Zölibat
Die ersten verheirateten Diakone
Vor der anberaumten Weihe ließ der zuständige Erzbischof sicherheitshalber Fragebögen an die Gläubigen verteilen, um die Stimmungslage auszuloten.
(kreuz.net, Bombay) Die zwei verheirateten Diakone wurden für die Erzddiözese Bombay geweiht. Bombay befindet sich an der Westküste Indiens am Arabischen Meer.

„Das ist ein Schritt, um im Leben und Dienst der Kirche die Rolle der Laien wiederherzustellen“, erklärte ein Sprecher des Erzbischofs von Bombay, Ivan Kardinal Dias, nach Angaben des indischen Informationsdienstes ‘Newindpress’.

Man folge der Richtung, die durch die Diözesansynode des Jahres 2002 vorgegeben worden sei. Die Synode habe angeregt, daß Laien in der Kirche eine Rolle spielen, meinte der Sprecher.

‘Newindpress’ weiß zu berichten, daß die Diakone in der Kirchengeschichte hierarchisch neben den Bischöfen und Priestern gestanden seien.

Das Amt sei eingesetzt worden, nachdem die „ritualistische und klerikale Arbeit“ stark zugenommen habe.

Doch während vieler Jahrhunderte sei das Amt unbesetzt geblieben. Erst im Jahr 1983 sei es vom Vatikan erneut wieder aktiviert worden.

Gegenwärtig gebe es in der Kirche weltweit etwa 30.000 verheiratete Diakone.

Von verheirateten Männern, die sich zu Diakonen weihen ließen, werde – so ‘Newindpress’ – erwartet, daß sie das Zölibatsgelübde ablegen [sic].

Man müsse die Gläubigen auf die Ständigen Diakone vorbereiten, soll der Sprecher des Erzbischofs von Bombay weiter erklärt haben:

„Wir mußten damit rechnen, daß es vonseiten der Pfarreimitglieder, die es nicht schätzen würden, die Kommunion von einem Laien zu empfangen, Widerstände geben könnte.“

Darum seien in den betroffenen Pfarreien Fragebögen verteilt worden, um die Meinungslage zu eruieren.

Wie erwartet, sei man auf Widerstand gestoßen, „aber nicht auf viel“.
      
35 Lesermeinungen
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#35   markos evgenikos   17:59:31 | Samstag, 28. Januar 2006
Der Papst ist nicht der einzige nachfolger aud dem Stuhl Petri
Es givt 2 weitere Bischöffe die nachfolger auf dem Stuhl Petri sind.
Schliesslich im Apostolischen Konzil vom 52 n.C.(oder früher?)haben die Aposteln alle zusammen etwas beschlossen und nicht der Petrus.
Sie haben damit gezeigt,dass nur ökumenisch kann man die Probleme lösen und nicht nur mit Entscheidungen des einen oder anderen nachfolgers.
Daher auch die Bedeutung der ökum. Konzilen.
Ich glaube auch,dass Die damalige RKK eher der heutigen Orthodoxie ähnelte und nicht der heutigen RKK
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#34   Benedikt   10:56:33 | Dienstag, 24. Januar 2006
@ Gatte
Vielleicht sollten Sie sich selbst einmal mit den Grundlagen beschäftigen, statt die V2-Sprüchlein ungeachtet einer inhaltlichen Prüfung nachzusagen.
Empfehle ich Ihnen auch:
Die Enthaltsamkeitspflicht für Kleriker (ab dem Subdiakonat) galt seit Anfang der Kirche, seit apostolischer Zeit
Den Subdiakon gibt es erst seit dem 3. Jahrhundert, zu den höheren Weihen zählte er erst im 12. Jh. und noch Papst Alexander III. (12. Jh.) fasste den Zölibat der Subdiakone weniger streng auf.
Ganz und gar üblich von Beginn an der Kirche und niemals bestritten dagegen ist, dass die Kirche den Zölibat regeln darf; dass der Zölibat keine Glaubensfrage ist und dass der Zölibat kein Dogma ist. Wer daher meint, die Kirche sei nicht im Stande, unter gewissen Umständen einen verheirateten Mann zum Diakon zu weihen, der hat in seinem Tradi-Anzug einen kleinen Webfehler.
