Kirche in Not
„Es werden auch konvertierte Moslems sprechen“
„Ein kleiner Katechismus, den wir vor dem Weltjugendtag angeboten haben, ist in kurzer Zeit fast 100.000 Mal bestellt worden.“ Interview mit dem Pressesprecher von ‘Kirche in Not Deutschland’.
(kreuz.net) Im März lädt das Hilfswerk ‘Kirche in Not/Ostpriesterhilfe’ zum 2. Internationalen Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ in Augsburg ein.

Über den Anlaß äußerte sich der Pressesprecher von ‘Kirche in Not Deutschland’, Michael Ragg, im Interview.

„Kirche in Not“ veranstaltet den „Treffpunkt Weltkirche“ zum zweiten Mal. Was ist der Grund dafür?

Michael Ragg: Zum einen die außerordentlich gute Resonanz, die unser erster Treffpunkt Weltkirche sowohl bei den etwa 2.000 Teilnehmern als auch in den Medien gefunden hat.

Zum anderen das durch die Ereignisse in Rom und den Weltjugendtag neu erwachte Interesse vieler Menschen an der katholischen Kirche. Ein kleiner katholischer Katechismus, den wir vor dem Weltjugendtag angeboten haben, ist in kurzer Zeit fast 100.000 Mal bestellt worden.

Das wäre vor fünf Jahren noch undenkbar gewesen. Beim Treffpunkt Weltkirche kann man die katholische Weltkirche in ihrer Tiefe und Vielfalt kennen lernen, wie das selten möglich ist.

Warum wurde das Thema „Asien“ als ein Schwerpunkt des Kongresses gewählt?

Michael Ragg: Asien ist der Kontinent, der unsere Zukunft und die unserer Kinder wohl maßgeblich bestimmen wird. In China, Indien und anderen Ländern hat sich eine Dynamik entwickelt, die man erlebt haben muß, um sie einigermaßen zu begreifen.

Viel wird davon abhängen, welchen Einfluß das Christentum in dem Kontinent bekommen wird, in dem das Christentum entstanden ist.

Gerade in China, Indien und Korea ist die katholische Kirche besonders lebendig und wächst sehr stark. Davon wird zum Beispiel der Bischof von Hongkong, Mons. Joseph Zen, berichten.

In Asien liegen aber auch die meisten Länder, in denen Christen schwer drangsaliert und verfolgt werden. Am meisten leiden sie derzeit in Saudi-Arabien, auch in Nordkorea und Vietnam, wo viele Menschen unter grausamen Bedingungen in Kerkern und Lagern gequält werden, nur weil sie sich zu Jesus Christus bekennen.

Darüber wird neben anderen der katholische Bischof für die Arabische Halbinsel, Mons. Paul Hinder, sprechen.

In einem Grußwort sagt der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber, daß das friedliche Zusammenleben der Glaubensgemeinschaften unter falscher Berufung auf die Religion insbesondere durch den militanten Islam in Frage gestellt wird. Wie wollen Sie dieses Thema auf dem Treffpunkt Weltkirche angehen?

Michael Ragg: Neben den Resten des kommunistischen Einflußbereichs sind es vor allem viele islamische Länder, in denen Christen unterdrückt werden.

Da die Hilfe für verfolgte Christen zum Kern der Aufgaben von ‘Kirche in Not’ gehört, werden wir den Kongreß mit dem Thema „Die katholische Weltkirche und der Islam“ beginnen.

Bischöfe und andere Fachleute aus der Türkei, Nigeria, Palästina und anderen Orten der Auseinandersetzung zwischen Christentum und Islam werden aus erster Hand von ihren Erfahrungen berichten.

Die Frage, wie wir mit der Herausforderung durch den Islam umgehen, stellt sich auch in Deutschland. Die damit verbundenen Probleme machen vielen Menschen Sorgen. Wir werden sie in Wahrheit und Liebe ansprechen – so, wie das unser Gründer, Pater Werenfried van Straaten immer getan hat.

