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Dienstag, 31. Januar 2006 15:55
Ein verlachter, verachteter, karrieretechnisch gescheiterter Priester
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am vergangenen Mittwoch in traditionsverbundenen katholischen Kreisen diesseits und jenseits des Atlantiks die Nachricht: Don Gregor ist tot! Von Ralf Siebenbürger, Wien.
Hw. Gregor Hesse R.I.P.
Hw. Gregor Hesse R.I.P.
(kreuz.net, Wien) Der so Apostrophierte – Hw. Dr. Gregor D. Hesse – war eine der prägnantesten und ungewöhnlichsten Priestergestalten unserer Tage.

Völlig unerwartet verstarb er am 25. Januar im Alter von 52 Jahren in Wien. In wenigen Monaten hätte er sein Silbernes Priesterjubiläum gefeiert.

Gregor Hesse wurde am 27. Juni 1953 in Wien geboren. Väterlicherseits entstammte er einer Orgelbauerfamilie, mütterlicherseits einer altösterreichischen Offiziersfamilie, in der sich über die Jahrhunderte alle unter dem Banner des Doppeladlers lebenden Nationalitäten gemischt hatten.

Sein Vater war Richter, sein Onkel, Prälat Erwin Hesse, war der legendäre Pfarrer von St. Rochus in Wien.

Nach einigen Semestern des Technik- und Wirtschaftsstudiums in Wien spürte Gregor Hesse die Berufung zum Priestertum und ging nach Rom.

Dort studierte er an der Universität der Dominikaner – am ‘Angelicum’ – Theologie und Kirchenrecht. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der Theologie des englischen Schriftstellers und Philosophen Gilbert Keith Chesterton.

Am 21. November 1981 empfing er im Petersdom in Rom die Priesterweihe durch den nachmaligen Kurienkardinal und Präfekten der Apostolischen Signatur, Mons. Aurelio Sabattani.

Von 1986 bis 1988 wirkte er als Privatsekretär des österreichischen Kurienkardinals Alfons Maria Stickler, von 1988 bis 1991 als Sekretär des Archivio Segreto Vaticano, des Päpstlichen Geheimarchivs.

Rund ein Jahr nach seiner Priesterweihe begannen seine Skrupel bei der Zelebration der Liturgie nach dem Novus Ordo so groß zu werden, daß er fortan ausschließlich nach dem überlieferten Römischen – dem sogenannten Tridentinischen Ritus – zelebrierte.

Ein Grund seiner Vorbehalte war ein Schlüsselerlebnis, das sein Onkel – der Prälat – in den 40er Jahren gehabt hatte. Er führte damals ein Streitgespräch mit einem deklarierten Freimaurer, der ihm erklärte, daß die Kirche in einigen Jahren in eine mit den Grundsätzen der Freimaurerei vereinbare Allerweltsreligion umgewandelt werden würde und daß auch die Liturgie ihrer heiligen Mysterien entkleidet und zu einem die Teilnehmer nicht mehr ansprechenden, die Umwandlung des Katholizismus nicht mehr behindernde Veranstaltung umgewandelt werden würde.

Der Prälat tat diese Ankündigungen zunächst als Hirngespinste ab.

Als die Jahrzehnte früher von jenem Diskussionspartner des Prälaten angekündigten Entwicklungen mit der Liturgiereform Einzug hielten, erkannte der Prälat einen Zusammenhang mit jenem Streitgespräch und wandte sich von der Liturgiereform ab, obwohl er eng mit Pius Parsch befreundet und in den 30er Jahren ein Vorkämpfer der liturgischen Bewegung gewesen war.

Sein Neffe folgte ihm in seiner Skepsis gegenüber den Reformen. Selber zum Priester geworden und damit täglich mit den Veränderungen der Liturgie konfrontiert, gelangte er immer mehr zur Überzeugung, daß es Gott nicht wohlgefällig sein könne, diesen reformierten Ritus zu zelebrieren.

Zahlreichen jungen Männern, die ähnlich dachten wie er, verhalf er kraft seines Einflusses zum Priestertum. Die wenigsten von ihnen dankten es ihm.

Auch manches Institut, an dem heute die traditionelle Liturgie gepflegt wird, hätte ohne seine Hilfe nicht entstehen können.

