Arbeit vor Kapital + Undeutlich wird nicht gehört + Gottesbegegnung durch sexuelle Ekstase? + Im letzten Augenblick gescheitert + Tschechisches Homo-Konkubinat
Arbeit vor Kapital
Vatikan. Benedikt XVI. forderte gestern, die Arbeiterfrage wieder ernster zu nehmen.
Vor dem italienischen Verband katholischer Arbeiter unterstrich der Heilige Vater, daß die menschliche
Person „der Maßstab der Würde der Arbeit“ sei. Dazu gehöre auch das Gebot der Sonntagsruhe. Zuerst
komme der Mensch, dann die Arbeit – zuerst die Arbeit, dann das Kapital – zuerst das Sein, dann das Haben.
In diesem Sinn forderte Benedikt XVI. auch den „Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen
Ende“. Der Papst bat seine Zuhörer außerdem um „Treue zur Demokratie“, die allein die Gleichheit und
Rechte für alle garantieren könne.
Undeutlich wird nicht gehört
„Meine Sorge ist nicht, daß die
Kirchen zu stark sind, sondern daß ihre Botschaft zu wenig gehört wird, vielleicht weil sie auch zu
undeutlich ausgesprochen wird. (…) Je deutlicher die kirchliche Botschaft ist, desto stärker wird sie
nach meiner Überzeugung auch gehört. Sie muß freilich in einer pluralistischen und säkularisierten
Welt anders gesprochen werden als das früher der Fall war. Fragen des sozialen Lebens sind Fragen des
Glaubens und das müßte man meiner Meinung nach auch deutlich machen. Ich bin nicht für einen Rückzug
der Kirchen aus dem politischen Leben, sondern ich bin der Meinung, daß die Kirchen das Unverwechselbare,
das Spezifikum, das Proprium, aussprechen müssen – und nicht die Beliebigkeit der Vorschläge erweitern.“
Ausschnitt aus einem Gespräch des am gestrigen Freitag morgen verstorbenen ehemaligen Deutschen Bundespräsidenten
Johannes Rau (SPD) mit ‘Radio Vatikan’.
Gottesbegegnung durch sexuelle Ekstase?
Deutschland. Die Enzyklika
‘Deus Caritas est’ von Papst Benedikt XVI. biete die Chance, mit Jugendlichen ernsthaft über das Thema
Sexualität zu sprechen. Dies meinte der Tübinger Religionspädagoge Albert Biesinger laut einem Bericht
der ‘Katholischen Nachrichtenagentur’. Der Text zeige – so der Religionspädagoge – „daß auch die sexuelle
Ekstase zur Begegnung mit Gott führen könne“.
Im letzten Augenblick gescheitert
Vatikan. Noch Ende
Dezember schien es, daß das Regime der Volksrepublik China einen Apostolischen Visitator ins Land lassen
wollte. Das berichtete das italienische Wochenmagazin ‘Panorama’ am vergangenen Montag. Das wäre der
erste Schritt zur Aufnahme von diplomatischen Beziehungen gewesen. Am 9. Januar wollte Benedikt XVI. die
frohe Kunde während der jährlichen Rede vor dem im Vatikan akkreditierten Diplomatischen Korps mitteilen.
Doch kurz nach Neujahr zogen die chinesischen Kommunisten ihr Angebot zurück. Am 9. Januar blieb dem
Papst nichts anderes übrig, als zu beklagen, daß die Religionsfreiheit „in einigen Staaten, die auf
eine jahrhundertealte kulturelle Tradition zurückblicken“, nach wie vor nicht die Stellung einnimmt,
die sie in der internationalen Ordnung besitzt.
Tschechisches Homo-Konkubinat
Tschechien. Der tschechische
Senat hat am Donnerstag zugunsten einer staatlichen Anerkennung des Homo-Konkubinats gestimmt. Tschechien
ist das einzige Land des ehemaligen Ostblocks, das sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Es blieb unklar,
welche Interessen der Tschechische Staat besitzt, um das Zusammenleben von Homosexuellen zu privilegieren.
