Orden
Stellen sich die Neokatechumenalen taub?
Den jüngsten liturgischen Weisungen aus Rom scheinen wichtige Vertreter des ‘Neokatechumenalen Weges’ mit einer eigenartigen Reaktion zu begegnen.
(kreuz.net) Am 1. Dezember veröffentlichte die Kongregation für den Gottesdienst ein Schreiben, das die internationale kirchliche Gemeinschaft ‘Neokatechumenaler Weg’ auffordert, verschiedene liturgische Partikulärbräuche während der Heiligen Messe aufzugeben.

Der Sprecher der Neokatechumenalen in den Vereinigten Staaten, Guiseppe Gennarini, reagierte zunächst auf das Schreiben mit „Enthusiasmus“ und präsentierte die vatikanischen Maßregelungen in einem Interview – etwas überraschend – als Bestätigung der bisherigen Praxis der Gemeinschaft.

Diese merkwürdige Auslegung des vatikanischen Briefes wurde vom bekannten US-amerikanischen Konvertiten und Apologeten Jimmy Akin Anfang Januar in seinem Webtagebuch in Frage gestellt.

Darauf erhielt Akin von Gennarini eine scharfe Antwort.

Gennarini betont darin, daß Papst Johannes Paul II. – und auch der damalige Kardinal Ratzinger – zweimal einer „Eucharistie mit den Neokatechumenalen Gemeinschaften vorgestanden“ seien. Reguläre Vorsteher neokatechumenaler Eucharistien seien auch Kardinal George Pell von Sydney, Kardinal Juan Sandoval von Guadalajara in Mexiko, Kardinal Christoph Schönborn von Wien und viele andere.

Wer an solchen Messen teilgenommen habe, könne die Andacht und Würde bezeugen, mit der in den neokatechumenalen Gemeinschaften Gottesdienst gefeiert werde.

Die dabei üblichen Ermahnungen vor den Lesungen – die vom Brief der Gottesdienstkongregation angeblich gutgeheißen würden – hielten sich an die Anordnungen im Römischen Meßbuch.

Auch die Abhaltung der Sonntagsmesse am Samstagabend sei nicht ungewöhnlich. Die Sonntagsmesse könne in allen Pfarreien der Welt an diesem Zeitpunkt besucht werden.

Es werde auch zu Unrecht behauptet, daß mit der Wahl von Benedikt XVI. rauere Zeiten für den ‘Neokatechumenalen Weg’ angebrochen seien. Der ‘Neokatechumenale Weg’ sei in Deutschland von Kardinal Ratzinger eingeführt worden, als dieser Erzbischof von München war.

Der ‘Weg’ sei vom jetzigen Papst auch in verschiedenen Büchern und Interviews gelobt worden – zuletzt in den Büchern ‘Salz der Erde’ und ‘Gott und die Welt’.

Beim jüngst veröffentlichten Schreiben handle es sich außerdem um einen privaten Brief, dessen „wirkliche Inhalte“ nur dem Präfekten der Gottesdienstkongregation, Francis Kardinal Arinze, den Gründern des Neokatechumenalen Weges – Kiko Arguello und Carmen Hernandez – sowie dem leitenden Priester der Gemeinschaft, Hw. Mario Pezzi, bekannt sei. Die Verwendung eines solchen privaten Dokumentes für die Erzwingung öffentlicher Richtlinien sei „illegitim und unangemessen“.

Selbst wenn eine der genannten Personen die Echtheit des Briefinhaltes bestätigen sollte, würde das die Natur des Schreibens, das ein vertrauliches und internes Arbeitsinstrument sei, nicht ändern:

„Diesem Brief die Bedeutung einer Norm zuzuschreiben, wäre, als ob man den Arbeitstext der Synode über die Eucharistie als deren Abschlußdokument bezeichnen würde.

Der Heilige Stuhl habe in seinem Umgang mit dem ‘Neokatechumenalen Weg’ festgelegt, daß jede die Gemeinschaft betreffende Entscheidung von einer interdikasterialen Kommission bestätigt werden müsse. Diese besteht aus Vertretern des Laienrates, der Glaubens-, Gottesdienst-, Klerus- und Erziehungskongregation.

Beim Brief von Kardinal Arinze handle es sich nur um einen Teil in diesem Prozeß.

Das einzige bisher gemeinsam approbierte Dokument seien die Statuten. Diese seien viel ausführlicher als der Brief der Gottesdienstkongregation.

Gegenwärtig laufe eine Experimentierphase. Erst am Ende dieser Zeit würden die genannten fünf Instanzen die offizielle Entscheidung gemeinsam aussprechen.

Die gegenwärtig gültige Norm sei nach wie vor die aktuelle liturgische Praxis des ‘Neokatechumenalen Weges’, wie sie vom Heiligen Vater bestätigt worden sei.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Gillibrand   20:52:02 | Montag, 16. Januar 2006
Entering the strange world
of the Neo-Catechumenal Way. cathcon.blogspot.com/…ge-world-of-neo.html
Bilder und Kommentare
Mfg aus Bruessel
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#2   Bernado   13:16:51 | Montag, 16. Januar 2006
Zum Artikel
Der Artikel versäumt leider dareauf hinzuweisen, daß der Papst bei seinem Empfang für die Spitze des Neokatechumenalen Weges am 12. Januar ausdrücklich zum Inhalt des Schreibens von Präfekt Arinze Stellung nahm, es als in seinem Auftrag verfaßt bezeichnete und seiner Hoffnung Ausdruck gab, der NKW werde sich gewissenhaft an die Vorgaben halten.
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#1   ottaviani   11:09:51 | Montag, 16. Januar 2006
nun die frage die kreuznet hier stellt:
läßt sich mit einem klaren JA beantworten den die Methode sich gegenüber römischen Weisungen taub zu stellen wird von ganzen Bischofskonferenzen seit Jahrzehnten sehr erfolgreich praktiziert
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