Nachdem sich Kardinal Stickler in den Ruhestand zurückgezogen hatte, stand Hw. Hesse vor der Alternative, kuriale Speichelleckerei zu betreiben und seine Karriere fortzusetzen oder zu seiner einmal gewonnenen Erkenntnis zu stehen und ein Leben als verlachter, verachteter, karrieretechnisch „gescheiterter“ Priester ohne gesichertes Einkommen fortzusetzen.

Er entschied sich für den unbequemeren, ihm aber ehrenwerter erscheinenden zweiten Weg und kehrte nach Wien zurück, wo damals noch seine gehbehinderte Mutter lebte, die er bis zu ihrem Tod im Jahr 1995 pflegte.

Da in der Diözesanseelsorge in Österreich kein Platz für einen Priester war – und ist – der ausschließlich den überlieferten Ritus pflegt, waren seine Jahre seit der Rückkehr nach Wien vor allem von wissenschaftlichen Studien und Übersetzungsarbeiten geprägt.

Zahlreiche Vortragsreisen führten ihn durch Europa und Nordamerika.

Der Priesterbruderschaft St. Pius X. stand Dr. Gregor Hesse nach den Bischofsweihen von Ecône vorerst ablehnend gegenüber.

Langjährige und eingehende Studien ließen ihn immer mehr zur Überzeugung gelangen, daß die Bischofsweihen von Ecône nicht nur kirchenrechtlich zulässig, sondern sogar notwendig gewesen seien.

In den letzten Jahren nahm er zur Piusbruderschaft wieder eine sehr kritische Haltung ein, weil er gewisse Tendenzen in der Führungsriege der Bruderschaft als unkirchlich ablehnte – was ihn jedoch nicht daran hinderte, mit einigen Mitgliedern der Bruderschaft bis zu seinem Tod in bestem Einvernehmen zu stehen.

Zuletzt arbeitete er in seiner Studierstube im Wiener Stadtteil Gersthof an der Frage der Liebe als dritter Fakultät der menschlichen Seele neben Intellekt und Wille.

In den ersten Minuten des Festtages von Pauli Bekehrung erlag er einer zum plötzlichen Tode führenden Erkrankung.

Das der liturgischen Tradition verbundene Lager hat in Hw. Hesse einen seiner originellsten Köpfe verloren. Jene, die ihm näher standen, betrauern einen aufmerksamen Seelsorger, einen verehrten Lehrmeister und einen aufrichtigen Freund.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 87 Lesermeinungen:
Mittwoch, 15. Februar 2006 22:13
Sulpicius: Requiem
Am Donnerstag, 16. Februar 2006, wird in Wien der jüngst verstorbene Priester Dr. Dr. Gregor D. Hesse zu Grabe getragen.

Die sterbliche Hülle wird am Donnerstag, dem 16. Februar, ab 12.00 Uhr in der Kirche zum hl. Karl Borromäus (Luegerkirche) auf dem Wiener Zentralfriedhof, XI., Simmeringer Hauptstraße 234, aufgebahrt. Um 14.00 wird das hl. Opfer für die Seelenruhe des verstorbenen Priesters dargebracht. Anschließend findet das Begräbnis statt.

Wir bitten die Priester um ein Memento für den verstorbenen Mitbruder, die Gläubigen um ihr Gebet.

Requiem aeternam, dona ei, Domine, et lux perpetua luceat ei. Requiescat in pace. Amen.

„Gott, du hast unter den Nachfolgern der Apostel im Priesteramt deinen Diener Gregor mit der priesterlichen Würde ausgezeichnet; darum bitten wir: er möge mit ihnen zu ewiger Gemeinschaft vereinigt werden.“
Mittwoch, 8. Februar 2006 16:17
Benedikt: @ Stadler
Ja, dann leiten Sie doch mal den Verstoß gegen Satz 16 des Syllabus her (abgesehen davon, dass es eine gewagte und durch nichts belegbare Behauptung der Sedisvakantisten ist, dass ein Verstoß des Papstes gegen den Syllabus ein Schisma begründet).

Unablässig aber verkündet die Kirche und muß sie verkündigen Christus, der ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat (Nostra Aetate 2). Klingt nicht wirklich wie: „Die Menschen können im Kult jedweder Religion den Weg zum ewigen Heil finden und das ewige Heil erlangen.“ (Irrtum Nr. 16). Nostra Aetate erkennt lediglich das Suchen der anderen nach dem Heil an, aber nicht, dass sie dieses in ihrer Religion auch finden. Sie intendiert vielmehr, dass eine ernsthafte Suche geradewegs zur Kirche führt.

