In Deutschland stirbt die Kirche aus. Grund dafür ist u.a. ein ausgehöhlter katholischer Missionsbegriff. Von Hubert Hecker, Dornburg bei Frankfurt.
(kreuz.net, Frankfurt) Die Zeitschrift ‘missio’ des ‘Katholischen Missionswerks’ und die Publikation ‘Kontinente’ –
das gemeinsame Blatt von 25 deutschen Missionsorden – sind seit Anfang dieses Jahres zu einer neuen Zweimonatsschrift
verschmolzen worden.
Im Titel der neuen Publikation ist ‘Kontinente’ großgeschrieben, während ‘missio’
kleingedruckt in die zweite Reihe gerückt ist.
Dieser Veränderung im Design entspricht ein Wandel in
der katholischen Missions-Theologie, die beim internationalen katholischen Missionswerk ‘missio’ in Aachen
schon seit langem zu beobachten ist.
Im Zuge dieses Wandels hat sich eine epochale Umdeutung des Missionsauftrags
Jesu Christi an die Kirche ereignet.
Bei Christus hieß es noch: „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern,
tauft sie und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,19).
Dagegen wurde im Leitwort
von ‘missio Aachen’ und ‘missio München’ zum „Monat der Weltmission 2003“ der Versuch unternommen, Mission
als ein Aufbrechen von „Lebenskraft, die durch Gottes guten Geist bereits in jedem Menschen und in der
Schöpfung offen oder verborgen grundgelegt ist“ umzudeuten.
Christen würden zu „Missionarinnen und
Missionaren einer neuen Zeit, die das Wirken des einen Geistes in vielen Kulturen, Sprachen und Religionen“
erkannt hätten und weiter erkennen und benennen würden.
Ein mehr politischer Ansatz kommt als Alternative
in einer Lernmappe von ‘missio Aachen’ – Religion erleben Nr. 11 – zum Ausdruck.
Die Mappe befaßt sich
mit dem Wort der Deutschen Bischöfe „Allen Völkern Heil“ von 2004.
Dort macht sich das ‘Katholische
Missionswerk’ die Auffassung des ‘Ökumenischen Rates der Kirchen’ zu eigen, wonach Mission kein besonderer
Auftrag Christi an die Kirche sei, sondern das beinhalte, was die Kirche schon immer mache: Mission sei
„Lebensäußerung der Kirche“, insbesondere im Dienst an den Menschen.
„Mission ist Kampf gegen Rassismus
und wirtschaftliche Ausbeutung ebenso wie das Eintreten für Versöhnung und Gerechtigkeit. Mission hat
zu tun mit der Schuldenfrage und dem Aufbau einer versöhnten Weltgemeinschaft“, kann man im Materialteil
auf Seite 16 lesen.
Für die neue Zeitschrift, die nach den Worten des Chefredakteurs Franz Jussen „Sympathien
für die so genannte Dritte Welt wecken“ will, wäre es nach Ansicht des Theologen und Lehrers Hubert
Hecker ehrlicher, wenn sie den kleinen Schriftzug ‘missio’ vielleicht ganz aus dem Titel streichen würde.
Hubert Hecker ist Mitglied des ‘Arbeitskreises von Katholiken im Raum Frankfurt’.
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8 Lesermeinungen
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#8 methusalix † 01:23:10 | Freitag, 3. Februar 2006
Hallo Doktor! Dr. Christoph Heger: Nichts Christliches mehrDie Beschreibung der Entwicklung von Missio
in Aachen scheint zutreffend zu sein. Ich beobachte seit Jahren, daß in den Aussendungen, Werbeprospekten
usw. das Kreuzzeichen oder andere christliche Symbole vermieden werden. Wer wird schon gerne mit einem
Galgen, bzw. einer Hinrichtungsmaschine zum rechten Glauben geführt? Andererseits hat es sich die katholische
Kirche, die ja eine breite Blutspur durch die Jahrhunderte hinter sich her zieht, redlich verdient den
„infelix arbor“ den Galgenbaum der Römer zum Symbol zu haben. Einer der Gründe, warum in meiner Wohnung
kein Kreuz, schon gar kein Kruzifix, sondern eine Ikone mit Christus Pantokrator hängt. Der HErr herrscht,
nicht der Galgen!
@ Elendester Sünder Ja, und leider gehen diese ärgerlichen dummlinken Phraseologien sehr oft mit dem
verschämten Verstecken des Christseins einher. Ein ganz und gar ungenießbarer, moralinsaurer Cocktail,
der niemandem frommt.
Gespaltenen Zunge Missio bedeutet Ausschwärmen unter die Heiden und das Wort Gottes verkünden. Wenn
die Mission fruchtbar ist, ergibt sich alles andere von selbst. Wir Christen reden nicht von Kampf gegen
vermeintlichen Rassismus und für „soziale Gerechtigkeit“ und Gleichstellung usw., sondern von Liebe zu
Gott und der daraus sich ergebenden Nächstenliebe. Mich regen diese ausgelutschten propagandistischen
Lügenbegriffe der Schlange mit ihrer gespaltenen Zunge auf.
#4 PegasusNbW 13:39:16 | Donnerstag, 2. Februar 2006
@Elendester Sünder Also lässt der Antichrist seine Anhänger gegen Rassismus kämpfen und für Versöhnung
und Gerechtigkeit eintreten??? Meines Erachtens gehört der Kampf gegen Ungerechtigkeit und Menschenverachtung
und das Eintreten für Gerechtigkeit AUCH zur Mission. Das sollte doch außer Streit stehen. Nur sollte
Mission MEHR beinhalten – nicht nur nach dem Wort Gottes leben (was man eben mit Werken für die Gerechtigkeit
tut), sondern das Wort Gottes auch glaubhaft verkünden. Und letzteres tut nicht nur in der Ferne Not,
sondern natürlich auch vor unserer Haustür.
Mission im Dienst des Antichristen „Mission ist Kampf gegen Rassismus und wirtschaftliche Ausbeutung ebenso
wie das Eintreten für Versöhnung und Gerechtigkeit. Mission hat zu tun mit der Schuldenfrage und dem
Aufbau einer versöhnten Weltgemeinschaft“, kann man im Materialteil auf Seite 16 lesen. Das wäre Mission
im Dienst der Schlange!
Nichts Christliches mehr Die Beschreibung der Entwicklung von Missio in Aachen scheint zutreffend zu sein.
Ich beobachte seit Jahren, daß in den Aussendungen, Werbeprospekten usw. das Kreuzzeichen oder andere
christliche Symbole vermieden werden. MfG Christoph Heger