Kürzlich behauptete die britische Tageszeitung ‘Times’, daß der Vatikan Judas Iskariot „rehabilitieren“ wolle. Jetzt meldete sich der zitierte Kronzeuge selber zu Wort.
(kreuz.net, Vatikan) Am 12. Januar verkündete die Londoner Tageszeitung ‘Times’, daß es im Vatikan Bestrebungen
gebe, Judas Isakriot – den Verräter Christi – zu rehabilitieren.
Als Hintermann dieser Bemühungen ortete
die ‘Times’ keinen geringeren als den Präsidenten der ‘Päpstlichen Kommission für Historische Wissenschaften’,
Mons. Walter Brandmüller.
Mons. Brandmüller war bis zu seiner Emeritierung Professor für Kirchengeschichte
in Augsburg und lebt jetzt als Kanoniker von St. Peter im Vatikan.
Die ‘Times’ bezog sich auf Aussagen,
die der Monsignore vor der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ gemacht haben soll. Er habe dabei gefordert,
die Geschichte des Judas Iskariot „neu zu lesen“.
Der Aufhänger für den Artikel in ‘La Stampa’ ist die offenbar medienwirksame Ankündigung
der Veröffentlichung eines bisher unbekannten Manuskripts durch die Basler ‘Maecenas Stiftung für antike
Kunst’ und die US-Zeitschrift ‘National Geographic’ zu Ostern 2006.
Das Manuskript soll den Text des
sogenannten Judasevangeliums enthalten, von dem man bisher nur aus Erwähnungen bei frühen Kirchenvätern
und Kirchenschriftstellern wußte.
Im Judasevangelium wird der Verräter Christi als Held und Eliteapostel
dargestellt.
Vor der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’ erklärte Mons. Brandmüller am Donnerstag,
daß der Bericht in der ‘Times’ „jeglicher Grundlage“ entbehre:
„Als ich die ‘Times’ las, erfuhr ich
erst von dieser Kampagne und daß ich sie angeblich leite.“
Er habe nicht mit der ‘Times’ gesprochen
und verstehe auch nicht, wie diese Idee entstanden ist.
Zum Judasevangelium erklärte Mons. Brandmüller,
daß es sich dabei um eine Art religiösen Roman handle, der nicht als dokumentarische Quelle für die
geschichtliche Gestalt des Judas dienen könne.
Dem Zeugnis der Väter nach ist das Judasevangelium ein
ursprünglich griechischer Text gnostischen Ursprungs, der von der – ebenfalls über die Kirchenväter
bekannte – Kainitensekte um die Mitte des zweiten Jahrhunderts geschrieben worden sei, so Mons. Brandmüller:
„Diese Sekte schrieb allen negativen Gestalten der hebräischen und christlichen Schriften, wie beispielsweise
der verführerischen Schlange, Kain – von dem sich ihr Name herleitet –, Esau oder dem Apostel Judas,
einen positiven Wert zu.“
Die Entdeckung dieses Manuskripts sei nicht für das Verständnis der Evangelien,
wohl aber im Kontext der frühchristlichen Literatur interessant.
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28 Lesermeinungen
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Kopfschüttelnd… Nun, wenn ein Kommunist schlampig mit seiner Sprach umgeht, was soll’s? wenn aber Evangelisten
oder NT-Schreiber mit dem (vorgeblichen) Worte Gottes derart unachtsam um gehen…
Es wäre mir lieb … … und für die Diskussion auch förderlicher, wenn auf das geantwortet werden
würde, was ich gesagt(resp. geschrieben) habe und nicht auf das, was man mir unterstellt: Ich habe weder
gesagt oder auch nur irgendwie angedeutet, daß Emil Carlebach meiner Meinung nach ein biblisches Buch
verfassen wollte oder daß das, was er sagte, den Stellenwert eines NT-Buches hätte. Daß Thema ist nicht
die Kanonizität der Aussagen von Emil Carlebach, sondern der Umstand, daß eine bildhafte Sprache keine
unachtsame und schludrige Sprache ist: Jemand, der etwas „begriffen“ hat, hat es deswegen noch lange nicht
mit mit den Händen befingert; und wer etwas „erfaßt“ hat ebenso wenig. Ein „Gedankenblitz“ durchzuckt
uns gelegentlich, aber es donnert dabei in der Regel nicht. Wer denkt, daß man am „Fuß eines Berges“
darauf aufpassen muß, nicht getreten zu werden, den wird gegebenefalls die Nachricht „sauer aufstoßen“
daß dem nicht so ist. Hoffentlich „verliert er nicht den Boden unter den Füßen“ deswegen oder „versinkt
vor Scham in demselben“. Falls ihm ein „spitzer Schrei“ entfährt, wird er damit nichts ritzen können.