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#33   Gotthard   23:51:51 | Montag, 23. Januar 2006
unbeteiligt
der „west-römische Bischof“ hat an keinem der ersten ökumenischen Konzilien teilgenommen… im Grunde war er an den theologischen Auseinandersetzungen und Festschreibungen dieser Jahrhunderte nicht beteiligt.
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#32   Jean   22:06:59 | Montag, 23. Januar 2006
Lieber Markos (Teil II)
…Der Anspruch des heutigen Roms jedenfalls speist sich letztlich nicht aus politischen Kontinuitäten aus der Antike – dann bliebe Konstantinopel immer noch sekundär und Moskau mindestens tertiär –, sondern aus der primären Tatsäche, dass der Apostelfürst Petrus seine Kathedra in Rom errichtet hat. Dadurch wuchs die Bedeutung Roms, auch wenn es politisch von Konstantinopel überholt wurde; dadurch schmälerte sich die Bedeutung Roms auch nicht, als vor nunmehr 200 Jahren das Hl. Römische Reich endgültig zerfallen war.
Unterscheiden wir also Reich und Kirche. Und, lieber Markos, tun Sie das ebenfalls.
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#31   Irenäus   21:39:27 | Montag, 23. Januar 2006
@Eugenikos
Es ist doch bezeichnend, daß Sie nicht mehr anschreibbar sind, seitdem ich Ihnen eine e-mail geschrieben habe. Um zu Ihrer Frage zurückzukommen, ja natürlich ist die römisch-katholische Kirche die direkte Fortsetzung der Kirche des 1.Jahrtausends, jedenfalls ist das meine Überzeugung.
Um jedenfalls eine meiner Anfragen an Sie zu wiedeholen, könnten Sie einem Wahrheitssuchenden jedenfalls eine beantworten:
Die sog. orthodoxe Kirche lehrt, daß die Epiklese für die eucharistische Liturgie notwendig sei. Wie kann sie gleichzeitig Gregor den Großen als Heiligen verehren, in dessen Liturige diese gafr nicht vorkommt? Nach Lehre dieser Kirche wäre er doch ein Häretiker.
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#30   Jean   21:35:34 | Montag, 23. Januar 2006
Lieber Markos (Teil I)
Es hilft ja nichts – Sie müssen schon erkennen, dass Rom nicht von Byzanz stammt, sondern Konstantinopel deshalb Ostrom heißt, weil es sich von Rom her legitimiert. Da können Sie das Hl. Römische Reich noch so sehr verunglimpfen; der Römische Pontifex verbindet das alte heidnische Rom mit dem neuen christlichen.
Dass sich der große Teil der frühen theologischen Vergewisserungen geographisch im kleinasiatischen Bereich und denkgeschichtlich im griechischen Horizont abspielt, steht außer Frage. Für das Deutschland des 16. Jahrhunderts und darüber hinaus gilt ähnliches. Und trotzdem sitzt weder in Griechenland noch in der Türkei noch in Deutschland der Nachfolger Petri, der Papst. Sondern in Rom, in „West“-Rom. Vielleicht wird man eine solche Aussage dann einmal nicht mehr als „kulturhegemonial“ auf der Schablone „ost-west“ missinterpretieren, wenn man – namentlich die „Orthodoxien“ – die eigenen nationalen und kulturellen Präjudizien überdenkt.
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#29   markos evgenikos   20:58:42 | Montag, 23. Januar 2006
Die Synode von trulon(ökumenisch)hat entschieden:
Zölibatsverpflichtung nur für die Bischöffe.
2)Die Orthodoxie ist sowohl katholisch als auch apostolisch(nicht nur wegen des Glaubenbekentnisses).Schliesslich,derjenige der nicht orthodox war(wie die ökum. Konzile definierten) gehörte nicht zu der eine heilige kath. und apostol. Kirche,unabhängig davon ob das ein Papst ist(wie der Honorius)oder jemand anders.(Nestorius usw.)
Bitte lesen Sie was der Begriff katholisch und apostolisch bedeutet(wie das von dem 2. ökum. Konzil definiert wurde).Jede unökumenische Definition ist ungültig.
