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Freitag, 3. Februar 2006 15:31
Splitter aus dem Leben von Hw. Gregor Hesse
Der freischaffende Priester erlag am 25. Januar in Wien überraschend an einem Hirnschlag. Erinnerungen von Thomas Lintner, St. Pölten.
Hw. Gregor Hesse R.I.P.
Hw. Gregor Hesse R.I.P.
(kreuz.net, Wien) Ich habe Don Gregor telefonisch kennengelernt, als ich ihn für eine Veranstaltung des ‘Initiativkreises Wien, Niederösterreich, Burgenland’ einlud. Der Vortrag fand am 15. Januar 2005 zum Thema „Die Entwicklung der Liturgie von Papst Leo XIII. bis Papst Johannes Paul II.“ statt.

Krankheitsbedingt war ich selber bei der Veranstaltung nicht dabei. Später habe ich den verstorbenen Priester nur zweimal persönlich getroffen. Beide Male besuchte er unsere Familie in St. Pölten.

Dafür habe ich immer wieder und zum Teil stundenlang mit ihm telefoniert.

Als Hw. Hesse im Jahr 1991 in Wien Wohnsitz nahm, war er noch ein Gegner beziehungsweise Kritiker der Piusbruderschaft. Doch das änderte sich ein paar Jahre später.

Von ungefähr 1996 bis 2003 – die genauen Daten konnte mir bisher niemand nennen – war der Verstorbene mit der Piusbruderschaft verbunden.

Gegen Ende seiner Zusammenarbeit mit der Piusbruderschaft kritisierte er eine – aus seiner Sicht – überzogene Expansion, besonders die Einrichtung von Prioraten ohne die von Erzbischof Lefebvre geforderte Dreizahl an dort eingesetzten Priestern. Auch die Betreuung winzigster Gemeinden durch Priester, die in stundenlanger Fahrt dorthin gelangen müssen, mißfiel ihm. Das führte zum Bruch zwischen ihm und der Bruderschaft.

Kontakte mit einzelnen Mitgliedern der Bruderschaft blieben aber auch nach dieser Zeit bestehen. Von den in Österreich eingesetzten Geistlichen lobte er – soweit er sie kannte – die meisten.

Der freundliche Nachruf auf der Homepage der Piusbruderschaft war ein gutes Zeichen. Durch seinen plötzlichen Tod dürfte Don Gregor mehr als einem glühende Kohlen auf das Haupt geladen haben.

Zu der Notwendigkeit der FSSPX stand Hw. Hesse bis zuletzt. „Wenn in Ihrem Priorat einmal Priester sein sollten, die Ihnen persönlich nicht behagen: Gehen Sie trotzdem hin – es geht um die wahre Messe und die richtige Lehre!“

* * *

Als Theologiestudent lernte Don Gregor für eine Abschlußprüfung über die Dämonologie.

Er steigerte sich – wie er mir erzählte – ziemlich in die Materie hinein. Dabei ging er anhand der Dämonologie von Egon von Petersdorff vor und benützte vor allem Band I „Dämonen im Weltenplan“. Er studierte auch scholastische Quellen, um zu verstehen, wie die Dämonen auf den Menschen einwirken.

Offenbar hat er auch sehr viel herausgefunden. Vielleicht mehr als für ihn gut war. Dazu sagte er: „Der Teufel mag es nicht, wenn man ihm in die Karten schaut“.

Einmal bekannte er vor mir, daß er noch an den Folgen seiner damaligen Forschungstätigkeit leide, die er – er klopfte sich symbolisch an seine Brust – aus Neugier begonnen und durchgeführt habe.

Welcher Natur diese Folgen waren, weiß ich nicht. Ich kann nur annehmen, daß er mit dämonischen Anfechtungen konfrontiert war. Aber er hat sich vor mir nie näher geäußert.

Don Gregor gab mir auch nie den Eindruck, darauf eingehen zu wollen. Sonst hätte ich sicher nachgefragt – erraten – aus Neugier.

Zu diesem Fragenkreis gehört auch das mich persönlich interessierende Thema „Harry Potter“.

