09:16:47 | Dienstag, 7. Dezember 2004
Angeblich hat sich kreuz.net bei den Österreichischen Bundesbahnen um eine Zugpatronanz bemüht. Damit würde der anonyme Nachrichtendienst das Recht bekommen, ein Jahr lang einen österreichischen Zug zu benennen. kath.net sprach dazu mit einem ehemaligen Bahnhofvorstand.
(kath.net, Linz) Wie aus dem mittleren Management der Österreichischen Bundesbahnen bekannt wurde, hat
das anonyme Internet-Nachrichtenmagazin „kreuz.net“ bei den ÖBB den Antrag auf eine Zugpatronanz gestellt.
Eine Zugpatronanz ist die Möglichkeit, einem nach Fahrplan verkehrenden Zug ein Jahr lang einen bestimmten
Namen zu geben. Eine solche Patronanz kostet Zehntausende von Euros.
Wie ein Mitarbeiter der ÖBB verlauten
ließ, habe kreuz.net jenen Zug im Auge, der von Wien über St. Pölten nach Linz fährt.
Diese Mitteilung
kommt wenige Wochen, nachdem –
KATH.NET hat berichtet – der Verein „Homosexuelle Initiative“ Wien an einem
ähnlichen Vorhaben gescheitert ist. Das Ansuchen, zwei Züge der österreichischen Bundesbahnen „Homosexuelle
Initative“ zu nennen, wurde von der Direktion der österreichischen Bundesbahnen abgeschmettert.
Eisenbahn-Insider
geben dem Ansuchen von kreuz.net ebenfalls wenig Chancen, obwohl kreuz.net angeblich in der Lage ist,
die Summe für die Zugpratronanz aufzubringen. Das läßt vermuten, daß hinter der anonymen Initative
kapitalkräftige Kreise, vermutlich aus dem Wiener Adel, stecken.
Peter-Alex Kandalb, ein von kath.net
angefragter Bahnhofvorstand in Pension, nimmt an, daß sich die ÖBB nicht auf den „anonymen Kreuznetterverein“
einlassen würden, der „einen wilden Professor mit Sitz im kalifornischen El Segundo“ (Vorstadt von Los
Angeles) als Anführer angibt.
Offensichtlich, so meint Peter-Alex Kandalb weiter, sei es kreuz.net nicht
mehr genug, sich mit ihren Wortbomben den eigenen Unmut vom Leibe zu schreiben und den Wiener Kardinal
Schönborn, den Aufklärer von St. Pölten, anzupatzen. Jetzt wolle man auch noch den überkonfessionellen
Eisenbahnen auf den Geist gehen, obwohl ihnen dieser von der „Homosexuellen Initative“ öffentlich abgesprochen
wurde.
Es sei auch kein Wunder, daß der gewünschte Zug ausgerechnet an St. Pölten vorbeifahre. Das
sei, wie eine Analyse der auf kreuz.net erscheinenden Berichte zeige, der Ort, der den Kreuznettern besonders
am Herzen liege.
kreuz.net hat im Falle einer Ablehnung ihres Ansuchens angeblich gedroht, die Verantwortlichen
mit einem „kreuz.net-Enthüllungsbericht“ rücksichtslos bloßzustellen.
Dazu meint der pensionierte
Bahnhofsvorstand wörtlich: „Die Hüllen werden bestimmt fallen, es fragt sich aber nur bei wem.“
À
propos Zugpatronanz. In minutiösen journalistischen Kleinrecherchen ist es kath.net gelungen, den Namen
ausfindig zu machen, den die Kreuzritter ihrem Zug anhängen wollen:
„Kreuzzug“, natürlich.
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#2
Dolfus 10:06:04 | Dienstag, 7. Dezember 2004
#1
Elisabeth 10:03:47 | Dienstag, 7. Dezember 2004