Von den 65 Senatoren stimmten nur 14 gegen den Gesetzesentwurf. Sie gehören alle zur Christdemokratischen
Partei. Sechs Senatoren enthielten sich der Stimme. Die Kinderadoption durch Homo-Paare wird nicht gestattet.
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6 Lesermeinungen
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Johannes Rau deckte … … durch seinen sicher gutgemeinten Einsatz als Christ die liberal-sozialistische
Umwertung in unserem Land ab. Ohne eine solch glaubwürdige christliche Persönlichkeit als Feigenblatt
wäre den Liberal-Sozialisten sicher nicht die jahrzehntelange Umpolung des ehemals schwarzen NR-Westfalen
gelungen. Ob Rau das irgendwann gecheckt hat ? Evangelische sind nunmal besonders anfällig für den (seit
68 liberalsozialistischen) Zeitgeist. Aber der Mensch irrt, solang er strebt (und nicht katholisch wird.)
@Ansgar woher rührt Ihre Meinung, daß sich hier Kapitalisten und Anti-Demokraten tummeln? Empirisch
lässt sich an den Beiträgen leicht zeigen, daß sich hier wenig Antikapitalisten (abgesehen von denjenigen,
die Antikapitalismus mit Antiamerikanismus verwechseln) finden und westlich-demokratische Werte regelmässig
torpediert werden. Mehr habe ich in meinem Beitrag nicht gesagt. Übrigens: Auch wenn der Papst mit seinem
Demokratie-Lob Recht haben mag, die D. ist eine Regierungsform und kein Wertesystem. Stimmt, jüngstes
Beispiel die Wahl der Hamas in Palästina. Die Demokratie muss sich regelmässig gegen sich selber schützen,
trägt aber als Regierungsform gekoppelt mit den Menschenrechten eigentlich zu einem langfristigen Prozess
der Menschwerdung bei. Demokratie ist immer verhandelbar und insofern selbst prozesshaft abhängig von
den im Demos vertretenen Werten.
@ Rosalinde „weder Demokratisch noch Antikapitalisitsch“ Ich dachte, das Forum wäre katholisch? Und woher
rührt Ihre Meinung, daß sich hier Kapitalisten und Anti-Demokraten tummeln? Übrigens: Auch wenn der
Papst mit seinem Demokratie-Lob Recht haben mag, die D. ist eine Regierungsform und kein Wertesystem.
Beschließt eine Demokratie auf demokratischem Wege die Einführung der Todesstrafe und die Abschaffung
des Frauenwahlrechts, so ist das demokratisch. Aber sicher nicht moralisch gerechtfertigt.
schau schau… offensichtlich hat der oberste Hirte etwas von Kapitalkritik verstanden und zudem begriffen,
daß Demokratie ein äusserst wichtiges Gut ist. Pappa, si non fai niente il populo catholico va übern
Jordan wie sie an diesem Forum merken. Wenn selbst der Papst als oberste Autorität des Weltkatholikentums
solche Dinge vertritt, wie kommt es dann, daß dieses Forum weder Demokratisch noch Antikapitalistisch
ist??
Gleiche Rechte vs Privilegien Es geht bei der Eingetragenen Lebenspartnerschaft nicht ums Ausleben der
Sexualtriebe (dafür braucht es weder eine Ehe noch eine ELP), sondern um die gegenseitige Übernahme
von Verantwortung zweier Personen füreinander.
Prager Entscheidung „Es blieb unklar, welche Interessen der Tschechische Staat besitzt, um das Zusammenleben
von Homosexuellen zu privilegieren.“ Typische Fehlinterpretation der kreuz.net-Redakteure. Es geht hier
wieder einmal nicht um Privilegien, sondern um gleiche Rechte für Eingetragene Lebenspartnerschaften.