[ « 341 342 343 344 345 » ]
Freitag, 27. Januar 2006 13:53
Die Schweizer betreiben ein neues Geschäft
In Großbritannien provozierte das Staatsfernsehen eine weitere Diskussion um die Entsorgung lästiger Angehöriger. Vorwand ist eine lebensmüde Pensionistin, die sich vor den Kameras des ‘Britischen Rundfunks’ in der Schweiz ins Jenseits befördern ließ.
Anne Turner
Anne Turner
(kreuz.net, Zürich) Anne Turner (66) aus Bath im Südwesten von England litt an einer sogenannten fortschreitenden supranukleären Lähmung.

Es handelt sich dabei um eine Gehirnerkrankung, die mit fortschreitendem Alter zu einer zunehmenden Einschränkung motorischer Funktionen – Bewegungen der Augen, Schlucken, Sprechen, Laufen – führt.

Der Arzt wies seine Patientin mehrfach darauf hin, daß sie wahrscheinlich bettlägerig werde und einen langsamen und qualvollen Tod zu erwarten habe. Das wollte Frau Dr. Turner aber nicht.

Darum flog die Selbstmordkandidatin am Montag mit ihren drei erwachsenen Kindern nach Zürich. Ein bestelltes Kamerateam des britischen Fernsehsenders ‘BBC’ gab der makabren Reise die nötige Breitenwirkung.

Die letzten Stunden der Selbstmörderin wurden gefilmt und später landesweit ausgestrahlt.

Bereits im Oktober hatte die suizidgefährdete Frau Turner vergeblich versucht, sich mit einer Mischung von Schlaftabletten und Anti-Depressiva sowie mit einem Plastiksack das Leben zu nehmen.

Kurz vor der Einschläferung
Kurz vor der Einschläferung
Am vergangenen Dienstag betrat sie die Zürcher Geschäftsräume eines Schweizer Selbstmord-Unternehmens. Dort erhielt die Lebensmüde ein hochgiftiges Präparat. Ihre Kinder waren anwesend und filmten den Selbstmord der Mutter mit einer Videokamera.

„Wir sind der Meinung, daß es Ärzten in Großbritannien erlaubt sein sollte, Patienten wie unserer Mutter beim Sterben zu helfen, ohne dafür bestraft zu werden“, erklärte der offenbar zufriedene Sohn nach der Einschläferung seiner Mutter.

Gleichzeitig meinte er, daß der mütterliche Selbstmord „eines der schwersten Dinge seines Lebens“ gewesen sein soll: „Ich hatte eine sehr enge Beziehung zu meiner Mutter.“

Vor ihrer Tat schrieb die Selbstmörderin rund hundert Briefe an Freunde, Kollegen und Politiker. Darin setzt sie sich für die Einschläferung von Todeswilligen ein: Sie sei in die Schweiz gereist, solange sie dazu noch fähig gewesen sei, wäre aber lieber zu Hause gestorben.

Die Beihilfe zum Selbstmord ist in Großbritannien illegal. Doch verschiedene Organisationen arbeiten seit Jahrzehnten an einer Änderung des Gesetzes.

Das Vergehen wird im Land seit Jahren nicht mehr strafrechtlich verfolgt.

Im vergangenen Dezember wurde ein Engländer, der seinen behinderten Sohn (10) erstickte, gerichtlich freigesprochen.

Es sei „nichts damit gewonnen“, den Mann ins Gefängnis zu bringen, glaubte die Richterin.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 7 Lesermeinungen:
Samstag, 28. Januar 2006 11:11
Benedikt: @ GigaShadow
Wenn ich nen Unfall hätte und dann im Koma liegen würde bzw. als Spasti dahin vegetieren würde , trit meine Patintenverfügung in Kraft

