Politik
In die Hose gegangen
Die Probe aufs Exempel machte kürzlich der bekannte österreichische Pornojäger. Er ging hin und kaufte sich eine Damenunterhose.
(kreuz.net, Salzburg) Bei einem Bummel durch die Mozartstadt Salzburg fiel dem österreichischen Pornojäger Martin Humer (80) in der Auslage einer Kleiderhandlung ein besonderes Stück auf.

Im Modegeschäft Markus Eibl am Kajetanerplatz in der Salzburger Innenstadt fand er ein Stück Damenunterwäsche, das unter dem Namen „Viva Maria- Forbidden Lingerie“ nach Abnehmern suchte.

Der Pornojäger kaufte das Corpus Delicti als Sachbeweis an und erstattete Strafanzeige wegen Religionsverhöhnung.

Doch diese „Schamlosigkeit von einer Religionsverhöhnung hat Madame Roswitha Fleck von der Staatsanwaltschaft Salzburg ohne weiteres verkraftet und unsere Anzeige nach § 90 der Strafprozeßordnung zurückgelegt“, umschreibt Humer die Ergebnisse seiner Bemühungen.

Der Pornojäger sieht eine Parallele zur pornographischen Plakatenaktion in der Bundeshauptstadt Wien, die kürzlich als angemessene Reklame für die ‘Europäische Union’ gedacht war.

Auf einer der Abbildungen war ein – mit einer knappen blauen Bekleidung kaum verhüllter – weiblicher Unterleib mit gespreiztem Schritt und gelbem EU-Sternkreis zu sehen.

Der Pornojäger geht davon aus, daß diese „Herabwürdigung des Hoheitszeichens der »Europäischen Union«“ für die Wiener Staatsanwaltschaft auch kein strafbarer Tatbestand sein wird, weder – gemäß Paragraph 248 des österreichischen Strafgesetzbuch – als Herabwürdigung des Staates und seiner Symbole noch – gemäß Paragraph 317 des Strafgesetzbuch – als Herabwürdigung fremder Symbole.

„Es wird für Staatsbürger, die am politischen Geschehen teilnehmen, vor allem aber für Wähler, interessant werden , zu sehen, wie sich die sogenannt strafverfolgenden Behörden aus diesem Skandal herausmogeln werden“, erklärt Humer.
      