Ausgangspunkt von Hw. Hesses Kritik an dieser Buchreihe war ein Artikel, den Pater Niklaus Pfluger im ‘Mitteilungsblatt’ der Piusbruderschaft veröffentlichte.

Darin wurde auch aus der deutschen Übersetzung der Romane zitiert. Anhand dieser sorgfältig ausgewählten Stellen konnte Hw. Hesse beurteilen, daß die Ablehnung der Romane durch die Piusbruderschaft richtig war.

Er stufte die Potter-Bücher als satanisch ein und erkannte in der Autorin Joanne Rowlings das Vorhandensein eines okkulten Wissens und einer dämonischen Inspiration, die möglicherweise aus einem Dämonenpakt resultiert.

* * *

Jenseits der hohen Theologie war Don Gregor ein großer Liebhaber des Schienenverkehrs, sowohl der Eisenbahnen als auch der Straßen- und Zahnradbahnen.

Er war dem „Verein der Straßenbahnfreunde“ verbunden. Seine Lieblingszeitschrift war keine theologische Fachzeitung, sondern die Publikation „Schienenverkehr aktuell“.

Don Gregor hat nie eine Ausbildung zum Lokführer oder Straßenbahnfahrer erhalten. Trotzdem war er in der Lage, die meisten Schienenfahrzeuge zu fahren.

Das hat er in zahllosen Lokomotiven und Straßenbahntypen unter Beweis gestellt. So bediente er zum Beispiel die Bergbahn auf den Pöstlingberg in Linz oder die Badner Bahn – eine der Wiener Lokalbahnen – von Wien nach Baden.

Regelmäßig fuhr er auch mit Straßenbahngarnituren in Remisen aus und ein. In Rom verrichtete er einmal – in Soutane und unbezahlt – einen ganzen Schichtdienst in einer Straßenbahnremise.

Obwohl die meisten Straßen- und Eisenbahner, nicht nur in Österreich, sozialdemokratisch angehaucht sind, bezeugten sie Hochachtung vor einem Priester in Soutane und ließen ihn oft fahren.

In Wien war Hw. Hesse deswegen bekannt. In einer funktionierenden Kirche wäre dieses Hobby sicher ein großartiger Ausgangspunkt für die Mission unter dem Bahnpersonal gewesen. Doch Hw. Hesse lebte in der kirchlichen Isolation.

* * *

Berühmt waren Don Gregors Weihnachtstafeln, zu denen er in der Regel am 27., 28. und 29. Dezember jeweils dreimal drei Gäste einlud. Das letzte Mal fand dieser Anlaß vor ungefähr einem Monat statt.

Die Mahlzeiten bestanden aus zwölf, von ihm selber gekochten Gängen.

Bedingung für eine Einladung war die Bereitschaft, alles aufzuessen. Damen waren nie eingeladen, weil Don Gregor keine Frau kannte, die so viel essen konnte.

Hauptbestandteil der nach mittelalterlichen Rezepten zubereiteten Mahlzeiten war die „Great Pie“ – eine Fleisch-Pastete – ein besonderes „Geheimnis“ der „Hippokras“, ein Würzwein, der ähnlich wie Krambambuli schmeckte und den Magen wieder „leer“ machen sollte.

Ich selbst war nie eingeladen – ich kannte Hw. Hesse ja auch noch zu kurz. Ich bin aber froh, daß ich diese Menge Essen nie überstehen mußte.

Silvester im Hause von Don Gregor war ebenfalls ein besonderes Spektaktel. Es wurde dabei sogar geschossen, sowohl mit Gewehr als auch mit einer Miniaturkanone.

* * *

Etwa drei Jahre lang – von ungefähr 1995 bis 1998 – veranstalte Hw. Hesse eine Erwachsenenkatechese für eine handverlesene Gruppe von Gläubigen, die dafür auch bezahlen mußten. Denn von der Kirchensteuer bekam Don Gregor nichts.

Der Unterricht begann in der Wohnung des Herrn X, der die Gruppe auch auf Wein, Essen, Zigarren einlud.

