Das ‘Referat Alleinerziehende’ im Bistum Mainz will ab Ende Januar in drei Seminarwochenenden nach „weiblichen Archetypen“ forschen. Angesprochen sind Frauen mit oder ohne Kinder.
(kreuz.net) „Welche Frau fühlt sich schon wie eine Kriegerin?“ frägt es von der Homepage des Bistums
Mainz in der Spalte für Pfarrgemeinde- und Dekanatsräte:
„Und wie viele würden sich schon als wilde
Frau bezeichnen?“ wird nachgedoppelt:
„Jungfrau, Kriegerin, Prophetin, Königin – wir spüren die Faszination
dieser Bilder, doch leider erlauben sich die wenigsten Frauen, diese Facetten der Weiblichkeit zu leben!“
Weibliche Archetypen, wie Mütter, Prophetinnen, Göttinnen und Königinnen würden uns in den Märchen
und den Mythen der Welt begegnen.
Auch in den Frauengestalten der Bibel seien sie lebendig.
„Wenn wir
von archetypischen Bildern sprechen, dann geht es um seelisches Erleben, das Menschen von jeher bewegt.“
In diesen Bildern würden Kräfte und Erfahrungen angesprochen, die jede Frau bewußt oder unbewußt
in sich trage und auch schon durchlebt habe.
„Wenn wir diese Bilder in uns nachspüren, dann haben sie
Auswirkungen auf unser Leben, sie setzen etwas in uns in Bewegung und aktivieren neue Kräfte…“
In
den drei Seminarwochenenden wollen sich eine Gemeindereferentin und sogenannte Körpertherapeutin sowie
eine Frauenreferentin darum bemühen, „den weiblichen Archetypen in unserer Seele nachzuspüren und in
uns Facetten der Weiblichkeit entdecken, die uns helfen können, unser Frausein mit noch mehr Intensität
und Lust zu erleben“.
„Die Diözese Mainz lockt auch im neuen Jahr mit halbheidnischen Angeboten“, kommentiert
ein Pfarrer aus einer angrenzenden Diözese: „Das ist eine bedrohliche Verdampfung des Christentums.“
„Offensichtlich ist das Christentum in der Diözese Mainz als Thema abgehakt“, meinte ein anderer Priester:
Ohne auf die Frage einzugehen, wie wichtig es ist, „das Frausein mit noch mehr Intensität und Lust zu
leben“, sollten einer katholischen Diözese eigentlich andere und wesentlich brennendere Anliegen am Herzen
liegen, erklärt der Geistliche.
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15 Lesermeinungen
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Liebe Rosi… … „Weibliche Bilder zu verwenden überlassen Sie bitte auch uns Frauen“ – Was soll man
davon nun wieder halten? Wo ich doch dankbar bin, in Ihren Einlassungen gerade einen weiteren weiblichen
Urtyp realisiert zu finden: den der klassischen „Zicke“. Ich sag es gern nochmal, selbst unwilligen Gemütern:
Charme hilft oft. Schon in kleinen Dosen…
@Jean Erst einmal: „So sie denn existieren“ war im Bewusstsein geschrieben, daß durchaus auch zölibatäre
Männer (denen eine Auseinandersetzung mit Frauen fehlt) an diesem Forum teilnehmen. So. Als Erinnye lass’
ich mich erst recht nicht bezeichnen. Die Wut gegenüber traditionell misogynen Männern ist berechtigt
und da brauchen Sie auch nicht weiblichen Charme einzufordern. Weibliche Bilder zu verwenden überlassen
Sie bitte auch uns Frauen.
Ach, Rosi… … etwas bißchen gewitzter und weniger verkratzt hätte Deine Replik schon ausfallen können.
Wer weiß, vielleicht auch nicht „können“. Oder sollte mit den Grazien der falsche Mythos bemüht worden
sein? Träfen gar eher die drei Erinyen zu? Das hoffe ich dann doch nicht – weder für euch noch für
eure („so sie denn existieren“) Männer… Mythos hin, Urtyp her – bleibt zu hoffen, dass Mainz nicht
demnächst mal ein Seminar anbieten muss „Der Charme der Frau – Märchen oder Wirklichkeit“?
@jean und konsorten Jungs, wenn ihr die Botschaft G’ttes nur auf ein Geschlecht reduzieren wollt- bitte.
Sucht nach den katholischen Archetypen (die Ihr vermutlich eher in Herodes als Jesus finden werdet…)
diffamiert die Frauen, die sich von solchen fortschrittlichen Seminaren angesprochen fühlen ruhig als
„die drei Grazien“ (btw- sind die drei Grazien eigentlich die einzigen kritischen weiblichen Stimmen im
Forum??)- und dann probiert das ganze mal an Euren Frauen (so sie denn existieren) aus – wieso gibt das
wohl miese Stimmung??