Wer hier überall sprachliche Schludrigkeit und Nachlässigkeit unterstellt, hat würde von den meisten
als jemand angesehen, der „Grillen im Kopf“ hat, auch wenn bei einer Trepanation seines Schädels keine
Insekten gefunden werden würden…
krepieren Ich glaube nicht, dass Emil Carlebach ein biblisches Werk verfassen wollte… und ich finde
es herrlich, wenn Emil Carlebachs Worte bei dir den Stellenwert eines NT-Buches hat…
Sprachgebrauch Ich würde diesen Sprachgebrauch weder schludrig noch unachtsam nennen. Es ist genauso
wenig schludrig und unachtsam, wie wenn man sagt, daß die Sonne „aufgeht“. Natürlich „geht“ die Sonne
nicht und vor allem nicht „auf“. Das weiß jeder. Aber niemand wirft dem, der so spricht, Schludrigkeit
und Nachlässigkeit vor und vermutet gleich, daß er auch sonst es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.
Oder ein anderes beliebiges Beispiel aus der Neuzeit: Auf einer Internetseite der DKP (www.dkp-hessen.de/…bach-haft-hameln.htm)
berichtet Emil Carlebach, ein Widerstandskämpfer, Kommunist und Jude, der im KZ Buchenwald der Lagerälteste
der Judenbaracke 22 war: „Mir war klar, daß bevor der Hitler krepiert ist, komme ich nicht mehr in Freiheit.“
Ich glaube nicht, daß Carlebach schludrig oder unachtsam diesen Gedanken formuliert hat, noch daß er
gelaubt hat, Hitler müßte buchstäblich und wirklich „krepieren“ (= zerplatzen), ehe er aus dem KZ herauskäme
…
@ Nólimon Noch heute sagt man von jemandem, der besonders schmachvollen Tod hatte, er sei „krepiert“.
Wörtlich bedeutet „krepieren“ aber „platzen“. Doch käme niemand auf die Idee, von jemandem anzunehmen
er wäre wirklich „geplatzt“, wenn er hört, dieser sei „krepiert“ wenn also im NT derart mit der Sprache
geschludert wurde, warum sollte dann an anderer Stelle des NT nicht auch so unachtsam umgegangen sein?
Zwei Berichte? Es gibt m. E. keine zwei Berichte über den Tod des Judas in der Bibel: Er hat sich selbst
erhängt. Petrus benutzt lediglich in Apg 1 eine sehr drastische, aber bildhafte Ausdrucksweise, um zu
sagen, daß es mit Judas ein besonders übles Ende genommen hat. Noch heute sagt man von jemandem, der
besonders schmachvollen Tod hatte, er sei „krepiert“. Wörtlich bedeutet „krepieren“ aber „platzen“. Doch
käme niemand auf die Idee, von jemandem anzunehmen er wäre wirklich „geplatzt“, wenn er hört, dieser
sei „krepiert“ So müssen wir das m. E. auch hier die Ausdrucksweise des Petrus in Apg 1 verstehen: Judas,
der sich selbst erhängt hatte, hatte einen besonders entehrenden Tod. Er ist „krepiert“: „mitten entzwei
geborsten“.
@Nolimon Dieser Text ist bei der Beurteilung des NT sehr wichtig; zunächst hat Flavius die dortigen Ereignisse
als Augenzeuge erlebt. Außerdem ist er einer der vielen Beweise dafür, daß Jesus gelebt hat (sofern
man ein solcher trivialer Beweis überhaupt notwendig ist). Außerdem beweist dieser Fall, daß die Apostelgeschichte
sicher vor 62, also vor der Ermordung des Jakobus, geschrieben worden ist.