Später wechselte man in die Wohnung des Herrn Y, wo es spartanischer zu und her ging. In der neuen Wohnung verliefen sich die Leute schon bald bis auf drei. Diese drei konnten auch nicht immer kommen, und so endete die Geschichte. Soviel zur Glaubenstreue mancher Wiener Tradis.

Eine kleine Gruppe von Wiener Traditionalisten besuchte regelmäßig die Heilige Messe in der privaten Hauskapelle von Don Gregor.

Die männlichen Meßbesucher wurden als Ministranten eingeschult. Doch deren Willigkeit reduzierte sich schlagartig, als bekannt wurde, daß Hochwürden eine regelrechte Ministrantenprüfung plante.

* * *

Seinen Lebensunterhalt verdiente sich Hw. Hesse mit Schreiben. Sein wichtigster US-amerikanischer Auftraggeber war der ‘Fatima Crusader’. In Europa arbeitete er vor allem für die ‘Actio Spes Unica’.

Don Gregor beschäftigte sich mit einer Fülle brisanter theologischer Themen, die sich aber selten verwirklichen ließen, weil es zu wenig Sponsoren gab.

Im Gegensatz zu vielen Staatstheologen konnte Hw. Hesse sich nicht erlauben, Erbauliches oder weniger Erbauliches in den Tag hinein zu fabulieren. Seine Existenz war nicht gesichert.

Von den meisten seiner Ideen sind darum nur die Überschriften erhalten. Ungedruckt blieb seine Dissertation über den katholischen Apologeten Gilbert Keith Chesterton († 1936).

Gegen Ende seines kurzen Lebens galt sein Interesse dem Zusammenhang zwischen der Dreifaltigkeit, den Transzendentalien – das Wahre, Gute und Eine – und den Fakultäten der menschlichen Seele – Gedächtnis, Verstand und Wille.

Aber auch darüber gibt es wohl nur ein paar Aufzeichnungen.

* * *

Äußerlich war Hw. Hesse ein Original. Er trug häufig Zylinder, Hosen „Modell Generalstab 1895“ oder so ähnlich. Die Soutane vertrug er aufgrund einer Hautempfindlichkeit am Hals nicht mehr. Er kleidete sich in Hemden Modell „Polizei 1860“. Auch die Hosenträger waren älter als von vorgestern.

Persönlich war er ein „Museum“. Er telefonierte mit Apparaten, die zwischen 90 und 100 Jahre alt waren. Mit den Gegenständen in seiner Wohnung könnte man ein kleines nettes Museum füllen. Für seine Arbeiten verwendete er Computer. Das Internet lehnte er bis ans Ende seiner Tage ab.

Hw. Hesse hinterläßt eine Unzahl an Büchern und religiösen Gebrauchsgegenständen. Er besaß keinen Fernseher. Aber wenn ich mich recht entsinne, hat er in seinem Leben ungefähr 16.000 Filme gesehen. Auf diesem Gebiet war er ein echter Spezialist. Er hätte jeden Filmkritiker an die Wand spielen können. Aber auch diese Kenntnisse blieben ungenutzt.

Am Telefon meldete er sich: „Akroasis Enterprises, can I help you?“ Dies wegen seiner vielen amerikanischen Auftraggeber. „Akroasis“ ist griechisch und bedeutet Vernehmen, Hören.

* * *

Es gibt noch einen köstlichen Hesse-Nachschlag, nämlich die Seligsprechung des „Herrn Karl“.

„Herr Karl“ ist ein Einakter von Helmut Qualtinger († 1986) und Carl Merz aus dem Jahre 1961. Er handelt von einem opportunistischen Zeitgenossen, der seine politische Gesinnung entsprechend der Machtverhältnisse wechselte. Bis 1934 war er Sozialdemokrat, dann – nach der Machtergreifung der Vaterländischen Front – eher bürgerlich, ab 1938 – dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich – Nationalsozialist, nach 1945 eher unpolitisch. Dreimal verheiratet – einmal davon kirchlich – war er auch sonst kein Ausbund der Moral.

