(kreuz.net, Paris) Wo steht Ihr Dialog mit Rom seit dem 29. August, an dem Sie Benedikt XVI. getroffen
haben?
Bischof Fellay: Er geht langsam voran und braucht natürlich Zeit, um das gegenseitige Mißtrauen
zu überwinden. Aber ich bin überzeugt, daß wir zu einer Lösung kommen werden. Wir haben eine lange
Diskussion geführt – die fruchtbarste von allen – und haben tiefschürfende Fragen angesprochen. Rom
will das Problem schnell lösen und die päpstliche Audienz, um die wir letzten Mai gebeten haben, wurde
uns umgehend gewährt.
Das Magisterium bevorzugt eine pragmatische Annäherung. Wir bremsen, weil wir
keine oberflächliche Lösung wollen. Der Papst hat [den Präsidenten der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia
Dei’] Dario Kardinal Castrillón Hoyos beauftragt, mit uns zu reden. Der Kardinal hat im Interview mit
einem italienischen Fernsehsender erklärt, daß wir keine Häretiker sind, aber daß beide Seiten eine
vollkommenere Gemeinschaft suchen müßten. Das ist eine neue Sprache.
Was sind die tiefschürfenden
Fragen, die diskutiert worden sind?
Bischof Fellay: Die Frage der Alten oder Neuen Messe – auf die sich
viele konzentieren – ist eigentlich zweitrangig. Die Liturgie ist nichts anderes als der Ausdruck des
Glaubens. Zuerst kommt das Verständnis des Glaubens. Die Diskussion mit Benedikt XVI. wird sich auf die
Annahme des [Zweiten Vatikanischen] Konzils stützen. Wir werden von der Formel ausgehen, die Mons. Marcel
Lefebvre 1988 vorgeschlagen hat: „Wir akzeptieren das Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“
Im Gegensatz
zu Ihnen hat Benedikt XVI. am 22. Dezember bei seiner Rede an die römische Kurie erklärt, daß die Kirche
in der Frage der Religionsfreiheit konstant geblieben sei.
Bischof Fellay: Nicht ganz, denn er führte
die Unterscheidung zwischen einem Bruch in der Form und einer Kontinuität im Prinzip ein. Zumindest hat
der Papst den Willen, das Konzil neu zu lesen – es anders darzustellen.
Hat Ihnen diese Rede des Papstes
gefallen?
Bischof Fellay: Ja – wegen ihrer Klarheit, ihrer Exaktheit und ihrem Willen, die wahren Fragen
zu stellen. Aber nach meinem Empfinden geht sie heute noch nicht weit genug.
Verlangen Sie innerhalb
der katholischen Kirche einen speziellen Status?
Bischof Fellay: Rom wird uns diesen wahrscheinlich gewähren.
Aber wir wünschen nicht, an den Rand gedrängt zu werden und die Rolle von früheren Dinosauriern zu
spielen. Rom erklärte, im Bezug auf uns „ein besonderes Charisma“ respektieren zu wollen. Aber wir wünschen,
daß dieses Charisma wieder für alle zur Norm wird.
Was für einen Status könnte Rom Ihnen gewähren?
Bischof Fellay: Den Status einer Apostolischen Administration. Gegenüber der Autorität des Diözesanbischofs
wären wir – wie dies in der Diözese Campos in Brasilien der Fall ist – befreit. Rom würde den Gläubigen
der Priesterbruderschaft St. Pius X. erlauben, von einer parallelen Autorität zu profitieren – ohne sich
im übrigen dem Ortsbischof zu entziehen.
Email-Adressen der Empfänger
106 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#148 Agiafortuni 15:44:46 | Mittwoch, 25. Januar 2006
Häresie und Glaubensirrtum Bei einer Häresie hat der Papst sein volle Gewalt eingesetzt. Deshalb steht
am Ende der festzuhaltenden Glaubenswahrheit, dass jede Anfechtung ein Anathema sei, das heisst kein Thema.
Bei Glaubensirrtümer hat der Papst bei der angefochtenen Wahrheit nicht seine volle Gewalt eingesetzt.
Pius XII erklärt es auf treffende Weise in Humani Generis
#147 Rudolphus 12:34:25 | Mittwoch, 25. Januar 2006
@Glaubensirrtum/Häresie @T.A. Höck Ihren Worten möchte ich zustimmen: was nicht klar ausgedruckt wird,
und Anlaß zu Fehldeutungen gibt, kann mehrdeutig sein, also häresieverdächtig sein – eine Unterscheidung
zwischen „Häresie“ und „Glaubensirrtum“ dagegen kann ich nicht nachvollziehen.
#145 Agiafortuni 23:55:33 | Dienstag, 24. Januar 2006
Thomas A. Höck ich bin noch inder Lage zwischen Glaubensirrtümer und Häresien zu unterscheiden. Laut
Melchior Cano machen Häresien den Glauben zunichte während Irrtümer ihn abschwächen ohne ihn zu vernichten.
Dies trifft für Lumen Gentium zu. Die Piusbruderschaft hat es in ihrer Schrift: Vom Oekumenismus zur
lautlosen Apostasie festgehalten
#144 Rudolphus 16:36:20 | Dienstag, 24. Januar 2006
@ T. A. Höck: Dank für Benedikt XVI. So ist es – Benedikts XVI. Pontifikat könnte darum eine große
Gnade für die geprüfte Kirche auf Erden werden. Daß sich die alte Messe in der Universalen Kirche trotz
Paul erhalten hat, ist allein der Widerstandsbewegung von Ecône zuzuschreiben. Deo gratias!
#142 Rudolphus 15:46:17 | Dienstag, 24. Januar 2006
zu Pkt.2: Alte Messe Papst Paul VI. wollte die Alte Messe für alle Zeiten vernichtet wissen. Jener Oberste
Hohepriester äußerte gegenüber Jean Guitton, daß er der Piusbruderschaft deswegen die Alte Messe nicht
zugestehen könne, weil sich sonst (sinngemäß) „seine“ Messe nicht durchsetzen würde. Hätte Gott nicht
die Piusbruderschaft entstehen lassen, wäre die alte Messe nicht weitergegeben worden (außer in einer
brasilianischen Diözese).
#140 Agiafortuni 15:11:02 | Dienstag, 24. Januar 2006
Thomas A. Höck Ihre Aufrichtigkeit stelle ich nicht in Frage, nichtsdestoweniger habe ich meine Bedenken.
Bis heute ist von Benedikt XVI noch kein einziges Zeichen ausgegangen, das auf eine Gesinnungsänderung
schliessen lässt. Bevor nicht folgende vier Bedingungen erfüllt sind, kann ich mich der angeblichen
Begeisterung von Bischof Fellay nicht anschliessen: 1. Die über die vier Bischöfe verhängte Exkommunikation
muss für nichtig erklärt werden, 2. das Recht die alte Messe zu feiern, muss jedem Priester offenstehen,
3. die entstellte Ekklesiologie aus Lumen Gentium muss korrigiert werden, 4. es Bedarf einer Erklärung
hinsichtlich der Lehre Karl Rahners die aus rechtgläubiger Sicht zu verwerfen ist,
#138 Agiafortuni 13:29:51 | Dienstag, 24. Januar 2006
Vatikanum II – ein Bruch ob man es will oder nicht, V2 hat die Glaubensregeln in einer Weise geändert,
dass eine Entfremdung zwischen der Konzilskirche und ihrer katholischen Vergangenheit unumgänglich war.
Verantwortlich dafür sind die sogenannten Konzilspäpste, die glaubten, alles besser zu wissen als ihre
Vorgänger. Ersetzt man bewährte Regeln durch solche wie „so viel oekumenisch als möglich, so viel katholisch
als nötig,“ so stiftet man damit ein Aergernis. Empfehle jenen, die es bestreiten Ratzingers Lehre von
der letzten Dingen einmal gründlich zu lesen.
#136 virOblationis 10:55:29 | Dienstag, 24. Januar 2006
tertum datur und Elias Herr Höck schreibt: „…(Mit einer förmlichen „Häresie“ in ihrem Lehrgut kann
die Kirche nicht leben und überleben!) Und HIER gäbe es nur ein Entweder-Oder: Wahrheit oder Lüge,
tertium non datur. (Wenn wirklich Strichnin in den Kaffee geträufelt wäre, dann wäre der Kaffee kein
Genußmittel mehr, sondern Gift!)…“ – Es gibt doch auch Formulierungen denkbar, die entweder mißverständlich
sind oder einer Irrlehre Vorschub leisten. Zu Zwobbel: Wenn der Erzbischof auch, wie ich schrieb, vielleicht
im Ruhestand geblieben wäre (weil es ihm nicht um Rechthaberei oder gar die eigene Person ging), hätte
dies am objektiven Befund der Vat. II – Dokumente nichts geändert. Wenn sie für die Kirche Schädliches
enthalten, so hätte Gott auch einen anderen „Elias“ erwecken können.
Guten Morgen Habe jetzt erst mitbekommen, daß dieses Thema noch weitergeht. Um die Einschätzung des
Konzils als solchem durch Ex. Lev. beurteilen zu können hatte ich unten die Frage gestellt: 3.Es scheint
mir durchaus relevant zu bedenken, was geschehen wäre (wie Ex. Lefevbre gehandelt hätte), wenn es beim
Meßritus von 1965 geblieben wäre und wenn es nicht auch andere als „Reform“ getarnte Revolutionen gegeben
hätte. Und als Antwort erhalten: 21. Januar 2006 14:07 virOblationis: bitte Teil 2 zu 3. Nun, der Erzbischof
wäre sicherlich im Ruhestand geblieben. Er hat sich ja auch angesichts des ausbrechenden Übels nicht
danach gedrängt, sich ihm entgegenzustellen, sondern ist lediglich den Bitten von Seminaristen nachgekommen,
die keine angemessene Ausbildungsstätte mehr finden konnten. Wenn diese Einschätzung richtig ist, ging
es also nicht eigentlich um die verabschiedeten Texte (auch wenn er darüber nicht glücklich war), sondern
um das wofür diese als Begründung herhalten sollten. Daher hat die FSSPX vorallem ein besonderes Charisma
in der Priesterausbildung – bzgl. Theorie (überleiferte Lehre) und Praxis(Liturgie). Vielleicht bewegt
sich Ex. Fellay im Sinne „zurück zu den Wurzeln“. Meine Meinung ist: Das Vat.II. wurde als Startschuß
genommen um einen vorbereiteten gruppendynamischen Prozess auszulösen. Und die Texte wurden selektiv
hingebogen, so daß dieser gr.dyn. Prozess den Anschein der „theological correctness“ bekam.
#133 Rudolphus 09:24:39 | Dienstag, 24. Januar 2006
@T. A. Höck ad „Einigungsformel“: Genau das macht ja eine derartige „Einigungsformel“ aus: Sie ist sehr
breit zu interpretieren, jedem auf seine Weise – und das ist ja bekanntlich auch die Struktur der V.II-Dokumente
schlechthin! Der Erzbischof würde sämtlichen seiner Predigten widersprechen …
Rudolfus In ähnlicher Weise möchte ich es im Gleichnis sagen: Es handelt sich um eine gute Tasse Kaffee,
in die sich (leider) ein Tropfen Strichnin gemischt hat. Beide Seiten haben sich nun darauf eingelassen,
ihn mit viel Aufwand nach eigener Methode herauszufiltern. Trinken kann man sie aber ungefiltert nicht.
Pius X.
Das Concil „im Licht der Tradition“ Der Erzbischof kann nur eines mit dieser Sprachregelung verstanden
haben: Daß nämlich einige Concilsaussagen häretisch sind. Das nämlich sagt „die Tradition“ in den
Ansprachen und Büchern Monseigneurs – und an deutlichen Worten ist da ja kein Mangel …
#126 Agiafortuni 17:38:07 | Sonntag, 22. Januar 2006
Ottaviani Das Dekret über die Religionsfreiheit liesse sich unter Berufung auf Thomas von Aquin: De Veritate
16/17, Leo XIII und Pius XII (Ansprache an den Historikerkongress) so zurechtstutzen, dass es auch für
rechtgläubige Katholiken annehmbar wird. Schlimmer sind das Dekret über die Liturgie, wo verschwiegen
wird, dass das Messopfer die unblutige Wiederholung des Sühneopfers Christi am Kreuze( vgl. Paolo Pasqualucci:
Vatican II et le Mystère pascal, in: La messe en question, acte du V Congrès théologique de Si Si No
No 134 ff) ist, sowie die völlig entstellte Ekklesiologie (Paolo Pasqualucci: L’altération de k’idée
du surnaturel dans les textes de Vatican II. Actes du Ive Congrès théologique de Si Si No No, 205 ff.)