Der Bericht des Josephus … … über den Tod des Jakobus im zwanzigsten Buch seiner „Altertümer“ ist
ein sehr gutes Beispiel dafür, daß es den Juden nicht erlaubt war, Todesurteile zu fällen. Er schreibt,
daß das Todesurteil des Hohen Rates gegen Jakobus illegal war und gefällt wurde, als es ein Machtvakuum
gab: der alte Prokurator war tot und der neue noch nicht da: „Als der Kaiser von dem Tod des Festus erfahren
hatte, entsandte er den Albinus als Prokurator nach Judäa. Der jüngere Ananus, der, wie gesagt, die
hohepriesterliche Würde erhalten hatte, war ein ausserordentlich stürmischer Draufgänger; er gehörte
der Sekte der Sadduzäer an, welche, wie wir schon gezeigt haben, als Richter grausamer waren als alle
anderen Juden. Dieser Ananus nun glaubte, da Festus gestorben und Albinus erst noch auf der Reise war,
die Lage sei für ihn günstig, weshalb er den Hohen Rat einberief und den Bruder Jesu, des sogenannten
Christus, der Jakobus hiess, und noch einige andere Männer vorführen liess, sie der Gesetzesübertretung
beschuldigte und zur Steinigung auslieferte.“ Josephus berichtet weiter, daß es deswegen eine Bescherde
an den neuen Prokurator gab: „Einige gingen sogar dem Albinus entgegen, der von Alexandrien her unterwegs
war, und klärten ihn darüber auf, dass es dem Ananus nicht erlaubt war, ohne sein Einverständnis die
Gerichtssitzung abzuhalten. Albinus schenkte den Worten Gehör, schrieb entrüstet an Ananus und drohte
ihm Strafe an.“ Diese Strafe bestand dann darin, daß Ananus abgesetzt wurde.
#20 DemonDeLuxe † 14:40:36 | Samstag, 21. Januar 2006
@Nólimon Nun, soweit ich weiß, ist es strittig, inwieweit der Hohe Rat eigenverantwortlich Todesurteile
verhängen durfte. Der sonst christlicherseits so geschätzte Josephus allerdings berichtet (so die Stelle
echt ist) von der Steinigung des Jakobus auf Urteil des Hohen Rates hin. Aber wie ich eben las, wird vermutet,
dass er dies erst nach der Absetzung des Pilatus wieder durfte. Genau weiß man es nicht. „Daß Pilatus
zögerte, zum Passafest einen Messiasprätendenten hinzurichten, wenn Jerusalem voller religiös hochgestimmter
Menschen war, kann ich gut nachvollziehen.“ Natürlich. Wobei der Tatbestand „sich als Messias ausgeben“
für die Römer schwerlich Relevanz gehabt haben dürfte – es ging um die politische Brisanz; man musste
Jesus also als Rädelsführer darstellen. „Ob es wirklich eine so große Anbiederung an die römische
Staatsmacht war…“ Ich denke, in Realität war man weitaus weniger zimperlich – einige Jahre später
haben die Römer denn ja auch gezeigt, wie hart sie in Palästina vorgehen konnten, wenn sie es wollten…
mit sehr wenig Sanftmut oder Zögern. Pilatus war tatsächlich ein kalter, harter Gouverneur mit wenig
Achtung vor Menschenleben oder jüdischen Gebräuchen. Die Ausschmückung mit Barrabas dürfte denn auch
freie Erfindung – ganz auf der Linie, das NT den Römern verdaulich zu machen – sein.
Der Hohe Rat … … hat das Todesurteil nicht einfach selbst verhängt, weil er es nach Errichtung der
römischen Prokuratur im Jahre 6 n. Chr. nicht durfte. Auch eine Steinigung durfte er nicht veranlassen!
