Ein bekannter deutscher Kirchengeschichtler soll eine „Rehabilitation“ des Judas Iskariot gefordert haben, erklärte kürzlich die britische Tageszeitung ‘Times’. In Wahrheit hat er genau das Gegenteil gesagt.
(kreuz.net, Rom) Einiges Aufsehen erregte kürzlich ein Artikel in der bekannten britischen Tageszeitung
‘Times’. Darin wurde erklärt, daß Mons. Walter Brandmüller – der Präsident der Päpstlichen Kommission
für Historische Wissenschaften – eine „Rehabilitierung“ des Verräters Christi gefordert habe.
Die ‘Times’
bezog sich auf einen Bericht in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’. Doch im Text des italienischen Artikels
findet sich über eine angebliche Rehabiliterung des Judas nichts.
‘La Stampa’ zitiert eine Aussage von
Mons. Brandmüller zum kürzlich entdeckten sogenannten Evangelium des Judas. Mons. Brandmüller war bis
zu seiner Emeritierung Professor für Kirchengeschichte in Augsburg.
Der Text des sogenannten Judasevangeliums
wurde vor 25 Jahren in einer 62seitigen koptischen Handschrift gefunden. Darin wird der Christusverräter
als Held und Eliteapostel dargestellt.
Im Artikel von ‘La Stampa’ beurteilt Mons. Brandmüller den Text
des Judasevangeliums sehr zurückhaltend.
Es handle sich um ein Zeugnis, das historisch nur dazu dienen
könne, um den Rahmen des frühen Christentums zu beurteilen. Seine Bedeutung dürfe keinesfalls überschätzt
werden:
„Die Bedeutung eines solchen Textes bewegt sich nicht auf der theologischen Ebene und es scheint
mir völlig unangebracht, daraus neue Erkenntnisse darüber zu erwarten, was zu Beginn der christlichen
Epoche geschehen ist, umso mehr als der Text keinerlei Bezug zur Liturgie oder zur theologischen Ebene
aufweist“.
Das Judasevangelium könne eher dazu beitragen, die Geschehnisse und den Zusammenhang zu konstruieren,
in dem sich die frühe Verkündigung der Lehren Christi abgespielt hätten.
‘La Stampa’ nennt die Aussagen
von Mons. Brandmüller ausdrücklich eine „Warnung des Theologen“, die Bedeutung des Judasevangeliums
für eine Neuinterpretierung der Person des Judas Iskariot zu überschätzen.
Auch die Wertungen, die
von der ‘Times’ dem bekannten katholischen Publizisten Vittorio Messori unterstellt werden, entsprechen
nicht der Wahrheit.
Messori sehe „das Problem des scheinbaren Fehlens der Barmherzigkeit Jesu gegenüber
einem seiner engsten Mitarbeiter“. Diese Schwierigkeit lasse sich – zitiert die Times den Journalisten –
durch die Rehabilitation von Judas Iskariot beseitigen.
Messori berichtet in Wahrheit nur über den Inhalt
des Judasevangeliums. Er nimmt dazu aber in keiner Weise Stellung
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11 Lesermeinungen
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Lieber Le Trott Le Trot: Betthupferl für meine Feinde !Bin ich gerade drüber gestolpert. Ich denke,
dass diese Zeilen einigen meiner herzallerliebsten Feinden und sonstigen andersrumigen Widersachern gut
gefallen werden … Das scheint mir der Unterschied zu sein, zwischen den „Anderen“ und Deinesgleichen,
du vermutest deine Feinde, doch über deine Überheblichkeit stolperst du …
#10 Le Trot 23:45:59 | Donnerstag, 19. Januar 2006
@ Betthupferl für meine Feinde ! Bin ich gerade drüber gestolpert. Ich denke, dass diese Zeilen einigen
meiner herzallerliebsten Feinden und sonstigen andersrumigen Widersachern gut gefallen werden … Eine
Veröffentlichung der Texte wird vermutlich in der christlichen Gemeinschaft eine Kontroverse auslösen.
