Die Gestalt dieser Welt vergeht
Nicht nur der heilige Paulus mahnt, sich in dieser vergänglichen und flüchtigen Welt nicht festzukrallen. Das Zweite Vatikanum schlägt in dieselbe Kerbe: Gebet und Opfer sind das Gebot der Stunde.
(kreuz.net, Lumen Gentium 42) „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und
Gott in ihm“ (1 Joh 4). Gott aber gießt seine Liebe in unseren Herzen aus durch den Heiligen Geist, der
uns gegeben ist.Daher ist die erste und notwendigste Gabe die Liebe, durch die wir Gott über alles und den Nächsten um Gottes willen lieben.
Damit aber die Liebe wie ein guter Same in der Seele wachse und Frucht bringe, muß jeder Gläubige das Wort Gottes bereitwillig hören und seinen Willen mit Hilfe der Gnade in die Tat umsetzen.
Er muß die Sakramente – vor allem die Eucharistie – empfangen, an den gottesdienstlichen Handlungen häufig teilnehmen und sich standhaft dem Gebet, der Selbstverleugnung, dem tatkräftigen Bruderdienst und der Übung der Tugenden widmen.
Die Liebe ist das Band der Vollkommenheit und der Fülle des Gesetzes. Sie leitet und beseelt alle Mittel der Heiligung und führt sie zum Ziel. Darum ist die Liebe zu Gott und zum Nächsten das Siegel des wahren Jüngers Christi.
Jesus, der Sohn Gottes, hat seine Liebe durch die Hingabe seines Lebens für uns bekundete. Darum besitzt keiner eine größere Liebe, als wer sein Leben für ihn und die Brüder hingibt.
Schon in den ersten Zeiten war es die Berufung einiger Christen, dieses höchste Zeugnis der Liebe vor allen – besonders vor ihren Verfolgern – abzulegen.
Das Martyrium macht den Jünger dem Meister in der freien Annahme des Todes für das Heil der Welt ähnlich. Es gestaltet ihn im Vergießen des Blutes mit Christus gleich. Darum betrachtet es die Kirche als überragendes Geschenk und als höchsten Liebeserweis.
Wenn das Martyrium auch wenigen gegeben wird, so müssen doch alle bereit sein, Christus vor den Menschen zu bekennen und ihm in den Verfolgungen – die der Kirche nie fehlen – auf dem Weg des Kreuzes zu folgen.
Die Heiligkeit der Kirche wird ferner besonders durch die evangelischen Räte gefördert, deren Beobachtung der Herr im Evangelium seinen Jüngern vorlegt.
Darunter ragt die kostbare Gnadengabe der Jungfräulichkeit oder des Zölibates hervor. Diese gibt der Vater einigen, um sich ungeteilten Herzens Gott allein hinzugeben.
Die vollkommene Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen wurde von der Kirche immer sehr in Ehren gehalten. Sie ist Zeichen und Antrieb für die Liebe und eine besondere Quelle geistlicher Fruchtbarkeit in der Welt.
Die Kirche bedenkt auch die Mahnung des Apostels, der die Gläubigen zur Liebe aufruft und sie ermahnt, die Gesinnung in sich zu tragen, die auch in Christus Jesus war, der sich selber entäußerte, Knechtsgestalt annahm und gehorsam wurde bis in den Tod.
Er wurde um unseretwillen arm, da er reich war.
Diese bezeugende Nachahmung der Liebe und Demut Christi müssen die Jünger immer leisten.
Deshalb freut sich die Mutter Kirche darüber, daß sich in ihrem Schoß viele Männer und Frauen finden, welche die Entäußerung des Erlösers nachdrücklicher befolgen, indem sie die Armut in der Freiheit der Kinder Gottes annehmen und auf ihren Eigenwillen verzichten.
Sie unterwerfen sich einem Menschen aus übernatürlichen Motiven, um die Vollkommenheit zu erlangen. Diese Unterwerfung, die über das Maß des Gebotes hinausreicht, gestaltet sie dem gehorsamen Christus gleich.
Alle Christgläubigen sind darum eingeladen, nach der Heiligkeit zu streben und die ihrem Stand entsprechende Vollkommenheit zu erreichen.
