In Kürze wird im Vatikan eine interne Versammlung auf höchster Ebene stattfinden. Dabei geht es offenbar vor allem um die Altgläubigen.
(kreuz.net, Vatikan) Für den 13. Februar hat Papst Benedikt XVI. um 10.30 Uhr im Apostolischen Palast
eine Versammlung der Kurienkardinäle angeordnet. Die Meldung wurde gestern von der italienischen Tageszeitung
‘Il Giornale’ unter Berufung auf traditionalistische Webseiten veröffentlicht.
Beim Treffen soll auch
über die Möglichkeit einer Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft gesprochen
werden.
Diese Bischöfe wurden im Juni 1988 von Erzbischof Marcel Lefebvre in Ecône ohne päpstliche
Erlaubnis konsekriert.
Das kleine Dorf Ecône gehört zur politischen Gemeinde Riddes im Kanton Wallis
in der Südwestschweiz. Dort gründete Mons. Lefebvre das erste Priesterseminar seiner Bruderschaft.
Offenbar gibt es noch einen anderen wichtigen Tagesordnungspunkt. Er betrifft alle Gläubigen des Alten
Ritus. Der Papst will mit den Kurienkardinälen darüber beraten, wie eine freiere Verwendung des Missale
Romanum von Johannes XXIII. weltweit erlaubt werden könnte.
Theoretisch existiert diese Möglichkeit
bereits, seitdem Papst Johannes Paul II. im Juli 1988 in seinem Motu Proprio ‘Ecclesia Dei Afflicta’ eine
großzügige Erlaubnis des Alten Ritus gefordert hatte.
Doch im wesentlichen wurde die praktische Umsetzung
der Forderung des Papstes von den Diözesanbischöfen – vor allem von den Prälaten neokonservativer Ausrichtung –
sabotiert.
‘Il Giornale’ weiß ferner zu berichten, daß der Opus-Dei-Kurienkardinal Julián Herranz –
der Präsident des Päpstlichen Rates für die Auslegung legislativer Texte – schon seit längerem einen
kirchenrechtlichen Lösungsvorschlag für die kirchliche Integration der Piusbruderschaft vorgelegt hat.
Er sieht offenbar die Einrichtung einer Apostolischen Administration vor.
Im Vatikan wird über diese
Dinge nicht das erste Mal auf höchster Ebene beraten. Bereits am Nachmittag des 22. März 2001 präsidierte
Papst Johannes Paul II. eine Versammlung der Kardinäle, die dieser Frage gewidmet war.
Doch der damalige
Pontifex stieß auf starke Widerstände von Seiten einiger wichtiger Kardinäle: „Ich habe verstanden,
daß die Zeiten noch nicht reif sind“, soll er am Ende des Treffens erklärt haben.
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9 Lesermeinungen
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#9 Agiafortuni 22:01:52 | Freitag, 3. Februar 2006
Zur Aufhebung der Exkommunikation Würde Benedikt XVI die von seinem Vorgänger gegen die Piusbruderschaft
aufheben ohne von ihr die Anerkennung von V2 zu verlangen, so würde er mit einer solchen Handlung über
sich selber hinauswachsen und einen Neuanfang machen, selbst wenn damit nicht alle Probleme aus der Welt
geschaffen wären. Immerhin wäre damit gesagt, auch ohne Anerkennung von V 2 ist man ein guter Katholike.
Selbstverständlich ist es eine Utopie, aber bekanntlich schreibt Gott gerade auf krummen linien
Teezeit Stimme aus dem Tradiland schrieb: Abwarten und Tee trinken! Dies tue ich gerade mit einer Tasse
Fencheltee, die nicht nur an kalten Winterabenden sehr bekömmlich ist.
wenn man die ereignisse im vatikan so ab 2004 verfolgt stand immer alles schon vorher in diversen Zeitungen
das hat sich nter Papst Benedikt XVI nicht geändert
Abwarten und Tee trinken! Bisher ist nichts dergleichen passiert und ich möchte wetten, dass unter Papst
Benedikt XVI. auch nichts dergleichen passieren wird, jedenfalls nicht am 13. Februar 2006. Schon gar
nicht, wenn es vorher in den Medien steht. Allfällige interne Überlegungen sind damit endgültig zunichte
gemacht, was ja auch der Sinn der „Übung“ war. Jedenfalls glaube ich derartige Dinge erst, wenn sie tatsächlich
passiert sind und offiziell bestätigt werden. Oder wie mein Fahrlehrer vor Jahrzehnten sagte: „Ich kratz
mich erst, wenn’s mich beißt!“ Alles andere ist Kaffeesudleserei und daher abzulehnen.
Wohl keine Ente Gemessen an der internationalen journalisitschen Resonanz auf das Gerücht scheint etwas
dran zu sein. Bisherige Spekulationen blieben in mehr oder weniger internen Kreisen, diesmal berichten
reichlich nichtreligiöse Medien über „Pope to lift Excommunication of Hardliners“.
Im Herrn vereint Ganz egal, ob dies seit Tagen kursierenden Meldungen über einen baldigen Lösungsversuch
zwischen der FSSPSX und der „Konzilskirche“ nun stimmen oder nicht, Fakt ist, dass beide Seiten (endlich)
erkannt haben, dass, wenn man das eine Mysterium Christi verkünden will, auch versuchen muss, mit ihm
den einen Weg zu gehen. Der Heilige Vater hat die „Zeichen der Zeit“ richig erkannt – innerkirchliche
Ökumene, mit dem Ziel der völligen Einheit der römischen Kirche, wohl aber unter Wahrung ihrer verschiedenen
Traditionen, ist wichtiger, als sinnlose Eucharistie-Abendmahls-Konglomerate mit unseren Evangelischen
MitchristInnen. Die Lösung „Apostolische Administratur“ ist eine gute Möglichkeit, der FSSPX jenen Raum
in der Kirche zu geben, den ihre Spiritualität und ihre theologische Reflexion braucht. Und auch vom
linken Ufer der Theologie sollte dieser Vorschlag wohlwollend aufgenommen werden, immerhin sind ja sie
es, die immer mit großen Buchstaben die „Einheit“ der Christen propagieren.
„Altgläubigen“ finde ich eher ein Wort für die „raskolniki“ (zum. so nennt Moskau sie) der Russisch-Orthodoxen
Kirche. Das soll nicht auf die FSSPX appliziert werden. Interessant ist die Nachricht aber schon, denn
wichtige Vatikaniker haben berichtet, dass am 13. Februar beraten wird über eine mögliche Apostolische
Administratur; Kardinal Hernanz des Opus Dei (Legalisator des Vatikans) ist auch anwesend.
Auch wieder „Traum statt Wirklichkeit“? Dieser Bericht, der sich erneut auf Websites aus dem sedisvakantistischen
Umfeld bezieht, ist vermutlich ebenso einem Wunschtraum entsprungen, wie die anderen Berichte der letzten
Zeit, die von deutschen Distriktoberen dementiert wurden (siehe Interview mit Pater Pfluger). Schön wäre
es gleichwohl!!! Damit würde den Hetzkampagnen einiger Teilnehmern dieser Website gegen die FSSPX der
Boden entzogen. Nix mehr mit Schisma und so… Schade für Euch, gell?