3)Wir Orthodoxen wissen genau was Diakonin bedeutet und ob die Diakoninen geweiht wurden oder nicht.Die römisch-lateinische Tradition stammt aus uns(römisch griechisch)und nicht.
umgekehrt.Wer hat euch erzählt,dass die Römer nur lat. sprachen?In den östlichen Provinzen nicht.Daher auch das ost-römische(byzantinische) Reich(authentisches römisches reich-legitim und kein pseudoreich wie das heilige römische Reich Deutscher Nation)
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#28   Evelin   19:51:39 | Montag, 23. Januar 2006
@ Benedikt
Ihr Beitrag ist ein Lehrbeispiel für völlig mißverstandene Traditionsbewahrung. Der Zölibat ist kein Dogma, hat nicht von Anbeginn existiert kann jederzeit fallen.
Vielleicht sollten Sie sich selbst einmal mit den Grundlagen beschäftigen, statt die V2-Sprüchlein ungeachtet einer inhaltlichen Prüfung nachzusagen. Der Bedeutungskern des Zölibats ist die Enthaltsamkeit, nicht die Ehelosigkeit.
Die Enthaltsamkeitspflicht für Kleriker (ab dem Subdiakonat) galt seit Anfang der Kirche, seit apostolischer Zeit. Der Verweis auf die – später festgelegte – Ehelosigkeit geht daher ebenso wie Galllowglas’ (ganz typisch mit eigenmächtiger Intention interpretierten) Bibelstellen ins Leere.
Zu Markus Evanglikos die Wiederholung, dass auch die Ostkirche bis ins 9. Jahrhundert die Enthaltsamkeitsverpflichtung kannte, aber mangels entsprechender lehramtlicher Aufsicht (Papst!) diese nicht durchgehalten wurde. Daher die Räubersynode, die dies erlaubte, allerdings nicht für Bischöfe und nicht für bereits geweihte Kleriker!
Literatur: Stefan Heid, Zölibat in der frühen Kirche. Die Anfänge einer Enthaltsamkeitspflicht
für. Kleriker in Ost und West, Paderborn 1997, Schöningh 2003, ISBN 3506739263 ;
Alfons (Cardinal) M. Stickler, Der Klerikerzölibat,
Seine Entwicklungsgeschichte und seine theologischen Grundlagen, Abensberg 1994, ISBN 3-930309-08-4
Der Gatte der Evelin
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#27   Justus   18:51:31 | Montag, 23. Januar 2006
Diakoninnen
Markos Evgenikos vergleicht Äpfel mit Birnen: Die Diakoninnen, die es (nicht in der orthodoxen, sondern in der ungeteilt katholischen Kirche) einst gegeben hat, hatten nicht das Weihesakrament empfangen, sondern lediglich eine Art Beauftragung. Ihr Dienst hatte mit dem der geweihten Diakone wenig bis nichts zu tun.
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#26   Rudolphus   17:48:37 | Montag, 23. Januar 2006
@„Orthodoxie“
@Markos
1. Die „erste Kirche Europas“ ist die Katholische Kirche.
2. Der zölibatäre Priester reicht bis in urchristliche Zeit zurück –
es ist richtig, daß auch Verheiratete zum Priester geweiht wurden, sie mußten allerdings ab der Weihe enthaltsam leben (ab wann das generell so üblich wurde, weiß ich nicht, und ich weiß auch nicht, ob das noch festzustellen ist).
Die lateinische Kirche hat die Priesterehe jedenfalls verworfen.
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#25   markos evgenikos   17:19:57 | Montag, 23. Januar 2006
Bei uns(Orthodoxie)gab es immer verheiratete Priester und Diakoninen(Frauen im Diakonat)
Als Mitglied der ersten Kirche Europas,wollte ich folgendes mitteilen:
1)Der Vater des hl. Gregorius aus Nazianz war Bischof und seine Mutter Diakonin…!!!!!
Es lohnt sich nicht über Sachen zu reden,die damals
als korreckt galten.