Alle sollen deshalb ihre Willensantriebe richtig leiten, um nicht im Umgang mit den irdischen Dingen und durch eine Anhänglichkeit an Reichtümer den Geist der evangelischen Armut und das Streben nach vollkommener Liebe zu behindern.
Mahnt doch der Apostel:
Die mit dieser Welt umgehen, sollen sich in ihr nicht festsetzen. Denn die Gestalt dieser Welt vergeht.
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Samstag, 11. Februar 2006 14:05
virOblationis: zur Summa contra Gentiles
zu Catholicus:
Sie schreiben: „… Gerade im Bereich der natürlichen Erkenntnis Gottes ergeben sich viele Anknüpfungspunkte auch mit jenen, die die Offenbarung Christi nicht kennen oder sie ablehnen. Es wäre falsch, dieses Gemeinsame zu leugnen. Der heilige Thomas spürt vielmehr alles als wahr Erkannte auf und bemüht sich, seine Dialogpartner auf einen Weg zu führen, der sie mit der Gnade Gottes befähigen soll, die Fülle der Offenbarung in Jesus Christus anzunehmen!“
Bis zur „Fülle der Offenbarung“ dringt diese Summa m.E. keineswegs vor. Sie beschränkt sich auf den Bereich der natürlichen Vernunft, wie im Buch I, Kap. 2 deutlich gemacht wird: „Unde (sc. weil wir keine hll. Schriften mit den Mohammedanern und Heiden gemeinsam haben)necesse est ad naturalem rationem recurrere, cui omnes assentire coguntur. Quae tamen in rebus divinis deficiens est.(1)“
Allerdings wird in diesem Werk häufig auf Aristoteles verwiesen, der auch von der Gegenseite geschätzt wird und insofern etwas Gemeinsames dastellt. Doch folgt St. Thomas dem Aristoteles nur so weit, wie dieser wiederum der natürlichen Vernunft gerecht wird. Demnach ist letztere, wie ich zuvor bereits schrieb, das eigentlich Gemeinsame.
(1) „Daher ist es notwendig, auf die natürl. Vernunft zurückzugreifen, der alle zuzustimmen gezwungen sind. Diese ist allerdings in bezug auf die göttl. Dinge mangelhaft.“
Sie schreiben: „… Gerade im Bereich der natürlichen Erkenntnis Gottes ergeben sich viele Anknüpfungspunkte auch mit jenen, die die Offenbarung Christi nicht kennen oder sie ablehnen. Es wäre falsch, dieses Gemeinsame zu leugnen. Der heilige Thomas spürt vielmehr alles als wahr Erkannte auf und bemüht sich, seine Dialogpartner auf einen Weg zu führen, der sie mit der Gnade Gottes befähigen soll, die Fülle der Offenbarung in Jesus Christus anzunehmen!“
Bis zur „Fülle der Offenbarung“ dringt diese Summa m.E. keineswegs vor. Sie beschränkt sich auf den Bereich der natürlichen Vernunft, wie im Buch I, Kap. 2 deutlich gemacht wird: „Unde (sc. weil wir keine hll. Schriften mit den Mohammedanern und Heiden gemeinsam haben)necesse est ad naturalem rationem recurrere, cui omnes assentire coguntur. Quae tamen in rebus divinis deficiens est.(1)“
Allerdings wird in diesem Werk häufig auf Aristoteles verwiesen, der auch von der Gegenseite geschätzt wird und insofern etwas Gemeinsames dastellt. Doch folgt St. Thomas dem Aristoteles nur so weit, wie dieser wiederum der natürlichen Vernunft gerecht wird. Demnach ist letztere, wie ich zuvor bereits schrieb, das eigentlich Gemeinsame.
(1) „Daher ist es notwendig, auf die natürl. Vernunft zurückzugreifen, der alle zuzustimmen gezwungen sind. Diese ist allerdings in bezug auf die göttl. Dinge mangelhaft.“
Freitag, 3. Februar 2006 15:31
_xyz_: VirOblationis
VirOblationis fragt: Ja, gibt es denn neben der Kirche Zweidrittel- und Dreiviertel-Kirchen, deren Anhänger
zu zwei Dritteln oder drei Vierteln selig werden?
