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Montag, 16. Januar 2006 15:29
Warnung vor Kindergottesdiensten
Mitten im Advent empfahl die deutsche ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ ihren Lesern, mit der nachwachsenden Generation einen großen Bogen um katholische Kindergottesdienste zu machen.
(kreuz.net) Mitte Dezember warnte die ‘Frankfurter Allgemeine’ alle „Kinderlein“: „Kommet bloß nicht zu den »Kinderkirche« genannten Kindergottesdiensten!“

Der Artikel beruft sich auf eine „beklemmende Erfahrung“, die der berichtende Journalist am dritten Adventssonntag des vergangenen Jahres anläßlich eines Kindergottesdienstes machen mußte.

In den sogenannten „Kinderkirchen“ finde nur statt, was sich erklären lasse, heißt es im Artikel:

„So sitzt man im sterilen, mit Teppichboden ausgekleideten Gemeindesaal – der barocke Kirchenraum nebenan »überfordert« – mit seinen Kleinen im Kreis um eine Kerze und um einen Stern herum.“

Zu Beginn mußte jedes Kind reihum seinen Namen, sein Alter und seine Lieblingsspeise nennen. „Das dauert“, kommentiert die ‘Frankfurter Allgemeine’.

Schließlich habe der Religionspädagoge mit Hinweis auf die in der Mitte liegenden Gegenstände gefragt: „Wer weiß, was der Stern und die Kerze bedeuten?“

Stille im Gemeinderaum. Die Stimmung sei beklemmend gewesen.

Es habe sich im Gemeinderaum nicht um jene wunderbare Stille gehandelt, „in welcher der halbe Glaube gedeiht, das unbehelligte Sich-sattsehen-Können an den Kerzen und Sternen des Barockaltars im Kirchenschiff nebenan, wo man dem Mann mit dem grünen Kleid beim Hantieren mit dicken Büchern und goldenen Gefäßen zuschauen kann, Leute zur Orgel singen hört und dabei abwechselnd sitzt, steht und bei Schellenklang kniet.“

Stattdessen sei die Bedeutung von Stern und Kerze zerredet worden – so lange, bis diese plötzlich nichts mehr bedeutet hätten.

Der tapfere Religionspädagoge habe schließlich einen Vorschlag gemacht: Die Kerze sei ein Licht des Lebens, der Stern ein Stern der Hoffnung: „Die Erwachsenen schauen sich vielsagend an, die Kinder blicken betreten zu Boden.“

Am Ende des dritten Adventsonntages habe man sich noch mit ein, zwei unbekannten – aber entschlossen lebensnahen – Adventsliedern abgemüht. Schließlich seien jedem Kind eine Kerze zum Anzünden und mehrere Sterne zum Ausschneiden geschenkt worden:

„Am vierten Adventsonntag wird’s wieder in einen ganz normalen Gottesdienst gehen.“

Das im Januar erschienene Monatsblatt der ‘Initiativkreisnachrichten’ kommentierte den Bericht der ‘Frankfurter Allgemeinen’:

„Erfahrene Eltern, denen die Weitergabe des Glaubens an ihre Kinder ein Anliegen ist, wissen es: Ein wichtiger Grundsatz religiöser Erziehung muß sein, alle »gestalteten« Kindergottesdienste und alle »gestalteten« Jugendgottesdienste zu meiden, ja zu fliehen.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 25 Lesermeinungen:
Dienstag, 17. Januar 2006 22:33
diakonos: @Gotthard
Ja ich weiß, aber ich bin ja nicht allein – wir werden wohl zusammen in der Hölle schmoren, aber vielleicht gibt es da auch eine tridentinische und eine modernistische Abteilung
Dienstag, 17. Januar 2006 10:37
Marcel: Vernünftiger Kontext
Stimme der Unvernunft schrieb: One of them said: „We have seen a little corner of heaven“.

Jaja, dieses Märchen ist Uralt. {…}


Es ging nicht um Märchen.

Aber kein geistig normales Kind würde je so einen Satz sagen, hätte Fellay gesagt „one of them said „this was so cool!“ dann würd ich ihm glauben, aber so kann ich sehen, daß er Märchen erzählt.

Der Kontext zeigt Ihnen, daß den Satz einer der acht Priester sagte, als sie das Priesterseminar und die Grundschule in Econe besuchten und die lieben Kleinen in Aktion erlebten.

Auch ohne Kontext wäre die Frage: Warum würde ein Schulkind in Econe, das täglich mehr Priester und -seminaristen in Soutane sieht als Laien, beim Anblick von nur acht Priestern sagen: ich habe ein kleines Stück Himmel gesehen?
(Obwohl es stimmte.)

