Benedikt XVI.
Die erste Enzyklika: von Dante inspiriert
Papst Benedikt XVI. veröffentlichte heute mittag seine erste Enzyklika. Das weniger als 50 Seiten umfassende Rundschreiben „Deus caritas est“ – zu Deutsch: Gott ist die Liebe – erschien zeitgleich auf Lateinisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch.
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. erklärte bereits am Montag bei der Ankündigung der Enzyklika anläßlich eines Kongresses des Päpstlichen Rates „Cor Unum“, daß der Text vom italienischen Nationaldichter Dante Alighieri († 1321) inspieriert sei.

Benedikt XVI. spricht im ersten Teil vom Eros – „der Liebe zwischen Mann und Frau, die nicht aus Denken und Wollen kommt, sondern den Menschen gleichsam übermächtigt“.

Die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI. im Wortlaut als HTML
Die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI. im Wortlaut als PDF-Datei


Er zitiert den deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche († 1900), der meinte, daß das Christentum dem Eros Gift zu trinken gegeben habe. Dieser sei zwar nicht daran gestorben, aber zum Laster entartet.

Damit drücke Nietzsche – so der Papst – ein weit verbreitetes Empfinden aus:

„Vergällt uns die Kirche mit ihren Geboten und Verboten nicht das Schönste im Leben? Stellt sie nicht gerade da Verbotstafeln auf, wo uns die vom Schöpfer zugedachte Freude ein Glück anbietet, das uns etwas vom Geschmack des Göttlichen spüren läßt?“

Die Geschichte zeigt uns – so die Antwort des Papstes –, daß die Liebe etwas mit dem Göttlichen zu tun hat: Sie verheißt Unendlichkeit, Ewigkeit, ein Größeres und ganz andere gegenüber dem Alltag unseres Daseins.

Zugleich aber könne der Weg dahin nicht einfach in der Übermächtigung durch den Trieb gefunden werden: „Reinigungen und Reifungen sind nötig, die auch über die Straße des Verzichts führen.“

Das sei keine Absage an den Eros, nicht seine „Vergiftung“, sondern seine Heilung zu seiner wirklichen Größe hin.

Die Liebe müsse den anderen entdecken und den egoistischen Zug überwinden.

Dann werde sie zur Sorge um den anderen und für den anderen: „Sie will nicht mehr sich selber – das Versinken in der Trunkenheit des Glücks –, sie will das Gute für den Geliebten: Sie wird Verzicht, sie wird bereit zum Opfer, ja sie will es.“

Zu den inneren Reinigungen der Liebe gehöre es, daß Liebe in einem doppeltem Sinn Endgültigkeit wolle: im Sinn der Ausschließlichkeit – „nur dieser eine Mensch“ – und im Sinn des „für immer“.

Benedikt XVI. unterscheidet in seiner Enzyklika die Liebe gemäß den beiden griechischen Grundwörtern „Eros“ als Darstellung der weltlichen Liebe und „Agape“ als Ausdruck für die im Glauben gründende und von ihm geformte Liebe.

Die beiden würden auch als „aufsteigende“ und „absteigende“ Liebe einander entgegengestellt.

Verwandt damit seien andere Einteilungen wie etwa die Unterscheidung in begehrende und schenkende Liebe – auf Lateinisch: amor concupiscentiae und amor benevolentiae. Dieser werde manchmal noch die auf den Nutzen bedachte Liebe hinzugefügt.

Eros und Agape – aufsteigende und absteigende Liebe – ließen sich niemals ganz voneinander trennen:

„Je mehr beide in unterschiedlichen Dimensionen in der einen Wirklichkeit Liebe in die rechte Einheit miteinander treten, desto mehr verwirklicht sich das wahre Wesen von Liebe überhaupt.“

Der Papst erklärt, daß nach dem wichtigen griechischen Philosophen Aristoteles († 322 v. Chr.) die Gottheit für alles Seiende Gegenstand des Begehrens und der Liebe ist.