Die Barmherzigkeit Gottes ist vielleicht größer als unsere Heilsarithmetik es erlaubt! Gleichwohl ist sie in Christus fleischgeworden und lebt in den Gnadenmitteln seiner sichtbaren Kirche fort. Natürlich gibt es keine strenge und errechenbare Proportionalität zwischen Rechtgläubigkeit/Konfessionszugehörigkeit und Heilserwartung. Es steht immer das ganze Heil auf dem Spiel. (Übrigens auch für Katholiken!) Wer zu sicheren Erkenntnis gekommen ist, daß die katholische Kirche in Verbindung mit dem Nachfolger Petri den gottgewollten Weg zum Heil weist, der kennt auch die Verpflichtung, diesen Weg zum Heile zu beschreiten. Daß Gott vom Heile ausschließt, wer als Getaufter diese Erkenntnis ohne Verschulden nicht hat, könnte ich nicht so sicher behaupten wie viele andere hier, die Gottes Ratschlüsse in den Bulletins der FSSPX oder der Sedisvakantisten in periodischen Abständen nachlesen.
Die Barmherzigkeit Gottes ist vielleicht größer als unsere Heilsarithmetik es erlaubt! Gleichwohl ist sie in Christus fleischgeworden und lebt in den Gnadenmitteln seiner sichtbaren Kirche fort. Natürlich gibt es keine strenge und errechenbare Proportionalität zwischen Rechtgläubigkeit/Konfessionszugehörigkeit und Heilserwartung. Es steht immer das ganze Heil auf dem Spiel. (Übrigens auch für Katholiken!) Wer zu sicheren Erkenntnis gekommen ist, daß die katholische Kirche in Verbindung mit dem Nachfolger Petri den gottgewollten Weg zum Heil weist, der kennt auch die Verpflichtung, diesen Weg zum Heile zu beschreiten. Daß Gott vom Heile ausschließt, wer als Getaufter diese Erkenntnis ohne Verschulden nicht hat, könnte ich nicht so sicher behaupten wie viele andere hier, die Gottes Ratschlüsse in den Bulletins der FSSPX oder der Sedisvakantisten in periodischen Abständen nachlesen.
Freitag, 3. Februar 2006 14:43
Stimme aus dem Tradiland: @ Benedikt 2.2.2006 15.07 Uhr
(Nostra Aetate) Dort steht, dass die anderen auch nach Gott suchen und streben.
Genau das stimmt nicht. Wer auf dem Weg zum absoluten Nichts (Nirvana) nach einigen Reincarnationen ist, sucht nicht nach Gott, sondern nach Selbsterlösung.
Und genau dieses Streben wird zum wahren Gott (= dem Dreifaltigen) führen.
Nein! Nach traditioneller Lehre führen die falschen Religionen von Gott weg. Das zeigt doch auch die tägliche Erfahrung! Welcher Moslem z.B. bekehrt sich zu Christus? Es gibt heute ja mehr Pro-Forma-Christen, die zum Islam konvertieren!
Das Streben muss ja notwendigerweise zum Ergebnis kommen, dass man sich bisher über einige Dinge nicht ganz klar war und nur das Christentum hierauf eine Antwort bieten kann.
Offenkundig und ganz klar nein! Dafür gibt es keinen Beleg. Die Tätigkeit/Glaubenspraxi in einer falschen Religion führt im allgemeinen genau nicht zu Christus. In Fällen außergewöhlnlicher Gnade ist es Gott, der den Irrenden an der Hand nimmt. Es ist nicht die falsche Religion, die den Anstoß gäbe.
Genau das stimmt nicht. Wer auf dem Weg zum absoluten Nichts (Nirvana) nach einigen Reincarnationen ist, sucht nicht nach Gott, sondern nach Selbsterlösung.
Und genau dieses Streben wird zum wahren Gott (= dem Dreifaltigen) führen.
Nein! Nach traditioneller Lehre führen die falschen Religionen von Gott weg. Das zeigt doch auch die tägliche Erfahrung! Welcher Moslem z.B. bekehrt sich zu Christus? Es gibt heute ja mehr Pro-Forma-Christen, die zum Islam konvertieren!
Das Streben muss ja notwendigerweise zum Ergebnis kommen, dass man sich bisher über einige Dinge nicht ganz klar war und nur das Christentum hierauf eine Antwort bieten kann.
