Mit einer spektakulären These zur ersten Enzyklika des Papstes tritt heute das Wiener Boulevardblatt ‘Kronen-Zeitung’ an die Öffentlichkeit. Von Johannes Ulrich, Wien.
(kreuz.net, Wien) In der gestrigen Abendausgabe der Wiener ‘Kronen-Zeitung’ – die das Datum vom 24. Januar
2006 trägt – wurde auf Seite 3 von der ersten Enzyklika von Benedikt XVI. berichtet.
Die Überschrift
lautet: „Ungeheures Medieninteresse aus aller Welt: Benedikt XVI. präsentiert morgen erste Enzyklika“.
In der zweiten Hälfte des Artikels kann man lesen, daß dem ersten Sendschreiben eines Papstes immer
eine große Bedeutung zukomme. Denn darin würden „doch meist Grundsätze für das ganze Pontifikat“ festgelegt.
Papst Benedikt XVI. habe seine Enzyklika „schon während seines Osterurlaubs in Castelgandolfo“ erarbeitet,
weiß die Kronen-Zeitung zu berichten:
„Warum sie erst jetzt veröffentlicht wird? Nun, der Papst war
mit den Übersetzungen nicht zufrieden, vermuten Vatikanexperten.“
Außerdem habe der Papst seinem „einzigartigen
Dokument“ noch den letzten Feinschliff geben wollen.
Gezeichnet ist der Artikel mit „d.k.“, was wohl
für Dieter Kindermann stehen dürfte.
Anmerkung meinerseits – und vielleicht gehts andern Lesern ähnlich:
Unter „Osterurlaub“ verstehe ich eigentlich eine Erholungszeit, die man sich zu Ostern oder unmittelbar
in der Zeit danach genehmigt.
Letztes Jahr fiel der Ostersonntag auf den 27. März. Kardinal Joseph Ratzinger
wurde aber erst am 19. April zum Papst gewählt und – fast einen Monat nach Ostern – am 24. April in sein
Amt eingeführt.
Theoretisch ist nicht auszuschließen, daß der damalige Kardinal Ratzinger um das letzte
Osterfest – von einer dunklen Vorahnung bewegt – sich hinter die Schreibmaschine setzte, um vorsorglich
eine Enzyklika in die Tasten zu drücken.
Es ist nicht bekannt, daß er sich nach seiner Wahl zum Papst
einen – verspäteten – Osterurlaub gegönnt hätte.
Außerdem habe ich noch Medienmeldungen im Hinterkopf,
wonach das Sendschreiben während der päpstlichen Sommerferien im Aostatal und danach in Castelgandolfo
entstanden ist.
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