Die geliebte Gottheit selber aber sei unbedürftig und liebe nicht. Im Gegensatz dazu habe der Gott Israels offenbart, daß ihm sein Gebilde lieb ist, weil es ja von ihm selber gewollt, von ihm „gemacht’’ ist.

Dieses Gottesbild sei die erste Neuheit des biblischen Glaubens.

Die zweite liege im Menschenbild.

Der Schöpfungsbericht zeige, daß der Eros gleichsam wesensmäßig im Menschen selber verankert sei:

„Adam ist auf der Suche und »verläßt Vater und Mutter«, um die Frau zu finden; erst gemeinsam stellen beide die Ganzheit des Menschseins dar.“

Dem monotheistischen Gottesbild entspreche die monogame Ehe.

Die auf einer ausschließlichen und endgültigen Liebe beruhende Ehe werde zur Darstellung des Verhältnisses Gottes zu seinem Volk und umgekehrt: „die Art, wie Gott liebt, wird zum Maßstab menschlicher Liebe.“

Die Liebe in ihrer radikalsten Form zeige sich im Tod Christi am Kreuz.

Gott verschenke sich selber, um den Menschen wieder aufzuheben und zu retten. Die Wahrheit, daß Gott die Liebe ist, offenbare der Blick auf die durchbohrte Seite Jesu.

Diesem Akt der Hingabe habe Christus bleibende Gegenwart verliehen durch die Einsetzung der Eucharistie während des Letzten Abendmahles. Er habe Tod und Auferstehung vorweggenommen indem er in jener Stunde den Jüngern in Brot und Wein sich selber gibt, seinen Leib und sein Blut als das neue Manna.

„Wenn die antike Welt davon geträumt hatte, daß letztlich die eigentliche Nahrung des Menschen – das, wovon er als Mensch lebt – der Logos, die ewige Vernunft sei: Nun ist dieser Logos wirklich Speise für uns geworden – als Liebe.“

Die Eucharistie ziehe uns in den Hingabeakt Jesu hinein: „Wir empfangen nicht nur statisch den inkarnierten Logos, sondern werden in die Dynamik seiner Hingabe hineingenommen.“

Das Bild von der Ehe zwischen Gott und Israel werde in einer zuvor nicht auszudenkenden Weise Wirklichkeit:

„Aus dem Gegenüber zu Gott wird durch die Gemeinschaft mit der Hingabe Jesu Gemeinschaft mit seinem Leib und Blut, wird Vereinigung: Die »Mystik« des Sakraments, die auf dem Abstieg Gottes zu uns beruht, reicht weiter und führt höher, als jede mystische Aufstiegsbegegnung des Menschen reichen könnte.“

Im zweiten Teil seiner Enzyklika wendet sich Papst der Nächstenliebe zu: „Gottes- und Nächstenliebe sind untrennbar: Es ist nur ein Gebot.“

Der Auftrag der Kirche sei „Liebestun“, erklärt der Heilige Vater: „Innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen darf es keine Armut derart geben, daß jemandem die für ein menschenwürdiges Leben nötigen Güter versagt bleiben.“

Die Kirche dürfe den politischen Kampf nicht an sich reißen, um die möglichst gerechte Gesellschaft zu verwirklichen: „Sie kann und darf nicht sich an die Stelle des Staates setzen.“

Aber sie könne und dürfe im Ringen um Gerechtigkeit auch nicht abseits bleiben:

„Liebe – Caritas – wird immer nötig sein, auch in der gerechtesten Gesellschaft. Es gibt keine gerechte Staatsordnung, die den Dienst der Liebe überflüssig machen könnte.“
      
