08:34:46 | Montag, 6. Februar 2006
Verratenes Leben + Schlecht gewählt? + An den Haaren herbeigezogen? + Das Gelübde der Armut abgelegt + Dramatisches Ungleichgewicht
Verratenes LebenVatikan. Papst Benedikt XVI. forderte beim gestrigen Angelusgebet den Schutz des menschlichen
Lebens, des ungeborenen genauso wie des von Krankheit oder Leid gezeichneten. Anlaß für den Appell war
der „Tag für das Leben“, den die Kirche in Italien seit 1978 am ersten Sonntag im Februar begeht. Die
Initiative entstand anläßlich der Entrechtung ungeborener Menschen in Italien durch die Einführung
der Fristentötung. Jedes menschliche Leben verdiene und verlange es – so der Heilige Vater – stets verteidigt
und geschützt zu werden: „Wir wissen genau, daß diese Wahrheit oft Gefahr läuft, vom Hedonismus – den
die so genannte Wohlfühl-Gesellschaft verkündet – verraten zu werden.“
Schlecht gewählt?Dänemark.
Die dänische Tageszeitung ‘Jyllands-Posten’ – welche die islamische Welt mit im September veröffentlichten
Karikaturen von Mohammed empörte – hat zuvor die Publikation von Karikaturen des auferstandenen Christus
abgelehnt. Dies berichtete die protestantische Nachrichtenagentur ‘idea’ unter Berufung auf die dänische
Zeitung ‘BT’.
An den Haaren herbeigezogen?Türkei. Ein italienischstämmiger Priester (60) ist gestern
nachmittag in Trabzon im Norden der Türkei vor seiner Kirche erschossen worden. Es sei unklar – so ein
Polizeisprecher –, ob die Bluttat mit der islamische Empörung
wegen der in Dänemark publizierten Karikaturen
des Religionsgründers Mohammed zusammenhänge. Die Polizei fahndet nach einem 16 bis 18jährigen Täter,
den Augenzeugen gesehen haben. Der zuständige Apostolische Vikar erklärte laut der Nachrichtenagentur
‘Apcom’, daß der ermordete Priester gute Beziehungen zur islamischen Gemeinde gepflegt habe.
Das Gelübde
der Armut abgelegtDeutschland. Ein Franziskanernovize erklärte Ende Dezember vor der ‘Frankfurter Allgemeinen
Zeitung’, daß viele Leute das Gefühl hätten, daß das Leben im Kloster völlig spartanisch sei und
nur aus Beten, Arbeiten und Verzicht bestehe. Aber das sei so nicht richtig. Das Klosterleben sei viel
komfortabler, als sich das die Leute vorstellten: „Auch dort darf ich meine Zigaretten rauchen, und auch
wir besitzen Computer mit Internetanschluß und DVD-Player.“ Als Franziskanernovize wünsche er sich für
die Zukunft eine Rückbesinnung auf den Heiligen Franziskus: „Einige meiner Brüder erscheinen nicht zu
den Gebeten, ein anderer besitzt gar ein eigenes Bankkonto.“
Dramatisches Ungleichgewicht„Nie befand
sich die US-Wirtschaft in einem derart dramatischen Ungleichgewicht wie heute. In den vergangenen drei
Jahren wuchs das Haushaltsdefizit auf Rekordstände – 2004 waren es fast 413 Milliarden Dollar. Das Handelsbilanzdefizit
beläuft sich mittlerweile auf 6 Prozent des Inlandsprodukts – während Deutschland in der Handelsbilanz
einen kräftigen Überschuß ausweist. Und die Sparquote der Amerikaner ist im Dezember auf minus 0,7
Prozent gesunken. Staat und Verbraucher geben viel mehr Geld aus, als sie einnehmen. Laut US-Presseberichten
haben allein die Kreditkartennutzer in den vergangenen zehn Jahren einen Schuldenberg von mehr als 850
Milliarden Dollar angehäuft.“
Aus ‘Spiegel-Online’ vom 03. Februar 2006
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