Bernardo: Warum ich nicht einfach erkläre: non serviam, ich erachte es als meine Pflicht meine Mitmenschen
auf gewisse Fälschungen aufmerksam zu machen (dazu: Heinz-Lothrar Barth: Ein hässliches Kind des Subjektivismus,
in KU: Jan. 2006)
@Dr. Carlo Regazzoni Sie schrieben:„Wie will man die Messe aller Zeiten beibehalten und gleichzeitig den
Geist anerkennen, der diese Messe aller Zeiten zerstört? Das bedeutet, sich in einem vollkommenen Widerspruch
verfangen.“ Auch die Piusbruderschaft hat diese Unmöglichkeit in ihrem Schreiben „vom Oekumenismus zur
lautlosen Apostasie“ bekundet und kürzlich hat S.E. Mgr. Williamson mit aller Deutlichkeit erklärt,
dass es zwei Religionen sind, die aufeinanderprallen. Wie unter solchen Umständen eine Einigung möglich
sein soll, dürfte für jeden ein Rätsel sein“. Warum fassen Sie sich nicht kürzer und schreiben einfach:
„Non serviam!“. Anschließend gehen Sie dann mit Demöneken einen trinken, und alles wird gut.
#123 ottaviani 13:16:35 | Sonntag, 22. Januar 2006
Raggazonie der Erzbischof sprach vom „Geist des Konzils“ genau dieser muß weg man wird sich über die
Dokumente unterhalten müssen und wie diese in übereinstimmung mit der vorkonziliaren Lehre gebracht
werden können man hat sich ja um diese frage gedrückt in dem man des „Geist des Konzils“ kreiert ,Krarl
Rahner unseligen Angedenkens, in dem man einen dauernden Prozeß postuliert es ist nur das Dekret der
Religionsfreiheit problematisch sondern auch Gaueum et spes z.b.
#121 Agiafortuni 00:25:44 | Sonntag, 22. Januar 2006
Das Konzil im Lichte der Tradition lesen Eine Zeit lang vertrat der Erzbischof die Ansicht, man könne
das Konzil im Lichte der Tradition lesen. Gegen Ende seines Lebens dürfte er jedoch seine Meinung geändert
haben als er hinsichtlich der Verpflichtung der Ecclesia Dei Gruppen gegenüber dem Konzil und der neuen
Messe erklärte: „Das ist ein Widerspruch in sich selbst, weil der Geist des Konzils in der neuen Messe
zum Ausdruck gebracht wird. Wie will man die Messe aller Zeiten beibehalten und gleichzeitig den Geist
anerkennen, der diese Messe aller Zeiten zerstört? Das bedeutet, sich in einem vollkommenen Widerspruch
verfangen.“ Auch die Piusbruderschaft hat diese Unmöglichkeit in ihrem Schreiben „vom Oekumenismus zur
lautlosen Apostasie“ bekundet und kürzlich hat S.E. Mgr. Williamson mit aller Deutlichkeit erklärt,
dass es zwei Religionen sind, die aufeinanderprallen. Wie unter solchen Umständen eine Einigung möglich
sein soll, dürfte für jeden ein Rätsel sein
an Höck Sie hatten meinen Text offensichtlich nicht recht gelesen. Ich wies ausdrücklich darauf hin,
daß die Satanskirchen in den USA z.B. staatlich anerkanntund sogar steuerbefreit sind, sich also auf
diesen Text des 2. Vatikanum berufen können. Dieser Text müßte also in jedem Fall im Licht der Tradition
gestrichen werden. Kirchenrechtlich ergibt sich eine weitere Lösung des Problems. Da ein „Konzil“, welches
kein Dogma verkündet, nur eine Synode ist, kann mas das „Konzil“ genau wie die Synode von Pistoia betrachten,
die im Nachhinein als ungültig erklärt wurde, da es eben kein echtes Konzil war. Pius X.
Der falsche Frieden, den die Welt meint Zitat aus Dignitatis Humanae (von weiter unten): nur nach rechtlichen
Normen, die der objektiven sittl. Ordnung entsprechen und wie sie für den wirksamen Rechtsschutzim Interesse
aller Bürger erforderlich sind, auch für die hinreichende Sorge um jenen ehrenhaften öffentlichen Frieden,
Im Römischen Reich waren Kaiserreich und Kaiserkult für den wirksamen Rechtsschutz im Interesse aller
Bürger erforderlich. Ganz bestimmt war dies die Auffassung der röm. Herrscher und ihrer juristischen
Ratgeber. Da das Ziel die hinreichende Sorge „um jenen ehrenhaften öffentlichen Frieden“ war, hätten
also die frühen Christen nur die Weihrauchkörner vor den Kaiserbildern opfern müssen. Und „Friede“
wäre gewesen. Das Beispiel zeigt eindringlich, dass die metaphysische Ebene von der „soziologisch-anthropologischen“
nicht getrennt werden darf. Was vor Gott Götzendienst ist, muß es auch vor den Menschen sein. Selbstverständlich
haben die Christen eine Änderung der Rechtslage angestrebt, wonach sie nicht mehr – wegen Weigerung des
Götzendienstes – hingerichtet werden konnten. Haben die Päpste JoPaII und Benedikt XVI. die gleiche
Klarheit in der Lehre? Sagen sie bei ihren Synagogenbesuchen (bei JoPaII. auch: Moscheebesuch), wer Jesus
Christus war, ist und sein wird? Geben Sie einen Kurs vor, der die Christen bereit macht, für die Verweigerung
des Götzenopfers (oder des Anscheins desselben) Unbill auf sich zu nehmen? Der Gatte der Evelin
#117 virOblationis 19:07:27 | Samstag, 21. Januar 2006
Anmerkung Was Sie sagen, werter Ultimo, möchte ich unterstützen: Es ist sinnlos, stets auf aus dem Zusammenhang
herausgelöste Sätze hinzuweisen, ohne zu fragen, ob die in diesen Sätzen verwendeten Begriffe (hier
insbes. „Konzil“) in exakt demselben Sinne verwendet werden. Ein Widerspruch ganz anderer Art wird sichtbar,
wenn man Herrn Höcks Beitrag vom 21. 1. 10:48 betrachtet: „…Diese ,Mehrdeutigkeit’ findet sich im Falle
der ,Religionsfreiheit’ und bei der Frage des ,Liberalismus’ gerade nicht bei den Konzilstexten, sondern
bei denen, die beide Begriffe unterschiedslos verwenden einmal für die metaphysische, das andere Mal
für die gesellschaftlich-staatliche Ebene. So gibt es auf der metaphysischen Ebene … keine Freiheit,
A und Non-A für gleich wahr zu halten, sondern hier gibt es nur … Entweder-Oder. Auf der gesellschaftlich-staatlichen
Ebene kann es aber eine … unerläßliche individuelle Abwägung von A und Non-A … [geben].“ (gekürzt
wg. 1500-Z.) Im Bereich des Metaphysischen gilt demnach anderes als im Gesellschaftlich-Politischen. Damit
wird ein Begriff nicht nur „mehrdeutig“, er zerfällt geradezu in widersprüchliche Bestandteile. Um dem
zu entkommen, will Herr Höck solche Begriffe nicht „unterschiedslos verwenden“. Dies erscheint konsequent,
doch dürften dann der Bereich des Metaphysischen und der des Gesellschaftlich-Politischen mit ihrer jeweils
eigenen Begrifflichkeit auseinanderfallen. Es entsteht so etwas wie eine doppelte Wahrheit (vgl. Siger
von Brabant).
Widerspruch Ich biete keine Variante an, sondern bin nur der Meinung, dass Ausdruck und Bedeutung zu trennen
sind und dass also dieselben Ausdrücke verschiedene Bedeutungen haben können. Ob ich damit Recht habe,
kann nur erschlossen werden, wenn man Hinweise sucht, was z.B. Fellay mit „Konzil“ jeweils meint, also
die Bedeutung kann so nicht geklärt werden. Ich wollte nur sagen, dass ein Widerspruch nicht notwendig
folgt. Es stimmt, dass das Akzeptieren des Konzils auf eine formelle, weniger inhaltliche Akzeptanz hinausläuft,
da ja viele Aussagen des Konzils durch ihnen übergeordnete Aussagen (der Tradition) hinfällig werden.
Widerspruch aufgelöst Helfen“ könnte man nur, wenn der Begriff „Konzil“ jeweils etwas anderes bedeutete.
Die Behauptung dass nach der Logik dieser Widerspruch nicht aufzulösen sei, ist nur eine Behauptung.
„Romano“ gibt hier selbst zu, dass es möglich ist, den Widerspruch zu vermeiden.Dass man denen, die diese
Aussagen tätig(t)en, also der Priesterbruderschaft, mangelnde Genauigkeit in der Verwendung der Ausdrücke
vorwerfen kann, ist ein anderes Problem. Sicher fordern die „Traditionellen“ Eindeutigkeit, daher wirken
die scheinbar widersprüchlichen Aussagen der Bruderschaft nicht kohärent. Dazu ist aber zu sagen, dass
Konzilsdokumente zu größerer Präzision und EIndeutigkeit auch im Wortlaut verpflichtet sind als alle
anderen Aussagen von Einzelpersonen, die noch dazu aus dem Kontext gerissen sind. Außerdem ist der Mangel
an Präzision nur ein oberflächlicher. Liest man nämlich die entsprechenden Erläuterungen der Position
von Erzbischof Lefebvre, dann wird es klar, dass was hier widersprüchlich scheint, nicht widersprüchlich
ist. Es stimmt natürlich, dass man dieses Verfahren auch bei der Religionsfreiheit anwenden kann, wie
es Herr Höck tut: Ich glaube auch, dass der nachkonziliäre Begriff mit dem vorkonziliären vereinbar
ist, nämlich dass Rel. freiheit bedeutet, dass es die freie Entscheidung zur Annahme des Glaubens braucht.
Nicht mehr. Das heißt das Konzil im Licht der Tradition akzeptieren, aber ablehnen INSOFERN es der Trad.
widerspricht.
an Höck Nun, oben wird um Ihre Meinung gebeten. Komplizierte Konzilstexte sind für einfache Menschen
nicht immer auf Anhieb verständlich. Deshalb ist es wohl gut, sie auf gut Deutsch zu bringen. Natürlich
habe ich Verständnis, daß bei Ihnen die Emotionen sich regen, wenn jemand anderer Meinung ist, aber
es bleibt Ihnen ja frei, den Text besser zu übertragen, wenn Sie es können. Es geht um Dignitatis humanae
I.2. Originaltext in D auf www.stjosef.at/konzil/DH.htm Selbstverständlich ist vollkommen richtig, daß
niemand zum Glauben gezwungen werden kann. Pius X.
an Höck u.a. In der Diskussion scheint mir das Verständnis des Konzilstextes der Religionsfreiheit zu
fehlen. Wenn man die Joker der Texte konkret füllt, heißt der Text ja, daß jeder Mensch das unverlierbare
Naturrecht (gottgegeben) der Religionsfreiheit besitzt, der (z.B. in den USA anerkannten) Satansreligion
beizutreten, sie zu praktizieren, sie in Wort und Schrift (auch unter Katholiken) zu verbreiten und das
selbst dann, wenn man seiner Verpflichtung, die Wahrheit zu suchen, nicht nachkommt.Im Licht der Tradition
müßte dann ein solcher Text wegfallen. Pius X.
#107 Catholicus 14:23:22 | Samstag, 21. Januar 2006
@Evelins Gatte Wie gesagt, bestehen Widersprüche zwischen den beiden besprochenen Äusserungen nur, wenn
man sich aus Unkenntnis oder wegen fehlenden Willens nur eine wörtliche Auslegung zuläßt. Die Beschränkung
auf nur diese Auslegungsmethode ist bei jedem Text ein Fehler, auch bei diesen. Lieber Herr X, sollte
man dann dieses Prinzip der Auslegung nicht auch auf lehramtlichte Texte anwenden und z.B. den scheinbaren
Widerspruch zwischen vor- und nachkonziliaren Texten nicht auf diese Weise auflösen? Ich werde den Verdacht
nicht los, dass man dies deshalb nicht tut, weil man unbedingt recht haben will – gegen das lebendige
Lehramt der Kirche, wie es derzeit von Papst Benedikt und den mit ihm verbundenen Bischöfen verkörpert
wird. Das katholische Prinzip lautet aber nicht, das Lehramt der Kirche zu verdächtigen, sondern mit
der Kirche übereinzustimmen („sentire cum Ecclesia“) und dem Lehramt der Kirche jedenfalls jenes Vertrauen
zu gewähren, das ihm im Hinblick auf dessen göttliche Einsetzung und den zugesagten Beistand des Heiligen
Geistes zusteht. Mit „Papalismus“ hat eine solche Haltung nicht das Geringste zu tun!