27 Lesermeinungen
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#28   Christin   09:03:24 | Donnerstag, 30. März 2006
*wow*Das ist das“Hohe Lied der LIebe“ autentisch und lebensnah interprediert:
Das sind Worte ewigen Lebens!
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#27   Rudolphus   16:56:00 | Freitag, 3. Februar 2006
Von der Liebe Gottes
„Deus caritas est …“
Ich muß die Enzyklika einmal genauer lesen, wenn ich mehr Zeit habe.
Was ist aber mit der Rache Gottes für die Millionen Beleidigungen gegen Ihn, Seinen Sohn und Seine Mutter?
Der selige Papst Pius IX. äußerte sich so über die Marienerscheinung von LaSalette:
„Ihr wollt die Geheimnisse von LaSalette erfahren? Nun, hier sind sie: Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr elendiglich zugrunde gehen …“
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#26   Evelin   13:58:51 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Düdelidü: Ein Beleg für eine kaputte Tastatur?
wenn Düdelidü (ist eigentlich Ihre Tastatur kaputt?)
Ist in schlechtem Zustand und soll demnächst ausgetauscht werden. Ist aber nicht die Ursache für „Düdelidü“.
Ich habe zuviel Respekt vor Daemonen, sodaß ich nicht aus Jux und Tollerei – so wie Düdelidü – diesen Begriff dauernd verwenden will.
Wer eine Schnapsidee als Forumsnamen verwendet, soll sich über Verhunzungen desselben nicht grämen…
Der Gatte der Evelin
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#25   DemonDeLuxe †   12:30:44 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@Evelins Gatte
Ich salutiere dem gelehrten Herrn – na, wenigstens schaffe ich gemäß Ihrer Einschätzung trotz Wollen des Bösen das Gute – was auf nichts Gutes (außer im vergeblichen Wollen) bei Ihnen schließen lässt, der Sie sich doch so ganz anders wähnen als mich. (Dumm, wenn man unpassende Zitate verwurstet).
Sie wirbeln munter durcheinander: Natürlich kann man Ansichten über Dinge äußern, die man nicht selbst erfahren hat. Ich kann z.B. über die Gefahren des Auf-die-heiße-Herdplatte-fassens informieren, ohne mir je die Pfoten verbrannt zu haben.
Was man nicht (berechtigt) kann, ist, anderen die Wahrnehmung einer Erfahrung vorzugeben, die man selbst nie machte. Wenn Sie Ihre „wenn Düdelidü (ist eigentlich Ihre Tastatur kaputt?) seine Logik auf sich selber anwenden würde“-Beispiele ‘mal ansehen, entsprechen diese alle dem Herdplatten-Typus.
Wie ich schon sagte, würde ich mich nie dazu aufbrezeln, das Gegenstück zu Benedikts Äußerungen von mir zu geben, nämlich Spekulationen darüber, wie ein Gläubiger seinen Gott erfährt, was für ein Gefühl das in ihm bewirkt etc. – weil ich WEISS, dass mir das verschlossen ist und ich mich blamiere, wenn ich da meine völlig unmaßgeblichen Vermutung äußere.
Und weil Sie ja Goethe zu schätzen scheinen:
„Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh’ ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! Der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!“
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#24   Ansgar   11:20:12 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Eine fehlerhafte Vorstellung…
… vom Zölibat haben hier die Kritiker. Abgesehen davon, daß es rezeptionsästhetisch irrelevant ist, von wem ein Text stammt. Wenn wir hier schon dauernd von Veganern und ähnlichem fabulieren: Gesetzt den Fall, der Autor wäre anonym, und unser Demon würde den Text nicht gleich unter „aha, von einem ehelos Lebenden verfaßt“ schubladisieren – wäre der Text nicht auch dann wahr, schön, elegant und kräftigend? Übrigens ermöglicht der Zölibat einen Blick von außen, der manches sieht, was der sexuell aktive Mensch nicht sehen kann.
Grundsätzlich möchte ich den Teilnehmer Demon aber dafür loben, daß er einen längeren, ihm fremden Text tatsächlich liest und sich geistig damit beschäftigt. Ich glaube nicht, daß ich die Geduld mit einem agnostischen Traktat aufbringen würde. Zumal die auch nie so schön geschrieben sind.
