In Süditalien verhaftete die Polizei gestern den sehr populären Kapuzinerpater Fedele Bisceglia (69). Sein Assistent (39) wurde unter Hausarrest gestellt. Beide stehen unter dringendem Tatverdacht.
(kreuz.net, Cosenza) Pater Fedele soll mit weiteren Mittätern eine in seinem Rehabilitationszentrum ‘Oasi
Francescana’ tätige Klosterfrau (35) – und vielleicht weiterer Frauen – mehrfach vergewaltigt haben.
Das berichteten italienische Medien.
Das vom Kapuziner gegründete Zentrum in Cosenza nimmt Einwanderer,
Haftentlassene, Ex-Prostituierte und ledige Mütter auf und versorgt täglich bis zu 100 Personen.
Cosenza
ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der süditalienischen Region Kalabrien.
Die Straftaten
des Paters sollen nach Angaben einer Klosterschwester mit einer Videokamera gefilmt worden sein. Die Aufnahmen
wurden aber offenbar noch nicht gefunden.
Die Mißhandlungen der Ordensschwester sollen sich im vergangenen
Jahr ereignet haben.
Die Polizei befragte und untersuchte die Schwester, hörte Telephongespräche des
Paters ab und nahm Kontakte mit drei weiteren Frauen auf. In allen drei Bereichen habe sich der dringende
Tatverdacht gegen den Pater erhärtet.
Der Kapuziner bestritt bei seiner Verhaftung die Tat und bezeichnete
die Ordensschwester als eine Verrückte: „Ich fühle mich verfolgt wie Christus.“
In der Stadt Cosenza
ist Pater Fedele Bisceglia ein Symbol. Vulkanisch, unvorhersehbar, unbequem, exzentrisch wurde er in der
Vergangenheit genannt.
Der Kapuziner stammt aus der Gegend von Cosenza. Nachdem die Mutter an einer Lungenentzündung
starb, mußte der Fünfjährige ins Waisenhaus. Der Vater wanderte nach Kanada aus.
13jährig kam er
zu den Kapuzinern. Es habe ihm dort gefallen und er sei darum geblieben.
Als Ordensmann doktorierte er
in Theologie, Literatur und Philosophie. Er absolvierte auch ein Medizinstudium.
Sein Orden setzte ihn
zunächst in einer Pfarrei ein. Dort baute er eine neue Kirche, einen Kindergarten und einen Fußballplatz.
Mit einem Hungerstreik erzwang er von den Behörden Wasser und Elektrizität. Die Gläubigen feierten
ihn als Helden.
Danach wurde Pater Bisceglia Sekretär der Auslandsmissionen und ein USA-kritischer Aktivist
in der Antiglobalisierungsbewegung.
Hohe Wellen warf sein Auftritt an der Seite der bekannten Pornodarstellerin
Luana Borgia im Jahr 1994.
„Was ist daran seltsam?“ – bemerkte der Pater: „Je tiefer man in die Hölle
absteigt, desto besser erkennt man das Paradies. Luana ist ein Star der Pornographie, ich bin ein Star
des Heiligen Geistes.“
Auf den Einwand, daß die Dame am Tag mehr Stunden ohne als mit Kleidern verbringe,
meinte der Pater: „Es gibt Leute, die sich bedecken, aber viel schlimmer als Luana sind. Im übrigen bin
ich Arzt: eine unbekleidete Lende oder Brust beeindrucken mich nicht.“
Ein Jahr später traten Pater
und Pornostar an der „Erotica Tour“ in der mittelitalienischen Stadt Bologna auf, wo der Kapuziner Geld
für Kinder in Ruanda sammelte.
Im Jahr 2000 soll Pater Bisceglia die Bekehrung der Pornodarstellerin
bewirkt haben. Frau Borgia kündigte daraufhin an, sich in ein Kloster zurückziehen zu wollen.
In Cosenza
eröffnete Pater Bisceglia eine „Discoteca Francescana“ mit zwei Tanzflächen für zweihundert Personen
und ohne alkoholische Getränke, um den tödlichen Verkehrsunfällen von Jugendlichen am Samstag abend
vorzubeugen.
Er kämpfte auch gegen den Menschenhandel. Eine rumänische Prostituierte bat ihn um Hilfe,
und der Pater überzeugte sie, auszusagen. Danach wurden sieben Menschenhändler verhaftet.
Im Jahr 2001
gründete der Kapuziner das Rehabilitationszentrum ‘Oasi Francescana’. Das groß angelegte Projekt drohte
schon bald in Schulden zu versinken. Um auf sich aufmerksam zu machen und Geldgeber für sein Werk zu
finden, begann Pater Bisceglia darauf unter Brücken zu schlafen.
Der Pater war zeitweise Ehrenpräsident
des Fußballclubs Cosenza und ein häufiger Gast in den italienischen Rundfunkanstalten.
Jetzt scheint
seine fulminante Karriere ein tragisches Ende genommen zu haben. Die Zeugenlage scheint erdrückend.
Die Ordensfrau, die den Pater anzeigte, wurde nach psychiatrischen Untersuchungen für normal und glaubwürdig
befunden. Es wurden bei ihr auch Spuren einer Vergewaltigung entdeckt.
Dagegen erklärte eine erschütterte
Ex-Pornodiva Luana Borgia vor der Nachrichtenagentur ‘Adnkronos’, daß Pater Fedele Bisceglia ein guter
Mensch sei, der immer das Gute getan habe. Er sei nicht die Person für die ihm vorgeworfenen Vergehen.
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7 Lesermeinungen
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Ach so @ Ottaviani: Da im Artikel ja schon das Wort „Borgia“ – wenn auch in anderem Zusammenhang – vorkommt,
sollten Sie vielleicht vorsichtiger mit der NACHkonziliaren Kritik sein. Eine Vergewaltigung als Konzilsfolge
oder als Folge der Disziplinlosigkeiten zu sehen ist jedenfalls Unsinn. Die Disziplinlosigkeiten, die
sich mancherorts eingeschlichen haben sind bedauerlich, aber sie erklären nicht die Vergewaltigung. Im
übrigen wüsste ich jetzt auf Anhieb nicht, was an der ARBEIT des Paters zu kritisieren wäre (bezügl.
der strafrechtl. Vorwürfe lasse ich jetzt mal die Unschuldsvermutung gelten). Immerhin scheint es, als
habe er einige gerettet, oder etwa nicht? Was ist daran jetzt verkehrt? Etwa die Methode? Kommt es darauf
an, wenn der andere umkehrt und gerettet wird? Das wären ja ganz neue Töne.
das ist er also der moralisch hochstehende weltoffene nachkonziliare geistliche wobei ich mich zu den
strafrechtsfragen nicht äussere es reicht völlig das was erwiesen ist da haben wir also das neue pfingsten
dann prost mahlzeit