Einen gesegnten Tag des Herrn Evelin traf den Punkt wie üblich genau. Danke. Sich vornehm zurückzuhalten,
wenn polternde Liberalkatholiken auf den Plan treten (Freunde des „Irrlehren-Faschismus“ nannte ein schlagfertiger
Teilnehmer das) gebietet die Klugheit – und die Zeit. Eine Einsicht vermitteln liberale Möchtegern-Fallensteller
sowieso nicht. Wahre Einsicht erhält man durch das Studium der göttlichen überlieferten Lehre der
vorkonziliaren Kirche und der vielen Päpste, die diese Lehre treu verkündet und verteidigt haben. Ihr
heutiges Echo heißt: FSSPX. Die überlieferte Lehre wurde gebrochen durch * die in mehreren V.II-Texten
enthaltenen Irrtümer und * die modernistische Auslegung und Anwendung der unscharfen – vergleiche Pius
VI. – Dokumente des V.II, wie seit 1965 in der real existierenden Konzilskirche ununterbrochen geschehen.
Deswegen ist das V.II in der von der Tradition abgekoppelten unbereinigten Form inakzeptabel, wie Erzbischof
Lefebvre in seinem Manifest www.fsspx.info/…zbischof/artikel.php?show=186 sagte, und wie es im SSPX-FAQ
steht www.sspx.org/articles_index.htm. Der springende Punkt ist – leider entzieht er sich dem unscharfen
Denker –, daß in der real existierenden Konzilskirche fast nichts in Übereinstimmung mit der katholischen
Tradition geschieht. Weswegen das V.II erst durch das – gleißende! – Licht der traditionellen Lehre bereinigt
werden muß. Dann wird es akzeptabel sein.
#105 virOblationis 14:07:38 | Samstag, 21. Januar 2006
bitte Teil 2 zu 3. Nun, der Erzbischof wäre sicherlich im Ruhestand geblieben. Er hat sich ja auch angesichts
des ausbrechenden Übels nicht danach gedrängt, sich ihm entgegenzustellen, sondern ist lediglich den
Bitten von Seminaristen nachgekommen, die keine angemessene Ausbildungsstätte mehr finden konnten. zu
4. Man darf aber unter Hinweis auf Gottvertrauen und Opferbereitschaft nicht fatalistisch unterlassen,
wozu man selbst fähig und in der Lage ist. Das größere Opfer in diesem Falle war es doch wohl, den
Ruhestand zu verlassen und das öffentliche Ansehen zu verlieren, nur um Gott treu zu bleiben. – Und nun
bitte Teil 2. –
Zusammenfassung (Teil 2) … Denkanregung für Ex. Fellay. (Einen ähnlichen Fehler machte übrigens Joh.XXIII.
als er zum befohlenen Zeitpunkt das 3.Geheimnis von Fatima nicht veröffentlichte.) Nicht wir retten die
Kirche, sondern die Kirche rettet uns. 5. War nicht deswegen 1988 beim Protokoll und seiner Unterzeichung
im Vatikan bekannt, daß Ex. L. ggf. doch wieder sein Ding durchziehen werde. Also hatten beiden Seite
Grund zum Mißtrauen. 6. Wie ich schon früher schrieb, wird die Lösung der Kirchenkrise nur durch den
Gehorsam erreicht werden. Dazu gehört auch die Demut, daß beide Seite zugeben Fehler begangen zu haben,
zumindest ungeschickte Formulierungen zuzugeben. Die Modernisten werden sich als auf Dauer ungehorsam
erweisen und sich durch ihr „ich diene nicht“ von selbst vom geheimnisvollen Leib Christi entfernen. 7.
Das „sentire cum ecclesia“ muß natürlich auch von beiden Seiten gefordert werden. Ich bin überzeugt,
daß es Papst BenediktXVI. uns vorlebt. Und zu seiner Vatersorge gehört es auch diese Wunde zu heilen.
8. Ich hoffe, die FSSPX-Oberen haben erkannt, daß sich durch die Papstwahl vom April05 ein Zeitfenster
aufgetan hat, welches die Lösung bringen muß. Das mit JP.II. keine Lösung möglich war ist wegen der
direkten persönlichen Involvierung menschlich verständlich. Aber auch Josef Ratzinger wird das ewige
Leben nicht hier auf der Erde geniesen. Und wer weiß wer oder was nach ihm kommt?
Zusammenfassung (Teil 1) 1. Ich finde das Gespräch hier sehr gut, konstruktiv und zielorientiert. 2.
Ob nun der Widerspruch aufgelöst ist oder nicht: In den internen Gesprächen und Verhandlungen FSSPX<>Vatikan
sollte das eine Rolle spielen, nicht jedoch in der Öffentlichkeit. Denn hier scheint eine Brücke gebaut
werden zu können, wenn man den Beitrag von ultimo: Nur ein scheinbarer Widerspruch! 20.Jan.06 21Uhr als
Grundlage nimmt. 3.Es scheint mir durchaus relevant zu bedenken, was geschehen wäre (wie Ex. Lefevbre
gehandelt hätte), wenn es beim Meßritus von 1965 geblieben wäre und wenn es nicht auch andere als „Reform“
getarnte Revolutionen gegeben hätte. 4. Es scheint mir auch relevant in Anschluß an den Beitrag von
catharina: Glaubensprüfung 20.Jan.06 18:21Uhr bzgl. Gottvertrauen, Seine Vorsehung, eigene Absicherungsbemühungen,
Opferbereitschaft… zu bedenken, wie Paul VI. gehandelt hätte, wenn er gesehen hätte, das Ex. Lefevbre
nach der Suspension a divinis gehorsam gewesen wäre. Denn es scheint mir für jemand wie Ex. L. das größte
Opfer zu sein nicht zu zelebrieren. Gott hätte dies gewürdigt. Aus meiner Lebenserfahrung und dem wie
ich Gottes Logik in der Heilsgeschichte verstanden habe, wäre die Lösung durch die Allmacht Gottes,
entgegen jeglicher menschlichen Wahrscheinlichkeit, gekommen, auf eine Art und Weise, die überraschend
gewesen wäre. Vorbei! Aber eine…
#101 Agiafortuni 12:47:22 | Samstag, 21. Januar 2006
DemondeLuxe: Gott schreibt gerade auf krummen Linien Weil Gott gerade auf krummen Linien schreibt, deshalb
ist es den Konzilspäpsten und ihren Schrittmachern bis auf den heutigen Tag gelungen, die Kirche zu zerstören.
Mit anderen Worten, die Kirche besteht trotz ihnen weiter. Für die Wahl der Konzilspäpste gibt es einleuchtende
soziologische Erklärungen. Vielleicht können sie mit der Erklärung von Weihbischof Henrici, wonach
am Konzil zwei Religionen aufeinandergestossen sind etwas anfangen. Zu ihrer Beruhigung den Werdegang
Roncallis habe ich eingehend studiert.
#100 DemonDeLuxe † 12:32:58 | Samstag, 21. Januar 2006
@Dr. Carlo Regazzoni „Verschlagen wie er jedoch war, sprach er ständig von einer Erneuerung der Kirche
und Wiederbelebung des Glaubens. Keiner der Nachfolger Roncallis einschliesslich Benedikt XVI ist von
diesem Grundsatz abgewichen.“ a) Dürfte es zu einer fundierten Bewertung des päpstlichen Handelns Benedikt
XVI einen Tick zu früh sein. b) Selbst,wenn Sie Recht hätten (was ich in Abrede stelle), wäre dies
dann lediglich Ausdruck des Wollens einer Mehrheit der Kardinäle. Wie kommt man eigentlich dazu, bei
einem GEWÄHLTEN Papst,der ja nun noch dazu wahrlich kein Unbekannter (sprich: Recht gut einzuschätzen)
war, so zu tun, als würde er „über den wahren Willen der Kirche hinweg“ handeln? Mir scheint, da wollen
vielmehr gewisse Leute ihre persönlichen Mindermeinungen zum „wahren Katholikentum“ hochstilisieren,
ungeachtet der realen Verhältnisse, der faktischen wie der per Regeln festgelegten Macht und Entscheidungsbefugnis.
#98 Agiafortuni 12:08:14 | Samstag, 21. Januar 2006
Das Konzil – eine Impostur In den zwanziger Jahren hat der weise Kardinal Billot Papst Pius XI vor der
Einberufung eines Konzils mit der Begründung gewarnt, dass die Feinde der Kirche daraus einen Nutzen
ziehen könnten. Unverständlich bleibt es deshalb, dass zwei unbescholtene Kardinäle wie Ottaviani und
Ruffini sich von Roncalli das Versprechen abgeben liessen, dass er ein Konzil einberufen würde. Hatten
sie übersehen, dass Roncalli andere Pläne hatte, nämlich die Kirche nach dem Grundsatz zu regieren,
so viel oekumenisch wie möglich, so viel katholisch wie nötig. Verschlagen wie er jedoch war, sprach
er ständig von einer Erneuerung der Kirche und Wiederbelebung des Glaubens. Keiner der Nachfolger Roncallis
einschliesslich Benedikt XVI ist von diesem Grundsatz abgewichen.
Tradition und Vorsehung Wie erwähnt, wollte EB Lefebvre ursprünglich keine Bischöfe weihen. Dafür
gibt es auch Aussagen von ihm zumindest aus den 70er-Jahren. Was hat seine Einstellung geändert? Die
sich radikal weiter verschärfende Kirchenkrise (die nur die Propagandisten des Modernismus mit „neuen
Aufbrüchen“ und einem „neuen Pfingsten“ kaschieren wollen). Meine Vermutung – auch wenn ich keine Beweise
habe (jedenfalls keine kenne) – ist, dass das ausschlaggebende Ereignis überhaupt für EB Lefebvre „Assisi
I“ war. Eine derartige Verunstaltung des Antlitzes der Kirche rief dringlich jeden Gläubigen dazu auf,
was er denn nun selbst gegen die Verwüstung des Weingarten Gottes unternehmen könne. Offenkundig stellte
sich aus diesem Grund die Frage nach Bischofsweihen neu. Der Rest ist bekannt. Wie gesagt, bestehen Widersprüche
zwischen den beiden besprochenen Äusserungen nur, wenn man sich aus Unkenntnis oder wegen fehlenden Willens
nur eine wörtliche Auslegung zuläßt. Die Beschränkung auf nur diese Auslegungsmethode ist bei jedem
Text ein Fehler, auch bei diesen. Jetzt wende ich mich wieder anderen Pflichten zu (wie es Marcel nach
der Mahnung des Sulpicius, die Zeit besser zu nutzen als hier, schon die ganze Zeit tut) Er hat nicht
aus Feigheit oder mangelndem Einsichtsvermögen geschwiegen. Der Gatte der Evelin
(Mein) Schlusswort Ja, werter Marcel. Es war klug zu schweigen, denn die von mir angezettelte Debatte
barg natürlich noch eine gefährlichere (von „ultimo“ und der „Stimme“ prompt betretene) Falle als die
von Herrn Hoeck genannte. Respekt! Nach den allgemeinen Regeln der Logik ist der Widerspruch zwischen
den beiden Sätzen natürlich nicht auflösbar. Sie sind zwar nicht vollkommen deckungsgleich, enthalten
aber (auch) eine Aussage und ihr kontradiktorisches Gegenteil. „Helfen“ könnte man nur, wenn der Begriff
„Konzil“ jeweils etwas anderes bedeutete – das aber liefe u.a. der eher wortlautorientierten Auslegung
zuwider, auf die sich gerade die Konzilskritiker sonst vehement berufen. Warum das Ganze? Nicht um ein
rhetorisches „Spiel“ zu gewinnen, sondern um zu zeigen, dass selbst die dogmatisch „homogene“ FSSPX an
dem für ihr Selbstverständnis zentralen Punkt inkohärente Aussagen vertritt (oder eine Kurskorrektur
vorbereitet). Insofern steht der FSSPX ihr „kleines Vatikanum“ unmittelbar bevor. Man kann nun natürlich
versuchen, diesen Widerspruch weg- oder kleinzureden. Doch glaube ich um den Erhalt des „Charismas“ der
FSSPX willen nicht, dass dies der richtige Weg ist. Zu lange schon war der von Weihbischof Fellay ausgesprochene
Satz ein Tabu, und es galt nur: „Wir lehnen das Konzil ab.“ Daher drohen sich nun hinter den beiden Sätzen
die Gruppen zu versammeln, in die sich die FSSPX spalten könnte. Das wünsche ich den Betroffenen nicht,
sondern Klugheit und Gottes Segen. Etiam tacebo.
