde ein schwarzer Anzug nicht mal aus dem Sessel aufspringen lassen…
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#6   Inderwld   13:09:07 | Sonntag, 15. Januar 2006
Gerücht
Wenn es denn wahr ist, dass Papst Benedikt in seine alte Wohnung zurückgeht, dann ist das doch völlig in Ordnung. Vielleicht haben auch nicht alle seine Bücher in seiner neuen Wohnung Platz gehabt, so deass er manche Bücher in der alten Wohnung belassen hat um sie dort in Ruhe zu lesen.
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#5   Doritta   23:43:09 | Samstag, 14. Januar 2006
Mr. X…
Das ist ja eine erheiternde Geschichte! Da streift angeblich der Papst des Nachts heimlich durch die
Gassen Roms, wohlgetarnt in einem schwarzen Auto und
bekleidet mit einer schwarzen Soutane!
Was macht er wohl in seiner alten Wohnung und das
so lange ????
Aber Spaß beiseite: Sollte es sich wirklich um den
Papst handeln und die Geschichte wahr sein, wird
die Erklärung auf der Hand liegen: Papst Benedikt hat
ein schweres Amt. Er wird daher der Etikette des
Apostolischen Palastes hin und wieder entfliehen wollen und sich gerne in sein altes Heim für einige Stunden
zurückziehen. Verständlich! Auch der Papst ist nur ein
Mensch.
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#4   wiener   18:27:38 | Samstag, 14. Januar 2006
gerüchte …
… von „inkognito nachts durch rom streifenden päpsten“ gibt es doch immer mal wieder. von johannes paul ii. wird ähnliches berichtet, er sei am beginn seines pontifikates inkognito und als einfacher priester gekleidet aus dem vatikan „entwischt“, ähnliches auch von johannes xxiii.
ich denke, man kann diese geschichten getrost in den bereich der „frommen legenden“ verweisen.
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#3   markos evgenikos   18:27:28 | Samstag, 14. Januar 2006
Es ist mir uninteressant
Die Kirche muss Personenunabhängig sein.Wie der heilige Athanasios sagte:
An der Tradition festhalten.Ein Papst kann gut oder schlecht sein wie z.B. der Honorius.
Dies bedeutet nicht,dass all das was ein Papst sagt immer korrekt ist,oder unbedingt gefolgt werden muss.
Die Päpste sind Menschen und machen auch Fehler.Deswegen muss die Tradition der Kirche wichtiger sein als jeder JPII oder Benedickt. Kirche gab es vor dem System der Patriarchiaten-Papstum,Kirche gab es vor diesem Papst,und wird nach seiner Era existieren.Vergessen muss man nicht,dass die Kirche sehr oft von heiligen gerettet worden ist,die keine Päpste waren,wie der heilige Maximus der Omologet(Confessor).
Danke
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#2   Yersinia   18:19:08 | Samstag, 14. Januar 2006
„daß sich hinter der dunklen Gestalt ein Priester verberge“
na, Priester wird er wohl auch sein?
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#1   Sulpicius   17:27:11 | Samstag, 14. Januar 2006
Irgendwie sympathisch…
… und nett. Wenn’s G’schichterl denn stimmt.
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