Meinung der Orthodoxie:
Das Zölibat ist nur dann von Bedeutung wenn:
1)Freiwillig gewählt worden ist und
2)Wenn der Priester als Mon-achos(Mönche),monastikin zoen(monastische Leben) führen will.Wenn aber der Teufel zuckt,dann lieber verheiratet sein(aus dem Evangelium).Es lohnt sich nicht,mit dem Zölibat zu leben und ein geheimes Leben führen,was leider der Fall bei einigen westlichen Priestern ist. Und warum verhält sich Rom anders bei den katholischen Ostkirchen?Dort dürfen die Priester doch verheiratet sein.
Unsere Kirche hat absolut nichts gegen verheirateten Priester.Andere Role die verheirateten,andere Role die der zölibat. Priestern.
Deswegen blieb unsere Kirche der Trdition der Urkirche treu.
Wie es in der Urkirche war.
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#24   Benedikt   12:20:19 | Montag, 23. Januar 2006
@ Demon
Mich irritieren nur immer solche „das war schon immer so“-Äußerungen, die manche ernstlich als „Gründe“ anzusehen scheinen.
In einer Kirche, die auf Überlieferung beruht ist es eben wichtig, zu beachten, was schon immer Usus gewesen ist.
jedenfalls sehe ich wenige Alternativerklärungen für die AFAIK recht hohen „Verstoßzahlen“.
Dieser Eindruck ist medialer Natur. Von den hunderttausenden, die den Zölibat nie brechen schreibt halt keiner.
Dass eine so, sagen wir: altertümelnde Haltung heutzutage eher befremdlich wirkt, dürfte aber nachvollziehbar sein.
Nicht nachvollziehbar ist dagegen, warum man etwas Altbewährtes aufgeben sollte, nur weil es einige „befremdlich“ finden. Das – mit Verlaub – ist ein noch viel schwächeres Argument als „war schon immer so“.
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#23   Benedikt78   10:32:49 | Montag, 23. Januar 2006
An und für sich…
Ich werde immer wieder auf das Zölibat angesprochen. Meistens sind es eher jüngere Leute, die den Sinn nicht einsehen. Nach einer Erklärung des Sinns des Zölibats kommt meistens kein Widerspruch mehr, nur die Zusatzfrage: Ja, aber das kann man doch nicht von allen Männern erwarten. Das Zölibat ist unzeitgemäss. Sollte man es nicht besser abschaffen?
Diese Frage schimmert eigentlich in allen Einträgen durch. Nur können wir nicht entscheiden, ob es abgeschafft wird oder nicht! Diese Entscheidung liegt beim Vatikan.
Ich finde es deshalb noch witzig mit welchem missionarischen Eifer Leute in Foren oder innerhalt von Pfarreien gegen das Zölibat reden. Ändern können sie – Gott sei Dank – nichts.
Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter!
Die Diskussion, wie es zum Zölibat kam, und dass es kein Dogma ist, finde ich aber sehr interessant!
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#22   Laurentius2   08:51:50 | Montag, 23. Januar 2006
Die recht dünne Reaktion …
… auf die Einführung der verheirateten Diakone beweist, daß der sogenannte „Priestermangel“ nicht am Zölibat hängt, sondern in Wirklichkeit ein Gläubigenmangel ist. Tatsache ist jedenfalls, daß das Verhältnis von Priestern zu praktizierenden Katholiken ungefähr gleichgeblieben ist.
Alle frechen Kirchenvolksbegehrer und Liberalos sind dadurch jedenfalls widerlegt. Sie wollen aber gar nicht am Wochenende stets parat stehen müssen und schwören, daß sie keine andere Frau mehr heiraten werden (so aber die Diakone)- deshalb werden sie viel lieber Pastoralreferenten, die Freitag mittags den Löffel fallen lassen und ansonsten nur überlegen, wie sie möglichst effektiv eine neue Kirche organisieren (natürlich ökumenistisch !). Daß unsere deutschen Bischöfe diesen halbgaren Schmuh mit unserem Geld finanzieren, ist einfach ärgerlich ! Zaghaft zeigen sich nun erste Ansätze (war es nicht in Bamberg ?), diese kirchenfinnzierte Unterwanderung einzustellen.