Widerspruch Natürlich ist es das Konzil samt der Reformen, deren tranditionskonforme Interpretation hier
zur Debatte steht. Das ist eine Unterstellung. „Konzil“ und „Konzil mit seinen Reformen“ haben sehr wohl
eine unterschiedliche Bedg bzw. man kann davon ausgehen, dass damit nicht dasselbe gemeint wurde, als
die beiden unten stehenden Aussagen gemacht wurden – gerade weil sich sonst ein Widerspruch ergeben würde.
Dass dieselben Wörter unterschiedlich verstanden werden und es dadurch zu scheinbaren Widersprüchen
kommt, ist ein häufiges Problem. @Evelin:Dass die Doppeldeutigkeit das große Problem ist in den Konzilstexten,
wurde ja schon oft betont; der Text des Papstes ist wirklich sehr klar und eindeutig. Trotzdem heißt
das nicht, dass man das Konzil einfach übersehen kann, wie ja gerade die Priesterbruderschaft und Fellay
jetzt zeigen.
Der Tradition verbunden Vorerst möchte ich besonders „Der Tradition verbunden“ danken für dessen Zitat
vom 19. 1. 2006 23.14 Uhr mit einer Äusserung von Papst Pius VI. (leider sind Jahreszahl und Quelle nicht
angegeben). Aus diesem Zitat läßt sich sehr schön ablesen, warum doppeldeutige Texte, insb. wenn sie
absichtlich so verfaßt wurden, als häretisch anzusehen sind. Es ist bezeichnend für die Gesinnung vieler
Diskutanten, auf diese sehr wertvolle Äusserung nicht einzugehen. Lehre und Personal: Die Lehre besteht
nicht bloß für sich allein, sondern bedarf der Vermittlung. Es ist also zu wenig, die Lehre – theoretisch –
aufrecht zu erhalten, de facto aber ihre Paralysierung zuzulassen. Daher also nicht bloß Klarstellungen
zu V2, sondern auch Bischöfe. Die beiden „Dinge“ gehören zusammen so wie Glauben und Werke. Widersprüchlichkeiten
bei den unten genannten beiden FSSPX-Äusserungen? Nur, wenn man ausschließlich den Wortlaut zur Auslegung
heranzieht. Es ist absolut evident, dass es nach V2 ohne die Reformen keinen Widerstand von EB Lefebvre
und keine FSSPX gegeben hätte. Insoweit FSSPX gegen V2 ist, sind sie es wegen der Reformen. Das ist theoretisch/dogmatisch
unbefriedigend, aber so wurde das dort immer gesehen. Von daher sind die Äusserungen nicht widersprüchlich.
Tradition und Vorsehung? Auch EB Lefebvre dachte ursprünglich nicht an Bischofsweihen zur Bewahrung der
Tradition. Forts. vielleicht am 21. 1. Der Gatte der Evelin
#92 Agiafortuni 23:01:49 | Freitag, 20. Januar 2006
Catarina Sie verweisen mit Recht auf die Sätze, mit denen die Kirche das Schlussgebet des Tages anstimmt.
Sie sind eine Aufforderung zur Wachsamkeit, die kaum einer der Konzilspäpste beherzigt hat
Unsachlich, doch zeit-gemäß Die Diskussion scheint sich ein wenig verrannt zu haben. Mein Vorschlag:
Beten wir doch mit der Kirche! „Noctem quietam et finem perfectum concedat nobis Dominus omnipotens. Fratres,
sobrii estote et vigilate, quia adversarius vester diabolus tamquam leo rugiens, circuit quaerens quem
devoret: cui resistite fortes in fide… Confiteor Dei omnipotenti… Misereatur nostri… Indulgentiam,
absolutionem et remissionem peccatorum nostrorum tribuat nobis omnipotens et misericors Dominus. … Te
lucis ante terminum… Tu autem in nobis es, Domine, et nomen tuum invocatum est super nos, ne derelinquas
nos, Domine, Deus noster. In manus tuas Domine commendo spiritum meum… Custodi nos, Domine, tu pupillam
oculi: sub umbra alarum tuarum protege nos… Salva nos, Domine, vigilantes, custodi nos dormientes, ut
vigilemus cum Christo et requiescamus in pace… Visita, quaesumus Domine… Benedicat et custodiat nos
omnipotens et misericors Dominus: Pater, et Filius, et Spiritus Sanctus. Alma Redemptoris Mater… Et
fidelium animae per misericordiam Dei requiescant in pace. Amen“
Ultra-Modernisten Ich hoffe nicht, daß Herr Höck sich zu den Modernisten rechnet. Oberster Interpret
von V2 ist aber der Papst (wie Johannes Paul II) und nicht Leser „Höck“. Er selber hat behauptet, der
Staat sei in Religionsfragen inkompetent; wie derartige Theorien mit der traditionellen Lehre der Kirche
zu vereinbaren ist, hat mir niemand bislang überzeugend zu erklären vermocht. Auch wenn aus Nostra Aetate
(aus dem Text an sich wohlgemerkt) nicht zwangsläufig folgt, daß wir die Heiden zum Götzendienst auffordern
sollen, so hat Johannes Paul II eben diese „authentische“ Interpretation eben getan.
Bemerkung Ich möchte zu der nicht gerade intelligenten Diskussion hier doch bemerken, daß Fellay seine
guten Gründen hat, nicht eine Erklärung zu unterschreiben, worin steht, er akkzeptiere V2 als Teil des
ordentlichen Lehramtes. Er selber hat das vor ca. einem halben Jahr in einem Vortrag ausgeführt; die
Beiträge gewisser Leser hier sind eine perfekte Bestätigiung dafür.
Nur ein scheinbarer Widerspruch! „Wir akzeptieren das Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“ richtig
(oder „wahr“), der (von der aktuellen Homepage stammende) Satz „Die Priesterbruderschaft lehnt es daher
ab, das Konzil und seine Reformen anzunehmen […]“ Sind das die Sätze? Offensichtlich ist hier nicht
vom gleichen Begriff, eher nur vom selben Wort die Rede:Der Widerspruch löst sich auf, da „Konzil betrachtet
im Licht der Tradition“nicht dasselbe ist wie „Konzil und seine Reformen“. Letzteres Wort bezeichnet nämlich
eine Konzilsinterpretation, die nicht „im Lichte der Tradition“ steht, was zum Ausdruck kommt im Zusatz
„und seine Reformen“. Ähnliches gilt um das Handeln von Erzbischof Lefebvre zu verstehen: Wenn klar ist,
dass das Konzil – obwohl es im Licht der Tradition interpretiert werden könnte (was der Erzbischof zugibt) –
nicht im Licht der Tradition interpretiert wird, dann ist ein entsprechendes Handeln doch nicht unmoralisch.
Fraglich ist nur, ob l. wirklich ausreichende Gründe für die Gewissheit hatte, dass das Konzil nicht
im Licht der Trad. interpretiert werden wird. offensichtlich wurde ihm das durch die Gespräche, das Verhalten
Roms usw. klar.
„Wir werden eine Einigung erzielen“ Meldungen obenstehender Art werden von der Piusbruderschaft in regelmäßigen
Abständen lanciert und sind längst nicht mehr glaubhaft. „Wir werden niemals eine Einigung erzielen.“
So müßte es in Wahrheit heißen.
#81 Agiafortuni 20:36:56 | Freitag, 20. Januar 2006
Auslegung im Sinne der Tradition Wenn Benedikt XVI es wirklich ernst meint mit der Auslegung des Konzils
im Lichte der Tradition, so müsste er einige Zeichen setzen und zwar als erstes die alte Messe wieder
freigeben, zweitens die unrechtmässig über die Priesterbruderschaft verhängte Exkommunikation für
nichtig erklären, drittens seine eigene Ekklesiologie revidieren (die Kirche ist nicht das Volk Gottes
sondern einzig die nichtgeweihten Gläubigen bilden das Volk Gottes) und schliesslich einmal das tun,
wozu ihn David Berger, als er noch Präfekt der Glaubenskongregation war, gebeten hatte, nämlich zu den
frevelhaften Erklärungen eines Karl Rahners Stellung nehmen. Ohne solche Zeichen guten Willens bleibt
er für rechtgläubige Katholiken wenig glaubwürdig. Ich sage es mit grossem Bedauern, denn persönlich
ist er mir sehr sympathisch, hat er doch einen ausgesprochenen Sinn für die Schönheit. Ausserdem ist
er im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht vom Drang bessessen sich zu entäussern
Marcel hat sich nicht verrannt Der scheinbare Widerspruch der beiden Aussagen „Interpretation im Licht
des Konzils“ und „das Konzil nicht annehmen“ kann freilich nach gut scholastisch-thomistisch-dialektischer
Methode gelöst werden. Die Interpretation also besteht u.a. darin der Tradition widersprechende Aussagen
als hinfällig zu betrachten.Was soll das mit einer hegelianischen Dialektik zu tun haben? Dann wäre
ja Thomas der größte Hegelianer! Was die Vorwürfe gegen den Erzbischof anbetrifft, er sei ein Taktiker,
ist zu sagen, dass der Erzbischof aus inhaltlich-dogmatischen Überlegungen heraus seine Unterschrift
von der Bischofsweihe abhängig machen konnte. Inhalte hängen in der Kirche mit der Weitergabe/Tradition
zusammen. Wie soll ein dogmatischer Inhalt, der von der Hierarchie – wie klar wurde – offensichtlich nicht
garantiert werden will, anders als durch einen Bischof und die entsprechende Tradition weitergegeben werden?
Ja, es gäbe keine „Alte Messe“. Ist nicht der größte Beweis für das richtige Handeln des Erzbischofs,
dass nun der einstige Card. Ratzinger einsieht, dass sich die Kirche nicht gegen ihre eigene Geschichte,
gegen sich selber wenden kann?
Unterschrift hätte der erzvischof damals unterschrieben gebe es heute weder eine alte messe noch eine
comission eclessia dei Hätte er mal unterschrieben!!!!!!!!
@T. A. Höck Wenn Bischof L. eine Möglichkeit sah, daß Konzil im Lichte der Tradition zu interpretieren
und ihm Bischof F. darin jetzt zu folgen bereit ist, dann ist Punkt 1 in Ihrer Argumentation hinfällig.
Punkt 2 aber auch, zu Punkt 1: „inhaltlich-dogmatisch“: Die „Formel 1988“ macht aus dem Pastoralconcil
noch kein gutes Concil oder annulliert den Daseinsgrund der FS. Das Concil war für den Erzbischof schlecht
für die Kirche und tw. häretisch. Lediglich das „tw. häretisch“ wird durch die „Formel 1988“ in frage
gestellt. An die Formel 1988 dachte der Erzbischof mit Sicherheit nicht, als er die FS gründete. Außerdem
sicherte alleine die FS den lateinischen Ritus (auch ein inhaltlich-dogmatischer Grund).
@catharina hätte der erzvischof damals unterschrieben gebe es heute weder eine alte messe noch eine comission
eclessia dei Thomas Höck: es liegt an den Päpsten endlich eine traditionskonforme interpretation zu
geben
Glaubensprüfung Was die zurückgezogene Unterschrift des Erzbischofs Lefebvre anbelangt: In diesem Moment
hatte offensichtlich für ihn und sein Werk die Stunde der Prüfung geschlagen. Die Frage lautete: Vertrauen
auf Gott und Seine Vorsehung oder auf eigene Absicherungsbemühungen? Abraham wurde einst für seine Opferbereitschaft,
die immerhin alle Verheißungen Gottes über den Haufen zu werfen schien, unendlich belohnt. Paulus stellt
den Patriarchen als das Vorbild im Glauben hin. Erzbischof Lefebvre sprach viel, sehr viel vom Glauben.
Hat er in dieser schweren Stunde ein wirkliches Glaubensvorbild gegeben? Ich wage das zu bezweifeln.
#72 Laurentius2 18:13:49 | Freitag, 20. Januar 2006
@Samhain / Rahners Konzilsauslegung faktisch maßgeblich ! Lieber Samhain, bitte haben Sie dafür Verständnis,
wenn traditionsverbundene Katholiken ( so weit sind wir immerhin dank Papst Benedikt, daß das jetzt keiner
mehr offiziell in Frage stellt ) RAHNER’S KONZILSAUSLEGUNG zitieren. Wer wird denn von den maßgeblichen
Bischöfen und Theologieprofessoren verehrt wie ein moderner Kirchenvater ? Wer kommt denn aus seiner
Schule und dirigiert bis heute die Deutsche Bischofskonferenz ? Von wem wurde denn der LThK oder das Konzilskompendium
in riesigen Auflagen (ohne Konkurrenz !) herausgegeben und in ihm richtungsweisend das Konzil kommentiert ?