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#23   Evelin   10:46:07 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Düdelidü superlogisch
Über Mord kann nur schreiben, wer ihn begangen, ebenso bezüglich Vergewaltigung, Raub usw. Natürlich kann Düdelidü nichts über die Ehe schreiben, weil er nicht verheiratet ist und offenbar nicht war. Über Nationalsozialismus und Kommunismus kann nur schreiben, wer einer solchen Ideologie angehangen hat oder anhängt (Düdelidü-Logik).
Natürlich muß Düdelidü die Finger von Geschichte im allgemeinen und Kirchengeschichte im speziellen lassen, weil er damals nicht gelebt hat, also nichts – nach seiner Logik – davon weiß. Am allerwenigsten kann aber Düdelidü von Christentum und Moral schreiben, da er weder Christ ist noch irgendeine – erwähnenswerte – Moral hat, also darüber auch nur wie „ein Blinder von der Farbe“ schreiben kann.
Wenn Düdelidü sein eigene Logik auf sich selbst anwenden würde, wären wir von seiner Gegenwart hier im Forum und seinen „besonders erleuchteten“ Beiträgen befreit. Denn tatsächlich hat er ja nichts Substanzielles hier beizutragen. Er ist nur die Fleisch gewordene Negation von allem, der „Geist, der stets verneint“.
Der Gatte der Evelin
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#22   DemonDeLuxe †   10:19:03 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@Catholicus – Der Unterschied
Dass ein zölibatär lebender Mensch Sex zwangsläufig als „etwas Schlechtes“ ansieht, habe ich nicht gesagt oder gemeint. WAS ich gesagt habe, ist, dass er Sex als etwas ansieht, das ihm unwichtig genug erscheint, als dass er zugunsten von etwas anderem final darauf verzichtet. Diese nachrangige Gewichtung ist anormal im wertfreien Sinn; normal hingegen ist ein massiver Einfluss der Sexualität auf das Selbst, auf die gesamte Psyche.
Nun ist aber schon diese Gewichtung / Präferenz etwas, das den Zölibatären von seinen „Schäfchen“ fundamental unterscheidet; jegliche Äußerung in dieser Hinsicht ist buchstäblich ein Vorurteil mangels eigener, unmittelbarer Anschauungsmöglichkeit. Die Vermutung, dass Sexualität von jenen, die darauf verzichtet haben, als effektiv weniger relevant wahrgenommen wird als von jenen, die diese Prämisse nicht teilen, wird durch die kirchliche Praxis über bald 2000 Jahre bestätigt.
Benedikt XVI. hat die „Kernkompetenz“ zu derlei Äußerungen nur dann, wenn man sie ihm zubilligt, und auch dann nur aus sich selbst heraus, sprich: Weil er sich für kompetent ERKLÄRT. Denken Sie das doch ‘mal weiter: Genauso könnte er sich zu homosexuellem Empfinden äußern – etwas, das ihm wohl genauso unzugänglich ist, nur eben von Natur aus und nicht per Willensentscheid.
Und Sie haben meine Fragen nicht beantwortet: Würden Sie der Beratung in Sachen Fleischgenuss, ausgesprochen von einem Veganer, Wert beimessen?
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#21   Catholicus   09:58:22 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@DemonDeLuxe
Der Entschluss zum jungfräulichen bzw. zölibatären Leben geschieht aus übernatürlichen Motiven, „um des Himmelreiches willen“. Dabei verzichtet die betreffende Person nicht deshalb auf den Vollzug sexueller Liebe, weil die Ehe als solche etwas Schlechtes wäre oder weil der Leib oder die Sexualität wären. Leib, Sexualität und Ehe sind vielmehr gottgewollt und partizipieren an der Gutheit der Schöpfung insgesamt. Wenn sich zölibatär lebende Menschen (wie hier der Papst) zum Thema von Ehe und Sexualität äußern, so tun sie dies aus der „Kernkompetenz“ der Kirche heraus, die sowohl die Würde der Person wie auch die der ehelichen Liebe bekräftigt und in ein neues Licht stellt. Auch Jesus Christus nahm – obwohl unverheiratet – zur ehelichen Liebe wiederholt Stellung und bekräftigte: „Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ Nichts spricht dagegen, dass diejenigen, die in seiner Nachfolge zu den Menschen gesandt sind, dies ebenfalls tun!
