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Montag, 6. Februar 2006 18:23
Der Pfarrer von Ars in der Begegnung mit dem Teufel
In einer Welt, wo Gebet und Opfer immer weniger werden, zeigt der Teufel seine Fratze immer offener. Dabei eignet sich der heilige Pfarrer von Ars als Lehrmeister der Dämonologie.
Der unverweste Leichnam des Hl. Johannes Maria Vianney
Der unverweste Leichnam des Hl. Johannes Maria Vianney
(kreuz.net, Ars) Sein Diözesanbischof gab dem Pfarrer von Ars alle Machtbefugnisse, um als Exorzist zu wirken. Der heilige Priester durfte darum, wo es die Umstände geboten, den Teufel austreiben.


Die unbezahlte Traube

Um 1850 brachte man eine alte Frau nach Ars, die alle Anzeichen von Besessenheit an sich trug. Sie hüpfte, tanzte und redete wirres Zeug. Bald umstellten sie neugierige Gaffer. Jedem aus der Schar enthüllte sie ein Stück seines Lebens. Da erschien Pfarrer Vianney. Zu ihm sagte die Frau, aus welcher der Teufel sprach:
„Dir, dir habe ich nichts vorzuwerfen. Doch“ – besann sie sich – „Du hast früher einmal eine Traube genommen.“
„Richtig, aber um sie zu bezahlen, habe ich unter den Stock an der Mauer einen Sou gelegt.“ „Den der Eigentümer nicht gefunden hat“, erwiderte die Geplagte. Pfarrer Vianney berichtete, daß er diese Traube wirklich genommen, als er sich vor Jahren wegen der militärischen Einziehung verstecken mußte und von Durst verzehrt war.

Exorzismus vor dem Hochaltar

Ein Mann brachte seine unglückliche Gattin von weither nach Ars. Die Frau schnaubte vor Wut und stieß unverständliche Schreie aus. Man ließ den Heiligen kommen, der sie beobachtete und dann erklärte, man müsse sie ihrem Diözesanbischof vorführen.
„Gut! Gut!“ sprach es aus der Frau, die plötzlich die Sprache wiederfand: „Sie wird schon wieder zurückkommen. Wenn ich die Macht Jesu Christi hätte, würde ich euch alle in die Hölle hinunter verschlingen.“
„Du kennst also Jesus Christus?“ erwiderte Pfarrer Vianney dem Dämon, der durch die Frau sprach: „Gut, dann möge man sie an die Stufen des Hauptaltares tragen.“ Vier Männer brachten sie trotz ihres Widerstandes dorthin. Der Priester legte der Besessenen ein Reliquienkästchen auf das Haupt, worauf sie wie tot hinfiel. Nach einer kurzen Zeit richtete sie sich auf und ging eilig zur Kirche hinaus. Nach einer Stunde kehrte sie völlig ruhig zurück, nahm Weihwasser und kniete sich nieder.

Die Macht des Segens

Eine arme Greisin aus der Gegend von Clermon-Ferrand tanzte den ganzen Tag auf dem Kirchenplatz. In einer Art von Wutanfall scharrte sie mit den Zähnen an der Kirchenmauer. Sie war in Begleitung ihres Sohnes, der sich nicht zu helfen wußte. Ein fremder Priester führte sie zum Durchgang zwischen Pfarrhaus und Kirche, wo Pfarrer Vianney vorbeikommen mußte. Der Heilige erschien tatsächlich und sprach über die Unglückliche, aus deren Mund Blut tropfte, einige Segensworte. Auf der Stelle wurde die Alte ganz ruhig. Seit diesem Zeitpunkt waren ihre Anfälle für immer verschwunden.