Ich glaube, Sie sind sich über die totale Herrschaft des Modernismus in Deutschland nicht recht bewußt
und mißverstehen insoweit diesen Argumentationsansatz von Dr. H.-L. Barth und anderen. Die obige Parenthese
(Lefebvristen = katholisch) mag für Sie ein nachdenkenswertes Beispiel sein: Wer tituliert denn öffentlich
in Millionenauflage der Tageszeitungen diese fromme Gruppe als „nicht katholisch“ (nachzulesen in derr
Fuldaer Zeitung vom September diesen Jahres oder auch vielen anderen auch Bistumszeitungen) ? Beantworten
Sie sich diese Frage, dann überdenken Sie bitte Ihre „Mittelposition“. Die modernistisch unterwanderten
oder sogar beherrschten Ordinariate sind vom „sentire cum ecclesia“ aber zehn mal so weit entfernt wie
die kleine Schar der Traditionalisten, die seit 30 Jahren auf allen Ebene fertig gemacht wird und nur
noch wegen ihres Opfergeistes überhaupt existiert !
@Lefebvres Grund Das ist die Problematik, das viele traditionalistische Katholiken hier dem Erzbischof
nicht folgen können: Ich würde sagen, er handelte schon aus dogmatischen Gründen, denn: 1. Der Daseinsgrund
der FSSPX ist inhaltlich-dogmatisch. 2. Die Weiterexistenz der FSSPX mußte gesichert sein. 3. Rom garantierte
nicht die Weiterexistenz der FSSPX, indem es keine Bischofsweihe garantierte. 4. Somit weihte Lefebvre
Bischöfe ohne Zustimmung Roms. Ergo: Daseinsgrund und Weiterbestand der FS sind inhaltlich-dogmatisch,
also auch die zwingende Notwendigkeit von Bischofsweihen – folglich sind auch die Bischofsweihen inhaltlich-dogmatisch
begründet, nämlich im Zusammenhang gesehen.
Ursache und Folge Danke Ottaviani und Clemens für die Erläuterungen. Rudolphus: Es drehte sich also
doch um die Bischofsweihen. Die Traditionsbischöfe sind der Angelpunkt der ganzen Geschichte, weil es
mit ihnen um die Existenz der katholischen Tradition innerhalb der Kirche geht. Die erfolgten Weihen waren
die _Reaktion_ auf den Versuch Roms, das Problem biologisch lösen zu lassen: ohne Traditionsbischof keine
neuen Traditionspriester. Das am 5. Mai 1988 unterschriebene Protokoll brach einen Tag später, als Mgr.
seine Bedingung wiederholte, den ihm zugesagten Weihbischof bis Ende Juno 1988 zu erhalten. Doch Rom wich
aus. Bis Mgr. forderte: entweder, oder. Es war meines Wissens Ratzinger selber, der das Protokoll daraufhin
für hinfällig erklärte. Es ging am 5. Mai 1988 vor allem um die apostolische Regelung der FSSPX. Der
Hauptzweck dieses Priesterwerkes ist es, vollkatholische Priester heranzubilden. Ohne Traditionsbischöfe
unmöglich. – Die FSSPX sagt mit ihrem Gründer: Aktzeptieren des Pastoralkonzils nur unter verbindlichen
Auslegung im Sinne der ganzen Tradition möglich. Ergo unmöglich, das von der Kirchenführung bisher
modernistisch ausgelegte – und „dank“ der Unschärfe vieler Dokumente von jedem Kleriker beliebig anders
ausgelegte – Konzil und den aus dieser Auslegung hervorgehenden modernistischen Reformen (NOM, usw.) anzunehmen.
– Noch einmal empfehle ich den erwähnten Vortrag P. Schmidbergers. Er sagt alles wichtige. Daher kann
ich nun schweigen.
Bischofsweihe als Grund Die Beweggründe von Bischof Lefebvre, die Sie aufzählen, waren also allesamt
keine inhaltlich-dogmatischen Punkte, von der er seine grundsätzliche Einstellung zum Konzil hätte abhängig
machen müssen. Es ging dem Erzbischof um den Fortbestand der FS, die nur über mind. einen Bischof als
Nachfolger gesichert war. Da ihm Rom diesen anscheinend nicht sicher zugestanden hat, ist das Zurückziehen
der Unterschrift nachvollziehbar.
@Ottaviani 1 nicht mindestens 3 bischöfe zugestanden wurden sondern höhstens 1 dessen weihedatum war
ungewiß Und der FSSP wurde auch ein Bischof versprochen, den sie bis heute nicht hat!! Das Mißtrauen
war also sehr berechtigt. Der Erzbischof wollte sein Werk erhalten, keine Gegenhierarchie aufbauen. Daher
hat er ausdrücklich nur Hilfsbischöfe, nämlich Weihbischöfe geweiht. Was hacken manche auf Marcel
rum, der sich redlich und sehr sachkundig bemüht, gut dokumentierte Argumente zu liefern, aber umsonst.
Wer nicht will, kann auch nicht verstehen!!! Daher sind wirklich die Diskussionen oft vertane Zeit, die
durch Gebet um Bekehrungen und Rettung der Seelen besser genutzt werden kann. Danke,Ottaviani, für Ihre
kurze und treffende Darstellung. Habe ich mir kopiert. Gruß Clemens
die Unterschrift Nun der Erzbischof hat damals sehr rasch seine unterschrift zurückgezogen weil 1 nicht
mindestens 3 bischöfe zugestanden wurden sondern höhstens 1 dessen weihedatum war ungewiß 2. plötzlich
von einer bitte um vergebung die Rede war von der vorher nie die Rede war buchstäblich von mons perl
dem protokoll gleich hinterher geschoben 3. dem Erzbischof eine private Äusserung von Kardinal Ratzinnger
hinterbracht wurde von einem vertrauenswürdigen zeugen die besagte alle privilegen seien nur vorübergehend
und am ende müßen alle reformen angenommen werden das waren die gründe dafür daß die unterschrift
zurückgezogen wurde
@Marcel Rudolphus: 2. Nach dem Platzen des Kompromisses mit den Bischofsweihen Falsch. Mgr. Lefebvre zog
die Unterschrift unter den „Kompromiß“ keine 24h später zurück, nachdem er erneut mit Card. Ratzinger
sprach und erkannte, daß er keinen Traditionsbischof bekommen werde. Dies aber war Bedingung gewesen
für den Kompromiß: daß man Mgr. einen Traditionsbischof zugestehe für das Weiterbestehen von Econe
im überlieferten Geist. Nachdem vonseiten Roms die Bedingung nicht erfüllt wurde, war das Zurückziehen
der Unterschrift logisch. Erst einige Zeit danach erfolgten die Hilfsbischofsweihen. Es drehte sich also
doch um die Bischofsweihen. Es gab aber die Zeit davor noch Aufrufe durch Johannes Paul, diese nicht durchzuführen.
Vielen Dank jedenfalls für den Hinweis, daß der Erzbischof seine Unterschrift noch so schnell zurückgezogen
hat. Vielleicht könnte die Pius X-Gemeinschaft in ihren Darstellungen dieses wichtige Ereignis klarer
darzustellen, und auch das Warum: Schließlich ist es der Grund, weshalb viele papsttreue Traditionalisten
nicht mehr die Pius-X-Kirchen aufsuchen.
Das zu beseitigende Scandalum Lieber Herr Höck, offensichtlich haben wir zu gleicher Zeit den gleichen
Gedanken gehabt. Es geht uns hier nicht um den Sieg einer Gruppe von Diskussionsteilnehmern gegen die
andere. Ziel muß es sein, daß ein fürchterliches Scandalum aus der Welt geschafft wird: die Zerrissenheit
nicht nur unter den Christen verschiedener Konfession, auch nicht nur unter Katholiken glaubenstreuer
und anpassungsbeflissener Gesinnung, sondern sogar unter katholischen Christen, die von der Wahrheit durchdrungen
sind, daß Jesus in Seiner Kirche, in Seinen Stellvertretern auf Erden weiterlebt und weiterlehrt und
durch sie Sein heiliges Erlösungsopfer erneuert. Um diese Einheit zu befördern muß jede Seite sich
an die Brust klopfen. Wir alle ersehnen – nach den „Schuldbekenntnissen“ für vergangene Vergehen – eine
„Vergebensbitte“ der Hierarchie für Unterlassenes und Laufengelassenes nach dem letzten Konzil. Wir ersehnen
aber auch, daß man in traditionalistischen Kreisen von einer selbstherrlichen Rechthaberei ablasse und
eigenes Versagen zugebe. Das kann doch nicht zu viel verlangt sein, oder? Mich hat es immer irritiert,
daß Erzbischof Lefebvre 1988 auf keinen Fall einen Brief mit einer Bitte um Vergebung unterzeichnen wollte…
#60 Catholicus 16:05:33 | Freitag, 20. Januar 2006
Die Kirche ist auf den Felsen Petri begründet Nicht ein persönlich frommer und in vielfacher Weise um
die Kirche verdienter Erzbischof, der dennoch in wichtigen Fragen der Einheit mit dem Papst nicht klar
genug sah, sodass er einen schismatischen Akt der Weihe von Bischöfen gegen den Willen des Papstes setzte,
kann den Weg in die Zukunft weisen, sondern Petrus tut dies in der Person von Benedikt XVI., der längst
darauf hingewiesen hat, wie das 2. Vatikanische Konzil richtig zu interpretieren ist: nämlich in vollem
Einklang mit dem überlieferten Glauben der Kirche, wie ihn das Lehramt des Papstes und der Bischöfe
auslegt. Daher, liebe „Traditionsfreunde“, worin liegt eigentlich noch das Problem – außer im Eingeständnis,
dass man sich in grundloser und billiger Polemik doch selber ein wenig verrannt hat?
Widersprüchliches Alles dialektische Strampeln richtet nichts aus: Die beiden Sätze „Wir akzeptieren
das Konzil betrachtet im Licht der Tradition“ und „Die Priesterbruderschaft lehnt es daher ab, das Konzil
und seine Reformen anzunehmen“ stehen gegeneinander. Wer behauptet, im Gegensatz zu dem „Hegelianer Benedikt
XVI.“ (nochmals: Diese Unterstellung ist nicht viel mehr als ein Geständnis philosophischer Inkompetenz)
„thomistisch“ zu denken, der ziehe sich nun bitte mittels der aristotelischen Logik aus der Schlinge.
Wir warten gespannt. Auch scheint es mir der Betrachtung wert, daß Erzbischof Lefebvre seine Bereitschaft,
das Konzil im Licht der Tradition anzuerkennen, zurückzog, weil er keinen „Traditionsbischof“ (was auch
immer das sein mag) bekommen würde. Bisher war es immer ein (berechtigter) Vorwurf glaubenstreuer Katholiken
an das heutige Pastoral-Establishment, es richte Fragen der Dogmatik nach pastoralen Interessen aus, opfere
sie diesen notfalls. Wie wird man Erzbischof Lefebvre dann von solchen Vorwürfen reinwaschen können?
Nein, wir wünschen wirklich, daß alle Spaltungen überwunden werden und wir eines Geistes und Herzens
den Dreifaltig-Einen anbeten und loben. Dafür müssen wir aber auch unsere Gesinnungen vom Lichtstrahl
der Wahrheit und Liebe läutern lassen.
@ Marcel; Corrigendum Meine Frage war natürlich vorhin unvollständig. Richtig lautet mein letzter Beitrag:
Bedeutet das, dass der Satz „Wir akzeptieren das Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“ richtig (oder
„wahr“), der (von der aktuellen Homepage stammende) Satz „Die Priesterbruderschaft lehnt es daher ab,
das Konzil und seine Reformen anzunehmen […]“ hingegen falsch ist? Oder meinen sie – in „guter“ dialektischer
Manier – beide Sätze seien richtig?
@ Marcel Bedeutet das, dass der Satz „Wir akzeptieren das Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“,
der (von der aktuellen Homepage stammende) Satz „Die Priesterbruderschaft lehnt es daher ab, das Konzil
und seine Reformen anzunehmen […]“ hingegen falsch ist? Oder meinen sie – in „guter“ dialektischer Manier –
beide Sätze seien richtig?
Zur Klärung ein Zitat von Dr. D.Berger in kath.net Frage: Worin liegt denn dieses Problem genau? Berger:
Es beginnt bereits sehr anschaulich bei dem als Selbstbezeichnung fungierenden Begriff „Traditionalismus“:
der Traditionalismus war eine Irrlehre, die Vatikanum I eindeutig verurteilt hat. Sein Kern bestand in
einem falschen Begriff von Tradition. Und eben das verbindet die beiden Traditionalismen miteinander.
