Ob freudig oder gequält
Der Gründer der Kongregation der ‘Servi Jesu et Mariae’, Pater Andreas Hönisch, äußerte sich jüngst über die Alte Messe und die Reform des Neuen Ritus.

Der Beitrag steht unter dem Thema „Gedanken über die Zulassung der tridentinischen Liturgie“.
Die Kongregation der ‘Servi Jesu et Mariae’ ist eine neo-jesuitische Priestergemeinschaft. Sie entstand ursprünglich in Deutschland und besitzt ihr Zentrum jetzt im niederösterreichischen Blindenmarkt. Der Ort befindet sich zwischen Linz und St. Pölten.
Seine Kongregation werde – so Pater Hönisch – von zwei Seiten kritisiert. Sogenannte moderne Katholiken beschuldigten sie einer ‘vorkonziliaren Erstarrung’, während sie von traditionalistischer Seite des Verrates an der Überlieferung der Kirche angeklagt werde.
Doch es gebe nicht zwei katholische Kirchen, eine vor dem Konzil und eine andere nach dem Konzil, erklärt der Pater.
Da die Heilige Messe das Herzstück der Kirche sei, könne es auch nicht zwei von der Kirche anerkannte und einander widersprechende Heilige Messen geben: eine gültig von Gott kommende und eine ungültige vom Satan stammende.
Stattdessen verweist Pater Hönisch auf die bekannte Ritenvielfalt und nennt als Beispiel die slawisch-byzantinische Liturgie.
Die Kirche habe das Recht, die einzelnen Riten zu verändern. Der Himmel respektiere, was Petrus und seine Nachfolger beschlössen:
„Ob freudig oder – ich spreche menschliche wie ein Tor – gequält, das spielt keine Rolle.“
Natürlich könne auch der Papst die Zehn Gebote nicht verändern, am Wesen der Sakramente rühren oder ein Glaubensdogma verdrehen.
Auch das Wesen der Heiligen Messe könne er nicht antasten. Dieses Wesen zeige sich in der Materie – Brot und Wein mit ein wenig Wasser vermischt –, in der Form – die Konsekrationsworte – und in der Intention des Priesters, der tun will, was die Kirche tut.
„Sind die drei Bedingungen gewährleistet, ist die Heilige Messe gültig und hat einen unendlichen Wert“, schreibt Pater Hönisch.
Neben dem Wesentlichen gebe es einen nicht unwichtigen sogenannten akzidentiellen Bereich. Darunter fallen Gesten, Gebete, Lesungen, Kreuzzeichen, Kniebeugen:
„Natürlich ist es ein Übel, hier sozusagen einen ‘Kahlschlag’ zu machen, wie es streckenweise bei der nachkonziliaren Liturgiereform geschehen ist.“
Doch die Verantwortlichen für diesen Prozeß könnten sich nicht legitimerweise auf das Konzil berufen.
Der Text der Liturgiekonstitution rechtfertige das, was später geschehen ist, nicht. Pater Hönisch erwähnt den moralischen Zwang zum Volksaltar, zur stehenden Handkommunion, und zum ausschließlichen Gebrauch der Landessprache.
Pater Hönisch kritisiert auch den breiten Spielraum im Neuen Ritus: „Ich halte dies nicht für gut.“
Die zahllosen Varianten hätten nach der Liturgiereform vielerorts zu einem großen Durcheinander in der Feier der Heiligen Messe geführt.
Andererseits sei es aufgrund der Unbestimmtheit des Neuen Ritus auch möglich, die Heilige Messe in einer Form zu lesen, die dem überlieferten Ritus nahekomme: Gesicht zum Tabernakel, lateinische Sprache bei den unveränderlichen Meßteilen, altehrwürdiger Kanon, kniender Kommunionempfang.
Seine Ordensgemeinschaft habe von Rom bei der Zelebration des Neuen Ritus die Erlaubnis für einige Zusatzkniebeugen erhalten, um Mißverständnisse bei der Heiligen Wandlung zu vermeiden.
Die Priester seiner Kongregation hätten mit dieser Art der Zelebration des Neuen Ritus gute seelsorgliche Erfahrungen gemacht.
Es gehe bei der Frage nicht um einen Kompromiß der Mitte oder um ein Vermeiden von Extremen, sondern darum, ob wir die Kirche liebten.
Natürlich dürfte man nicht gehorchen, wenn die Kirche die Sünde oder eine offenkundig ungültige und verstümmelte Meßfeier befehlen würde: „Aber das hat sie ja nicht getan.“
Wenn Priester aus dem traditionalistischem Umfeld ihre Gläubigen dazu aufforderten, am Sonntag lieber keine als eine neue Messe zu besuchen, sei das unverantwortlich.