Na, da seien Sie mal nicht so sicher. Wenn Sie nicht genau für den eingetretenen Fall verfügt haben, dann passiert nämlich gar nichts, denn die Verfügung ist dann unwirksam: Soll heißen: Haben Sie für einen Koma-Fall verfügt, dann passiert nichts, wenn Sie durch einen Unfall Spastiker werden, es passiert nichts, wenn Sie dement werden, es passiert nichts, wenn Sie eine Krankheit wie die oben beschriebene Dame bekommen. Auf den mutmaßlichen Willen des Verfügenden abzustellen ist nach geltender Rechtsprechung des BGH unzulässig.
Freitag, 27. Januar 2006 21:43
GigaShadow †: Hallo !! ??
Was für ein schlechtes Vorbild für ihre Kinder. Statt ihre Schmerzen zur Vergebung ihrer Sünden oder zum Wohl ihrer Kinder dem Barmherzigen zu widmen,folgt sie der pervertierten humanistischen Lebenslüge bis zum Tod.
Nur dort beginnen die eigentlichen Qualen.

@ Andrija /Elendester Sünder :
Das ist ja wieder pervertierendes Dummes Geschwätz Christlicher Fanatiker !!

Wenn jemand auf Grund seiner Schmerzen oder Qualen,
den „“ FreiTod „ wählt , ist das jedem selbst die Eigene Entscheidung !!

Wenn ich nen Unfall hätte und dann im Koma liegen würde bzw. als Spasti dahin vegetieren würde , trit meine Patintenverfügung in Kraft, wenn im Laufe eines Jahres keine Besserrung eintritt .
Freitag, 27. Januar 2006 18:20
Elendester Sünder: Halbgötter in Weiß
Statt so etwas zu schreiben, solltest Du besser dafür beten, daß Dir das nicht passiert. Wir müssen soviel Vertrauen in Gott haben, daß er uns kein Kreuz auflädt, welches wir nicht tragen können.

Was ich am oben geschilderten Fall besonders bedauere ist, daß Anne Turner in Verzweifelung gestürzt ist, weil sie blind dem schwarzseherischen Urteil eines unwissenden Arztes gefolgt ist. Mir selbst ist es schon zweimal geschehen, daß Ärzte mir dem Tod in kurzer Frist vorausgesagt haben. Beide Male erfolgte eine Spontanheilung ohne medizinische Hilfe. Ich erfreue mich heute bester Gesundheit.
Freitag, 27. Januar 2006 18:07
methusalix †: @traditonsverbunden
Sie haben vollkommen recht! Palliativmedizin ist die Lösung! Leider ist diese in Deutschland praktisch nicht existent. Baden-Württemberg hat DREI Palliativbetten auf eine Million Einwohner! Solange das nicht geändert wird, wird es auch Sterbehilfe geben, passive und aktive.
Ein weiterer Punkt der dieses Übel stützt, ist die vollkommen unzulängliche Schmerztherapie vor Ort. Kaum ein Hausarzt, der ja der erste Ansprechpartner für Schmerzpatienten ist und am nächsten dran ist (geographisch und menschlich), ist bereit Opiate lege artis zu verordnen.
Freitag, 27. Januar 2006 17:01
Der Tradition verbunden: Palliativmedizin
Wenn ich andauernde unerträglich starke Schmerzen hätte, die nicht mehr weggehen würden, bzw. Arme, Beine, Kopf und Augen nicht mehr bewegen könnte, wüsste ich nicht, ob ich noch fähig wäre, den Sinn meines Leidens zu erkennen und zu leben (ohne übernatürliche Hilfe wohl kaum).
Aktive Sterbehilfe wäre aber trotzdem nicht zu rechtfertigen. Stattdessen muss viel mehr eine angemessene Palliativmedizin betrieben und gefördert werden, die das Leiden dem Patienten so erträglich wie eben möglich macht. Das wäre die Aufgabe die den Ärzten zukäme.
Freitag, 27. Januar 2006 16:33
Elendester Sünder: Zu Andrija
Genauso so ist es.
Alle Lesermeinungen anzeigen Eine weitere Lesermeinung
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net