Die Steinigung des Stephanus geschah nicht auf Grund eines „ordentlichen“ Todesurteiles des Hohen Rates,
sondern war illegal und ein Akt der Lynchjustiz: Stephanus verteidigte sich, „da erhoben sie ein lautes
Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und
steinigten ihn.“ (Apg 7,57) Ein Todesurteil wurde hier durch den Hohen Rat gar nicht gefällt, sondern
es durch die aufgebrachte Masse sozusagen kurzer Prozess gemacht. Daß Stephanus nicht ordnungsgemäß
zum Tode verurteilt, sondern gelyncht worden war, ist auch daran zu erkennen, daß er anständig bestattet
wurde. Wahrscheinlich ließen die Steinewerfer die Leiche nach vollbrachter Tat einfach liegen und verschwanden
schnell, ehe die Römer dazu kamen. Daß Pilatus zögerte, zum Passafest einen Messiasprätendenten hinzurichten,
wenn Jerusalem voller religiös hochgestimmter Menschen war, kann ich gut nachvollziehen. Ob es wirklich
eine so große Anbiederung an die römische Staatsmacht war, sich eine Geschichte auszudenken, in der
ein römischer Prokurator ein ungerechtes Urteil fällt, weil er von den Eingeborenen erpreßt wurde:
„„Wenn du ihn freiläßt, bist du kein Freund des Kaisers! Wer sich als König ausgibt, stellt sich gegen
den Kaiser!“ (Joh 19,12)
@ Demon Ihr Problem ist der Vertrauensvorschuss, den Sie offenbar jeder Theorie gewähren, vorausgesetzt,
sie unterscheidet sich von den Lehren der Religion. Die nachfolgenden Christen hatten keine so hohe Meinung
von Pilatus – trotz der vergleichsweise positiven Darstellung. Kein Wunder: Zwar hat Pilatus durchaus
Bedenken, aber am Ende hängt er die Staatsräson höher als sein Gewissen, er ist also ein Feigling.
Aber natürlich ist dennnoch klar: Alles das MUSSTE passieren, damit sich die Schrift erfüllt.
#17 DemonDeLuxe † 02:35:50 | Samstag, 21. Januar 2006
@Benedikt Dann verraten Sie mir doch bitte bei der Gelegenheit, warum der Sanhedrin das Todesurteil nicht
einfach selbst verhängt hat? Denn STEINIGUNGEN durften die ganz ohne römische Einmischung veranlassen.
Ernsthaft, das hat mir schon als kleinem Jungen zu schaffen gemacht, im Reli-Unterricht. Die ganze Pilatusgeschichte
wirkt einfach so konstruiert… Vor einer Weile las ich dann von der Theorie, dass die heutige Darstellung
eine bewusste Anbiederung an die Römer sei, in deren Gebiet sich das Christentum ja gerade ausdehnen
wollte – daher die merkwürdige Handwachungsgeste und das regelrecht salomonische Auftreten Pilatus. Ich
muss sagen: Das erschien mir auf Anhieb plausibler als die tradierte Fassung; auf einmal ergab das (vor
dem Hintergrund des cui bono) einen Sinn.
@ GerdEric Ach so, Sie waren natürlich dabei und können Auskunft über die waren Umstände vom Leben
Judas’ geben, das hatte ich ja ganz vergessen. Ich für meine Teile kenne einige Theorien über Judas
und seine Motive und alle lassen einen Selbstmord plausibel erscheinen.
@ GerdEric doch dass die „Evangelisten“ dies nicht ehrlich beschrieben, sondern Rufmord betrieben, zeigt
sich eindeutig. Eindeutig ist, das Sie nicht lesen können: Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah,
daß Jesus zum Tod verurteilt war, reute ihn seine Tat. (Mt 27,3) Steht ein paar Beiträge weiter unten.