Natürlich würde er – so Pater Hönisch – nicht einer Faschingsmesse mit Büttenrede beiwohnen. Aber es gebe noch genügend leicht erreichbare Orte, wo die Heilige Messe im Novus Ordo ordentlich gelesen werde.
Seine Kongregation verstehe eine mögliche Reform des Novus Ordo – von welcher der gegenwärtige Papst als Kardinal häufig sprach – als Neuordnung des Lateinischen Ritus.
Diese sogenannte „Reform der Reform“ müsse sich am alten Ritus ausrichten und verlorengegangene Elemente wieder verbindlich einführen. Pater Hönisch glaubt, daß diese Schritte einmal gesetzt werden.
In der Zwischenzeit hoffe er auf eine weltweite Erlaubnis der Alten Messe für jeden Priester: „Darum sollten wir beten, statt auf die Kirche zu schimpfen.“
© Bild: Servi Jesu et Mariae
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Samstag, 28. Januar 2006 17:22
Athanasius: Mangelhaft?
Die Gültigkeit in sich ist unabhängig vom Glauben des Zelebranten. Ob der Glaube zerstört wird in Seminaren
usw. hat mit der Gültigkeit an sich nicht zu tun. Aber man muss lediglich wohl wissen, was die Kirche
will das geschieht. Die Form ist mehr ein Problem als die Intention, wenn auch letztere immer wieder Brennpunkt
der Kritik von Seiner Exz. Ebf. Lefebvre war.
Das „für alle“ ist absichtlich so übersetzt, da „für viele“ („pro multis“) nicht von der Intention des Kreuzesopfers, sondern von der Frucht, der heiligmachenden Gnade des Kreuzesopfers, spricht die ja nicht einem jeden Menschen verliehen wird.
Es sagt auch schon genug, dass sogar Prof. Scheffzcyk damals einsah, wie schlimm die Lage war. Nicht umsonst arbeitete er unter den späteren Traditionalisten und vor allem als Ihr Professor. Aber später wurde die Kritik weniger, obwohl seine Studie über die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung“ sehr wertvoll ist. Aber auch direkt dem Traditionalismus zuführen soll.
Das Problem ist mit der Form únd oft auch mit der Materie. Man benutzt ja heute oft unerlaubte Zutaten für das Brot und blosse Traubensaft. Defectus materiae.
Das „für alle“ ist absichtlich so übersetzt, da „für viele“ („pro multis“) nicht von der Intention des Kreuzesopfers, sondern von der Frucht, der heiligmachenden Gnade des Kreuzesopfers, spricht die ja nicht einem jeden Menschen verliehen wird.
Es sagt auch schon genug, dass sogar Prof. Scheffzcyk damals einsah, wie schlimm die Lage war. Nicht umsonst arbeitete er unter den späteren Traditionalisten und vor allem als Ihr Professor. Aber später wurde die Kritik weniger, obwohl seine Studie über die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung“ sehr wertvoll ist. Aber auch direkt dem Traditionalismus zuführen soll.
Das Problem ist mit der Form únd oft auch mit der Materie. Man benutzt ja heute oft unerlaubte Zutaten für das Brot und blosse Traubensaft. Defectus materiae.
Samstag, 28. Januar 2006 12:51
Benedikt: @ Pius X.
Na, Moment mal, aber ist eine Messe (egal ob NOM oder Alte Messe) nicht immer ungültig, wenn die Intention fehlt? Somit ist das kein Kritikpunkt am NOM, sondern der mangelhaften Glaubensunterweisung.
Samstag, 28. Januar 2006 12:33
Pius X.: Gültig?
Pater Hermes veröffentlichte meherere Artikel im „Fels“, wonach der NOM durch die veränderten Wandlungsworte,
deren Benutzung vom hl. P. Pius V. als mindestens „schwer sündhaft“ bezeichnet wurde in
den „De Defectibus“ des für z. B. Pater Hönisch genehmigten Meßbuches von 1962 leicht nachlesbar, auch leicht ungültig sein kann, wenn die Intention nicht stimmt. Dies wurde in einer abschließenden Stellungnahme des damaligen Prof. Scheffczyk im „Fels“ als dogmatisch zulässig gerechtfertigt.
Wenn nun dazukommt, daß nach mehreren Umfragen der Spirituale in modernen Priesterseminaren mehr als
die Hälfte aller Priesterkandidaten nicht mehr an ne Wesensverwandlung glaubt, könnte man durchaus von
von einer Ungültigkeit des NOM ausgehen.