Teufelsaustreibung in der Sakristei

Am Abend des 27. Dezembers 1857 brachte der Vikar von Sankt Peter in Avignon und die Oberin der Franziskanerinnen von Orange eine junge Lehrerin nach Ars. Diese zeigte alle Anzeichen von Besessenheit. Der Erzbischof von Avignon hatte den Fall persönlich untersucht und den Rat gegeben, die Lehrerin zu Pfarrer Vianney zu bringen. Am nächsten Morgen führte man sie in die Sakristei. Pfarrer Vianney war gerade dabei die heiligen Gewänder anzulegen. Sofort stürzte die Besessene zum Ausgang.
„Hier sind zu viele Menschen“, schrie der Dämon in ihr.
Zu viele Menschen?“ erwiderte der Diener Gottes, „dann geht hinaus.“
Die Anwesenden verschwanden auf ein Zeichen. Der Priester blieb alleine mit dem armen Opfer des Teufels.
Der Vikar von Avignon lausche an der Tür und hörte einen Teil der Zwiesprache.
„Du willst also um jeden Preis ausfahren?“
„Ja!“ – antwortete der Dämon in der Frau.
„Und warum?“
„Weil ich mit einem Menschen zusammen bin, den ich nicht ausstehen kann.“
„Du hast mich also nicht gern?“ – fragte der Pfarrer zurück.
Ein schneidiges Nein war die einzige Antwort des Dämons.

Dämonische Beschimpfung im Beichtstuhl

Am 23. Januar 1840 hörten einige Leute in der Pfarrkirche von Ars aus dem Beichtstuhl folgendes lautes Gespräch. Eine Frau aus der Gegend von Puy-en-Velay hatte sich zur Beichte begeben. Mehrere Male forderte Pfarrer Vianney die schweigende Frau auf, mit ihrem Bekenntnis zu beginnen. Plötzlich erklang eine geifernde, laute Stimme:
„Ich habe nur eine Sünde begangen und teile jedem, der es wünscht, von dieser schönen Frucht mit. Heb deine Hand und sprich mich los. Aha, du mußt sie oft meinetwegen heben. Denn ich bin häufig in deiner Nähe im Beichtstuhl.“
„Tu quis es?“ – Wer bist du?, frage der Heilige auf Lateinisch.
„Magister Caput!“ – Meister Haupt, antwortete der Dämon, und beschimpfte den Priester dann in französischer Sprache: „Ah, du schwarze Kröte, was du mich leiden machst! Immer sagt du, du willst fortgehen. Warum führst du es nicht aus? Es gibt schwarze Kröten, die mich weniger leiden machen als du.“
„Um dich zu vertreiben, werde ich an den Bischof schreiben.“
„Ja, aber ich werde dir ein solches Zittern in die Hand setzen, daß du nicht schreiben kannst. Ich kriege dich schon, geh nur! Ich habe stärkere, als du bist, überwunden. Du, du bist noch nicht gestorben. Ohne diese [der Teufel beschimpfte die jungfräuliche Gottesmutter] dort oben, hätten wir dich. Aber sie behütet dich, mit diesem großen Drachen [dem Hl. Erzengel Michael] an deiner Kirchenpforte. Warum stehst du morgens so früh auf? Du folgst deinem Blaurock [dem Bischof] nicht. Warum predigst du so schlicht? Das bringt dir dazu noch den Ruf eines Ignoranten ein. Warum predigst du nicht im feierlichen Stil wie in den Städten? „
In dieser Weise setzte sich diese dämonische Begeiferung mehrere Minuten lang fort.

Da sagte der Teufel die Wahrheit

Der Pfarrer von Ars fuhr Anhänger des Okkultismus und Spiritismus sehr scharf an: „Wer läßt die Tische drehen und kreisen und sprechen?“ frage er eines Tages eine vom Teufel Gequälte, die auf dem Dorfplatz die Vorübergehenden beschimpfte.
„Ich“, antwortete die Frau, „das alles ist mein Geschäft!“
Der Pfarrer von Ars war davon überzeugt, daß der teuflische Betrüger dieses eine Mal die Wahrheit gesagt hatte.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 27 Lesermeinungen:
Sonntag, 12. Februar 2006 00:43
Willi: @Elendester Sünder
Endschuldige bitte, daß ich mich jetzt erst melde, aber vorher konnte ich leider nicht. Um Deine Frage zu beantworten, solltest du vielleicht einmal deine Forumsbeiträge lesen. Sicher bist du nicht einer von der schlimmen Sorte, dennoch vergreifst du dich in ihnen so manches Mal im Ton. Daher bin ich der Meinung, obwohl deine Beiträge nicht selten qualitativ ziemlich gut sind, daß auch du dazu beiträgst, daß katholisch hier ehr ein Schimpfwort ist.