_

P.S. Kinder, die von der FSSPX betreut werden, sagen in aller Regel nicht: „Das ist cool“. Sie sprechen deutsch, englisch oder französisch, aber nicht alles zur gleichen Zeit. Dem Fernsehen sind die allerwenigsten ausgesetzen, denn diese Quelle der Seelenzerstörung ist mehrheitlich ausgeschaltet.

P.P.S. Der gute Satz „Wir sahen ein Stücken Himmel auf Erden“ ist sehr gebräuchlich in den FSSPX-Gemeinden: er fällt oft nach der hl. tridentinischen Messe, bei jung und alt. Von meinem Grundschulkind würden Sie den Satz oft hören und es ist geistig normal.
Dienstag, 17. Januar 2006 10:00
stimme der vernunft: schöne Legenden
One of them said: „We have seen a little corner of heaven“.
Jaja, dieses Märchen ist Uralt.
Das haben angeblich die Abgesandten der Kiewer Rus gesagt als sie in Konstantinopel waren, dann haben es Abgesandte des Sultans von Sansibar gesagt, als sie in Rom waren, Indios haben es gesagt als sie in Rio waren und jeder erzählt diese Legende immer wieder gern.

Aber kein geistig normales Kind würde je so einen Satz sagen, hötte Fellay gesagt „one of them said „this was so cool!“ dann würd ich ihm glauben, aber so kann ich sehen, daß er Märchen erzählt.
Dienstag, 17. Januar 2006 09:44
Marcel: De Kinder sind die Hauptopfer des Glaubens- und daher Sittenverfalls
Wenn Kinder umfassend katholisch aufwachsen dürfen, hat das auch „weltliche“ Folgen. Einige erwähnt Bischof Fellay, FSSPX, in einem Radio-Interview :

>> Q: {…} You travel much, you meet many people, you have witnessed this influence.

Bp Fellay: Oh, certainly so! It is for me a daily source of joy to see, lets call it the miracle, the miracle of grace, to see souls who are being sanctified, who, I was almost going to say, remain normal in a world which gets crazier by the minute. Well, this is some kind of miracle, and we witness this miracle daily.
I think that one of the most striking example is obtained by asking anyone: How are your children doing? What about them? When we want to compare a state school with one of our schools, we only have to enter the playground to see the difference. It is quite simple. It is an experience we make daily in the whole world. Quite recently, Fr. du Chalard brought to Ecône 8 Italian priests who discovered the seminary and the primary school nearby. Those priests could not get over their surprise at seeing children who were polite, who greeted them, who were considerate, careful of others, who would open the doors to them, who did not quarrel during recess. They could not get over it. One of them said: „We have seen a little corner of heaven“.
{…} <<

Wieder auf den Punkt gebracht.
Es ist eine übergroße Gnade, daß es noch solche Bischöfe gibt!
Dienstag, 17. Januar 2006 07:27
Gotthard: @diakonos
Du bist aber ein schlimmer „Modernist“…gestaltete Elemente in der hl. Messe? … hehehe. Kinder im Altarraum … da sei dieser heiligmäßige M. vor!
EIn levitiertes Amt ist für Kinder unbedingt vorzuziehen…
Dienstag, 17. Januar 2006 00:29
Um Gott in „großen Werken“ gegenwärtig werden zu lassen, muss man erst einmal an ihn glauben. Ob Kinder typischerweise z.B. Choräle als Gotteserfahrung wahrnehmen, darf bezweifelt werden; Kinder neigen ja eher nicht so zur E-Musik, wie sich herumgesprochen haben sollte (und ihr Glaube ist allenfalls ein „Kinderglauben an den lieben Gott“ mit wenig Bezug zur realen „Hl.Messe“). Ähnliches gilt für Bilderwerke, es sei denn, sie stellen packende Szenen wie den jüngsten Tag dar, aber das dürfte wohl nicht in jedem kleinen Kirchlein zur Verfügung stehen. Und die klassische Skulptur des blutenden Jesus am Kreuz ist für Kinder in erster Linie einfach nur gruselig (und nicht nur für die).

„Na, na. Sie selbst erwähnen ja, wie eine aufwendige Kirche Sie eben von den starren Ritualen ablenkte.“

Ja, weil ich a priori nicht geglaubt habe. Das setze ich bei Ihnen ‘mal als umgekehrt voraus, und da stellt sich schon die Frage, an WAS Sie glauben: An die Botschaft? Oder an deren Form? Wenn ich z.B. das hiesige Gezerre um die Handkommunion sehe, dann scheint die Form ja einigen hier der wahre Gott zu sein.

„funktioniert auf jedem Kindergeburtstag“

Zu Kindergeburtstagen gehen die Kleinen ja auch nicht mit einem bangen: „Ich weiß gar nicht, was ich da soll…“. Außerdem wären SIE HIER doch die allerersten, die den Untergang des Abendlandes bejammern würden, wenn man einen Gottesdienst á la Kindergeburtstag aufzöge.
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