Im Schweizerischen Weinfelden soll Mitte März erstmals die kirchliche Gewerbeausstellung ‘swisseglise’ durchgeführt werden.
(kreuz.net, Weinfelden) Die Messe soll Anbieter und Konsumenten der ganzen Palette kirchlicher Angebote
anziehen. Weinfelden befindet sich im Kanton Thurgau 50 Kilometer nordöstlich von Zürich.
„Wir betreten
Neuland – eine gewisse Skepsis ist deshalb schon da“, erklärt Luzia Blaesi, die sich für den Aussteller –
die ‘Messen Weinfelden’ – mit dem Projekt „swisseglise“ befaßt. Der Skepsis sei weniger bei den Kirchen
als bei den anvisierten Ausstellern zu begegnen.
„Anbieter von Hotels, audiovisuellen Medien und Büchern
sind bisher am meisten interessiert.“
Doch es gibt offenbar rund 650 Firmen, die als Aussteller in Frage
kommen: vom Sargmacher über den Oblatenteig-Knetmaschinenbauer bis zum Kerzenzieher.
Letztlich hat das
Echo bei den Anbietern über das Zustandekommen der Messe entschieden. Auch verschiedene kirchliche Hilfswerke
machen mit.
Unter ihnen befinden sich das ‘Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz’, der Entwicklungsdienst
der Evangelischen Kirchen der Schweiz ‘Brot für alle’ und das katholische Hilfswerk ‘Fastenopfer’.
Der
reformierte ‘Diakonieverband’ führt zur Zeit der Messe in Weinfelden sogar seine Jahrestagung durch.
Die Initianten erwarten etwa 5.000 bis 8.000 Besucher. Zur ‘Ecclesia’, der entsprechenden Messe in Köln,
und zur ‘Gloria’ in Dornbirn seien um die 10.000 gekommen.
Diese Erfolge in den Nachbarländern hätten
ermutigt, auch in der Schweiz eine Kirchenmesse zu lancieren.
Die Initiative für die Ausstellung ging
nicht von den Kirchen aus. Die ‘Messen Weinfelden’ suchten weitere Arbeitsgebiete. Dennoch sei eine betont
kirchliche Ausrichtung gegeben.
So gibt es neben den Ausstellungen auch verschiedene kirchliche Veranstaltungen.
Sie sollen mehr sein als ein bloßes Rahmenprogramm.
An allen drei Messetagen wird ein Veranstaltungsprogramm
angeboten, in dem kirchliche Themen zur Sprache kommen.
Es geht einerseits um die Diskussion grundlegender
Glaubensfragen und kirchlicher Anliegen sowie um Fragen, welche die Kirchgemeinden beschäftigen, wie
zum Beispiel Probleme der Personalführung.
‘Brot für alle’ und ‘Fastenopfer’ laden zu einem Gespräch
zwischen dem Schweizer Theologen Beat Dietschy und der philippinischen Ordensfrau Sr. Mary John Mananzan
ein. Dort geht es zum Beispiel um die Frage: „Haben Frauen andere Rechte als Männer?“
Aber auch die
Inhalte der im März laufenden Fastenaktionen der Hilfswerke werden erörtert. Auf neue gesellschaftliche
Entwicklungen geht ein Fachmann für religiöse Bewegungen in der Veranstaltung „Kirche contra Esoterik?“
ein.
Zum Thema „Jugend in der Kirche“ erzählen Jugendseelsorger vom Aufbau einer Jugendkirche. Der Theologe
Tobias Faix macht sich Gedanken über „Jugend in der Postmoderne“.
Auch Feiern, Musik und Besinnung haben
an der Messe ihren Ort. In einer Konzertlesung spricht der deutsche Theologe Fulbert Steffensky über
Hoffnung, die ein knappes Gut geworden ist, über Widerstand gegen die „herrschende Apathie“ und das heute
weit verbreitete „wunschlose Unglück“.
Die Musikgruppe ‘Grupo Sal’ ergänzt die Thematik mit Liedern
aus Lateinamerika.
Ferner finden ein Taizé-Gottesdienst und ein ökumenischer Sonntagsgottesdienst statt.
Dort kommt das Thema der Fastenaktion – „Wir glauben – Menschenrechte fordern Einsatz“ – zur Sprache.
Im Ethno-Dance werden außerdem traditionelle Volkstänze aus der ganzen Welt mit rockiger Musik und
meditativen Elementen kombiniert.
Den Abschluß der Ausstellung bildet ein großer Sängerwettkampf von
Gospel-Chören mit Preisverleihung.
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