In Christo
Willi
Donnerstag, 9. Februar 2006 13:44
Elendester Sünder: „katholisch“ ein Schimpfwort
Willi, ich bitte um Aufklärung, was du damit meinst, ich würde dazu beitragen, daß „katholisch“ ein Schimpfwort ist.
Donnerstag, 9. Februar 2006 03:05
Willi: @DemonDeLuxe
Danke für Danke! Und ich kann Ihnen versichern, daß mir der Denkanstoß eines Elenden Sünders mehr zu denken gibt als der Dank eines Dämonen. Denn leider ist auch dieser Sünder mit dafür verantwortlich, daß in diesem Forum katholisch ehr ein Schimpfwort ist als das es meinen Glauben abbildet.

Willi
Mittwoch, 8. Februar 2006 21:29
DemonDeLuxe †: @Elendester Sünder
Warum?

Sie wissen doch:

„Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will
und doch das Gute schafft.“


Damit habe ich immerhin mehr zu bieten als die Ausbläser, die hetzerische Reden halten und das allen Ernstes als „Christentum“ verkaufen wollen – bei denen ist es nämlich umgekehrt.

(Einmal ganz davon abgesehen, dass Teufel wie Mephistopheles und Dämonen keineswegs deckungsgleich sind, was man aber einem Tradi-Katholiken in der kreuz.net-Geschmacksrichtung wohl nie wird beibiegen können… die glauben ja immer, ihre Kirche hätte die Definitionshoheit über die Geisterwelt).
Mittwoch, 8. Februar 2006 21:17
Elendester Sünder: Dankeschön
Willi, ein Dankeschön von einem Dämon sollte dir zu denken geben.
Mittwoch, 8. Februar 2006 09:08
DemonDeLuxe †: @Willi – Dankeschön
Wissen Sie eigentlich, dass Sie hier in diesem Forum der ERSTE sind, dem ich seinen wirklich tiefen Glauben abnehme? Sie strahlen genau jene Ruhe, Sicherheit und Gelassenheit aus, die Gewissheit und Vertrauen mit sich bringen. Vermutlich könnten auch wir uns über bestimmte Ansichtssachen herzlich streiten – aber ohne einander deswegen das Denvermögen oder sonst etwas abzusprechen. Und seien Sie sicher, dass ein Auftreten wie Ihres 100x „missionarischer“ ist – ohne so zu wirken – als das der lauten Kläffer. „Mission“, das heißt doch wesentlich, in anderen den Wunsch zu wecken, auch so zu sein, also z.B. auch diese vertrauende Gelassenheit an den Tag zu legen, die sich aus Gewissheit speist. Nennen Sie’s „Mission durch Vorbild“, meinetwegen. Wenn ich da so überlege, ob ich eher bereit wäre, jemandem wie Ihnen zu folgen oder einem… na, ich nenne keine Namen, Sie kennen die einschlägigen Pappenheimer hier wohl, jedenfalls können Sie sich denken, wie das Ergebnis ausfiele.

Den eingebildeten Überkatholiken bleibt offenkundig nichts anderes als martialisches Auftreten mit viel Getöse – denn durch ihr Verhalten oder Reden überzeugen sie KEINEN von Ihrem Glauben.

Schön, dass Sie einmal ein Gegenbeispiel abgegeben haben. Dafür danke bzw. „Vergelt’s Gott“.
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