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#21   Gallowglas   06:11:16 | Montag, 23. Januar 2006
und noch eine Bibelstelle …
„1Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen, 2verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben. 3Sie gebieten, nicht zu heiraten und Speisen zu meiden, die Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung empfangen werden von den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. 4Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; 5denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet. „ 1. Tim 4
Hat da wer die RKK vorweggenommen ? *g*
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#20   DemonDeLuxe †   01:45:53 | Montag, 23. Januar 2006
@Benedikt – Keine Frage
„Es ist doch leicht verständlich, dass eine Nachfolge auch Dinge hervorbringt, die nicht ausdrücklich geboten sind.“
Absolut. Als rein innerkirchliche Angelegenheit können Sie Katholiken das ja auch handhaben, wie immer Sie es für richtig halten – das ist nun wirklich nichts, wo man irgendein öffentliches Interesse an Einmischung reklamieren könnte.
Dessenungeachtet interessieren mich halt die Beweggründe (ich habe vorhin ‘mal einige der Begründungen nachgelesen), und tatsächlich scheint das Thema ja auch innerhalb des Katholizismus nach wie vor kontrovers diskutiert zu werden. Mich irritieren nur immer solche „das war schon immer so“-Äußerungen, die manche ernstlich als „Gründe“ anzusehen scheinen.
Ob allerdings die Priester tatsächlich so, wie Sie sagen, den Zölibat „freiwillig und nicht als notwendiges und lästiges Anhängsel“ annehmen? Gar nicht wenige scheinen das eher notgedrungen zu tun, und sicher ebensoviele scheinen sich schlicht zu irren – jedenfalls sehe ich wenige Alternativerklärungen für die AFAIK recht hohen „Verstoßzahlen“.
Wie gesagt: Ihr Bier. Dass eine so, sagen wir: altertümelnde Haltung heutzutage eher befremdlich wirkt, dürfte aber nachvollziehbar sein.
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#19   Benedikt   00:56:04 | Montag, 23. Januar 2006
@ Demon
Es ist doch leicht verständlich, dass eine Nachfolge auch Dinge hervorbringt, die nicht ausdrücklich geboten sind. Es ist ja auch niemand zum Zölibat gezwungen, doch diejenigen, die Priester werden wollen und sich so in eine besondere NAchfolge begeben, die wählen diesen Weg freiwillig mit, und nicht als notwendiges und lästiges Anhängsel. Das ist wohlgemerkt auch nur eine BEgründung für den Zölibat; es gibt derer noch weitere.
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#18   DemonDeLuxe †   22:27:21 | Sonntag, 22. Januar 2006
@Irenäus
„Sie haben schlicht einfach keine Ahnung von der Sache“
Das trifft, was die historischen Wurzeln angeht, zu, sonst hätte ich Benedikt weiter unten nicht gefragt, insofern erübrigt sich Ihr despektierlicher und unsachlicher Kommentar. Sie allerdings mögen vielleicht „Ahnung“ von der Entwicklung haben, dafür hapert es bei Ihnen an der erforderlichen Sachlichkeit.
„die ursprüngliche Praxis war zwar, daß man verheiratete Männer zur Weihe zuließ, allerdings gelobten sie lebenslange Enthaltsamkeit“
Was nennen Sie „ursprünglich“ – die Apostel? Das kann man WO überprüfen? Oder behaupten Sie das nur „einfach“ so? Und worin besteht eigentlich die angenommene Logik, den natürlichen SINN einer Ehe zu konterkarieren und sie nur noch als formale Hülle existieren zu lassen? Wie verträgt sich das mit dem Auftrag „…und mehret Euch“ und mit dem Scheidungsverbot (denn das WÄRE eine Scheidung mindestens „vom Bett“)?
Jetzt habe ich eben doch einmal nachgelesen und festgestellt, dass ich „Ahnungsloser“ offenbar gar nicht so daneben lag und eine BIBLISCHE Begründung des Zölibats in der Tat nicht vorliegt.
@Gotthard
Okay, ich korrigiere: Nicht einmal DARIN ist man einig ;O)
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#17   Gotthard   21:43:01 | Sonntag, 22. Januar 2006
keine Zustimmung
EINIG ist man sich doch nur in einem Punkt: Dass ein Nichtkatholik eigentlich gar keine fundierte Meinung haben kann.