Tatsächlich haben wir hier einen sehr engen und undifferenzierten Traditionsbegriff. Die von allen großen
Kirchenlehrern beschriebene lebendige Entfaltung des depositum fidei will man bei dem postkonziliaren
Traditionalismus nicht oder nur eingeschränkt sehen: So friert man diese Entfaltung bei der Lehre von
der Religionsfreiheit in den Tüten der Formulierungen des 19. Jhrts. ein. Und sieht nicht, wie sich die
Welt verändert hat und d. kath. Kirche darauf mit einer Modifizierung der veränderlichen Teile der Lehre
unter Beibehaltung der Integrität der Substanz reagieren musste. Dies hat sie ja dann im Vatikanum II
tatsächlich getan. Aber was machen die „Traditionalisten“? Sie ziehen zu ihrer Interpretation des Konzils
die extremsten progressistischen Interpreten heran, die genauso wie die Traditionalisten daran interessiert
sind, dessen Texte als Traditionsbruch und nicht, wie Rom, im Lichte der Tradition zu lesen, um damit
ein theoretisches Fundament ihres Ungehorsams zu gewinnen. So berühren sich hier die Extreme und die
Traditionalisten liegen sich auf einmal mit Hans Küng,G.Alberigo,K.Rahner in den Armen…“
Der Generalobere und sein Erster Assistent Meine Referenz auf den Vortrag P. Schmidbergers hat mit Nervösität
nichts zu tun, sondern bringt im Gegenteil dem geneigten Leser Klarheit. Insofern er die Stellung dieses
ersten Assistenten und sein Verhältnis zu Bischof Fellay kennt. P. Schmidbergers neuester Vortrag ist
daher aussagekräftig und detaillierter als ein notgedrungen kurzes Interview es sein kann. Leser Ottavianis
Bitte nach einer Übersetzung schließe ich mich gerne an. – Rudolphus: 2. Nach dem Platzen des Kompromisses
mit den Bischofsweihen Falsch. Mgr. Lefebvre zog die Unterschrift unter den „Kompromiß“ keine 24h später
zurück, nachdem er erneut mit Card. Ratzinger sprach und erkannte, daß er keinen Traditionsbischof bekommen
werde. Dies aber war Bedingung gewesen für den Kompromiß: daß man Mgr. einen Traditionsbischof zugestehe
für das Weiterbestehen von Econe im überlieferten Geist. Nachdem vonseiten Roms die Bedingung nicht
erfüllt wurde, war das Zurückziehen der Unterschrift logisch. Erst einige Zeit danach erfolgten die
Hilfsbischofsweihen. Romano kann nachlesen, daß ich ihm bereits am 19. Januar 2006 21:32 hier die Antwort
auf seine „Frage“ gab: Schon zu Paul VI. hatte der Erzbischof gesagt, was es bedeutet, das Konzil im Licht
der Tradition zu interpretieren: „Alles, was dann der Tradition widerspricht, wäre zu verwerfen.“ Kein
inhaltlicher Unterschied zu 1986: „Ich akzeptiere von diesem Konzil und seinen Reformen alles, was in
voller Übereinstimmung mit der Tradition steht.“
@ Rudolphus Was Sie sagen, leuchtet mir ein. Es würde auch erklären, warum manche FSSPX-Apologeten etwas
konsterniert darüber erscheinen, dass Weihbischof Fellay diese Formel wieder aufgegriffen hat. Möglicherweise
spiegeln – ähnlich wie die verehrte Catharina dies angedeutet hat – die beiden widersprüchlichen Aussagen
zum II. Vatikanum sowohl die Zerrissenheit von Bischof Lefebvre als auch die zwei „Seelen in der Brust“
der FSSPX wider.
#49 Athanasius 13:01:22 | Freitag, 20. Januar 2006
Wer glaubt… …daß Erzbischof Lefebvre und Benedikt XVI. das gleiche mit „das Konzil im Lichte der
Tradition“ meinen, irrt sich gewaltigt, da Lefebvre thomistisch dachte und Benedikt hegelianisch denkt.
„Wir“ tun uns hier nicht schwer, wir warnen lediglich die jenigen die glauben das Konzil sei ganz – ohne
Entfernung bzw. Korrektur – „zu akzeptieren“ in der Ansicht der FSSPX, daß dies nicht der Fall ist. Das
wäre geradezu allzuleicht für einige hier, die am liebsten die Konzilskritiker „ohne Heimat“ sähen,
wie Höck es hier – mit lesbarer Freude – niederschrieb. Aber nochmal, das II. Vatikanische Konzil steht
in westenlichen Punkten, vor allem Ekklesiologie, Ökumenismus und Religionsfreiheit direkt der überlieferten
katholischen Lehre der Hl. Römischen Kirche gegenüber! Das leugnet auch Benedikt XVI. nicht, als er
am 22. Dezember von „Korrekturen“ und „Änderungen“ der früheren Lehre sprach. Der „Wandel“ ist aber
direkter Indikator für Modernismus bzw. Neo-Modernismus. Aber es wird eine „Versöhnung“ kommen, denke
ich. Darin muss man reell sein.
Lefebvre revidierte Meinung Dies ist der Eindruck, den der oberflächliche Beobachter gewonnen hat: 1.
Lefebvre stimmte 1988 dem Kompromiß zu mit der Formel „Concil im Licht der Tradition“. 2. Nach dem Platzen
des Kompromisses mit den Bischofsweihen wurde auch gegen diese Formel polemisiert: Manche Concilsbeschlüsse
sind direkt häretisch – können also auch nicht „im Licht der Tradition“ orthodox gedeutet werden. Conclusio:
Die Formel 1988 dürfte der FSSPX-Chef nicht mehr unterschreiben.
@ Laurentius Ich stimme Ihnen in beiden Punkten grundsätzlich zu. Auch ich denke, man muss die weitere
Entwicklung des „Charismas“ der Tradition abwarten und darf die Entwicklung getrost dem Heiligen Geist
anvertrauen. Dann wird sich – ähnlich wie bei anderen Charismen – sicherlich auch die Spreu vom Weizen
trennen. Aber es ist natürlich klar, dass sich Rom nicht den Positionen der FSSPX „unterwerfen“ wird.
Das wäre auch im Hinblick auf die Schwächen des Traditionalismus (so wie er von manchen Anhängern der
FSSPX vertreten wird) überhaupt nicht wünschenswert. Die Widerstände gegen eine Versöhnung mit der
FSSPX, insbesondere gegen eine uneingeschränkte Freigabe der Tridentinischen Messe, in Kurie und bei
den Ortsbischöfen betrachte auch ich mit Sorge. An diesem einen Punkt sollte m.E. aber auch die FSSPX
keine Kompromisse machen – obwohl die Versuchung groß sein mag, eine Art „Oligopol“ bestimmter Gruppen
auf den traditionellen Ritus festzuschreiben. Im Hinblick auf den Umgang mit dem alten Ritus wird sich
wohl zeigen, ob unser Papst Kraft und Mut hat, eine richtige, aber hoch umstrittene und emotional sehr
hoch besetzte Weichenstellung vorzunehmen. Beten wir, dass alle Beteiligten die Kraft zur Versöhnung
aufbringen!
#46 Laurentius2 11:56:06 | Freitag, 20. Januar 2006
Interview gibt Zuversicht/ aber zwei Probleme Die Äußerungen des Traditionsbischofs geben Anlaß zur
Zuversicht. Zwei Probleme bleiben: 1.) Kann man das Charisma der Tradition der ganzen momentan chaotischen
Kirche adhoc zur Vorschrift machen ? Ich halte das kirchenpolitisch für unmöglich. Kann sich dieses
Charisma nicht eher aus der Gemeinschaft der endlich rehabilitierten Traditionalisten heraus in die Kirche
entwickeln? Letztlich werden diesen Prozeß der Rückbesinnung doch eh die suchenden, nicht mehr durch
die modernistische Liturgie (für Kleinkinder) angesprochenen und von der fiedeistisch-ökumenistischen
Rahnertheologie enttäuschten Gläubigen mitentscheiden. 2.) Was werden die Modernisten nun alles in Gang
setzen, um ihre Niederlage zu verhindern ? Sie wissen, sind die Tradis erst wieder voll etabliert und
damit für die brav-katholisch-konservative Masse der einfachen Gläubigen zugänglich geworden, ist ihre
endgültige Niederlage und ihre Verdrängung aus Seminaren, Redaktionen, aufzulösenden Labergremien und
Hochschulen nur noch eine Frage der Zeit. Deshalb werden sie volles Sperrfeuer unter Einsatz aller Mittel
geben !!! Beten wir für den Papst.
Ratlosigkeit? Ja werter Herr Höck, auch ich habe den Eindruck, dass sich manche der FSSPX-Apologeten
unglaublich schwer mit dem Satz „Nous acceptons le concile examiné à la lumière de la Tradition.“ tun
und diesen Satz nun in der Manier, die sie sonst den „Modernisten“ vorwerfen, in sein Gegenteil verkehren
wollen. Daher darf ich auch an Marcel meine – bislang unbeantwortete – Frage richten, welcher der beiden
Sätze „Wir akzeptieren das Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“ und „Die Priesterbruderschaft lehnt
es daher ab, das Konzil und seine Reformen anzunehmen […]“ die „immer schon“ artikulierte Position der
FSSPX korrekt wiedergibt! Meiner bescheidenen Meinung nach kann nur eine der beiden Aussagen richtig sein
(oder ist die FSSPX vielleicht doch in das Lager des Hegelianismus übergelaufen? ).
@ Marcel: Französisches Original Hier die spannende Formulierung: Avec Benoît XVI, la discussion va
se concentrer sur la question de l’acceptation du concile. Nous allons repartir de la formule proposée
en 1988 par Mgr Lefebvre – „Nous acceptons le concile examiné à la lumière de la Tradition.“ Ich finde
die Übersetzung gelungen.
Keine Einheit ohne Wahrheit: Es wird keinen faulen Kompromiss geben Athanasius liegt richtig mit seiner
Aussage über die irrige Philosophie des Papstes und gibt in eigenen Worten Bischof Fellay, P. Schmidberger
und andere FSSPX-Oberen wider. Siehe Mgr. Fellays zweiteilige Analyse des Papstes in den letzten offiziellen
Mitteilungsblättern: Acrobat Teil 1 (ab S. 14) www.fsspx.info/…e/pdf/mb-2005-10.pdf, und Teil 2 (ab
Seite 11) www.fsspx.info/…e/pdf/mb-2005-12.pdf. Somit sagen auch Dr. Regazzoni und die anderen Traditionellen
im Kern nichts anderes. Die Freunde des liberalen Katholizismus können es sich sparen, die FSSPX-Oberen
gegeneinander und die Laien gegen diese auszuspielen. Dieses „Taktik“ wird seit Jahrzehnten erfolglos
betrieben und langweilt maßlos. Übrigens halte man sich beim Interview Mgr. Fellays an das französische
Original www.laportelatine.org/…113/apic20060113.php. Meine früher erwähnte englische Teilübersetzung –
auf welcher Vorlage basiert die teilweise Übersetzung von Kreuznet? – trifft nach Aussagen von französischen
Muttersprachlern die Worte Mgr. Fellays nicht gut. Der erste Assistent der FSSPX und Vertraute Bischof
Fellays, P. Schmidberger, hielt am 15. Januar 2006 in den USA einen Vortrag; drei Tage nach dem Interview
Mgr. Fellays. Lese man ihn hier als Leserzeitung www.kreuz.net/bookentry.214.html, um Mgr. Fellays Aussagen
richtig zu verstehen. Einen guten Tag wünsche ich.
die meinung der Priesterbruderschaft und Mgr Lefebvres war immer das es ein konzil war. Sowohl Mgr Lefebvre
als auch Mgr de Castro Meyer war ja Konzilväter sehr aktive sogar
#39 Athanasius 10:54:09 | Freitag, 20. Januar 2006
@Thomas Höck Es wurde auch nicht gesagt alles in Dignitatis Humanae sei direkt häretisch, aber bestimmte
Teile des Konzilsdokumentes beinhalten Irrtümer, nämlich, daß der katholische Staat kein Recht hat
katholisch zu sein und andere Religion in ihrer ÖFFENTLICHEN Ausübung zu begrenzen. Die Addition an
DH 1 wurde „zugegeben“ um dem Coetus Internationalis Patrum zu gefallen, dessen Mitglieder (darunter Kardinal
Spellman, Ottaviani, Bacci u. ein gewisser Erzbischof Lefebvre) sonst völlig dagegen gewählt hätten.
