10:43:02 | Montag, 16. Januar 2006
Den jüngsten liturgischen Weisungen aus Rom scheinen wichtige Vertreter des ‘Neokatechumenalen Weges’ mit einer eigenartigen Reaktion zu begegnen.
(kreuz.net) Am 1. Dezember
veröffentlichte die Kongregation für den Gottesdienst ein Schreiben, das
die internationale kirchliche Gemeinschaft ‘Neokatechumenaler Weg’ auffordert, verschiedene liturgische
Partikulärbräuche während der Heiligen Messe aufzugeben.
Der Sprecher der Neokatechumenalen in den
Vereinigten Staaten, Guiseppe Gennarini, reagierte zunächst auf das Schreiben mit „Enthusiasmus“ und
präsentierte die vatikanischen Maßregelungen
in einem Interview – etwas überraschend – als Bestätigung
der bisherigen Praxis der Gemeinschaft.
Diese merkwürdige Auslegung des vatikanischen Briefes wurde
vom bekannten US-amerikanischen Konvertiten und Apologeten Jimmy Akin Anfang Januar
in seinem Webtagebuch
in Frage gestellt.
Darauf erhielt Akin von Gennarini eine scharfe Antwort.
Gennarini betont darin, daß
Papst Johannes Paul II. – und auch der damalige Kardinal Ratzinger – zweimal einer „Eucharistie mit den
Neokatechumenalen Gemeinschaften vorgestanden“ seien. Reguläre Vorsteher neokatechumenaler Eucharistien
seien auch Kardinal George Pell von Sydney, Kardinal Juan Sandoval von Guadalajara in Mexiko, Kardinal
Christoph Schönborn von Wien und viele andere.
Wer an solchen Messen teilgenommen habe, könne die Andacht
und Würde bezeugen, mit der in den neokatechumenalen Gemeinschaften Gottesdienst gefeiert werde.
Die
dabei üblichen Ermahnungen vor den Lesungen – die vom Brief der Gottesdienstkongregation angeblich gutgeheißen
würden – hielten sich an die Anordnungen im Römischen Meßbuch.
Auch die Abhaltung der Sonntagsmesse
am Samstagabend sei nicht ungewöhnlich. Die Sonntagsmesse könne in allen Pfarreien der Welt an diesem
Zeitpunkt besucht werden.
Es werde auch zu Unrecht behauptet, daß mit der Wahl von Benedikt XVI. rauere
Zeiten für den ‘Neokatechumenalen Weg’ angebrochen seien. Der ‘Neokatechumenale Weg’ sei in Deutschland
von Kardinal Ratzinger eingeführt worden, als dieser Erzbischof von München war.
Der ‘Weg’ sei vom
jetzigen Papst auch in verschiedenen Büchern und Interviews gelobt worden – zuletzt in den Büchern ‘Salz
der Erde’ und ‘Gott und die Welt’.
Beim jüngst veröffentlichten Schreiben handle es sich außerdem
um einen privaten Brief, dessen „wirkliche Inhalte“ nur dem Präfekten der Gottesdienstkongregation, Francis
Kardinal Arinze, den Gründern des Neokatechumenalen Weges – Kiko Arguello und Carmen Hernandez – sowie
dem leitenden Priester der Gemeinschaft, Hw. Mario Pezzi, bekannt sei. Die Verwendung eines solchen privaten
Dokumentes für die Erzwingung öffentlicher Richtlinien sei „illegitim und unangemessen“.
Selbst wenn
eine der genannten Personen die Echtheit des Briefinhaltes bestätigen sollte, würde das die Natur des
Schreibens, das ein vertrauliches und internes Arbeitsinstrument sei, nicht ändern:
„Diesem Brief die
Bedeutung einer Norm zuzuschreiben, wäre, als ob man den Arbeitstext der
Synode über die Eucharistie
als deren Abschlußdokument bezeichnen würde.
Der Heilige Stuhl habe in seinem Umgang mit dem ‘Neokatechumenalen
Weg’ festgelegt, daß jede die Gemeinschaft betreffende Entscheidung von einer interdikasterialen Kommission
bestätigt werden müsse. Diese besteht aus Vertretern des Laienrates, der Glaubens-, Gottesdienst-, Klerus-
und Erziehungskongregation.
Beim Brief von Kardinal Arinze handle es sich nur um einen Teil in diesem
Prozeß.
Das einzige bisher gemeinsam approbierte Dokument seien die Statuten. Diese seien viel ausführlicher
als der Brief der Gottesdienstkongregation.
Gegenwärtig laufe eine Experimentierphase. Erst am Ende
dieser Zeit würden die genannten fünf Instanzen die offizielle Entscheidung gemeinsam aussprechen.
Die gegenwärtig gültige Norm sei nach wie vor die aktuelle liturgische Praxis des ‘Neokatechumenalen
Weges’, wie sie vom Heiligen Vater bestätigt worden sei.
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#3
Gillibrand 20:52:02 | Montag, 16. Januar 2006
#2
Bernado 13:16:51 | Montag, 16. Januar 2006
#1
ottaviani 11:09:51 | Montag, 16. Januar 2006