Bis heute wird mit der Figur des „Herrn Karl“ ihr erster Darsteller und Miterfinder, Helmut Qualtinger (1928 – 1986), am meisten identifiziert. Qualtinger, ein erfolgreicher österreichischer Schauspieler, Kabarettist und Schriftsteller, war zweimal verheiratet – die erste Ehe erfolgte sehr früh, die zweite sehr spät in seinem Leben, er hatte einen Sohn – und starb an den Auswirkungen seiner Alkoholkrankheit. Über politische Engagements oder Mitgliedschaften ist mir nichts bekannt, er wird aber eher der „linken Reichshälfte“ zugeordnet.

1983 erfolgte unter Johannes Paul II. mit der Publizierung des neuen Kirchenrechtes eine schwerwiegende Änderung der Vorschriften über die Selig- und Heiligsprechungen.

So wurde der Promotor Fidei – der sogenannte „Advocatus Diaboli“ – abgeschafft. Nach nicht unbegründeter Meinung nannte man das die „Lex Escriva“, ohne die der Opus-Dei-Gründer schon seine Seligsprechung nicht erlebt hätte.

Seither sind viele dieser Verfahren nur noch mit Vorsicht zu genießen.

Seit 1983 ist auch eine Inflation an Selig- und Heiligsprechungen zu beklagen. Damit wurde das Außergewöhnliche des Vorganges und die Vorbildwirkung des einzelnen Seligen und Heiligen verwässert. Für Traditionskatholiken wie Hw. Hesse war das ein Dorn im Auge.

Don Gregor gründeten darum – mehr als ein paar Trinksprüche und Geschichten heiterer Stunden dürften es allerdings nicht gewesen sein – mit einigen Freunden die „Aktion zur Seligsprechung von Helmut Qualtinger“ mit dem durchschlagenden Motto „Vom seligen Kaiser Karl zum Herrn Karl“.

Denn wenn Greti und Pleti selig gesprochen würden, dann dürfe auch der „Herr Karl“ nicht fehlen.

Mit einer entsprechenden Eingabe beim Ordinariat der Erzdiözese Wien könnte man vermutlich Furore machen.

* * *

Zum Abschluß noch die Erinnerung von Leopold Trzil, der ein enger Freund von Hw. Hesse gewesen ist:

„Ich habe Hw. Hesse stets als einen guten, treuen Freund und geistreichen Denker geschätzt, der sich nicht scheute, eine bessere Erkenntnis an die Stelle einer solchen zu setzen, die er zuvor vertreten hatte – mit einem unbedingten Willen zu geistiger und theologischer Redlichkeit.

Den erkannten Glauben stellte er nie zur Disposition. Dennoch konnte es ihm, wie jedem von uns, geschehen, daß er in der unendlichen Fülle göttlicher Wahrheit manche Aspekte deutlicher erkannte als andere und daher im Laufe der Zeit so manche Position revidieren mußte.

Insofern glaube ich auch, daß wir seinem Beispiel und seinen Intentionen dann am besten folgen, wenn wir uns diese Konsequenz und Wahrheitsliebe zu eigen machen.

Das muß aber nicht heißen, in allem seine Positionen zu teilen. Er forderte nie Übereinstimmung mit seiner Person, wohl aber mit der Wahrheit der Offenbarung und akzeptierte Widerspruch immer dann, wenn er sich auf in diesem Sinne authentische Argumente stützen konnte.

Für mich selbst sehe ich darin, in diesen Haltungen, so etwas wie sein Vermächtnis.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 69 Lesermeinungen:
Mittwoch, 8. Februar 2006 21:25
Athanasius: @Gerüchte-Interpretator und Phantaseur Stadler
Des Lauriers hätte sich nicht von Mgr. Thuc zum Bischof weihen lassen, a. wenn er von der Lefebvre-Weihe überzeugt gewesen wäre, b. wenn er von der Gültigkeit des Montini-Ritus überzeugt gewesen wäre.

Ach ja. Wie schwach sind Ihre Argumente Stadler (auch völlig unhaltbar denn nach Papst Leo XIII. müssen Sie die Weihen Kardinal Liénarts anerkennen als gültig da Form und Materie observiert wurden!).