DH propagiert ja FORDERT den staatlichen Laizismus und die absolute Scheidung von Kirche und Staat. Auch
ein gewisser Kardinal Joseph R. hat das mal bestätigt, als er sagte, dass Gaudium et Spes und DH einen
„Gegensyllabus“ darstellten. Der Widerspruch ist deutlich, und nicht NUR DH ist das Problem, nämlich
auch die Interpretation der Ekklesiologischen Aussagen V. II, die Irrtümer sind (subsistit usw.).
Neue Töne Im Gegensatz zu Ihnen hat Benedikt XVI. am 22. Dezember bei seiner Rede an die römische Kurie
erklärt, daß die Kirche in der Frage der Religionsfreiheit konstant geblieben sei. Bischof Fellay: Nicht
ganz, denn er führte die Unterscheidung zwischen einem Bruch in der Form und einer Kontinuität im Prinzip
ein. Zumindest hat der Papst den Willen, das Konzil neu zu lesen – es anders darzustellen. Hat Ihnen diese
Rede des Papstes gefallen? Bischof Fellay: Ja – wegen ihrer Klarheit, ihrer Exaktheit und ihrem Willen,
die wahren Fragen zu stellen. Aber nach meinem Empfinden geht sie heute noch nicht weit genug. Damit ein
Konzil im Lichte der Tradition interpretiert werden kann, muß es auch wirklich ein Konzil sein, nicht
wahr? Bischof Fellay scheint in diesem Punkt mit einigen seiner hiesigen Apologeten nicht d’accord zu
sein. Dem „Hegelianer“ auf dem Stuhl Petri (so Athanasius, offensichtlich in Unkenntnis der idealistischen
Philosophie; denn nicht überall, wo jemand Seiten gegeneinandern abwägt und ihr Positives sieht, hat
das schon etwas mit Hegel zu tun) bescheinigt der Bischof „Klarheit“, „Exaktheit“, ja den „Willen, die
wahren Fragen zu stellen“, auch wenn es seinem „Empfinden“ nach „noch nicht weit genug“ gehe. Das Grundsätzliche
wurde durch das Graduelle ersetzt. Möge das Haupt der Kirche die Glieder zusammenführen!
Ich habe jetzt nicht alle anderen Lesermeinungen gelesen, aber das Gespräch mit Weihbischof Fellay hört
sich ermutigend an. Früher wurde meist ungefähr so argumentiert: „Was da aus Rom kommt ist wieder nur
ein Manöver.“ Diese Sprüche haben mich immer gestört. Denn „Manöver“ war negativ gemeint, als ob man
die FSSPX nun ganz raffiniert endgültig in die Tonne hauen wollte. Damit sät man nur Mißtrauen in die
Herzen der einfachen Gläubigen, die dann wie z.B. ein Dr. hier reflexiv für allen und jeden Mißstand
„V2“ schuldig sprechen. Oder andere den Papst sogar als Satansdiener beschimpfen. Ex. Fellay spricht jetzt
endlich vom beginnenden Abbau des Mißtrauens. Er redet endlich nicht mehr von „Manöver“. Ein Lichtblick.
Natürlich werden diejenigen, die heute hartgesottene Modernisten sind und z.B. den größten liturgischen
Unfug verzapfen nach einer Einigung mit der FSSPX diese nicht plötzlich lieben. Umgekehrt wird ein Schuh
draus. Wir sollen sogar unsere Feinde lieben. Auch wird es nicht an Einpeitschern fehlen, die im Namen
der Wahrheit Zweitracht säen werden. Die Losung zur Einheit heißt „sentire cum ecclesia“.
#34 Agiafortuni 23:28:59 | Donnerstag, 19. Januar 2006
die unmögliche Einigung Der Hinweis auf die Zweideutigkeit der Texte ist treffend. Wozu dann eine Einigung
mit Leuten die unfähig sind klar zu denken. Von einem Gesinnungswandel bei Benedikt XVI habe ich bis
jetzt nichts gespürt. Im Gegenteil, er will den Kurs JP II weiterführen und möchte die Synagoge besuchen.
Mir ist jede Form von Antisemitismus abhold. Die Synagoge ist das Gebetshaus der Juden aber immerhin,
dort wird Jesus Christus als der Sohn Gottes und Erlöser nicht anerkannt und angebetet. Was hat also
Benedikt XVI dort zu suchen? Kann er mit solchen Schritten überhaupt glaubwürdig sein für einen rechtgläubigen
Katholiken
Papst Pius VI. – Unschärfe der Texte Das Geburtsproblem von V.II ist die Unschärfe der Texte In geradezu
prophetischer Weise hat dies schon Papst Pius VI. treffend beschrieben: „…Indem sie (die Neuerer) die
Verletzung katholischer Ohren fürchten, bemühen sie sich häufig, die Schlingen ihrer Fangnetze durch
schlaue Bemäntelung der Worte zu überdecken, damit der Irrtum, der in der Mehrdeutigkeit versteckt ist,
leichter unbemerkt in die Seelen eindringe… Und gerade diese verdeckte und trügerische Weise der Auseinandersetzung,
die in jeder Art sprachlicher Darstellung lasterhaft ist: sie ist in einer Synode am wenigsten zu dulden.
Das Lob einer Synode besteht ja besonders darin, daß sie beim Lehren jene klare Weise des Ausdruckes
einhalte, welche keine Gefahr des Anstoßes mehr zurückläßt. Wenn daher etwas in dieser Art gesündigt
worden ist, so kann es nicht verteidigt werden durch die heimtückische Entschuldigung, welche vorgebracht
zu werden pflegt: nämlich daß das, was sich als gefährlich gesagt herausstellt, an anderen Stellen
deutlicher erklärt oder auch verbessert aufgefunden wird, so, als ob die leichtfertige Willkür… nicht
weit mehr zur Fortpflanzung als zur Entschuldigung des Irrtums geeignet wäre… Dies ist in Wirklichkeit
der verderblichste Kunstgriff, um einen Irrtum einzunisten.“ Papst Pius VI., Apostolische Konstitution
Auctorem fidei
#32 Athanasius 22:50:37 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Korrekt Die FSSPX und ihr Gründer haben immer wieder gefordert, daß die Konzilsaussagen im Lichte der
Tradition interpretiert werden. Bei einer solchen lehramtlichen Auslegung der Konzilsdokumente würde
Unvereinbares zu früheren Lehraussagen bereinigt und mehrdeutige Aussagen in eindeutigem Sinn verbindlich
ausgelegt. In der Tat, só hat es die Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X. immer interpretiert. Aber
das heisst Reinigung von falschem Ökumenismus, und eine völlig andere Orientierung als Assisi und PRINZIPIELLE
Religionsfreiheit. Das meinen die meisten „Traditionalisten“ mit „dem II. Vat. Konzil im Lichte der Tradition“,
wie Erzbischof Marcel Lefebvre C.S.S.P. Aber Benedikt XVI. meint mit „Kontinuität mit der Tradition“
etwas ganz anderes, nämlich der Thesis (Pius IX.), Antithesis (Voltaire, Rousseau, Sillon), und Synthesis
(Dignitatis Humanae), also Hegel, statt Cajetan, und Voltaire statt Petrus, Paulus bis Pius VII., Pius
VIII., Gregorius XVI., Pius IX., Leo XIII., St. Pius X., Benedictus XV., Pius XI. und Pius XII. (Mystici
Corporis, Humani Generis, Ci Riesce, Mediator Dei).
#31 Agiafortuni 22:10:31 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Die Wiedereinführung vorkonziliaren Normen Wenn ich die Aussagen S.E. Bischof Fellay richtig verstehe,
möchte er. dass langfristig gesehen, das vorkonziliare Denken wieder zur kirchlichen Norm wird. Dem ist
beizupflichten. Leider ist zu befürchten, dass viele Kirchenfürsten – angefangen von Kardinal Kasper
sowie eines grossen Teils der französischen Prälaten – davon nichts wissen wollen und ich glaube kaum,
dass Benedikt XVI der Mann ist, der bereit ist einen grossen Teil seiner Kardinäle vor den Kopf zu stossen.
Ausserdem vertritt das Konzil eine völlig entstellte Ekklesiologie, die sich ausserhalb der Lehre eines
Bellarmins, Cajetans aber auch Leo XIII und Pius XII bewegt. Schliesslich wäre es ratsam Benedikt XVI
Verständnis von der Eucharistie und den letzten Dingen einmal zu studieren.
Derogationsverhältnis „V2 im Lichte der Tradition interpretieren“ nach Mgr. Fellay meint ein Derogationsverhältnis
zwischen sich widersprechenden Aussagen des vorkonziliaren Lehramts und der V2 -Texte, wonach bei einer
Kollision die Aussage des vorkonziliaren Lehramts gilt und die Konzilstexte entsprechend zu ignorieren
oder zu korrigieren (evtl. zunächst einmal durch die Eingabe von Dubia) sind. Alles andere wäre absurd.
Damit kannn ich leben. Anzunehmen, Mgr. würde jemals den Ideen von Freimaurern (Religionsfreiheit, Ökumenismus,
One-World-Vision, etc.) huldigen ist doch grotesk und realitätsfern.
„Wir akzeptieren das Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“ Evelin traf den Punkt genau. Das Geburtsproblem
von V.II ist die Unschärfe der Texte. Es fehlt völlig die Präzision des Ausdruckes und der Begriffe,
die u.a. den Ruhm des Konzils von Trient und des Ersten Vatikanischen Konzils ausmachen. Vereinfacht gesprochen,
wurde diese Unschärfe von den Revolutionstheologen eingesetzt, um die große Zahl konservativer Konzilsväter
über den Tisch zu ziehen. Man schob ihnen schwammige Formulierungen unter, denen sie gerade noch mühsam
zustimmen konnten und legte diese Passagen später unter Berufung auf den unfaßbaren „Geist des Konzils“
im modernistischen Sinn aus: Bildersturm II. Daher erwiderte Mgr. Lefebvre, als Paul VI. ihm sagte, man
solle das V.II doch im Licht der Tradition sehen, _was_ das bedeutet: „Alles, was dann der Tradition widerspricht,
wäre zu verwerfen.“ So verwarf er u.a. die Erklärung über die Religionsfreiheit, da unvereinbar mit
der überlieferten Lehre, und die Pastoralkonstitution, da ihrer Gesinnung nach inakzeptabel unkatholisch.
Im „Offenen Brief an die ratlosen Katholiken“ schrieb Mgr. 1986: „Ich akzeptiere von diesem Konzil und
seinen Reformen alles, was in voller Übereinstimmung mit der Tradition steht.“ Die FSSPX und ihr Gründer
haben immer wieder gefordert, daß die Konzilsaussagen im Lichte der Tradition interpretiert werden. Bei
einer solchen lehramtlichen Auslegung der Konzilsdokumente würde Unvereinbares zu früheren Lehraussagen
bereinigt und mehrdeutige Aussagen in eindeutigem Sinn verbindlich ausgelegt.
@ catharina Wissen Sie, dieses Spiel von Einigung und doch nicht Einigung – nach dem Motto Katz und Maus –
spielen V2-Rom und FSSPX jetzt schon seit fast 20 Jahren (genau seit 29. Juni 1987: Ankündiung der Bischofsweihen
durch Erzbischof Lefebvre). Bisher ist es trotz einer Unterschrift von Erzbi. Lefebvre – dieser hatte
in der FSSPX unvergleichlich mehr persönliche Autorität als Bischof Fellay – nie zu einer dauerhaften
Einigung (die bisher einzig hat ca. 12 Stunden gehalten) gekommen. Und da redet man von Einigung, weil
Bischof Fellay ein Interview gibt? Was genau der Inhalt der Formel „V2 im Lichte der Tradition interpretieren“
ist, weiß kein Mensch, Fellay nicht und auch nicht der Hl. Vater. Da kommen dann sicherlich die einzelnen
Knackpunkte aus der Büchse der Pandora – die da V2 heißt und eine Räubersynode war – hervor: Streit
für die nächsten 100 Jahre, solange Rom nicht zur Tradition zurückkehrt. Ich weiß nicht, ob wir zu
Lebzeiten eine „Einigung“ erleben werden. Bis dato sind übrigens die zwei Vorbedingungen der FSSPX nach
wie vor nicht erfüllt: Klarstellung, das jeder Priester die alte Messe lesen darf und Klarstellung, dass
es keine Exkommunikation der vier Weihbischöfe, Erzbischof Lefebvres und Bischof Castro-Meyers gegeben
hat. Scheinbar – aber sicherlich umsonst und ganz gewiß arg verfrüht – freuen sich die Halbkonservativen
unter mir, weil sie eine Aufgabe von FSSPX-Positionen in der Formel „V2 nach der Tradition interpretieren“
wittern. Der Gatte der Evelin
#27 catharina 20:40:30 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Merkwürdigkeiten Es berührt schon eigenartig, daß die üblichen Lobgesänge auf Bischof Fellay vonseiten
der FSSPX-nahen Teilnehmer plötzlich ausbleiben. Daß man nicht mehr den Mut dieses Gottesmannes rühmt.
