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Sonntag, 15. Januar 2006 14:11
Vom Sargmacher bis zum Kerzenzieher
Im Schweizerischen Weinfelden soll Mitte März erstmals die kirchliche Gewerbeausstellung ‘swisseglise’ durchgeführt werden.
Homepage der Gewerbeausstellung 'swisseglise'
Homepage der Gewerbeausstellung ‘swisseglise’
(kreuz.net, Weinfelden) Die Messe soll Anbieter und Konsumenten der ganzen Palette kirchlicher Angebote anziehen. Weinfelden befindet sich im Kanton Thurgau 50 Kilometer nordöstlich von Zürich.

„Wir betreten Neuland – eine gewisse Skepsis ist deshalb schon da“, erklärt Luzia Blaesi, die sich für den Aussteller – die ‘Messen Weinfelden’ – mit dem Projekt „swisseglise“ befaßt. Der Skepsis sei weniger bei den Kirchen als bei den anvisierten Ausstellern zu begegnen.

„Anbieter von Hotels, audiovisuellen Medien und Büchern sind bisher am meisten interessiert.“

Doch es gibt offenbar rund 650 Firmen, die als Aussteller in Frage kommen: vom Sargmacher über den Oblatenteig-Knetmaschinenbauer bis zum Kerzenzieher.

Letztlich hat das Echo bei den Anbietern über das Zustandekommen der Messe entschieden. Auch verschiedene kirchliche Hilfswerke machen mit.

Unter ihnen befinden sich das ‘Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz’, der Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirchen der Schweiz ‘Brot für alle’ und das katholische Hilfswerk ‘Fastenopfer’.

Der reformierte ‘Diakonieverband’ führt zur Zeit der Messe in Weinfelden sogar seine Jahrestagung durch.

Die Initianten erwarten etwa 5.000 bis 8.000 Besucher. Zur ‘Ecclesia’, der entsprechenden Messe in Köln, und zur ‘Gloria’ in Dornbirn seien um die 10.000 gekommen.

Diese Erfolge in den Nachbarländern hätten ermutigt, auch in der Schweiz eine Kirchenmesse zu lancieren.

Die Initiative für die Ausstellung ging nicht von den Kirchen aus. Die ‘Messen Weinfelden’ suchten weitere Arbeitsgebiete. Dennoch sei eine betont kirchliche Ausrichtung gegeben.

So gibt es neben den Ausstellungen auch verschiedene kirchliche Veranstaltungen. Sie sollen mehr sein als ein bloßes Rahmenprogramm.

An allen drei Messetagen wird ein Veranstaltungsprogramm angeboten, in dem kirchliche Themen zur Sprache kommen.

Es geht einerseits um die Diskussion grundlegender Glaubensfragen und kirchlicher Anliegen sowie um Fragen, welche die Kirchgemeinden beschäftigen, wie zum Beispiel Probleme der Personalführung.

‘Brot für alle’ und ‘Fastenopfer’ laden zu einem Gespräch zwischen dem Schweizer Theologen Beat Dietschy und der philippinischen Ordensfrau Sr. Mary John Mananzan ein. Dort geht es zum Beispiel um die Frage: „Haben Frauen andere Rechte als Männer?“

Aber auch die Inhalte der im März laufenden Fastenaktionen der Hilfswerke werden erörtert. Auf neue gesellschaftliche Entwicklungen geht ein Fachmann für religiöse Bewegungen in der Veranstaltung „Kirche contra Esoterik?“ ein.

Zum Thema „Jugend in der Kirche“ erzählen Jugendseelsorger vom Aufbau einer Jugendkirche. Der Theologe Tobias Faix macht sich Gedanken über „Jugend in der Postmoderne“.

Auch Feiern, Musik und Besinnung haben an der Messe ihren Ort. In einer Konzertlesung spricht der deutsche Theologe Fulbert Steffensky über Hoffnung, die ein knappes Gut geworden ist, über Widerstand gegen die „herrschende Apathie“ und das heute weit verbreitete „wunschlose Unglück“.

Die Musikgruppe ‘Grupo Sal’ ergänzt die Thematik mit Liedern aus Lateinamerika.

Ferner finden ein Taizé-Gottesdienst und ein ökumenischer Sonntagsgottesdienst statt. Dort kommt das Thema der Fastenaktion – „Wir glauben – Menschenrechte fordern Einsatz“ – zur Sprache.

Im Ethno-Dance werden außerdem traditionelle Volkstänze aus der ganzen Welt mit rockiger Musik und meditativen Elementen kombiniert.

Den Abschluß der Ausstellung bildet ein großer Sängerwettkampf von Gospel-Chören mit Preisverleihung.
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