Diesem Satz kann ich als Katholik nicht zustimmen.
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#16   Regina   21:36:35 | Sonntag, 22. Januar 2006
Im Bistum Basel (Schweiz) gibt es schon seit ca. 2 Jahren
einen verheirateten Diakon, der Carsten Gross (ein Deutscher…). Es sind also nicht die ersten die da im oben genannten Artikel geweiht worden sind.
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#15   Irenäus   21:22:35 | Sonntag, 22. Januar 2006
@Dämon
Sie haben schlicht einfach keine Ahnung von der Sache; die ursprüngliche Praxis war zwar, daß man verheiratete Männer zur Weihe zuließ, allerdings gelobten sie lebenslange Enthaltsamkeit und ferner, daß Wiederverheiterung im Todesfall der Ehefrau ausgeschlossen war. Wer unverheiratet geweiht wurde, lebte im vollkommenen Zölibat.
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#14   DemonDeLuxe †   21:16:57 | Sonntag, 22. Januar 2006
@Irenäus „einfach“
„Deswegen waren auch einige der Apostel verheiratet; dennoch stimmt es einfach nicht, Kleriker seien anfangs nicht zu einer zölibatären Lebensweise verpflichtet gewesen.“
Das erscheint mir alles andere als „einfach“. Immerhin waren die Apostel in unmittelbarer Gegenwart Jesu und sind die Wurzeln der gesamten Kirche.
Ich entnehme Ihren Worten ergo nur eines „einfach“: Dass der Zölibat eine Erfindung des späteren Klerus ist, die sich nicht auf die Vorgaben Jesu oder der Apostel berufen kann. Nichts anderes also als eine Tradition. Wobei ich nichts gegen Tradition an sich sagen will, davon gibt es ja auch sehr schöne – dennoch sollten Sie immer wieder auf ihre Sinnhaftigkeit auch unter veränderten Bedingungen geprüft werden. Wie man so hört,mach gerade der Zölibat der kath. Kirche heutzutage ja nicht wenige Probleme in Sachen „Priesternachwuchs“.
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#13   Irenäus   21:07:52 | Sonntag, 22. Januar 2006
@Dämon und Gallowglas
Den klerikalen Zölibat hat es in der rigorosen Form, wie er sich in der lateinischen Kirche entwickelt hat, sicher anfangs nicht gegeben. Deswegen waren auch einige der Apostel verheiratet; dennoch stimmt es einfach nicht, Kleriker seien anfangs nicht zu einer zölibatären Lebensweise verpflichtet gewesen.
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#12   DemonDeLuxe †   20:57:22 | Sonntag, 22. Januar 2006
@Gallowglas – Problem
„und nun hat der Traditionalist ein Problem *gg*“
Sie sollten es besser wissen. Aus der Bibel lässt sich alles und sein Gegenteil „beweisen“, wie unzählige theologische Streitereien zeigen. Es steht einfach so vieles von so vielen Autoren aus so vielen Zeiten und unter so vielen verschiedenen Blickwinkeln darin, dass es nahezu keine noch so abstruse These gäbe, die Sie nicht irgendwie unter Verweis auf irgendein Bibelverslein „belegen“ können.
Insofern lacht der Traditionalist nur, zieht irgendeine andere Stelle hervor, erklärt Ihre naheliegende Lesart für „ungebildet“ und „aus dem Zusammenhang gerissen“ und wiegt sich in überheblicher Besserwisserei.
Schauen Sie sich die Streitereien um liturgische Details hier auf kreuz.net doch an – die verlaufen ALLE nach diesem Schema. EINIG ist man sich doch nur in einem Punkt: Dass ein Nichtkatholik eigentlich gar keine fundierte Meinung haben kann. Intern zwerfleischt man sich fröhlich gegenseitig.