Man könnte allerdings auch der Argumentation eines Priesters der Petrusbruderschaft (P. Lugmeyer auf
stjosef.at) folgen, nach der die Zelebration auch ohne Wandlungsworte gültig ist, wie sie von J.P.2 im Januar
2001 und von Kardinal Ratzinger im Juli 2001 (Der englische Originaltext mit dem Titel „Guidelines for admission to the Eucharist between the Chaldean Church and the Assyrian Church of the East“ wurde im „L’Osservatore Romano“ vom 26.10.2001 auf Seite 7 veröffentlicht) bestätigt worden ist. Nach dieser Interpretation ist jeder exkommuniziert, der nicht glaubt, daß die Messe auch ohne Wandlungsworte gültig ist.
Pius X.
den „De Defectibus“ des für z. B. Pater Hönisch genehmigten Meßbuches von 1962 leicht nachlesbar, auch leicht ungültig sein kann, wenn die Intention nicht stimmt. Dies wurde in einer abschließenden Stellungnahme des damaligen Prof. Scheffczyk im „Fels“ als dogmatisch zulässig gerechtfertigt.
Wenn nun dazukommt, daß nach mehreren Umfragen der Spirituale in modernen Priesterseminaren mehr als
die Hälfte aller Priesterkandidaten nicht mehr an ne Wesensverwandlung glaubt, könnte man durchaus von
von einer Ungültigkeit des NOM ausgehen.
Man könnte allerdings auch der Argumentation eines Priesters der Petrusbruderschaft (P. Lugmeyer auf
stjosef.at) folgen, nach der die Zelebration auch ohne Wandlungsworte gültig ist, wie sie von J.P.2 im Januar
2001 und von Kardinal Ratzinger im Juli 2001 (Der englische Originaltext mit dem Titel „Guidelines for admission to the Eucharist between the Chaldean Church and the Assyrian Church of the East“ wurde im „L’Osservatore Romano“ vom 26.10.2001 auf Seite 7 veröffentlicht) bestätigt worden ist. Nach dieser Interpretation ist jeder exkommuniziert, der nicht glaubt, daß die Messe auch ohne Wandlungsworte gültig ist.
Pius X.
Samstag, 28. Januar 2006 10:51
Agiafortuni: Paul VI
War er ein guter oder schlechter Papst. Für den Erzbischof war er eine gespaltene Persönlichkeit. Als rechtgläubiger Katholike kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand, der im Tempel menschlicher Arroganz und Selbstherrlichkeit in die Knie geht, den Oekumenismus fördert, das heilige Offizium umgestaltet, den Antimodernisten Eid abschafft, die Liturgie umgestaltet und den alten und vom katholischen Glauben geprägten Ritus durch sein eigenes modernistisches Machwerk ersetzt, ein guter Papst sein kann. Lassen wir dazu nochmals den Erzbischof zu Worte kommen: „Nach und nach öffnen sich einem die Augen angesichts einer bestürzenden Verschwörung, von langer Hand vorbereitet. Diese Entscheidung zwingt dazu, sich zu fragen: Welche Rolle spielte der Papst bei diesem ganzen Unternehmen? Wie weit geht hier seine Verantwortung? Sie erscheint wahrhaft erdrückend, trotz des Wunsches, ihn an diesem entsetzlichen Verrat an der Kirche für unschuldig zu erklären.
Samstag, 28. Januar 2006 07:32
Catholicus: @Clemens
Leider wurde die Bezeichnung „der Schlechte“ von Evelins Gatten bis zuletzt für Papst Paul VI. mehrmals erwähnt. Wie ich sehe hat kreuz.net dies jetzt redaktionell in Paul VI. umgeändert. Danke!
Samstag, 28. Januar 2006 00:05
clemens: Rosalinde und Catharina
passen irgendwie nicht zusammen.
@ Gatte der Evelin
Können Sie die Titulierung von Papst Paul VI. als „Paul den Schlechten“ bitte ab sofort unterlassen? schrieb Catholikus.Aber des hat er doch gar nicht gesagt!!!@HW Gregorius Hesse:
„Wenn mir eines nachts die Gottesmutter erscheint, dann sag ich ihr:„Schleich dich, ich will schlafen!“[fett]
Wenn sie es wirklich ist, bleibt sie!“
Eine Absage an die Erscheinungssüchtigen!
Mit freundl. Grüßen an Elendesten Sünder ua.
Clemens
@ Gatte der Evelin
Können Sie die Titulierung von Papst Paul VI. als „Paul den Schlechten“ bitte ab sofort unterlassen? schrieb Catholikus.Aber des hat er doch gar nicht gesagt!!!@HW Gregorius Hesse:
„Wenn mir eines nachts die Gottesmutter erscheint, dann sag ich ihr:„Schleich dich, ich will schlafen!“[fett]
Wenn sie es wirklich ist, bleibt sie!“
Eine Absage an die Erscheinungssüchtigen!
Mit freundl. Grüßen an Elendesten Sünder ua.
Clemens
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