#8 gretipleti 17:26:13 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Vielleicht sollte Herr Kardinal Lehmann einmal nach Archetypen des katholischen Glaubens suchen. Offenbar
ist es ihm nicht mehr bekannt, was katholisch ist! Liberal, Herr Kardinal, das ist es, was offenbar das
Rezept für das Bistum Mainz ist! Mal sehen, wie lange das noch dort so weiterläuft. Fällt Euch übrigens
was auf? Lehmann ist immer öfter in Talkshows um seinen Kurs schönzureden, nur bei ihm zuhause haben
die Journisten wohl noch nie genauer hingeschaut, da gebe es sicher viel zu entdecken, das auch Rom interessieren
würde. Es ist schon eine echte Masche geworden. Alles, was an Mißständen sonst passiert, ist offenbar
unter Lehmanns Regierungsbereich noch nie aufgetreten. Schluß mit der Rhetorik! Schaut endlich auf die
Fakten und laßt euch nicht blenden! Wer in seinem Bistum solche Bildungsangebote duldet, hat sich bekannt
auf wessen Seite er steht – und das ist ein Kardinal-Fehler: Hut ab! Versteht ihr?
Typisch, was im Bistum des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz wichtig ist und Vorrang hat! Beobachtet
man einmal die Entwicklung der Vortragsreihen und die Einstellung hierzu im Bistum Mainz, dann kann es
einem schon mumlig werden. Was ist hier eigentlich wichtig? Erst dürften beim Katholikentag nicht die
glaubenstreuen katholiken ihren Stand haben, dafür aber Kirche von unten, Homosexuelle und Kirche…
Ein bereits angemeldeter Vortrag von Prof. Ziegenaus in den Räumen des Mainzer Bildungshauses zum Thema
Hölle wurde vom Kardinal untersagt, das Bildungswerk des Bistums warnt in Vortragsreihen vor angeblich
traditionalistisch-fundamentalistischen Gruppen (s. Bericht in diesem Forum) und, und, und… Dafür aber
Wohlfühlpädagogik und Glaube „light“. Wo man auf das Wesentliche keinen Wert mehr legt, kann man selbstverständlich
auch nach Archetypen suchen. Vielleicht sollten die Nachbarbistümer mit Bischöfen, die Hirten und Glaubenshüter
sind einmal das Bistum Mainz reformieren, denn auf „Reformation“ legt man ja im Bistum Mainz sicher viel
Wert!
frauen fühlen feiner Rosi, Yersi, Ilsi… Nun also, die drei Grazien. Nicht ganz so grazil in ihren verbalen
Bewegungen wie die antiken Ahninnen, trotzdem großes Ballett: Schwäne auf gefrorenem See, deren Anmut
so evident ist wie die dermatologische Behaglichkeit, zu der sich die Damen bekennen. Aber es gibt Hoffnung –
der nächste Sommer kommt bestimmt. Für Schwäne und für Frauen. Und mit dem Sommer vielleicht auch
ein junger Paris. Aber das wäre wieder ein anderer Mythos, der von der Frau als Göttin nämlich bzw.
dass selbst Göttinnen nur wieder Frauen sind… Diesem wichtigen Thema indes wird das Mainzer Referat
hoffentlich schon bald einmal intensiver nachspüren. Und viel Wohlgefühl verbreiten. Wenigstens ein
Stück weit…
@Seminar Wer kann da noch widerstehen? Ich wüsste jedenfalls nicht, was dagegen sprechen könnte, „das
Frausein mit noch mehr Intensität und Lust zu leben“. Sauertöpfische zölibatäre Männer mögen das
vielleicht nicht verstehen (wie sollten sie von Frauen auch die leiseste Ahnung haben?) aber ich bin gerne
Frau und will mich wohlfühlen in meiner Haut. Ich sollte mich wie Yersinia gleich anmelden. Dieses Seminar
ist jedenfalls allemal wichtiger als so brennende Fragen, wie groß oder klein (oder rund oder eckig)
eine Hostie auszusehen hat.
Feminismus pfui? Ohne auf die Frage einzugehen, wie wichtig es ist, „das Frausein mit noch mehr Intensität
und Lust zu leben“, sollten einer katholischen Diözese eigentlich andere und wesentlich brennendere Anliegen
am Herzen liegen, erklärt der Geistliche. Natürlich, kaum fangen Frauen innerhalb der katholischen Kirche
an, ihre Identität selbst finden und dann definieren zu wollen, schreit der zölibatäre Klerus auf.
Könnte ja sein, daß Frauen irgendwann auf den Rat Gottes an Abraham stossen: Höre auf Sarah… oder
noch schlimmer: entdecken, daß es vor Eva und Maria auch andere Frauen gab, die ganz anders, differenter
gelebt haben, als von den patriarchalen Interpretatoren als Rolle der Frau anerkannt. Z.B. Esther, Noemi,
Ruth, Lilith. Mit dieser Entdeckung könnten die Frauen (und auch Männer) eventuell daran zweifeln, ob
eine rein männlich interpretierte Bibel Sinn macht. Die Eindeutigkeit der Lehre steht auf dem Spiel:
also liebe Frauen lasst den Mist und kümmert Euch um die zugestandenen Rollen