Es werden auch ehemalige Muslime zu Wort kommen, die in Deutschland Christen geworden sind.

Sollten sich die Christen bei diesen Herausforderungen mehr auf ihre Wurzeln besinnen?

Michael Ragg: Wir erleben jetzt schon, daß es bei vielen Menschen diese Neubesinnung auf die christlichen Wurzeln unserer westlichen Lebensart gibt. Aus der Geschichte wissen wir, daß letztlich fast alle Errungenschaften, die wir heute für selbstverständlich halten, ihre Wurzeln vor allem in Jesus Christus haben.

Das gilt für die Menschenrechte, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichberechtigung der Frau, die Hilfe für Schwächere, den Rechtsstaat, den relativen Wohlstand und vieles mehr.

Man muß nur vom Islam, Hinduismus oder gar Atheismus geprägte Kulturen anschauen, um zu wissen, daß die Prägung durch das Christentum den Unterschied macht, obwohl natürlich auch bei uns längst nicht alles perfekt ist – unsere Ausrichtung an Person und Botschaft Jesu Christi war ja auch immer und ist auch heute sehr unvollkommen.

Wir konnten „Mr. Europa“, Otto von Habsburg, gewinnen, das Hauptreferat zu diesem Thema zu halten.

Wie fördert „Treffpunkt Weltkirche“ die Neuevangelisierung Europas?

Michael Ragg: Neben den Informationsveranstaltungen zur Lage der Menschen und der Kirche in vielen Regionen der Erde, beispielsweise auch in Rußland oder in Ostafrika, halten wir ein vielfältiges spirituelles Angebot bereit, so daß der Kongreß auch die Möglichkeit gibt, über das eigene Leben nachzudenken und es neu an Jesus Christus auszurichten.

Möglich ist etwa die Beichte, die Anbetung in einem Raum der Stille. Es gibt täglich einen Gottesdienst, darunter auch eine Heilige Messe im Ritus der katholischen Thomaschristen Indiens.

Der ganze Kongreß steht unter dem der Bibel entnommenen Leitwort „Steht auf, habt keine Angst!“.

Die bekannte Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Christa Meves wird dazu das Eröffnungsreferat halten. Viele Fachleute sehen in der nach Kräften verdrängten aber gerade deshalb wirksamen Lebensangst die Zeitkrankheit Nr. 1 in Deutschland.

Wir wollen neue Zuversicht aus dem Glauben vermitteln und mithelfen, daß die Kongreßteilnehmer ihr Leben wieder mit neuer Kraft und Zuversicht meistern, neue Quellen und Horizonte entdecken und so auch wirkungsvolle Zeugen für den Glauben sein können.

Auf welche Thematik, die bisher nicht angesprochen wurde, ist noch hinzuweisen?

Michael Ragg: In der ganzen Kirchengeschichte sieht man eine enge Verbindung zwischen der Kirche und den Künsten. Wir haben deshalb bekannte Schriftsteller, Sängerinnen und bildende Künstler eingeladen, ihre Werke zu präsentieren.

Dazu gehören Prinz Asfa-Wossen Asserate, Alessandra Prinzessin Borghese, Paul Badde, Manfred Lütz, Gertrud Fussenegger, Kathy und Maite Kelly von der „Kelly-Family“, der weltberühmte Bass Peter Lika, Nathalie Kollo, die Tochter von René und Dorthe Kollo, der Weltstar Roberta Kelly, die Star Search-Siegerin Florence Joy, die Schauspielerin Barbara Wussow und viele andere.

Wir bieten auch einen Kinder-Kongreß an und können den teilnehmenden Kindern spannende Tage versprechen, während die Eltern unbesorgt dem Programm folgen.
      
1 Lesermeinung
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#1   Konrad   14:53:03 | Sonntag, 5. Februar 2006
Alles schön und gut
bis auf den „kleinen Katechismus“. Es gibt seit 2005 das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche. Es ist besser undf vollständiger als der „Katechismus“ von Kirche in Not mit seinen kitschigen Bildern und weitschweifigen Sätzen!
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