Daß man nicht mehr davon spricht, an seinen Kurs müsse man sich unbedingt halten. Und daß andere, die
sich bisher sehr kritisch über die Priesterbruderschaft äußerten, mit einem Mal versöhnlicher, ja
fast wohlwollend klingen. Meiner bescheidenen Meinung nach hängt das alles mit der schon lange zu beobachtenden
Widersprüchlichkeit zusammen, die bereits bei Erzbischof Lefebvre festzustellen war. Einmal behauptete
er, nichts anderes als das Experiment der Tradition machen zu wollen; man möge ihm das doch gestatten,
da ja auch sonst alles gestattet werde. Ein anderes Mal war zu vernehmen, Rom müsse sich bekehren, es
sei modernistisch, ja antichristlich besetzt. Man las in seinen Schriften einerseits, das Konzil müsse
als lehramtlicher Text betrachtet, aber eben im Licht der Tradition ausgelegt werden. Man las aber auch
ganz andere Aussagen. Bischof Fellay scheint auch in dieser Hinsicht die Tradition des Erzbischofs fortzusetzen.
#26 virOblationis 20:27:37 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Papst-Zitat Wenn ich Benedikt XVI. recht verstehe, gibt er der Verwerfung der Religionsfreiheit im herkömmlichen,
metaphysischen Sinne recht (stimmt also mit der „Tradition“ überein); er sieht sie nur als notwendig
an in bestimmten geschichtlichen Konstellationen (vgl. den Begriff der Toleranz) und will sie denen gewähren,
die sich der Wahrheit gegenüber versperren (daß niemand zur Anerkenntnis der Wahrheit gezwungen werden
kann, bestreitet auch die „Tradition“ nicht; selbst ein mitunter heilsamer Zwang befreit den einzelnen
nicht von der ihm aufgegebenen Entscheidung zur Wahrheit).
#24 Athanasius 19:07:32 | Donnerstag, 19. Januar 2006
What a stir! Viele erwarten hier eine Versöhnung der Priesterbruderschaft St. Pius X. und der Vatikanischen
Institution in den kommenden Monaten. Von einer „Rückkehr in die Kirche“ kann nicht die Rede sein, davon
war bei Campos auch keine Rede, wenn auch diese Versöhnung damals in den Zeitungen überall in der Welt
als „Ende eines Schismas“ beschrieben wurde – mit Absicht falsch also. Angesagt wurde eine FSSPX-Versöhnung
von Spekulanten für Ostern 2006, also für den April. Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen einer
Apostolischen Administration und einer Personalprälatur? Eine Apostolische Administration und eine Personalprälatur
sind meinen Informationen nach die gleiche Konstruktion, und zwar direkt dem Vatikan und dem Papst unterstehend.
Die Administration wird von einem Prälaten geleitet, wie im Fall von Opus Dei. Für die FSSPX wurde bereits
2000 vom Vatikan eine Opus Dei-ähnliche Struktur vorgeschlagen, und dann mit noch mehr Unabhängigkeit –
von den lokalen Diözesen, meine ich dann. Ich stehe einer „Versöhnung“ persönlich aber sehr kritisch
gegenüber, aus den bekannten Gründen.
@ Athanasius Warum tun Sie sich so schwer, meine simple Frage zu beantworten? Was bedeutet „akzeptieren/annehmen“
anderes als das, was ich anzudeuten versuche? Sie sagen doch in der Sache, dass das Konzil abzulehnen
sei (oder verstehe ich Sie falsch)? Ich bin durchaus nicht der Auffassung, dass „alles dem Wandel“ unterliege,
und würde deswegen z.B. sagen, dass „Nostra aetate“ und „Dignitatis humanae“ im Lichte der Aussagen des
Konzils von Florenz interpretiert werden müssen. Umgekehrt ist aber auch der Satz „Extra ecclesiam nulla
salus“ einer Auslegung zugänglich ist.
#22 Benedikt 19:00:57 | Donnerstag, 19. Januar 2006
@ Rudolphus can 371 § 2: Eine Apostolische Administratur ist ein bestimmter Teil des Gottesvolkes, der
wegen besonderer und wirklich schwerwiegender Gründe vom Papst nicht als Diözese errichtet wird und
dessen seelsorgliche Betreuung einem Apostolischen Administrator übertragen wird, der sie im Namen des
Papstes zu leiten hat. Eine Prälatur ist einfach eine Organisationsform, die entweder auf ein Territorium
(Territorialprälatur) oder einen Personenkreis (Personalprälatur) beschränkt ist. Ich denke, in dieser
Frage kommt es darauf an, welche Form die Freiheit der FSSPX garantiert und gleichzeitig nicht jedes Bistum
eine Doppelstruktur bekommt, in der man sich durch geschickte „Wechsel“ der Jurisdiktion des Diözesanbischofs
oder des Prälaten entziehen kann.
#19 Athanasius 18:51:04 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Nein, nein Wandel. Völlig falsch, denn darin sagen Sie dass sich Papst Pius IX. und die Päpste bis Pius
XII. und die vor Pius IX. geirrt haben bei der Ausübung ihres authentischen Magisteriums! Wenn bei Ihnen
alles dem Wandel unterliegt, wieso könnte dann ein P. Jone diejenigen die die Religionsfreiheit verteidigten
als „Häretiker“ einstufen, während man dies ja nur tun kann bei Ablehnung von Doktrin defide divina
Dieser „Wandel“ ist völlig modernistisch und Kern der modernistischen Theologie. Ich dachte, die Kirche
war unfehlbar in Glaubenslehre UND in Sittenlehre! Vatikanum II. hat zur prinzipiellen Religionsfreiheit
aufgerufen und VERBOTEN, dass katholische Staaten den Katholizismus als Staatsreligion anerkannten und
die Kirche soweit wie möglich förderten. Der Staat musste auf einmal laizistisch sein, und der nachkonziliare
Vatikan hat dies u.a. im Fall des Kantons Wallis, sogar abgezwungen! Es gibt einen Bruch. Das ist klar.
Aber hier nicht in 500 Worten zu beschreiben. Jeder der es liest, weiss es. Vielleicht kommt gleich noch
einmal eine Äusserung, dass zwar das Konzil von Florence ex cathedra definiert hat, an sich gut war,
aber der modernen Antropologie und Philosophie nach verändert werden muss, oder dass man den päpstlichen
Primat (Dogma) aufgibt, da das „damals richtig“ wäre, aber heute (mit den Schismatikern des Ostens) nicht
mehr zutreffe, wie Cardinal Ratzinger selber bereits behauptete in u.a. Katholische Prinzipienlehre.
Freude Auch wenn eine Einigung noch nicht erziehlt ist, darf ich meine teif empfundene Freude über die
Worte Bischof Fellays ausdrücken und bin in meiner Hoffnung auf eine Bereicherung der Kirche durch einen
neuen Orden oder eine Prälatur, die aus der FSSPX hervorgehen müsste, gestärkt.
#17 Rudolphus 18:49:12 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Eine Sensation! Was hier so beiläufig berichtet wird, ist eine Sensation – eine Einigung zwischen FSSPX
und dem nachconciliaren Rom. Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen einer Apostolischen Administration
und einer Personalprälatur?
@ Athanasius Was bedeutet es denn dann Ihrer Meinung nach, das Konzil (im Lichte der Tradition) zu akzeptieren?
Könnte das nicht heißen, (1) Traditionsbrüche durch Auslegung im Lichte der Tradition von vornherein
zu vermeiden und (2) das (wenige) anzunehmen, was das Konzil „neu“ gesagt hat. Letzteres kann sich ja
ohnehin nur auf Abweichungen gegenüber dem nicht-unfehlbaren Lehramt früherer Päpste (insbesondere
Enzykliken) beziehen. Oder was bedeutet „akzeptieren“?
Abgerechnet wird ohnedies nach dem Tod, wozu also Gesetze? Echtes Verständnis im Sinne von Höck von
„Religionsfreiheit“ bedeutet freie Bahn für die Irrlehrer und falschen Propheten. Abgerechnet wird ohnedies
nach dem Tode eines Menschen. Getreu dieser Logik: Weg mit allen Gesetzen, insb. Strafgesetzen, die Menschen
sollen machen was sie wollen, abgerechnet wird nach dem Tod. Die metaphysische Verurteilung reicht, wir
brauchen auf Erden keine Gesetze! @ Romano: und ob! Was häretisch ist, muß ausgeschieden werden; wahlweise
z.B. groß rot durchgestrichen werden! Der Gatte der Evelin
#14 ottaviani 18:32:58 | Donnerstag, 19. Januar 2006
die reformen sind eben nicht aus einer authentischen interpretation der konzilsdokumente es liegt wie
ich schon sagte an dem papst eine traditionele interpretation des konzils vorzulegen es gibt pasage in
den dokumenten die eben nicht der tradition entsprechen darüber muß jetzt eben verhandelt werden daher
hat es ja die Priesterbruderschaft immer abgelehnt über eine praktische lösung zu reden bevor die theologischen
fragen nicht geklärt sind
@ Evelin Und was das bedeutet, überlegt sich keiner hier? Es bedeutet, Aufhebung der häretischen Dokumente
Dignitatis Humanae, Nostra Aetate, Unitatis Redintegratio, Passagen aus Gaudi und Spesen (oder das Ganze)
usw. Damit ist auch klar, dass es keine „Konzil“ war, mag auch der semantische Betrug aufrecht erhalten
werden… Sie wollen uns damit aber nicht sagen, dass dies die Bedeutung des Satzes „Wir akzeptieren das
Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“ ist? Das können Sie nicht ernst meinen.
#11 Athanasius 18:25:00 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Bitte Nein, denn was Erzbischof Lefebvre mit „im Lichte der Tradition“ meinte, war etwas ganz anderes
als was Benedikt XVI damit meint. Erzbischof Lefebvre geht – historisch, theologisch und doktrinär richtig –
von einem Bruch aus, die es tatsächlich gibt, ja sogar von Wiedersprüchen mit der vorkonziliaren Lehre.
Benedikt XVI. geht von „Kontinuität“ aus, was aber etwas ganz anderes bedeutet als „ohne Widersprüchlichkeit“.
War es nicht ein Kardinal Ratzinger der sagte, Gaudium et Spes und Dignitatis Humanae stellten eine Art
„Gegensyllabus“ dar? Benedikt XVI. geht – als Hochintell. doch auch hegelianisch geprägter Theologe –
von „Entwicklung“ der Lehre aus, auch mit Widerspruch, Gegenspruch ja „Korrektur“ der vorkonziliaren Lehre.
Wenn aber die vorkonziliare Lehre falsch war, denn diese bedarf – dem Theologen Ratzinger nach – der Korrektur,
wer garantiert uns denn wohl ob die heutige konziliaren Lehren „gut“ und „zu gehorchen“ sind, wie es die
neokonservativen und moderat-modernistischen Kleriker uns vorspiegeln? Es gibt ein Bruch, der aber nicht
anerkannt wird. Am 22. Dezember wurde das II. Vat nochmal gelobt für seine Auswirkungen, etwas was realistischen
nicht-katholsichen Beobachtern erstaunte, als diese die Lage der Kirche heute betrachteten. Die „Evolution
der Doktrin“ ist übrigens wesentlich im modernistischen Gedankengut. Es ist aber keine Kontinuität,
sondern Zerstörung des Römisch-katholischen Glaubens. Wer dies nicht einsieht, ist freiwillig blind.
„Wir akzeptieren das Konzil betrachtet im Licht der Tradition.“ Und was das bedeutet, überlegt sich keiner
hier? Es bedeutet, Aufhebung der häretischen Dokumente Dignitatis Humanae, Nostra Aetate, Unitatis Redintegratio,
Passagen aus Gaudi und Spesen (oder das Ganze) usw. Damit ist auch klar, dass es keine „Konzil“ war, mag
auch der semantische Betrug aufrecht erhalten werden… Im übrigen ist das wohl nicht schon das konkrete
Endprodukt von Verhandlungen (die an sich überflüssig sind; Rom braucht nur zur eigenen Lehre und Tradition
zurückkehren), sondern da geht es erst in die Vollen. Wo da ein Widerspruch zum bisher Gesagten liegen
soll, wissen wohl nur die halbkonservativen und halbtraditionellen Diskutanten von unterhalb. Wahrscheinlich
ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Der Gatte der Evelin