14 Lesermeinungen
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#14   methusalix †   16:36:54 | Freitag, 20. Januar 2006
Zuviel der Ehre Bendikt!
Dafür war ich wirklich noch zu jung! Aber ansonsten jederzeit gerne wieder!
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#13   Benedikt78   12:18:44 | Freitag, 20. Januar 2006
Tja methusalix…
…die Macher des Films haben Sie wohl noch nicht gekannt. Sie wären die ideale Besetzung. Gleich neben unserm Demon!
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#12   methusalix †   00:48:11 | Freitag, 20. Januar 2006
Bis auf die Tatsache, dass die erzreaktionären
Sirilo: „Viva Maria“…war ein Film aus dem Jahre 1965 von Louis Malle mit Brigitte Bardot –------
In dem Film ist weit und breit keine Religionsverhöhnung zu sehen.
Mönche in diesem Film als die grössten Trottel auf Gottes schöner Erde dargestellt werden und die heilige Inquistion durch den Kakao gezogen wird. Aber das haben sie verdient!
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#11   DemonDeLuxe †   20:05:50 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Herr Humer zeigt ungeahnte Möglichkeiten…
…der fortgesetzen Selbstblamage.
Ich empfehle ihm herzlich, ein Buch á la „How to make an ass of oneself“ zu schreiben. Dem Mann ist ja offenbar nichts zu peinlich.
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#10   Yersinia   19:20:22 | Donnerstag, 19. Januar 2006
es wirft ein bezeichnendes Licht auf das Gedankengebäude dieses Herrn
wenn er die nämliche Darstellung – ganz nebenbei angelehnt an ein bekanntes Werk aus dem 19. Jahrhundert – als „Herabwürdigung des Hoheitszeichens der »Europäischen Union«“ sieht – was ist am weiblichen Unterleib geeignet, als Herabwürdigung zu fungieren? nb: der Hintersinn dieses Kunstwerkes ist ja gerade die Frage nach dem „Ursprung der Welt“ – und wie kamen wir wohl auf diese?
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#9   ottaviani   18:53:20 | Donnerstag, 19. Januar 2006
es war ein großer fehler
ich bin vor fast 20 jahren kurz nach der maueröffnung mit einem atobus der herr hummer organisiert hat nach dresden gefahren es war mehr als abenteuerlich seit dem bin ich was herrn humer betrifft mehr als vorsichtig
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#8   Rudolphus   18:45:11 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Vielen Dank!
Was wäre Österreich ohne Martin Humers Aktionen!
Er sollte staatlich gefördert werden! Vielen Dank, ich habe Tränen gelacht!
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#7   tradi   18:07:00 | Donnerstag, 19. Januar 2006
armer herr humer…
kreuznet stellt sich immer wieder selbst ins abseits. heute, wenn es sich zb auf die seite des herrn humer schlägt und seine peinlichkeiten auch noch hier im internet erwähnenswert findet. merken sie, liebe damen und herren von kreuznet, denn nicht, dass dieser herr ein völlig gestörtes verhältnis zur sexualtiät hat? oder geilt er sich heimlich an all den pornogeschichten oder an damenunterwäsche auf? was ich ihm letztlich durchaus gönnen würde. dann aber bitte ohne diese öffentliche entrüstung. ist dieser krankhafte umgang mit der sexualität und mit dem leib des menschen das spezifisch katholische? machen sie nur weiter so. der schaden, den sie der kirche zufügen, vergrößert sich von tag zu tag. einen „modernistischen“, „sogenannten“ ( sind das nicht ihre lieblingswörter, mit denen sie alles, was gegen die vorvorgestrige linie verstößt, herabwürdigen? ) lieben gruß an alle.
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#6   sttn   17:23:46 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Wenn das alles ist…
Es freut mich für den „Pornojäger“, denn wenn ein mehrdeutiger Name einer Damenunterwäsche sein größtes Problem ist, dann hat er ein sorgenfreies Leben.
Und es freut mich für Kreuz.net wenn das zu den erwähnenswerten Themen des Tages gehört.
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#5   wi-bi   16:42:24 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Das hat aber gedauert!
Kann mich wage daran erinnern, dass meine Cousine sich diese Unterwäsche bereits vor Jahren kaufte und so stolz darauf war (ja, ja, die erste schöne Wäsche…)!
Nein, nein, in die Hose gegangen ist allerhöchstens die Verunglimpfung des „Porno“-Plakates.
Eine fotographische und diesmal mit Slip bekleidete(!) Nachstellung des Gemäldes „L’Origine du monde“ von Gustave Courbet – französischer Maler des Realismus im 19. Jahrhundert.
Erkennen Sie die geniale Idee hinter dem Plakat denn gar nicht? „L’Origine du monde“ = „Ursprung der Welt“. Im Original noch ein furchtbar behaarter, weiblicher Unterleib – nun unser europäisches Wahrzeichen auf „fruchbaren Boden“ im Spiegel der europäischen Kultur. Genial.
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#4   Sulpicius   16:39:02 | Donnerstag, 19. Januar 2006
@Sirilo
Genau, und die genannte Kommune wurde nach diesem Film benannt…
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#3   Sirilo   16:34:37 | Donnerstag, 19. Januar 2006
„Viva Maria“
…war ein Film aus dem Jahre 1965 von Louis Malle mit Brigitte Bardot und Jeanne Moreau; darin spielten die beiden zwei Tänzerinnen, die beide Maria hießen und in die Wirren der mexikanischen Revolution von 1910 gerieten.
In dem Film ist weit und breit keine Religionsverhöhnung zu sehen.
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#2   stimme der vernunft †   16:33:00 | Donnerstag, 19. Januar 2006
wie gut geht es uns doch
hier im Europa des 21. Jahrhunderts. Der Beweis sind die „Sorgen“ die dieser Herr Hummer hat.
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#1   Sulpicius   16:15:14 | Donnerstag, 19. Januar 2006
„Viva Maria“…
…war meines Wissens auch ein Film über eine bundesdeutsche 68er-Kommune (free sex). Ob diese Bezeichnung hier deshalb auf die hl.Gottesmutter abzielt? Es gibt wohl noch einen anderen Hintergrund.
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