Offenkundig und ganz klar nein! Dafür gibt es keinen Beleg. Die Tätigkeit/Glaubenspraxi in einer falschen Religion führt im allgemeinen genau nicht zu Christus. In Fällen außergewöhlnlicher Gnade ist es Gott, der den Irrenden an der Hand nimmt. Es ist nicht die falsche Religion, die den Anstoß gäbe.
Freitag, 3. Februar 2006 14:21
virOblationis: zu Herrn Höck
2) zu Herrn Höck:
Sie zitieren aus Dominus Iesus: „…auf der einen Seite, dass die Kirche Christi trotz der Spaltungen der Christen voll nur in der katholischen Kirche weiterbesteht, und auf der anderen Seite, ,dass außerhalb ihres sichtbaren Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind’“.
Ich frage mich, warum man nicht mehr von der einen heiligen kath. Kirche sprechen kann, ohne auf „Elemente der Heiligung und Wahrheit“ außer ihr zu verweisen. Ja, gibt es denn neben der Kirche Zweidrittel- und Dreiviertel-Kirchen, deren Anhänger zu zwei Dritteln oder drei Vierteln selig werden?
Sie zitieren aus Dominus Iesus: „…auf der einen Seite, dass die Kirche Christi trotz der Spaltungen der Christen voll nur in der katholischen Kirche weiterbesteht, und auf der anderen Seite, ,dass außerhalb ihres sichtbaren Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind’“.
Ich frage mich, warum man nicht mehr von der einen heiligen kath. Kirche sprechen kann, ohne auf „Elemente der Heiligung und Wahrheit“ außer ihr zu verweisen. Ja, gibt es denn neben der Kirche Zweidrittel- und Dreiviertel-Kirchen, deren Anhänger zu zwei Dritteln oder drei Vierteln selig werden?
Freitag, 3. Februar 2006 14:13
Stimme aus dem Tradiland: Der V2-Ökumenismus ist in sich schädlich und irrig!
@ Zwobbel: Die Situation mit sowj. Arbeitslagern und der Jetztzeit mit ihren jeweiligen Anforderungen
ist nicht vergleichbar. Projiziert auf das Seelenheil, ist ein derartiges ökum. Gebet auch in einem Arbeitslager
schädlich.
@ T.A.Höck: außerhalb ihres sichtbaren Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind«, nämlich in den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen.
Deswegen ist ja auch Dominus Iesus als häretisch anzusehen: Wegen offenkundigen Verstoßes gegen das Dogma: Extra ecclesiam nulla salus.
@ VirOblationis: Wieder ein sehr anschauliches interessantes Posting!
@ T.A.Höck: außerhalb ihres sichtbaren Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind«, nämlich in den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen.
Deswegen ist ja auch Dominus Iesus als häretisch anzusehen: Wegen offenkundigen Verstoßes gegen das Dogma: Extra ecclesiam nulla salus.
@ VirOblationis: Wieder ein sehr anschauliches interessantes Posting!
Freitag, 3. Februar 2006 09:39
Catholicus: @Vir oblationis
Es ist richtig, dass es in der „Summa contra Gentiles“ des heiligen Thomas von Aquin vor allem um die philosophischen Voraussetzungen des Glaubens geht (siehe die Darlegung der natürlichen Erkennbarkeit der Existenz Gottes und seiner Wesenseigenschaften im Liber I des Werkes), d.h. um das, was man heute in der Fundamentaltheologie bzw. Apologetik als „demonstratio religiosa“ behandelt (dieser folgt, auch bei Thomas, der Sache nach die „demonstratio christiana“ und die „demonstratio catholica“). Gerade im Bereich der natürlichen Erkenntnis Gottes ergeben sich viele Anknüpfungspunkte auch mit jenen, die die Offenbarung Christi nicht kennen oder sie ablehnen. Es wäre falsch, dieses Gemeinsame zu leugnen. Der heilige Thomas spürt vielmehr alles als wahr Erkannte auf und bemüht sich, seine Dialogpartner auf einen Weg zu führen, der sie mit der Gnade Gottes befähigen soll, die Fülle der Offenbarung in Jesus Christus anzunehmen!
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