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Vollkommener Ablaß + Rücktritt des Generaloberen + Jüdisches Webmagazin gelöscht + Erklärung oder Ausrede? + Das Vorbild ist die DDR
Vollkommener Ablaß

Vatikan. Am kommenden 11. Februar gewährt Papst Benedikt XVI. allen, die an den Feiern des kirchlichen Welttags der Kranken teilnehmen, einen vollkommenen Ablaß. Das geht aus einem am Freitag veröffentlichten Dekret der Päpstlichen Pönitentiarie hervor.

Rücktritt des Generaloberen

Deutschland. Erstmals in der Geschichte kündigte ein Generaloberer der Gesellschaft Jesu seinen Rücktritt an. Wie die Jesuiten am vergangenen Donnerstag in München mitteilten, will der 77jährige Generalobere der Jesuiten, Pater Peter-Hans Kolvenbach, im kommenden Jahr aus seinem Amt scheiden. Pater Kolvenbach ist Niederländer. Der Generalobere der Jesuiten ist auf Lebenszeit gewählt. Angenommen werden kann der Rücktritt nur von der Generalkongregation – dem obersten Beschlußgremium des Ordens. Die nächste Generalkongregation wurde für Januar 2008 in Rom einberufen.

Jüdisches Webmagazin gelöscht

Deutschland. Gegenwärtig finden die Besucher des jüdischen Webmagazins ‘haGalil.com’ statt Informationen nur zwei Sätze darüber, daß der Server von Unbekannten gehackt wurde: „Es scheint, daß heute Nacht alle Daten am Server »haGalil« gelöscht wurden. Wir sind dabei die Ursachen zu klären“ – so David Gall, der Verantwortliche für die Seite. Vorgestern hatte ‘haGalil’ umstrittene Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Die komplette Löschung der Daten könnte damit in Zusammenhang stehen.

Erklärung oder Ausrede?

‘Radio Vatikan’ fragte den Generalsekretär des ‘Rates der Europäischen Bischofskonferenzen’, Mons. Aldo Giordano, warum Karikaturen über das Christentum nicht auf ähnlich heftige Reaktionen stoßen würden, wie es derzeit in der muslimischen Welt der Fall sei. Dadurch, daß Gott selber Mensch geworden sei – so die Antwort von Mons. Giordano – habe er sich selber der Welt, und somit Angriffen auf seine Person ausgesetzt. Auch Christen mache es traurig, wenn über ihren Glaube gespottet würde, aber sie könnten damit leben. Schließlich sei Jesus selber den Weg bis zum Kreuz gegangen. Somit habe er sich der größten Erniedrigung überhaupt ausgeliefert.

Das Vorbild ist die DDR

„Ich habe schon oft darüber gesprochen, daß man am Ende der DDR im Hinblick auf eine völlig aus dem Ruder gelaufene Jugend feststellen mußte: Die Ursache liegt darin, daß die Kinderkrippe in der Bibel ein Provisorium war, die damalige Gesellschaft aber hat daraus eine ständige Einrichtung gemacht. Das Ergebnis davon sah entsprechend aus. Unsere Bundesrepublik Deutschland ist dabei, das nachzumachen und sieht in der vergangenen DDR darin noch ein Vorbild.“

Auszug aus einer Predigt von Joachim Kardinal Meisner zum Fest Maria Lichtmeß im Kölner Dom.
      