Sicher reute es Judas doch dass die „Evangelisten“ dies nicht ehrlich beschrieben, sondern Rufmord betrieben,
zeigt sich eindeutig. Anders bei Petrus… der liess sich doch mit Kopf nach Unten kreuzigen (oder habe
ich das falsch in Erinnerung?), so wie Satanisten das Kreuz tragen (oder habe ich auch das falsch in Erinenrung?)…
Was wäre denn gewesen, wenn sich Judas verweigert hätte, den Auftrag Jesu zu erfüllen? Dass Jesus Judas
drängen musste, weil dieser sich sträubte, Judas dem Jesus antwortete: „Nimm doch Petrus, den Fels,
oder die Donarsbrüder, oder Johannes deinen Liebling, warum ich?“ Doch endlich willigte Judas ein: „Mich
werden sie Verräter schimpfen, mich werden sie verfluchen.“ Jesus liess Judas ins „Messer“ laufen, an
ihm liess er den Kelch nicht vorüber gehen. Wer verriet wen mit dem Bruderkuss (übrigens wird nicht
einmal gesagt, dass irgend ein anderer Jünger Jesus so nahe stand, wie Judas ihm stand)? Doch von alle
dem berichten die „anderen“ nichts. Petrus wusste nicht, worum es ging… er suchte nur eitel sich selbst
ein Denkmal zu setzen (setzen lassen: Petersdom in Rom, mit einem Wort: Petersrom) MfG GerdEric
@ Elendester Sünder …zweifelte Judas an der verzeihenden Liebe Jesu und verübte in seiner Verzweiflung
Selbstmord durch Erhängen. Damit lud er eine neue schwere Schuld auf sich, die er wohl im Augenblick
des Selbstmordes nicht mehr bereuen konnte. Ja, ich denke, so kann man das schon eher sehen. doch dabei
kommt es darauf an, aus welchem Grund er diese Schuld bereut hat, aus Liebe zu Christus, oder weil er
nun bei den Juden als Verräter galt und als solcher geächtet wurde. Den letzteren Schluss lässt das
Evangelium nicht zu, siehe unten. Er bereute in dem Moment, in dem er erkannte, was er mit seinem Verrat
angerichtet hatte. Gänzlich ungewiss ist demgegenüber, wie die Juden nachher mit Judas umgegangen wären.
Judas – echte Reue? Zitat von Kaspar Bullinger in „Anneliese Michel und die Aussagen der Dämonen“, Ruhland-Verlag
Bei einer Sonntagsfeier im Rundfunk sagte einmal der Prediger aus Nürnberg: „Ich persönlich glaube nicht,
dass Judas verdammt ist; denn er hat ja seine Schuld bereut.“ Bereut hat er den Verrat an Christus; doch
dabei kommt es darauf an, aus welchem Grund er diese Schuld bereut hat, aus Liebe zu Christus, oder weil
er nun bei den Juden als Verräter galt und als solcher geächtet wurde. Während Petrus die Verleugnung
seines Herrn aus tiefstem Herzen bereute und Verzeihung fand, zweifelte Judas an der verzeihenden Liebe
Jesu und verübte in seiner Verzweiflung Selbstmord durch Erhängen. Damit lud er eine neue schwere Schuld
auf sich, die er wohl im Augenblick des Selbstmordes nicht mehr bereuen konnte.
Der Unterschied Reue ist nur ein Teil der Buße. Zu weinen und zu bereuen genügt nicht. Esau bereute
auch, aber es kam nicht zur Buße: Hebr 12,17 „Ihr wißt auch, daß er verworfen wurde, als er später
den Segen erben wollte; denn er fand keinen Weg zur Umkehr, obgleich er unter Tränen danach suchte.“
Was aber war der Unterschied zwischen Judas und Petrus? Warum ging der Verräter Judas verloren, aber
der Verleugner Petrus nicht? Petrus fiel tief. Aber er fiel nicht rettungslos. Denn Petrus griff dem Urteil
Gottes nicht vor, indem er zum Strick griff. Petrus legte nicht Hand an sich. Petrus verzweifelte an sich
selbst und das ist uns gelegentlich heilsam. Aber er verzweifelte nicht an seinem Gott. Judas hingegen
war vom Teufel besessen, der von jeher die Menschen damit köderte, sie selbst könnten wie Gott sein.
Judas verzweifelte an seinem Gott, als er an sich selbstverzweifelte. Judas wollte Gott nicht Gott und
also Richter sein lassen. Er war sein eigener Richter, richtete sich selbst – und ging verloren. Petrus
aber wollte nicht wie Gott sein, sondern ließ Gott Gott und Richter sein. Darum verzweifelte er nur an
sich selbst, nicht aber an seinem Gott – und fand Rettung und Heilung bei Gott. Denn sein Gott und Richter
erwies sich als sein Retter.
