Vatikan
Wer untergräbt die Autorität von Benedikt XVI.?
Morgen Freitag wird im linksliberalen italienischen Wochenmagazin ‘L’Espresso’ ein Enthüllungsartikel über die Gegner des Papstes erscheinen.
(kreuz.net, Rom) Eine Zusammenfassung des noch nicht publizierten Artikels lieferte gestern Alejandro Bermúdez Rosell auf seinem privaten Weblog.

Bermudez ist Chefredaktor der ‘Agencia Católica de Informaciones en América Latina’.

Die Agentur wurde im Januar 1980 vom deutschen Priester Adalbert Maria Mohn († 1987) gegründet und arbeitet von der peruanischen Hauptstadt Lima aus. Chefredaktor Bermudez ist ein zölibatäres Mitglied des peruanischen Säkularinstitutes ‘Sodalitium Christianae Vitae’.

Papst zu sein, sei die schwierigste Aufgabe auf Erden, erklärt Bermudez. Innerhalb und außerhalb der Kirche gebe es zahllose Denker, Theologen und Institutionen, die das Papsttum bekämpfen.

Dann zitiert der Journalist eine noch unveröffentlichte Analyse des Vatikanisten Sandro Magister, der für das italienische Wochenmagazin ‘L’Espresso’ – dem in Deutschland etwa ‘Focus’, ‘Spiegel’ oder ‘Stern’ entsprechen – schreibt.

Der Originalartikel wird am kommenden Freitag publiziert werden.

Nach Magister gibt es in der Kirche gegenwärtig drei Kräfte, die sich dem Papst angeblich besonders widersetzen. Es sind dies:

• Die einflußreiche internationale katholische Gemeinschaft ‘Neokatechumenaler Weg’. Diese Gruppe weigere sich, dem von der Gottesdienstkongregation mitgeteilten Wunsch des Papstes nachzukommen und während der Heiligen Messe angemahnte liturgische Änderungen vorzunehmen.

• Hintermänner, die immer wieder verschiedene „schwarze Legenden“ über den Ablauf des letzten Konklaves produzieren, um die Stellung des Papstes im Vatikan zu schwächen.

• Die vatikanischen Stellen, die für die Übersetzung päpstlicher Dokumente und Schriften in die verschiedenen Weltsprachen zuständig sind und diese Arbeit offenbar gezielt verschleppen.

Bermudez vermutet, daß die Veröffentlichung dieser Schwarzen Liste zu einigen Irritationen und Entgegnungen führen wird.

Es ist freilich davon auszugehen, daß auch Magister nicht im luftleeren Raum schreibt, sondern – als bei ‘L’Espresso’ angestellter Journalist – eine bestimmte Kundschaft bedient.

Besonders fällt auf, daß Magisters Schwarze Liste nur einen Feind beim Namen nennt: den ‘Neokatechumenalen Weg’. Dieser wird vor allem aus dem linken Lager häufig auch mit unberechtigten Angriffen und Beschuldigungen konfrontiert.

Die offene Benennung von angeblichen Feinden des Papstes könnte ferner auch dazu dienen, die wirklichen und ungenannten Widersacher des Pontifex in Ruhe arbeiten zu lassen.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Christin   14:53:07 | Montag, 20. Februar 2006
Unterschiede zwischen Papst-Amt und Person:
Unterschiede zwischen „Amt“ =weltlich
und *Person*=menschlich
Die Person(als GANZES) steht in der heiligmachenden GNADE aber damit auch das „Amt“=Welt es sei denn es scheiden sich die Geister und das Amt(Welt) trennt sich von der „Person“ von Menschlichkeit,VErnunft,Güte,Geist,Leib,Leben,
Aber wer trennt sich von der Quelle die ihn nährt?
Wer gegen das Papstamt ankämpft kämpft gleichzeitig gegen die Person,es sei denn die Person hat keine Beziehung zum Amt(Welt).Und der Welt ist ein Personenkult egal(eine Person egal).Der Welt bedeutet die Personsein(Menschsein)nichts mehr.
Dann Gnade uns ein „Gott mit uns“!
Wenn das Wort nicht mehr Geist und Leben ist,
Wenn Person nicht Leib,Seele,Geist ist sondern nur der Willkür des Zeitgestes ausgeliefert ist,wenn sie die Person wehlos ausliefern läßt und keine Werte mehr zu verteidigen hat,dann…
Gnade uns ein „Gott mit uns“
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#6   Frl.Ilse   18:24:09 | Samstag, 21. Januar 2006
@GerdEric
Na, der Vatikan natürlich. Ein Staat, der den Papst als Oberhaupt hat, ist formal für mich der christlichste Staat der Welt.
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#5   GerdEric   00:47:25 | Samstag, 21. Januar 2006
@ Frl. Ilse
christlichste Staat der Welt?
Von welchem Staat ist denn da die Rede?
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#4   Frl.Ilse   16:07:23 | Donnerstag, 19. Januar 2006
@schöne Christen
Na, das sind mir ja schöne und barmherzige Christen, die sich so verhalten wie abgezockte Politiker – und das im formal christlichsten Staat der Erde oder als Mitglied einer christlichen Gemeinschaft. Die einzige Lösung für die Kirche, um noch galubwürdig zu bleiben, ist der sofortige Rausschmiss und ein Ende der Mauscheleien und Strippenziehereien im Dunkeln im christlichsten Staat der Welt.
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#3   FioreGraz   13:45:05 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Weinend
…zusammengebrochen und mit „nota praevia“ nen Traditionsbruch begangen, toll.
LG
Fiore
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#2   Agiafortuni   12:53:08 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Wer untergräbt die Autorität
Der Versuch, die Autorität desjenigen zu untergraben, der auf dem Stuhle Petri sitzt ist nicht Neues. Bereits während des Konzils haben modernistisch gesinnte Prälaten – so Pater Wiltgen – den Versuch unternommen, Paul VI zu entmachten. Als Letzterer es vernahm soll er schluchzend zusammengebrochen sein. Schliesslich raffte er sich zusammen und verfasste die Nota praevia und unterliess es gleichzeitig das Steuer umzuwerfen, um das Schiff Petri auf die rechte Bahn zu bringen. Man kann also damit rechnen, dass es sich nicht um den ersten Versuch handelt.
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#1   wiener   10:32:01 | Donnerstag, 19. Januar 2006
wer untergräbt die autorität von benedikt XVI.?
ganz klar: kreuz.net
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