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#20   Benedikt78   09:55:54 | Donnerstag, 26. Januar 2006
So ein schöner Text
Wunderbar harmonisch, wie fliessendes Gewässer. Sanft und geschmeidig und voller Barmherzigkeit! Einfach nur schön! Das tut einem richtig gut, wenn man es liest!
Leider habe ich dann noch gewisse Forumsbeiträge gelesen. Daraufhin ist mir die Freude je länger umso mehr genommen worden. Ich habe langsam aber sicher das Gefühl, dass einige Leute hier nicht reinschreiben, weil sie ein ernsthaftes Gespräch suchen, sondern nur damit sie die Christen demütigen und blöd hinzustellen versuchen. Ein sehr niederträchtiges Verhalten!
Zum Thema Liebe! Was ist denn Liebe? Liebe ist nicht auf einer Frau rumzurutschen, nachher eine Zigarette zu rauchen oder gleich einzuschlafen. Liebe an sich hat nichts mit körperlichen Begierde zu tun! Liebe ist die innige Zuneigung zwischen einem Mann und einer Frau auf platonischer Ebene. Bei zölibatär lebenden Menschen ist eine Zuneigung zu seinen Mitmenschen ebenso möglich. Dafür braucht es keine fleischlichen Gelüste und körperliche Befriedigung.
Ich danke unserem lieben Papst Benedikt für dieses wunderbare Werk und hoffe, dass viele Menschen seine Botschaft hören und verstehen werden. Die anderen tun mir leid…
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#19   DemonDeLuxe †   09:47:44 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@Catholicus – Aber das ist doch der Punkt
„um die Kritik an einem hedonistischen Verständnis der Sexualität, bei dem die Person zu einem Objekt des Genusses und der Befriedigung entwürdigt wird.“
Das ist angekommen. Nicht angekommen ist hingegen, warum die Ansicht von jemandem, der das nicht beurteilen kann, maßgeblich erscheinen sollte. Würden Sie von einem Antialkoholiker Tips annehmen, wie man einen Caipirinha ordentlich zubereitet und genießt?
„Wenn der Papst gegenüber dem materialistischen Fehlverständnis der Sexualität seinen Einspruch anmeldet, dann tut er dies gerade um die Würde des ehelichen sexuellen Aktes hervorzuheben, der in personaler Liebe vollzogen werden soll!“
Warum sollte man auf die Spekulationen von jemandem hören, der etwas immerhin für sich persönlich als so verzichtbar einschätzt, dass er es konsequent aus dem eigenen Leben ausklammert? Ein Veganer doziert über würdevollen Genuss von Schweinefleisch?
Benedikt XVI. hat vor Jahrzehnten für sich entschieden: „Ich brauch’ das nicht“. Wie verbindlich können seine Einlassungen sein für Menschen, deren Entscheidung, im Gegenteil, gegen das Priestaeramt und für Sexualität ausgefallen ist, und die, im Gegensatz zu ihm, wissen, wovon er spricht?
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#18   Catholicus   09:36:52 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@DemonDeLuxe
Gut, dass Sie nun mit Ihrer Kritik konkret auf einen Satz der Enzyklika Bezug nehmen, den Sie nicht akzeptieren! Es geht, wie der Kontext (Nr. 5) zeigt, um die Kritik an einem hedonistischen Verständnis der Sexualität, bei dem die Person zu einem Objekt des Genusses und der Befriedigung entwürdigt wird. Wenn der Papst gegenüber dem materialistischen Fehlverständnis der Sexualität seinen Einspruch anmeldet, dann tut er dies gerade um die Würde des ehelichen sexuellen Aktes hervorzuheben, der in personaler Liebe vollzogen werden soll!
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#17   DemonDeLuxe †   09:27:35 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@Catholicus