Einige Experten sind der Ansicht, dass in den Texten das stehen könnte, was einige annehmen: Judas soll
den Verrat an Jesus direkt auf Befehl Gottes durchgeführt haben. www.paranews.net/beitrag.php?cid=2756
Ja, gehorsam muss man sein, dann klappts auch mit dem Verrat! Na, habt ihr es nicht immer gewusst, dass
die Geschichte ganz anders gewesen sein muss, als es die bösen Tradis euch 2000 Jahre glauben machen
wollten ?
Es ist doch uninteressant, was Brandmüller oder anbdere dazu sagen oder nicht, mich interessiert eher,
was in dem „Text des Judas“ steht. oder soll der Text, nur weil er nicht genehm ist, in Archiven verschwinden?
Und wäre er echt, wie wahr ist der Inhalt? und wenn der Inhalt näher an der Wahrheit liegt, darf man
dann das alte so lassen, nur weil man den „Aufruhr“ scheut?
Falschmeldung? Ich habe jetzt den Artikel aus La Stampa Il codice di Giuda – Nel Vangelo ritrovato la
rivincita dell’ apostolo vom 11. Jänner 2006 www.lastampa.it/…/rubriche/girata.asp?ID_blog=53&ID_…=
gefunden. In diesem Artikel – der ausführlich von dem apogryphen „Judas-Evangelium“ handelt – kommt der
Historiker Walter Brandmüller schlicht nicht vor – egal mit welcher Interpretation! Ich bezweifle, ob
es eine wirklich völlig andere Version in der Printausgabe von La Stampa gibt. Ich halte es daher für
wahrscheinlicher, dass die Version von The Times Online und dieser folgend von Bild, Kurier, Afterposten,
Irish Examiner, Christianity Today usw. zutreffend ist und kreuz.net eine Fehlinfomation erhalten hat.
Die Leserzeitung bleibt daher aufrecht, es wurde aber Bild durch The Times ersetzt, ebenso der Eingangstext
durch eine Übersetzung aus The Times. Der Gatte der Evelin
Dubios Der Vorgang ist nicht nachvollziehbar. Die Times gibt in ihrem Artikel Judas the Misunderstood
von Richard Owen www.timesonline.co.uk/…,173-1981591,00.html La Stampa nicht ausdrücklich als Quelle
an. Diese wird nur an einer Stelle in Zusammenhang mit dem Gelehrten Messori erwähnt. Die vorsichtige
Einschätzung Brandmüllers zum apokryphen „Judas-Evangelium“ werden wiedergegeben, ebenso der Umstand,
dass andere Gelehrte (aber eben nicht Brandmüller) gegen eine Neubewertung der Person des Judas sind,
weil dies schädlich für den Glauben sei. Der Artikel von La Stampa ist für mich mit Google nicht auffindbar.
Es ist nicht nachvollziehbar, ob dort außer zu den Äusserungen über das „Judas-Evangelium“ überhaupt
Äusserungen zur Rehabilitation von Judas enthalten sind. Falls nicht, heißt das nicht, dass es solche
nicht gegeben habe, sondern wäre ebenso möglich, dass der Korrespondent der Times, Richard Owen, andere
Quellen für seine Behauptungen (z.B. Interview?) benutzt hat.
Es wäre trotzdem gut wenn der Text veröffentlicht wird, denn so könnte man Gerüchten entgegentreten,
und der Mündigkeit der Gläubigen würde Vertrauen geschenkt. Ein verborgen bleibendes Judas Evangelium
würde nur dessen Wert erhöhen und die anderen schwächen.
@justus leider muß ich auf diese art und weise antworten da deine nachrich über kreuznet keine möglichkeit
zur persöhnlichen antwort bietet wenn du mir auf dem selben weg deine mail adresse zukommewn läßt würde
ich gerne antworten lieben Gruß Ottaviani
Typisch Da haben wir also wieder mal ein typisches Beispiel medialer Seriosität. Gut, dass es kreuz.net
gibt – auf diese Weise erhält auch die Wahrheit eine Stimme!
#3 st. polterer 09:54:18 | Montag, 16. Januar 2006
@ p.m.m Peinlich für Evelin den Artikel in der Leserzeitung zu verlinken? Wohl eher peinlich für die
Times und die Bildzeitung, einen falschen Bericht zu drucken.