Modernismus
Wolf im Schafspelz?
Der sogenannte ‘Fuldaer Kreis für eine offene Kirche’ lädt auf seiner Homepage unter dem Link „Termine“ zu einem – wie es scheint – frommen Vortrag ein.
(kreuz.net, Fulda) Am 27. März 2006 wird Pater Hadrian Koch OFM, der Guardian im Franziskanerkloster Großkrotzenburg bei Hanau – 70 km südwestlich von Fulda – in der Fuldaer Gaststätte „Felsenkeller“ ein Referat halten.

Nach internen Angaben ist Pater Hadrian selber kein Wolf im Schafspelz, wiewohl er – wie es heute im Klerus die Regel ist – nicht immer der treu katholischen Linie folge.

Sein Vortrag trägt den Titel: „Eucharistie – Erbe und Auftrag. Was wir aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen können“.

Vor mehr als 30 Jahren sei der Gottesdienst im Sinne des Zweiten Vatikanums erneuert worden, heißt es in einer Vorstellung des Referates durch den ‘Fuldaer Kreis’.

Das sei ein aufsehenerregender Einschnitt gewesen: „Viele haben mit Begeisterung auf die Erneuerung der Messe reagiert – auf die Einführung der Landessprache, die neuen Texte, die neuen Dienste im Gottesdienst und die Entrümpelung der Liturgie.“

Bei anderen sei die Reaktion durch „eine tiefe Traurigkeit über den Wegfall liebgewordener Liedtexte, gottesdienstlicher Formen und überkommener Bräuche“ gestimmt gewesen.

Für die meisten Gläubigen sei die Liturgiereform nur noch Geschichte und die Form des Gottesdienstes, die sie kennen:

„Weil gottesdienstliche Feier nur so und nie anders erlebt wurde, gerät unsere Art zu feiern in die Aura des einzig möglichen und genau so und nicht anders von Gott gewollten Gottesdienstes, an dem weder ein Wort noch eine Geste verändert werden dürfte“, befürchtet der ‘Fuldaer Kreis’.

Doch zum Wesen einer recht verstandenen Tradition gehöre auch, daß man die „Zeichen der Zeit“ richtig deute, nach denen es gelte, aus dem reichen Schatz der Offenbarung „Neues und Altes“ hervorzuholen.

Einem Gläubigen aus dem Bistum Fulda sind diese Worte nicht ganz geheuer: Er halte das für einen geschickten Schachzug des kirchenkritischen ‘Fuldaer Kreises’.

Man wolle sich nach außen traditionell anmutender Themen annehmen, erklärt er in einer Stellungnahme: „Möglicherweise soll damit traditionsverbundenen Katholiken im Bistum Fulda der Wind aus den Segeln genommen werden.“

Es sei allerdings noch offen, in welche Richtung sich der angekündigte Vortrag bewegen werde:

„Von einer Rückbesinnung oder gar Bekehrung des ‘Fuldaer Kreises’ auf die Tradition der Kirche und insbesondere der Liturgie wird wohl kaum die Rede sein können“, erklärt der Gläubige.

Es gehe bestenfalls darum, offenbar auch „traditionelle Werte“ der katholischen Kirche für die Ziele des ‘Kreises’ zu instrumentalisieren. Er halte das für einen sehr raffinierten Schachzug:

„Ob er auf Anraten des Bischofs von Fulda, Mons. Heinz-Josef Algermissen, erfolgt ist, der bekanntlich gute persönliche Kontakte zu einzelnen Mitgliedern des ‘Fuldaer Kreises’ pflegt?“

Außer Frage stehe, daß die kirchenkritische Initiative bei aller Taktik nach wie vor an ihren alten Zielen – wie Abschaffung des Zölibats, Frauenordination, Interkommunion und ähnlichem – festhalte.
      
8 Lesermeinungen
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#8   ottaviani   23:24:03 | Sonntag, 5. Februar 2006
ein priester sollte zu dem offen stehen können was er tut
sowohl im progressistischen berreich (fuldaer kreis ect) wie auch im traditionellen berreich Priesterbruderschaft st. PiusX. ect letzteren berreich kenne ich gut und kann sagen daß jeder Priester der mit der bruderschaft zusammenarbeitet das auch offen „zugibt“ ob das bei diversen modernistischen gruppen oben erwähnter fuldaer Kreis auch so ist weiß ich nicht
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#7   Gotthard   20:35:15 | Sonntag, 5. Februar 2006
Ross und Reiter
Haben die Gläubigen nicht ein Recht darauf zu wissen, wo sie bei ihrem Pfarrer dran sind?
Die Menschen erfahren durch die Arbeit und die Verkündigung ihres Pfarrers, woran sie bei ihm sind.
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#6   Toby   19:51:28 | Sonntag, 5. Februar 2006
Ross und Reiter
Viel interessanter wäre doch die Frage, welche Priester, Ordensleute und hauptamtlichen Laien beim „Fuldaer Kreis“ mitarbeiten. Obwohl man sich als „offen“ bezeichnet“, hält man sich in dieser Hinsicht äußerst bedeckt. Warum eigentlich? Haben die Gläubigen nicht ein Recht darauf zu wissen, wo sie bei ihrem Pfarrer dran sind?
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#5   Jörg Guttenberger, Köln   01:53:27 | Sonntag, 5. Februar 2006
Vortrag P. Hadrian Koch
Es läßt aufhochen, daß der Vortrag nicht in einem Kirchengebäude, sondern im Gasthaus stattfindet. Will man sich bewußt der Aufsicht der Kirche entziehen, oder bekommen die Veranstalter für diesen Vortrag von der Kirche aus gutem Grund keinen geeigneten Raum?
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#4   Sirilo   18:24:55 | Freitag, 3. Februar 2006
Wer ist es?
Wie heißt bitte der ominöse „Gläubige“? Bitte Roß und Reiter nennen!
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#3   Tridentinus   14:29:06 | Freitag, 3. Februar 2006
Eben…
…, werter Gotthard, deswegen haben Sie sich wohl zunächst geäuszert.
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#2   ottaviani   14:25:15 | Freitag, 3. Februar 2006
du sagst es gotthard
du sagst es auch zeigst du es uns hier sehr hüfig*gggg*
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#1   Gotthard   14:03:28 | Freitag, 3. Februar 2006
Stänkerei
Einem Gläubigen aus dem Bistum Fulda sind diese Worte nicht ganz geheuer:
EINEN Stänkerer wird man zu jedem Thema finden …
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