Benedikt XVI. hat insofern „nicht Recht“, als er versucht, etwas, das jedem anders erscheint / eine andere Bedeutung hat, auf einen definierten Nenner zu bringen, und das dazu zwingend mit etwas anderem (Gott / Göttlichkeit) zu verbinden, das seinerseits wiederum jedem anders erscheint oder doch mindestens den diversen Religionsgemeinschaften verschieden begegnet – und das aus der Perspektive von einem, der Ersteres gar nicht selbst kennt und von Letzterem nur die eine (katholische) Perspektive sieht. Dieses Letztere ist natürlich für ein Oberhaupt der katholischen Kirche legitim – das Erstere hingegen ist pure Spekulation und liest sich wie ein großes „irgendwie so muss körperliche und zwischenmenschliche Liebe wohl auch sein“ bar jeder authentischen Beurteilungsgrundlage.
Es ist nicht so, dass man den Daumen auf eine der Aussagen halten und sagen könnte: „Dies ist FALSCH“ – aber es ist eben für MANCHE (viele!) falsch und es ist vieles andere richtig.
Etwa:
„Es erscheint […] als ein Etwas, das er auf seine Weise zugleich genußvoll und unschädlich zu machen versucht.“
Das mag für manche mit problematischer Einstellung zum Sexus zutreffen; für viele andere nicht; dabei tun sich aber eklatante Differenzen auf zwischen dem, was der Papst als falsch ansieht, und dem, was es für die Betroffenen ist. Die Definitionshoheit, die er sich hier anmaßt, hat er nicht (und hätte er übrigens auch dann nicht, wenn es den Zölibat nicht gäbe, aber *so* ist es grotesk).
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#16   Jean   09:02:17 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@demon
Schon sind Sie wieder dabei, nichts zu sagen… und das recht wortreich.
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#15   Catholicus   08:32:47 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@DemonDeLuxe
Wenn Sie schon meinen, dass Ihre unmittelbare Kompetenz in Sachen ehelicher und sexueller Liebe den Papst „widerlegen“ könne: Zeigen Sie doch konkret auf, worin er (angeblich) nicht recht hat und warum!
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#14   DemonDeLuxe †   07:50:46 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@Toby & Catholicus
Mir sind diese Ausflüchte bekannt – und ich halte sie für eben genau dies: Ausflüchte.
Was soll das für eine „Freiheit“ sein, die x-tausende nicht zubehalten fähig sind und stattdessen lieber insgeheim gegen das Gebot ihrer Kirche vertsoßen?
Was sollen das für Erfahrungen aus zweiter Hand sein, die bei etwas, das subjektiver nicht sein könnte, einen authentischen Eindruck vermitteln?
Würden Sie denn allen Ernstes akzeptieren, dass, wenn ich als Ungläubiger nur hinreichend lange mit Ihresgleichen diskutierte (ohne aber zu glauben), ich kompetent über die „Gotteserfahrung“ dozieren könnte? Dass, wer nur genügend mit Buddhisten zu tun hätte, das Nirvana korrekt beschreiben und bewerten könne? Dass, wer Zeit seines Lebens per Infusion ernährt wurde, aus dem Studium von Kochbüchern um die Empfindungen bei eine Festmahl, einem Betthupferl und einer herzhaften Brotzeit nach getaner Arbeit wüsste?
Nur beim Zölibat, DA ist natürlich selbst ein Minus noch ein Plus, jaja…
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#13   Toby   07:31:29 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Wie bitte???
@ DemonDeLuxe
Was ist das denn für eine seltsame Logik? Wie soll ein zölibatär Lebender keine Ahnung von Sexus und Eros haben bzw. nicht darüber schreiben dürfen? Wieso soll es sich deshalb um einen „blinden Fleck“ der Enzyklika handeln?
Man darf die zölibatäre Lebensform eben nicht als Gegensatz zur ehelichen Lebensform sehen, sondern als Ergänzung, nicht einseitig als „Mangel“ – so als handele es sich beim Zölibat um eine Art „Selbstverstümmelung“ – sondern als größere Freiheit. Aber das scheint in unserer übersexualisierten Gesellschaft kaum vorstellbar. Um so notwendiger und gewissermaßen „avandgardistischer“ scheint mir die priesterliche Lebensform zu sein