Zu a. Es ist ja niemals vor 1981 davon die Rede gewesen, dass Mgr Lefebvre P. Des Lauriers O.P. zum Bischof weihen würde. Niemals. Und hielt Des Lauriers die Weihen Lefebvres für ungültig? Wohl absolut nicht, denn er war jahrelang Professor im Seminar von Ecône (1970-1978) und kommunizierte aus der Hand von Mgr Lefebvre! Ihre „Zweifel“ an der Gültigkeit der „Lefebvre-Weihen“ sind illegitim n. SH Leo XIII. und auch unlogisch. Die wichtigsten Sedisvakantisten und -privationisten haben die Weihen Lefebvres entweder selber empfangen oder sicherlich lange anerkannt. Die Gerüchte aus den siebziger Jahren hat da keiner (weder Carmona, Zamora noch Des Lauriers) Wert verliehen (mit Recht). Des Lauriers kommunizierte und assistierte in Ecône! Pfffüe…Und weg sind Ihre Scheinargumente.

Zu b. Stimme ich Ihnen zu, da dies ja Faktum ist und von Des Lauriers O.P. selbst bestätigt wurde.
Mittwoch, 8. Februar 2006 13:16
Brandenburgis: @Stimme
Luthers Beurteilung des Judentums ist sehr wohl mit katholischen Maßstäben in Einklang zu bringen und unterscheidet sich sachlich keinesfalls von der Beurteilung des Judentums durch Päpste, Kirchenväter und -lehrer.
Die Frage nach den Rechtfertigungsgründen kann ich Dir negativ beantworten, mir scheint, daß auch Du den Positionen von Höck nahestehst, daß Mord an Priestern und Ordensleuten ggf. gerechtfertigt sein kann. Nimm zur Kenntnis, daß die Lasten, die heute jeder tragen muß, ungleich höher sind, als diejenigen der damaligen Bauern. Heute also auch ggf. Mord und Totschlag gerechtfertigt?
Luther hat keinesfalls schwadroniert, Du scheinst die Schrift „Von der Freiheit des Christenmenschen“ zu kennen, belege doch mal bitte Deine Aussagen.
„Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ Katholische Freiheit besteht allerdings vorzüglich im Gehorsam – so Luther.
Dienstag, 7. Februar 2006 17:25
Benedikt: @ Stadler
Mgr .Prof.Guérard des Laurier schreibt in seiner Verwerfung des NOM,

Sie meinen in seiner Kritik am NOM. Ich wüsste nämlich nicht, dass jemand Mgr. des Laurier eine Verwerfungskompetenz eingeräumt hätte. Diese Leute scheinen die Kirche für eine Art Kasperletheater zu handeln, bei der jeder grad das ablehnen und billigen kann, was ihm gerade einfällt. Erinnert mich irgendwie an „Wir sind Kirche“.

keine Weihepriestermehr notwendig sind, es genügen protestantische Prediger.

Das ist dogmatisch völlig unhaltbar. Nirgendwo in den Konzilsbeschlüssen oder der AEM (IGMR) wird behauptet, es finde keine Wandlung mehr statt. Des Laurier behauptet also, dass eine Wandlung auch von einem prot. Prediger vorgenommen werden können, was klare Häresie ist.

Der Montini-Ritus ist mit keinem der in der katholisch-apostolischen Kirche gültigen Riten, weder identisch, noch ähnlich,

Na, dann erklären Sie doch mal, warum eine solche Ähnlichkeit notwendigerweise vorliegen müsste.

In der Absicht etwas einzuführen, was dem katholischen Glauben entgegensteht, darin liegt die Ungültigkeit im Sinne von Apostolicae Curae.

