09:38:18 | Freitag, 27. Januar 2006
Der Musiker und Papstbruder Mons. Georg Ratzinger sprach mit der Aachener Bistumszeitung über den Komponisten, dessen 250. Geburtstag heute begangen wird.
(kreuz.net/
SiSa, Aachen) In der ‘Kirchenzeitung für das Bistum Aachen’ erschien am 22. Januar ein Interview
mit Mons. Georg Ratzinger. Der ältere Bruder von Papst Benedikt XVI. war bis 1994 Domkapellmeister von
Regensburg.
Mons. Ratzinger sprach mit der Aachener Bistumszeitung über Wolfgang Amadeus Mozart, dessen
250. Geburtstag heute begangen wird.
Der Interviewpartner wollte wissen, wie die Ratzingerbrüder das
erste Mal mit Mozart in Berührung gekommen seien.
Bei ihnen zuhause habe es ein Harmonium gegeben, erzählt
der emeritierte Kapellmeister. In einem Übungsheft mit Notenmaterial sei ein zweiteiliges Stück enthalten
gewesen, das angeblich von Mozart stammte.
Im Jahr 1941 sei das 150. Todesjahr von Mozart begangen worden.
Dabei sei im Radio jeden Sonntag mittag ein Mozartstück übertragen worden: „Da ich in der Familie am
meisten musikalisch engagiert war, durfte ich den Platz des Vaters am Tisch einnehmen, der direkt beim
Radio war“, erinnert sich der Papstbruder.
Im gleichen Jahr seien die beiden Ratzinger-Brüder nach Salzburg
gefahren, zu einem Mozartkonzert der Regensburger Domspatzen – deren Dirigent Mons. Ratzinger später
werden sollte:
„Sie haben dort einige Bearbeitungen aus ‘Der Schauspieldirektor’ gesungen, in Kostümen.
Es war ganz köstlich. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen.“
Auf die Frage, ob es ihn nicht störe,
daß Mozart Freimaurer war, meint Mons. Ratzinger, daß ihm ein Urteil darüber nicht zustände. Mozart
sei ein Mensch mit vielen Schwierigkeiten gewesen. Diese hätten sich aus der damaligen Zeit und seinen
Lebensumständen ergeben.
Doch die Verbindung des Komponisten mit der Freimaurerei störe ihn insofern –
so Mons. Ratzinger – weil Mozart nicht ein einfaches Mitglied dieser Geheimbewegung gewesen sei, sondern
den Meistertitel erworben hätte und sogar eine eigene Loge gründen wollte. Die Freimaurerei sei im Wien
des 18. Jahrhunderts offenbar Mode gewesen.
Der Komponist habe sich aus seiner Mitgliedschaft bei den
Logenbrüdern auch finanzielle Vorteile erhofft: „Ob er über die theologische Problematik nachgedacht
hat, weiß ich nicht.“
Auf den Hinweis, daß Mozart Probleme mit geistlichen Autoritäten wie dem Salzburger
Erzbischof Colloredo – dem zeitweiligen Dienstherren des Komponisten – gehabt hätte, erklärt der Geistliche:
„Der Mozart hat seinen Kopf gehabt und Colloredo noch mehr.“
„Wobei ich sagen muß, wenn ich Erzbischof
gewesen wäre, hätte ich Mozart schon auch gesagt, wofür zahle ich Dich eigentlich, wenn Du soviel unterwegs
bist? Wo gibt es das heute noch, daß ein Arbeitnehmer jahrelang abwesend sein darf.“
Andererseits hätte
sich Mozarts künstlerisches Genie ohne seine vielen Reisen vielleicht nicht in dieser Weise entwickeln
können.
Auf die Frage, ob Mozarts Musik göttlich sei, antwortet der Monsignore: Die Musik sei eine
Botin des Glücks und der Seligkeit, welche die himmlische Realität abbilde. Sie künde von der Einheit
der Schöpfung mit ihrem Schöpfer.
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Yersinia 19:42:25 | Montag, 30. Januar 2006
#13
Athanasius 16:03:29 | Sonntag, 29. Januar 2006
#12
Sixtus 23:39:06 | Samstag, 28. Januar 2006
#11
Gotthard 23:25:02 | Samstag, 28. Januar 2006
#10
Sixtus 23:06:44 | Samstag, 28. Januar 2006
#9
Gotthard 19:19:53 | Samstag, 28. Januar 2006
#8
Sixtus 17:37:47 | Samstag, 28. Januar 2006
#7
Gotthard 15:21:10 | Samstag, 28. Januar 2006
#6
Sixtus 13:02:13 | Samstag, 28. Januar 2006
#5
provobis 23:32:50 | Freitag, 27. Januar 2006
#4
Sixtus 14:26:47 | Freitag, 27. Januar 2006
#3
Römisch-Katholisch 14:11:33 | Freitag, 27. Januar 2006
#2
Brandenburgis 13:15:27 | Freitag, 27. Januar 2006
#1
Sixtus 11:16:49 | Freitag, 27. Januar 2006