8 Lesermeinungen
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#8   methusalix †   18:11:49 | Montag, 6. Februar 2006
an die Benedikts:
Nochmal für alle Legastheniker und solche auf dem Weg dahin: Kardinal Meisner hat als Ursache für die „aus dem Ruder gelaufene Jugend“ die Kinderkrippen der DDR ausgemacht und beklagt, dass in Deutschland die Tagesbetreuung von Kindern ausgebaut werden soll. Implizit hat er (und Benedikt78 und andere explizit) die Familie nach katholischem Vorbild als die praktisch einzig wahre, gute und ideale Form Kinder zu haben und gross zu ziehen bezeichnet. Dagegen habe ich erwiedert, dass selbst dort, wo dieses Idealbild verwirklicht ist, in den französichen Vorstädten (=Banlieus) es grosse Probleme gibt, wenn, wie Benedikt ganz richtig angemerkt hat, das Umfeld nicht stimmt.
Nochmal für die langsamen: die katholische Familie ist nicht die einzige gute Möglichkeit Kinder zu haben und gross zu ziehen. In bestimmten Fälle ist es nicht möglich diese Familienform (Mann arbeitet ausser Haus, Frau arbeitet im Haushalt und betreut ganztags die gemeinsamen Kinder) einzuhalten. Dann greifen andere Familienformen und vor allem andere Kinderbetreuungsformen, ohne dass „die Jugend aus dem Ruder läuft“. Mein Beispiel war auch hier Frankreich wo im gesicherten Umfeld, in dem Frauen gleich nach der Geburt ihrer Kinder wieder an ihren Arbeitsplatz ausser Haus zurückkehren, die Kinder exzellent in den Tageskrippen versorgt werden.
Die Tagesbetreuung der Kinder in der DDR war NICHT der Grund für alle Übel. Da ist der gute Kardinal Meisner auf dem Holzweg, wie auch sonst so oft.
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#7   Benedikt78   09:15:12 | Montag, 6. Februar 2006
@ methusalix
Ich frage mich langsam aber sicher, ob Ihr Name überhaupt geeignet ist. Wenn man Ihre Einträge liest, bekommt man den Eindruck, dass Senilix besser wäre!
Ihre Argumentation ist völlig jenseits von Gut und Böse. Es gibt keinen einzigen stichhaltigen Hinweis. Und was haben Kinderkrippen mit den Pariser Banlieus zu tun? Darüber schweigt der gute Mann.
Lassen Sie sich eines gesagt sein. Die Familie ist das Beste Umfeld für eine gelungene Erziehung. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass man, wenn man nichts schlaues zu sagen hat, man am besten nichtssagt! Sie sehen, da bin ich Ihnen schon um Längen voraus! Familie sei dank!
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#6   Jörg Guttenberger, Köln   16:00:54 | Sonntag, 5. Februar 2006
„Erklärung oder Ausrede“
Die Zulässigkeit von Verächtlichmachung des Christentums damit zu begründen, daß Jesus Christus durch sein Kreuz selbst den allerniedrigsten Weg gegangen ist, ist der Gipfel allergemeinster Verhöhnung unseres Herrn. Genauso könnte man uns dazu auffordern, drauf los zu sündigen, weil Jesus Christus die Sünden aller geragen hat. Also die Leiden Christi noch durch kräftige Fußtritte seiner eigenen Anhänger und Namensträger erhöhen? Damit ist der freien Beliebigkeit der 68er Ideologie (kritische Theorie) Tür undTor geöffnet!
Daß solche Meinung von einem Bischof vertreten wird zeigt nur den hohen ideologischen Durchseuchungsgrad selbst der Hierarchie. Aber selbst das Apostelkollegium hatte seinen Judas.
Wie wird wohl der Hochhuth heißen, der hoffentlich eines nicht mehr fernen Tages die katholische Kirche ihrer intimen Nähe zur 68er Ideologie, die den nachkonziliaren Aufbruch weitgehend erstickt hat, anklagen wird?
„Brüder, seit nüchtern und wachsam…!!!“
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#5   Benedikt   01:56:59 | Sonntag, 5. Februar 2006
@ methusalix