Frage: Was konkret widerspricht am Weiheritus dem kath. Glauben? Bitte die genaue Stelle mit Wortlaut und das Dogma, gegen das verstoßen wird (mit Wortlaut).
Dienstag, 7. Februar 2006 16:40
R.B.Stadler: Benedikt Weiheritus
Grüß Gott,

Mgr .Prof.Guérard des Laurier schreibt in seiner Verwerfung des NOM, daß zu diesem unkatholischen Gottesdienst keine Weihepriestermehr notwendig sind, es genügen protestantische Prediger. Des Laurier hätte sich nicht von Mgr. Thuc zum Bischof weihen lassen, a. wenn er von der Lefebvre-Weihe überzeugt gewesen wäre, b. wenn er von der Gültigkeit des Montini-Ritus überzeugt gewesen wäre.
Die dogmatische Einengung auf die Weiheformel, gibt es nur im „römischen“ Ritus, in den anderen gültigen Riten, ist die Einhaltung der Gebetes des gesamten Weihevorganges für die Gültigkeit vorgeschrieben. Der Montini-Ritus ist mit keinem der in der katholisch-apostolischen Kirche gültigen Riten, weder identisch, noch ähnlich, ebenso finden sich auch keine inhaltlichen Übereinstimmungen, so daß man sagen könnte, der Ritus beschreibe das Gleich wie Ritus-X. Genau hierin liegen die Kritikpunkte von Kröger, der die Semantik untersucht hat und wesentliche Mängel festgestellte.
Warum etwas Schlechtes einführen, wenn etwas Gutes vorhanden ist. In der Absicht etwas einzuführen, was dem katholischen Glauben entgegensteht, darin liegt die Ungültigkeit im Sinne von Apostolicae Curae. Worte zu benutzen, die den Sinn des Tuns nicht mehr verdeutlichen, darin liegt die Ungültigkeit in Sinne von Sacramentum Ordinis.
Erst bilden dann streiten, hier wird genauso polemisiert wie bei Luther, darin liegen die Übereinstimmungen der V2-Sektierer mit dem Protestantismus.

In Christo,
Roland Stadler
Dienstag, 7. Februar 2006 15:04
Benedikt: @ Athanasius
Aber Sie sind ja nicht an Differenzierung interessiert, wie man schlussfolgern kann.

Sobald Sie in anderen Fragen damit beginnen, werde ich sofort Differenzieren. Ansonsten sehe ich keinen Grund, warum ich gegenüber Ihrer Position differenzieren sollte, Sie selbst aber nicht im Traum daran denken, dass gegenüber der meinigen zu tun. Dass Sie daran nicht denken, kann man aus Ihrem Beitrag ja erkennen.
Dienstag, 7. Februar 2006 14:27
Athanasius: Ist es ja…
…lediglich Ihre Einschätzung der Situation des Hl. Stuhles die falsch sei, aber nicht Ihr Glaube usw.

Und was stärkt den Sedisvakantisten denn in Ihrer Theorie? Was etwa Johannes-Paul II. und Benedikt XVI. mach(t)en. Interkommunion heisst zudem strikt theologisch das Verkünden kirchlicher Gemeinschaft. Und dann ist die Schlussfolgerung leicht:


Es ist die Schuld der konziliaren Päpste, Ihrer Skandale, und Ihrer Irrtümer, daß es den Sedisvakantismus gibt, nicht die der Sedisvakantisten, mögen auch manche von diesen sehr lieblos sein.

Dóch, drängt sich der Vergleich mit Avignon-Rom auf, denn tatsächlich schrieb etwa ein Kardinal Ratzinger, daß man in der Beschreibung der Position Roms durch den „Patriarch“ von Konstantinopel 1967 die „wahre Position die Rom in der Kirche einnimmt“ erkennen soll.

Die Gründe legen anderswo als bei den Sedisvakantisten und ihren Persónlichkeiten.

Aber Sie sind ja nicht an Differenzierung interessiert, wie man schlussfolgern kann.

Sie gehen einfach über den Modernismus der damaligen (vor Ihren Wahlen auf den Apostolisch Stuhl St. Petri) Theologen Ratzingers und Wojtyla und Montini usw. hinweg! Augen zu, heißt es da bei Ihnen.

Ich werde weiterhin darüber nicht diskutieren, ist hier auch sinnlos mit 1500 Worten.
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