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#12   Catholicus   07:30:45 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Mittelbare und unmittelbare Erfahrung im Hinblick auf Ehe und Sexualität
„Manchmal hört man, dass sich nur jene, die selber ein eheliches Leben führen, zum Thema der Ehe äußern könnten, und nur die, die sie erfahren hätten, könnten sich zur Liebe von Mann und Frau zu Wort melden. In dieser Sichtweise müssen alle Aussagen über derartige Angelegenheiten auf persönlicher Erfahrung gegründet sein, sodass Priester und andere Personen, die ein zölibatäres Leben führen, zu Fragen der Liebe und der Ehe nichts zu sagen haben können. Dennoch sprechen und schreiben sie oft über derartige Dinge. Das Fehlen einer persönlichen Erfahrung ist für sie kein Hindernis, denn sie besitzen einen großen Anteil an Erfahrung aus zweiter Hand, welche sich aus ihrer pastoralen Arbeit ableitet. In ihrer pastoralen Arbeit begegnen sie nämlich diesen bestimmten Problemen so oft und in einer solchen Vielfalt von Umständen und Situationen, dass dadurch ein unterscheidbarer Typus von Erfahrung geschaffen wird, welcher gewiss weniger unmittelbar ist und natürlich ‘fremd’, aber zur selben Zeit sehr viel umfassender. Eben diese reiche Fülle an Tatsachenmaterial über das Thema regt die allgemeine Reflexion darüber an und ebenso das Bemühen, all das, was bekannt ist, in eine Zusammenschau zu bringen.“ (Karol Wojtyla, Liebe und Verantwortung, Vorwort zur Erstausgabe Lublin 1960) Diese Feststellung kann auch helfen, die vorliegende Enzyklika besser zu verstehen und zu würdigen!
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#11   DemonDeLuxe †   01:34:15 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Es ist ein wenig unfair
Der Text der Enzyklika ist schön geschrieben, mit einem klaren Aufbau, interessanten Bezügen und sichtlich viel Bemühen, sich verständlich zu machen (beileibe keine Selbstverständlichkeit bei Texten dieser Art). Er vermittelt Einsichten vor allem in das Denken des Autors, weniger in das der Institution, der er vorsteht. Ein sehr persönlicher Text, bei dem man beinahe die unsichtbare Überschrift „Wie ich in den nächsten Jahren meine Kirche zu prägen gedenke“ wähnen könnte.
Ja, und in all diesen interessanten, teilweise brillianten Überlegungen dann das, was zum Thema nun einmal dazu gehört, wo der Autor aber spürbar nur aus zweiter Hand sprechen kann und ohne die Tiefe und das Verständnis, die man dem Übrigen anmerkt. Da beschreibt ein Blinder die Farbenpracht des Frühlings; er beschreibt die fleischlichen Aspekte des Eros so, wie einst Karl May das Wilde Kurdistan: Ohne je da gewesen zu sein und allein auf Basis des Hörensagens.
Es ist nicht fair: So ein schöner Text und dann ein so spürbarer „blinder Fleck“. Aber er hat sich das Thema ja selbst gewählt, mit – in diesem Punkt – ähnlicher Kompetenz, als spräche ich vom Glücksgefühl der Jesusnähe.
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#10   Sirilo   01:19:49 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Erkenntnis
Da saß also wieder einmal ein Zölibatär am Schreibtisch und überlegte, was es wohl mit dem „Geschlechtsakt“, den er selbst nie erlebt hatte, auf sich haben könnte. Er wollte nämlich denen, für die der „Geschlechtsakt“ zu ihrem gelebten Leben gehört, klar machen, wie sie sich dabei zu verhalten hätten…
Ein Blinder will Sehenden Farbenlehre beibringen…
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#9   Gotthard   23:38:18 | Mittwoch, 25. Januar 2006
Übersetzung
Insofern darf der eheliche Geschlechtsakt als Ausdruck der Liebe eben nicht bloß „animalisch“ sein, sondern er soll auf humane Weise vollzogen werden, d.h. er muss von Erkenntnis und Wollen getragen sein und darf nicht zum bloß triebhaften Ereignis verkümmern.