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#11   Gallowglas   20:48:23 | Sonntag, 22. Januar 2006
@Gatte
„Die verheirateten Diakone sind ein weiterer revolutionärer Traditionsbruch von V2. Es gab sie vor V2 niemals …“
Seltsam, denn schon in der Bibel steht :
„Desgleichen sollen die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen; sie sollen das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren. Und man soll sie zuvor prüfen und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen. Desgleichen sollen ihre Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. Die Diakone sollen ein jeder der Mann einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem eigenen Haus gut vorstehen.“ (1. Tim. 3.8ff)
Gleiches steht dort bekanntlich auch als Bedingung für das Amt des Pfarrers und Bischofes …
und nun hat der Traditionalist ein Problem *gg*
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#10   DemonDeLuxe †   20:48:16 | Sonntag, 22. Januar 2006
@Benedikt – „Beispiel“ Jesu
Jetzt habe ich ja schon kürzlich von Ihnen gelernt, dass der Zölibat kein Dogma sei. Aber bzgl. des „Beispiels Jesu“ muss ich doch einmal nachhaken (nein, keine Sorge,ich kommr jetzt nicht mit der Hypothese von Jesu Ehe mit Maria Magdalena, obwohl ich sie spannend finde):
Jesu kirchlicherseits angenommene Ehelosigkeit ist das ein, ein „Beispiel Jesu“ aber etwas anderes, das zu propagieren m.E. nur angemessen wäre, wenn Jesus selbst dieses „Beispiel“ als solches gemeint hätte (sonst wäre es nur Zufall). HAT sich Jesus denn je gegen die Ehe seiner Jünger ausgesprochen? M.W. WAREN doch einige von ihnen verheiratet, wie ja auch Paulus berichtet. Namentlich Petrus als derjenige, von dem der Papst seinen Vorranganspruch ableitet, HATTE eine Frau.
Wäre die Ehelosigkeit beispielhaft GEMEINT gewesen, hätte Jesus sie nicht von seinen engsten Anhängern geordert bzw. auf der Einhaltung dieses Gebotes bestanden?
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#9   Benedikt   18:17:00 | Sonntag, 22. Januar 2006
@ Gatte
Ihr Beitrag ist ein Lehrbeispiel für völlig mißverstandene Traditionsbewahrung. Der Zölibat ist kein Dogma, hat nicht von Anbeginn existiert kann jederzeit fallen. Ein Diakon ist auch kein Priester, weswegen es durchaus legitim ist zu fragen, warum er denn dem Beispiel Jesu (Ehelosigkeit) folgen solle, wo er doch mit der Ablehnung der Priesterweihe für sich selbst diesem Beispiel gar nicht folgen will.
Ich erwarte dann noch ihren Modernismusprozess gegen St. Pius X. – für die revolutionäre Vorverlegung des Kommunionalters. Nur zu.
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#8   Evelin   17:53:31 | Sonntag, 22. Januar 2006
Apropos verheiratete Diakone
Die verheirateten Diakone sind ein weiterer revolutionärer Traditionsbruch von V2. Es gab sie vor V2 niemals (abgesehen von den Orthodoxen, die das bei ihrer Räubersynode II. Trullanum im 9. Jahrhundert sich selbst genehmigt hatten; die östl. Kirchenväter sprachen zuvor das Gegenteil). Im Sinne einer „traditionellen Auslegung“ von V2 müßte auch der ständige Diakon, insb. in seiner verheirateten Ausprägung, fallen.
Der Gatte der Evelin
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#7   Benedikt   12:54:25 | Sonntag, 22. Januar 2006
@ Justus
Also wenn ein Priester nur einmal im Monat in einer Pfarrei vorbeischauen kann, dann kommt er nur einmal im Monat, egal ob es dort einen Ständigen Diakon gibt oder nicht. Es wurden ja wegen dem Ständigen Diakonat keine Priester abgezogen, sondern es gab einfach keine Priester mehr, um diese Stellen zu besetzen. Die weitaus meisten Ständigen Diakone gibt es übrigens im Erzbistum Köln. In Limburg sind es 66, in Köln über 290. Ich leben in einer Pfarrei, wo der Priester aus der Nachbarpfarrei kommt, da bin ich froh, dass sich unser Gemeindereferent entschlossen hat, Ständiger Diakon zu werden.
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#6   Gotthard   12:16:39 | Sonntag, 22. Januar 2006
HEUTE
Die 2 ständigen Diakone wurden HEUTE in Colaba, Erzdiözese Mumbai, geweiht.