@ Elendester Sünder Judas hat sich selbst verdammt, weil er nicht bereut hat Als nun Judas, der ihn verraten
hatte, sah, daß Jesus zum Tod verurteilt war, reute ihn seine Tat. (Mt 27,3)
@elendester Sünder Mal ganz abgesehen von Ihrer geradezu masochistischen Selbstcharakterisierung, die
auf Projektion des eigenen antikatholischen Geistes auf unbeteiligte Forumsteilnehmerinnen schliessen
lässt: wie kommen sie dazu, eine derart abstruse Quelle („besessene“) zur verifizierung der These, Judas
Iskariot stünde mit dem Satan (who the fcuk…) in Kontrakt, anzuführen?
Rosalinde im Kampf gegen die Kirche Ja, genau. Das ist bestimmt keine Zeitungsente. Eine Falschmeldung
in der Presse über den Vatikan. Das wäre ja ganz etwas neues. Ja, Rosalinde, das hätte dein lieber
Satan gerne. An alle, die sich dadurch verwirren lassen: Judas hat sich selbst verdammt, weil er nicht
bereut hat. Er ist es, der die Priester zum Abfall verführt. Und er wird ganz sicher niemals rehabilitiert,
auch wenn er das gerne hätte. Er hat sich im Besessenheitsfall der Anneliese Michel zu Wort gemeldet.Dort
sagte er unter anderem …ww.anneliese-michel.de.ms/: „Ich würde Tag und Nacht vor dem da (= Tabernakel)
knien, wenn ich könnte.“ Satan, der ebenfalls in Annelieses Leib steckte, sagte: „Den Judas habe ich
mir geholt. Er steht immer in meinem Dienst. Er ist verdammt. Er hätte sich nämlich retten können.
Er ist dem nicht gefolgt, dem Nazarener. Der Nazarener verzeiht immer, wenn … Die (Jungfrau Maria) hat
es ihm oft genug gesagt, daß er sich bessern soll. Frage des Exorzisten: „Würde er es wieder tun?“ Antwort:
„Nein, niemals!“ aus dem Buch „Anneliese Michel und die Aussagen der Dämonen“ von Kaspar Bullinger, Ruhland-Verlag,
Rudolf-Diesel-Str. 5, 84503 Altötting
#4 Quodvultdeus 15:39:48 | Freitag, 20. Januar 2006
@Rosalinde „Es würde bedeuten, daß die Times ihre Recherchen gewollt falsch interpretiert, was bei einem
derart brisanten Thema unvorstellbar ist.“ –- Ich fürchte, ich muß Ihren Glauben an die „Times“ erschüttern.
Diese einst berühmte Zeitung bewegt sich mittlerweile auf BILD-Niveau und tut sich (anders als BILD)
seit einiger Zeit durch äußerst antikatholische Berichterstattung hervor. Die Recherche über Judas
war entweder schlampig oder bewußt irreführend (wahrscheinlich beides).
Widersprüchlich Daß die Times einen längeren Artikel veröffentlicht, in dem ein Herr Brandmüller
Judas Iskariot rehabilitieren will und kurze Zeit später der Widerruf durch die römische Nachrichtenagentur
Zenit erfolgt, ist höchst merkwürdig. Es würde bedeuten, daß die Times ihre Recherchen gewollt falsch
interpretiert, was bei einem derart brisanten Thema unvorstellbar ist. Bleibt, daß der Nachrichtenagentur
ein solcher Text einfach zu heikel ist. Merkwürdig ist auch, daß es zu der entsprechenden Pressemitteilung
keinen Link gibt.
noch was FioreGraz: Eh Klor JP II. heilig, Judas rehabilitiert fehlt noch das der Satan zum Verkündigungsengel
wird. Dann ises soweit. Vorher wird aber Martin Luther zum Kirchenlehrer erhoben. Weil er so fundierte
Scholastik betrieb ) naja eigentlich viel zu traurig um drüber zu lachen.