Verbrechen
Kleriker wegen Coca Cola im Kerker
Cola in der Kehle und Geschwüre auf der Haut. Dem Staat ist das recht: auch in Indien sind die Behörden und die Medien von multinationalen Firmen gekauft.
(kreuz.net/ICNS, Benares) Eine Demonstration gegen eine Coca Cola Fabrik hat zwei katholische Priester und einen Buddhistischen Mönch in den Knast gebracht. Die drei gehörten zu Hunderten von Demonstranten in der nordindischen Stadt Benares unweit der Grenze zu Nepal.

Die Proteste entzündeten sich an der Coca Cola Fabrik in der Stadt. Die Demonstranten erklären, daß die Fabrik die Trinkwasserquellen der Menschen überlaste.

Pater Alex und Pater Anand von der „Indischen Missionsgesellschaft“ wurden von der Polizei niedergeknüppelt und verhaftet, weil sie den Marsch der Menschen zusammen mit sozialen Aktivisten anführten. Benares ist auch die heilige Stadt der Hindus. P. Alex und P. Anand arbeiten für die Diözese von Benares.

Die Polizei verhaftete über 200 Menschen. Die Priester und einige andere Verhaftete wurden später wieder freigelassen.

Die Priester erklärten, daß die Behörden den Protesten darum feindlich gegenüberstünden, weil sie alle bestochen seien: „Auch die Medien sind von den multinationalen Firmen gekauft“, fügte der Priester hinzu.

Die Marschierer sagten, daß die Wasserquellen der Menschen wegen der in der Gegend ansässigen Abfüllstationen von Coca Cola und Pepsi Cola austrocknen.

P. Anand bezeichnete den Kampf gegen die multinationalen Gesellschaften als „Indiens zweiten Freiheitskampf“ nach dem ersten, der 1947 die britische Kolonialmacht aus dem Lande trieb.

„Damals gab es nur die ‘Ostindien Gesellschaft’. Jetzt müssen wir gegen mehr als 4000 multinationale Gesellschaften kämpfen. Mehr als 3000 weitere stehen bereits an der Türe.“

Der Anti-Cola-Marsch begann am 15. November. Die Polizei schritt erst am Ende des neuntägigen Zuges ein. Von Tag zu Tag schlossen sich mehr Menschen der Bewegung an. Am Schluß waren es nach Angaben des Priesters ungefährt 2000 Personen.

Die Abfüllstation pumpt 2.5 Millionen Liter Wasser pro Tag aus dem Boden. Damit ist das Grundwasservorkommen von 10 Metern auf über 20 Meter unter der Oberfläche abgesunken. In der Gegen herrscht allerdings kein Wassermangel, weil der Fluß Ganges in der Nähe vorbeizieht.

Schlamm und Schmutzwasser von der Flaschenreinigungsanlage haben das bebaubare Land vergiftet und es unfruchtbar gemacht. Frauen, die in den Reisfeldern arbeiten, leiden an Hautgeschwüren an Händen und Beinen.
      
1 Lesermeinung
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#1   Dolfus   20:38:29 | Montag, 6. Dezember 2004
Multis und ihre Statthalter
Die Erde ist an leider zu vielen Plätzen ein sehr trister Ort, ein Tal der Tränen.
Multinationale Konzerne regieren, und die Politiker sind nur mehr Administratoren.
Würde US-Präsident Bush tatsächlich seinem so christlichen Gewissen folgen, würde er einem Attentat zum Opfer fallen, wie seinerzeit einer der wenigen großen US-Präsidenten 1963, John F. Kennedy.
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