In a church circular released this Sunday Bishop Dias said, „January 22, 2006 will truly be a red-letter day in the history of the Bombay Archdiocese, for it will mark a big step forward towards providing an ever more efficient pastoral care to the faithful,“ he said.
Original-Artikel www.daijiworld.com/news/news_disp.asp?n_id=17894&n_t…
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#5   wiener   12:06:57 | Sonntag, 22. Januar 2006
diakonat und zölibat
Wird man Verheirateter zum Standigen Diakon geweiht, wird ein Zolibatsversprechen dahingehend erwartet, daß man dem Tod der Ehefrau nicht nochmals heiratet.
dass dies erwartet wird und es auch allgemeiner usus ist, ist klar. allerdings geben die verheirateten ständigen diakone bei der weihe eben kein feierliches zölibatsversprechen ab, wahrend die unverheirateten ständigen diakone dies tun. ich war vor einiger zeit bei einem diakonats-weihegottesdienst dabei, wo beide „arten“ ständiger diakone dabei waren.
während der unverheiratete den zölibat versprach, haben bei den verheirateten die ehefrauen ihr einverständnis zu dieser weihe feierlich erklärt. ein beeindruckender moment übrigens.
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#4   Justus   11:58:01 | Sonntag, 22. Januar 2006
Vorhut der Laienkirche
Vermutlich hat kreuz.net nicht schlecht recherchiert, sondern es hat sich bis Bombay einfach noch nicht herumgesprochen, dass Diakone keine Laien, sondern Kleriker sind. Wundern würd’s micht jedenfalls nicht.
Andererseits werden vielerorts ständige Diakone bewusst als Vorhut einer künftigen Laienkirche eingesetzt… Man denke etwa an die zahllosen Pfarrbeauftragten in einigen deutschen Bistümern (z.B. Limburg): Als es keine Priester mehr gab, kamen erst die ständigen Diakone und dann die Laien. Priester braucht man dort nur noch, um einmal im Monat den Tabernakel zu füllen…
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#3   ulrich   11:48:34 | Sonntag, 22. Januar 2006
Zölibatsversprechen
Stimme den Meinungen zu, schlecht recherchiert.
Wird man Verheirateter zum Standigen Diakon geweiht, wird ein Zolibatsversprechen dahingehend erwartet, daß man dem Tod der Ehefrau nicht nochmals heiratet.
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#2   wiener   11:33:29 | Sonntag, 22. Januar 2006
irgend jemand hat da schlecht recherchiert …
1. diakone sind keine laien, sondern gehören natürlich dem weihe-klerus an.
2. deshalb sind diakone, die – ganz ihrem auftrag und charisma gemäß – die kommunion zu den gläubigen bringen bzw. diese in der messe austeilen, keine „laien“ (im gegensatz zu akolythen und beauftragten kommunionspendern, deren dienst damit nicht geschmälert werden soll).
3. verheiratete männer, die die diakonenweihe empfangen, legen natürlich kein zölibatsversprechen ab.
4. der ständige diakonat wurde nicht erst 1983 „von rom“ wieder eingeführt, sondern durch das zweite vatikanische konzil. die ersten weihen ständiger diakone gab es bereits kurz nach ende des konzils (gemäß dem motu proprio „sacrum diaconatus ordinem“ über die erneuerung des ständigen diakonats vom 18.06.1967): am 28.04.1968 erfolgte die erste weihe ständiger diakone in der lateinischen kirche durch den kölner weihbischof augustinus frotz im auftrag des damaligen kölner erzbischofs joseph kardinal frings.
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#1   Gotthard   11:28:02 | Sonntag, 22. Januar 2006
das sollen Infos sein?
1. Ständige Diakone sind keine Laien sondern Kleriker.
2. Verheiratete Männer, die zum Diakon geweiht werden, müssen kein Zölibatsversprechen ablegen. Wie sollten sie auch?
Wird ein Unverheirateter zum ständigen Diakon geweiht, muss er das Zölibatsversprechen ablegen.
Wie können nur so viele Fehlinformationen in einen Artikel gelangen?
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