eine Übersetzung dürfen wir doch auch noch erwarten, oder?
Bitte beschreibe doch einmal diesen Satz durch die Erfahrungen deines eigenen Lebens.
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#8   DemonDeLuxe †   22:50:24 | Mittwoch, 25. Januar 2006
„Aus Liebe“
Halten wir fest: Die einzige allmächtige und allwissende Wesenheit des Universums weiß sich keinen anderen Rat, die von ihm selbst geschaffenen Wesen von der eigenen Ungnade aufgrund der Übertretung selbst erlassener Verbote zu erlösen, als sich selbst oder eine Abspaltung von sich durch andere der eigenen Geschöpfe barbarisch an zwei Balken nageln zu lassen, woraufhin ein Bruchteil der Geschöpfe meint, dass das wahre Liebe sei, wohingegen der Großteil von der Liebesbotschaft nicht erreicht, nicht berührt, nicht überzeugt oder von besagtem Bruchteil angefeindet wird.
Aha.
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#7   Catholicus   22:45:32 | Mittwoch, 25. Januar 2006
@Dorothea
Danken wir Gott und dem Heiligen Vater für diese großartige Enzyklika, die beim Wesentlichen des christlichen Glaubens ansetzt und dieses vertieft darstellt und vermittelt! Zu Ihren Fragen:
– Der Eros wird in der Enzyklika als sinnliche Grundkraft aufgefaßt, die vergeistigt werden muss. Insofern darf der eheliche Geschlechtsakt als Ausdruck der Liebe eben nicht bloß „animalisch“ sein, sondern er soll auf humane Weise vollzogen werden, d.h. er muss von Erkenntnis und Wollen getragen sein und darf nicht zum bloß triebhaften Ereignis verkümmern. Nur das entspricht der Würde des Menschen und seiner göttlichen Berufung.
– Insofern Gott „die Liebe“ ist, kann man wohl sagen, dass in der heiligen Eucharistie Gott „als Liebe“ gegenwärtig ist, da er sich uns hier auf besondere Weise schenkt.
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#6   Doritta   22:26:19 | Mittwoch, 25. Januar 2006
1. Enzyklika
Einfach schön und wahr!!!!!
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#5   catharina   16:41:24 | Mittwoch, 25. Januar 2006
Genus literale
Wer von einer Enzyklika noch immer eine präzise, „doktrinale“ Stellungnahme zu einem Thema erwartet, wird also wieder einmal enttäuscht sein…
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#3   virOblationis   16:15:47 | Mittwoch, 25. Januar 2006
Die Kirche als Lehrerin
„Die Kirche kann den politischen Kampf nicht an sich reißen.“ – Gewiß. Ihr geht es um das Heil der Seelen, nicht um die irdische Gerechtigkeit, für die der Staat zuständig ist.
Benedikt XVI. weist auf Augustinus hin: Ein Staat ohne Gerechtigkeit ist nicht mehr als eine Räuberbande. So hat die Kirche die Aufgabe durch den Glauben (vgl. kath. Soziallehre) die Vernunft zu reinigen, damit diese in der Lage ist, die Gerechtigkeit unter jeweiligen geschichtlichen Verhältnissen zu verwirklichen. – Laizismus ist dies doch wohl kaum, wenn die Kirche in solcher Weise als Lehrerin auftritt. Sie hat Grundeinsichten zu vermitteln, nicht das politische Tagesgeschäft zu bestimmen.
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#2   Elendester Sünder   14:59:37 | Mittwoch, 25. Januar 2006
Zu Ansgar
Sie kann nicht, weil Satan in dieser Zeit zu viel Macht gegeben ist.
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#1   Ansgar   14:46:56 | Mittwoch, 25. Januar 2006
Schönheit
Ein Text von außerordentlicher sprachlicher Schönheit, leise und doch nachhaltig formulierend, was einfach wahr ist. Schon immer konnte man in den Schriften Ratzingers umhergehen und wohnen wie in einem behaglichen Haus, oder schwimmen wie in einem klaren Gewässer.
Zu den Apologeten des katholischen Staats: Benedikt erteilt ihnen eine Absage. „Die Kirche kann und darf den politischen Kampf nicht an sich reißen…“
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