Viel Vor- und Rücksicht für die rücksichtslosen Röschenzer
Seit Ende September soll der Basler Bischofsvikar den Flächenbrand in Röschenz als Vermittler begrenzen. Heute Freitag schrieb er den Angehörigen der Rebellenpfarrei Röschenz einen Offenen Brief.

Viele Menschen seien in Röschenz aber auch an vielen anderen Orten im Bistum Basel durch die Ereignisse verletzt worden:
„Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, die Verständigung zu erleichtern und den Weg der Heilung zu suchen.“
Hw. Häring erinnert daran, daß er und der neue Pfarradministrator von Röschenz, Hw. Franz Kuhn, vom Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, die Pfarreiverantwortung übertragen bekommen haben.
„Wir haben diesen Auftrag angenommen und wollen ihn mit der nötigen Vor- und Rücksicht ausführen.“
Er und Pfarradminister Kuhn gingen davon aus, daß sich viele Röschenzer in einer schwierigen Situation befänden.
Die Pfarreimitglieder wollten einerseits Franz Sabo – „den viele von Ihnen schätzen“ – behalten. Außerdem frage man sich in Röschenz, ob man einen anderen Pfarrer bekommen würde, schreibt der Bischofsvikar unbeschadet der Tatsache, daß er zusammen mit Pfarrer Franz Kuhn die Pfarrleitung übernommen hat.
Gleichzeitig erkläre die Pfarrei, sich auch dem Bistum Basel und dessen Bischof, wie auch der Gesamtkirche, zugehörig zu fühlen:
„Da Bischof Kurt Koch gegenüber Herrn Franz Sabo am 1. Oktober 2005 in Wahrnehmung seiner Verantwortung und mit Unterstützung des Bischofsrates die Suspension aussprechen mußte – das heißt ihn des Amtes als Pfarradministrator von Röschenz und aller priesterlichen Aufgaben enthob – bringt Sie das in einen Zwiespalt.“
Insbesondere seien viele Pfarreimitglieder vermutlich verunsichert, wie sie sich in Bezug auf den Gottesdienst verhalten sollen.
Er stelle deshalb klar, daß die vom suspendierten Priester Sabo gespendeten Sakramente – bis auf die Ehe, die Beichte und die Krankensalbung – zwar gültig, aber unerlaubt und „kirchlich sinnwidrig“ seien.
Sein Brief solle zum Ausdruck bringen, daß er und Pfarrer Kuhn sich in die Situation der Röschenzer einfühlen könnten:
„Wir verstehen den Auftrag, den uns Bischof Kurt Koch gegeben hat, nicht als Verordnung.“
Vielmehr gehe es darum, der Pfarrei Röschenz nahe zu bleiben. Das sei nicht einfach. Denn Hw. Kuhn bekomme im Moment weder von Herrn Sabo noch vom Kirchgemeinderat die Möglichkeit, in der Pfarrei Messen zu lesen:
„Wir bedauern dies. Dennoch liegt es uns fern, die Gottesdienste erstreiten zu wollen.“
Der Bischofsvikar erinnert daran, daß der Bischof nach wie vor zu Gesprächen bereit sei: „Trotz entgegengesetzter Standpunkte trifft sich der Kirchgemeinderat von Röschenz alle drei, vier Wochen mit Franz Kuhn und mir.“
Gemeinsam teile man das Anliegen, das Gespräch nicht abreißen lassen zu wollen. Die Gespräche verliefen in einer freundlichen Atmosphäre.
Doch sachlich hätten sich an den Positionen nichts geändert:
„Gerade zu Beginn eines neuen Jahres tragen wir die Hoffnung, daß aus dieser verfahrenen Situation Auswege gefunden werden können.“
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