Nostra Aetate schiebt aber gewissen religiösen Hasspredigten einen Riegel vor. Vielleicht bedauern Sie ja in Wirklichkeit DAS.
Mittwoch, 8. Februar 2006 13:33
Malachias †: Welteinheitskultur, Welteinheitsreligion
Dass das 2. Vatikanische Konzil einen Traditionsbruch schlechthin bedeutet, der der Gründung einer neuen Kirche/Religion gleichkommt, dürfte allen, die mit einigermaßen offenen Augen durch die Welt gehen, klar sein.

Die Geheimgesellschaften verlieren für mich dann ihren weltanschaulich „neutralen“ Charakter, wenn sie in ihren Zielsetzungen und ihrem Gebaren zu einem Ersatz der einen wahren, katholischen und apostolischen Religion werden. Vieles spricht dafür, dass es die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts festzustellenden Pläne und Bestrebungen des zionistisch-talmudistischen Judentums und ihrer Handlanger in den Logen, eine Welteinheitskultur und -religion mit eben dem Judentum als führender Macht zu schaffen, tatsächlich gibt.

Für die weltliche, kulturell-politisch-wirtschafltiche Seite sind der US-Imperialismus und die Globalisierung, für die geistlich-theologische Seite die Anerkennung und Förderung des Judentums als gleichberechtigter Religion neben dem Christentum durch die Konzilskirche und ihre Theologen und „Päpste“ deutliche Beweis dafür.
Mittwoch, 8. Februar 2006 09:14
R.B.Stadler: Sacaerdos
Grüß Gott,

es genügt eine Irrlehre im V2 nachzuweisen um zu behaupten, daß Montini kein Papst war. Lesen Sie den 16 Satz im Sylabus, das genügt um Roncalli bis Papparatzi als falsche Päpste und Häretiker zu entlarven. Wer daran zweifelt, der glaubt nicht an die Irrtumslosigkeit der Kirche, die Irrtumsfreiheit der Konzilien und an das unfehlbare Lehramt der Kirche, das Papsttum.
Wer V2 bejaht, ist in einer anderen „Kirche“ gelandet, der ist außerhalb der katholisch-apostolischen Kirche. Die Kirche ist da wo die Lehre geglaubt und gelebt wird, da wo das Gegenteil davon getan wird, da ist die Gegenkirche. Willkommen ihr V2-Mitglieder in der Gegenkirche, bei euren Gegenpäpsten, mit euerer Gegenlehre, euerer Gegenmesse und euren Gegensakramenten, euren Gegengesetzen. Die FSSPX bejaht diese Gegenkirche, deshalb ist sie im Sinne der katholisch-apostolischen Kirche schismatisch-häretisch. Für alle die mehr Wissen wollen, lesen sie Fortes in Fide. Der Sedisvakantismus stellt diese Tatsache nur fest, er ist keine Lehre, da er sich nicht von der Lehre der katholisch-apostolischen Kirche weg bewegt, sondern auf ihr ruht.Noch ein Zitat von Lefebvre von 1979,„diese neue Kirche des V2 hat ein Bastard Konzil, eine Bastard Lehre, eine Bastard Messe, Bastard Priester und Bastard Sakramente“. Mein Zusatz, Bastard Päpste hat er vergessen.

In Christo,
Roland Stadler
Mittwoch, 8. Februar 2006 02:29
Benedikt: @ Malachias
Ich glaube eher, dass schon zur Amtszweit der vorkonziliaren Päpste in der Kirche mehr unterhöhlt war, als sich dass so mancher Traditionalist heute eingestehen will. Was bringt ein Anti-Freimaurerparagraph im CIC, wenn es schon zuvor ein Freimaurer gar auf den Papstthron geschafft haben soll? Scheinbar gibt es immer noch Leute, die glauben, man könne mit ein paar Paragraphen die Welt verbessern.
Mittwoch, 8. Februar 2006 01:06
Gotthard: Freimaurer
Warum sollte ich bitte schön nicht Mitglied in einer Freimaurer.Loge werden?
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