Da haben Sie ja ganz hübsch die Gründe für die Ausschreitungen vreschoben um die Famlie zu diskreditieren. Die Gründe für die Ausschreitungen in den Banlieus ist die verfehlte Integrationspolitik, wodurch die hohe Arbeitslosigkeit mitverursacht wird. Das können Sie zwar in jeder Zeitung nachlesen, aber um derartige Kleinkariertheiten geht es Ihnen ja nicht, Sie wollen etwas aus ideologischen Gründen schlechtmachen. Was kümmern da schon schwierige Tatsachen.
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#4   methusalix †   01:23:49 | Sonntag, 5. Februar 2006
Ein Blick nach Frankreich genügt
und alle die es sehen wollen (die wenigsten autoritätsgläubigen Katholiken wahrscheinlich, Meisner inklusive) können in einem Beweis des ersten Augenscheines erkennen, dass die Kinderkrippen die Gesellschaft nicht aus dem Ruder laufen lässt (vielleicht aus dem katholischen, aber das ist für eine Gesellschaft nicht wichtig. Auch am protestantischen Wesen kann die Welt genesen, siehe Skandinavien). Nur dort wo hohe Arbeitslosigkeit herrscht, keine Kinderkrippen vorhanden sind und die Menschen in Familien mit mehreren Kindern zusammenleben (das Idealbild der katholischen „heiligen“ Familie, nur eben muslimisch) in den „Banlieus“ dort kracht es.
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#3   Romulus   20:59:33 | Samstag, 4. Februar 2006
@Sebastian Kinderkrippe ist Mist
Sebastian, der Kardinal wollte nur der kranken Gesellschaft ins Gewissen reden, dass Kinder in erster Linie zu den Eltern gehören und Eltern zu ihren Kindern. Punkt. Darum ging es. Durch die Kinderkrippe bekommt der Staat die „Lufthoheit“ (Olaf Scholz) über die Kinderbetten, was ja auch in der DDR der Fall war. Außerdem braucht das Kleinkind ein feste Bezugsperson und nicht wechselnde Tanten.
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#2   Sebastian Wagner   20:42:13 | Samstag, 4. Februar 2006
Wieso „Bravo“??
Lieber Kardinal Meisner und liebe Jublerin,
ich kann die Worte gegen die Kinderkrippe beim besten Willen nichtnachvollziehen.
Gerade, weil sich die katholischen Geistlichen feig aus den Bürgerprotesten herausgehalten hatten, sind sie nicht berechtigt, die damaligen Jugendlichen als „aus dem Ruder gelaufen“ zu denunzieren. Immerhin hat die ev. Kirche die „Wende“ aktiv mitgestaltet und bot den Protestierenden einen geschützten Raum und hat darauf geachtet, dass die Proteste in friedlichen Bahnen verlaufen sind!
Die Kinderkrippe hat ja wohl wenig damit zu tun, dass sich Jugendliche eine eigene Meinung bilden, oder? Wenn man Herrn Kardinals Worte genau nimmt, wäre mit „durch die Kinderkrippe aus dem Ruder gelaufenen Jugendlichen“ keine Wende möglich gewesen, sondern es wären – folgt man seinen Gedanken – systemhörige, gedankenlose und desinteressierte Menschen geworden – etwa so ähnlich wie die heutige deutsche Jugend, die gemäß ihrem westdeutschen Vorbild (natürlich ohne Kinderkrippen-„Erziehung“) geistig komplett am Verwahrlosen ist. Pisa lässt grüßen.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn der Herr Kardinal bei seinen Themen bliebe, in denen er sich wirklich auskennt.
Eine von ihm losgetretene „Ossi-Wessi-Diskussion“ hätte ich von ihm am wenigsten erwartet.
Oder will unsere Kirche etwa den durch Deutschland immer noch verlaufenden emotionalen Riss verbreitern?
Das wäre sehr schade, ja völlig unverständlich.
Kopfschüttelnd,
Sebastian Wagner
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#1   Beobachterin   10:21:52 | Samstag, 4. Februar 2006
Bravo!
Wieder einmal ein Lob für Kardinal Meisner. Schon vor Jahren predigte er: „Die Gesellschaft ist aus dem Ruder.“ wie wahr.
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