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Montag, 23. Januar 2006 16:03
Auf der anderen Seite des Weihrauchs
Kürzlich fand im Kölner Dom der internationale Friedensgottesdienst statt. Am meisten Aufsehen erregte dabei das Weihrauchfaß.
Bundeswehrsoldatin Ruth Nobis mit dem Weihrauchfaß
Bundeswehrsoldatin Ruth Nobis mit dem Weihrauchfaß
(kreuz.net, Köln) Über tausend Soldaten und Polizisten verschiedener Nationen begingen kürzlich im Kölner Dom den internationalen Soldatengottesdienst. Das berichtete die Webseite der Erzdiözese Köln.

Für den erkrankten Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, zelebrierte Weihbischof Manfred Melzer die Meßfeier und verlas die Predigt.

Der Kardinal verurteilte in seiner Predigt die Vernichtung von Lebensmitteln aus wirtschaftlichen Gründen. Er bat auch die Soldaten, Verkünder der Wahrheit des Friedens zu sein.

Die Bundeswehrsoldatin Ruth Nobis (45) führte wie in früheren Jahren die meßdienenden Soldaten an. Sie schwenkte bei diesem Anlaß schon zum siebten Mal das Weihrauchfaß.

Am Anfang war dieser Anblick für viele ungewohnt, auch für Kardinal Meisner: „Beim ersten Mal hat er wohl geschluckt, beim zweiten Mal geguckt – aber beim dritten Mal hat er gesagt: »Da ist die Chefin wieder«“, erzählt die Soldatin der Bistumshomepage mit einem Augenzwinkern.

Ruth Nobis stammt aus der Pfarrei St. Thomas Morus in Krefeld – 50 Kilometer nordwestlich von Köln –, wohin sie jedes zweite Wochenende von München zurückfliegt, um als Küsterin tätig zu sein, die Meßdienerarbeit zu leiten und oft sogar selber am Altar zu dienen.

Alle zwei bis drei Jahre ist sie für die Bundeswehr als Dezernentin für Lebensmittelchemie im Auslandseinsatz. Im vorigen Jahr war sie von September bis November im Kosovo und hat dort die Qualität des Trinkwassers überprüft.

Als sie danach zum ersten Mal wieder in der Sakristei erschien, habe sie ein kleiner Meßdiener strahlend begrüßt: „Ah, da bist du ja wieder!“

Für den Kölner Soldatengottesdienst nahm sich Frau Nobis extra Urlaub. „Das ist mir die Sache wert“, sagt sie:

„Für mich ist das etwas ganz Besonderes: erstens allein schon die Kirche, der Kölner Dom; dann der Gottesdienst, die vielen Menschen, der Weihrauch, die feierliche Musik – das alles ist für mich schöner als ein paar Tage im Süden.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 36 Lesermeinungen:
Sonntag, 29. Januar 2006 18:07
Athanasius: In „ihrer heutigen Kirche“…
…hat vielleicht die ständige Lehre der Päpste vor Johannes-Paul II. in 1994 (ja, erst dann!) keinen Wert, aber in der ewigen Römisch-katholischen Kirche Jesu Christi schon.

Die Enzyklikas sind alle deutlich über diese Sache. Aber Síe wollen sich nicht konformieren. Denn Sie glauben nicht daran, dass man der Lehre „mit göttlichem Glauben“ annehmen muss, eben in diesen bereits hundertfach definierten Themen.

„Allatae Sunt“ (1755), Papst Pius X., Papst Benedikt XV. usw. haben vielleicht für Sie keinen Wert, für mich aber schon, únd moralische Autorität.

Das heisst also: keine Messdienerinnen.
Samstag, 28. Januar 2006 19:18
Gotthard: @athanasius
Such dir das heraus, was du brauchen kannst … die Fundgrube ist ja groß genug.
Sage aber dann bitte nicht, dass wäre die heutige kath. Kirche!
Warum suchst Du Dir nicht die sakramentale Eheschließung ohne Formpflicht heraus … sie hatte über 1500 Jahre Bestand… es gibt also viele Möglichkeiten
Samstag, 28. Januar 2006 18:07
Athanasius: Der CIC von 1917 hat nur noch historische Bedeutung …
sprach der modernistische Priester.

Natürlich unsinnig, denn das Codex Iuris Canonici ist auch „locus fidei“ wie die Hl. Römische Liturgie (von vor 1970). Nämlich: Fundplatz der Glaubensdoktrin.

Wie gesagt: Messdienerinnen wurden schon immer verboten.

Sag doch mal einfach: Mir gefällt es nicht und die „frühere Römische katholische Kirche war ein reäktionarer Schweinestall“. Denn das glauben Sie Gotthard. Das glauben Sie.

Aber tue Ihnen bitte nicht so schwer in dem Sie behaupten wollen der alte Codex dürfe man keiner Autorität mehr zurechnen. Lass mich mal raten: von 1973 bis 1983 haben Sie bereits Messdienerinnen gebraucht! Während der Codex es verboten hatte!
Donnerstag, 26. Januar 2006 11:48
Gotthard: Historie
Gehen Sie auch so einfach über die fortbestehende moralische Autorität des Codex Iuris Canonici (Pio-Benedictinum) von 1917 hinweg?
Der CIC von 1917 hat nur noch historische Bedeutung …
Donnerstag, 26. Januar 2006 11:32
Evelin: @ FioreGraz
Ihren Ausführungen liegt ein falsche historisierendes Verständnis zu Grunde. Was um 1.000 entschieden wurde, wird deswegen aber nicht durch etwas widerlegt, was um 400 galt. Nach Ihrer Logik könnten nur Judenchristen Cardinäle werden, weil die Apostel solche waren. Das ist mit Tradition genau nie gemeint.

Den Frauendienst am Altar gab es vor 1970 erlaubter Weise nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel

(@ Benedikt)

Der Gatte der Evelin
Mittwoch, 25. Januar 2006 21:25
Athanasius: @Benedikt
Offensichtlich fühlen Sie sich in keiner Weise verpflichtet dem definierten ordentlichen Lehramt der Hl. Römischen Kirche (1755, „Allatae Sunt“) Beifall und Einstimmung zu leisten, und fühlen Sie sich bequem mit Ihrer eigens erschafften These einer Entwicklung.

„Das“ Lehramt hat es nicht zugestanden, sondern eine Römische Dikasterie, die nicht dieselbe Autorität wie Papst Benedikt XIV. 1755 besass, besitzt!

Gehen Sie auch so einfach über die fortbestehende moralische Autorität des Codex Iuris Canonici (Pio-Benedictinum) von 1917 hinweg?

Oder wollen Sie mir anklagen, weil ich einem durch und durch katholischen Moraltheologiebuch folge und zitiere?

Ein Gegensatz und eine entgegengesetzte Strategie zu überlieferten Dekreten und Enzyklikas hat nichts mit „Evolution“ und „Entwicklung“ zu tun (es sei denn Sie wären Hegelianer), sondern mit Gegenschachzug.

Ich halte mich an verbindlichen Aussagen der Römischen Päpste und nicht an Aussagen von Dikasterien und private Lehren und Zustimmungen eines nachkonziliaren Pontifex’ in 1994.
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