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Montag, 6. Februar 2006 10:54
Ein geheimnisvoller Ritt durch die Nacht
Im Januar 1999 ritten fünf 18jährige in Frankreich der Loire entlang. Bis heute sind die Hintergründe dieser Expedition im Unklaren geblieben. Von Dr. Eileen Kunze.
Links: Buchcover: "Sire" Rechts: Autor Jean Raspail
Links: Buchcover: „Sire“
Rechts: Autor Jean Raspail
(kreuz.net) Die Fünf brauchten drei Nächte, um an den Flußlauf der Loire zu gelangen. Vier Reiter und eine Reiterin. Letztere unterschied sich von den anderen nur durch ihr langes blondes Haar.

Die fünf waren in lange, schwarze Umhänge gehüllt. Ähnlich bedeckt waren ihre Pferde. Plötzlich lachen die fünf Gestalten.

Sie lachen über das verrückte Glück, zusammenzusein in der Morgenröte ihrer Bestimmung.

So beginnt – nachts an der Loire – das glorreiche Abenteuer eines gewissen Philippe Charles François Louis Henri Robert Hughes Pharamond de Bourbon.

Philippe ist weder ein Romantiker noch ein Ausgeflippter. Er ist der legitime französische Kronprinz – von Gottes Gnaden. Nach dem Tod seines Vaters trat er dessen Nachfolge an.

Zusammen mit seiner Zwillingsschwester Marie und drei gleichaltrigen Getreuen reitet der 18jährige Prinz im Dunkel der Nacht den altehrwürdigen Königsweg entlang.

Sein Ziel: die Salbung zum König nach dem uralten Ritus. Darum heißt das Leitmotiv dieses nur zum Teil fiktiven Romans: „Das Heilige muß weitergegeben werden“.

Erst nach der Weihe darf der Prinz gekrönt werden. Philippe hat sein Los nicht selber gewählt. Er ist von Gott berufen.

Die Königskinder und ihre Begleiter sind alle 18 Jahre alt. Sie reiten nicht im Zeitalter der katholischen Könige, sondern in einer eiskalten Januarnacht des Jahres 1999.

Das Reich des Kronprinzen befindet sich im moralischen Niedergang und ist zu einer zukunftslosen Müllkippe heruntergewirtschaftet. Die Kirche – einst die Seele Frankreichs – ist seit dem Zweiten Vatikanum immer noch unbeirrt dabei, ihren Selbstmord in Raten zu vollenden.

Fast niemand will einen König Philippe Pharamond. Die wenigsten wissen überhaupt, daß es ihn gibt. Philippe ist sich dessen bewußt. Er weiß, daß er ein „König von Nichts“ ist.

Dennoch lassen ihn die sogenannt modernen Ideologen, welche die Republik steuern, nicht in Ruhe. Auf seinen Spuren folgen finstere Agenten des Geheimdienstes.

Der Roman von Jean Raspail ist ein schönes und ermutigendes Buch. Es dürfte schwer sein, in unserer düsteren Zeit etwas Vergleichbares zu finden.

Der Autor ist ein standhafter traditionstreuer Katholik. Der uralte, echte Glaube atmet aus jeder Seite des Romans.

Detailgetreu und fesselnd erzählt der Roman die horrende Geschichte der diabolischen französischen Revolution. Mit typischem französischen Witz entlarvt es die modernistischen Verblödungen in Kirche und Staat – treffsicher, aber ohne häßlichen Hohn.

Wegen der sachlichen und deshalb ausführlichen Schilderungen einiger Verbrechen des Revolutionspöbels ist dieses Buch nicht für Kinder geeignet.

Der aufmerksame Leser wird im Roman auch einige vermeintliche Fehler entdecken. So heißt es, daß Kronprinz Philippe und seine Schwester Marie eineiige Zwillinge seien, obwohl solche nicht geschlechtsverschieden sein können. Es wird auch von Benediktinerklöstern auf den Färöer-Inseln und auf der schottischen Insel Iona berichtet. Diese Fehler sind dem Autor nicht ohne Grund unterlaufen. Sie sind eine Gelegenheit nachzudenken.

Einer besonderen Lesergruppe, die diese Art von Bücher vielleicht nicht unbedingt in die Hand nehmen würde, ist der Roman „Sire“ speziell zu empfehlen: Priestern und Seminaristen.

Bei ihnen wird auch die Unterstützung, die sie von den Gläubigen und Mitbrüdern erhalten, jene einsamen Augenblicke nicht ausschließen, in denen sie sich – wie Kronprinz Philippe – als „Könige von Nichts“ vorkommen.

Sollen oder können sie in diesen Momenten durch ein Märchen in realistischer Kleidung erbaut und getröstet werden? Ich meine schon.

Denn hinter den christlichen Epen vom Heiligen Gral und von Rittern und Helden, die Raspails bezauberndem Werk Pate stehen, steckt eine tiefe Wahrheit: die Wahrheit der göttlichen Ordnung, an der früher oder später alle Revolutionen zerbrechen werden.

Der Roman „Sire“ ist ein würdiger Nachkomme der alten christlichen Epen und ein Loblied auf die Treue zu den göttlichen Prinzipien.

Die meisterhafte Übersetzung ins Deutsche verdanken wir der Freundschaft des Autors mit dem Historiker und Schriftsteller Joachim Volkmann vom St.-Theresien-Gymnasium Schönenberg bei Hennef, 30 km südöstlich von Köln.

Jean Raspail: Sire. Aus dem Französischen übersetzt von Joachim Volkmann, Bonn, Verlag nova et vetera 2005 (ISBN 3-936791-33-6), 243 Seiten, 19 €.

nova et vetera ermöglicht einen Blick ins Buch
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 47 Lesermeinungen:
Freitag, 8. Juni 2007 08:20
Maurice Corvisier: Lieber Ludwig Windthorst, „Sire“ gehört
zu meinen Lieblingsbüchern – es hat mich sehr gepackt und bewegt, ich empfehle es immer wieder und guten Gewissens. Im kreuzforum gibt es auch eine Diskussion darüber.

Insgesamt habe ich über „Sire“ noch nicht ein einziges negatives Wort gehört oder gelesen.
Donnerstag, 7. Juni 2007 23:55
Ludwig Windthorst: Gutes Buch
In der Tat handelt es sich bei Sire um ein sehr lesenswertes Buch, wenn auch seine gallikanische Tendenzen manchmal durchschlagen. Sein Plädoyer für die Monarchie gekleidet im utopischen Gewande ist jedoch einzigartig.
Der Vasall
Freitag, 3. März 2006 17:07
Rudolphus: @Brandenburgis
Sie haben recht mit Ihrem Kommentar, wie schön ist es, die Wahrheit zu hören.

Das andere ist jedoch: Der Stärkere gewinnt; die Welt wird vom Recht des Stärkeren regiert, und da gibt nicht Deutschland, sondern bekanntlich die „Großen Mächte“ den Ton an (USA, Rußland, China, die Arabische Welt).
Freitag, 10. Februar 2006 16:55
Brandenburgis: @Athanasius
Wer in einem Gebiet wohnt, hat für vertragliche Gebietsabtretungen keine Bedeutung. In JEDER vertraglichen Gebietsabtretung müssen die Rechte der Bewohner gewahrt werden. Verteibungen sind in sich Unrecht und können auch durch völkerr. Verträge nicht rechtens werden.
Ostbrandenburg, Pommern, Westpreußen, Ostpreußen, Schlesien sind deutsches Staatsgebiet und können jederzueit durch deutsche Truppen besetzt werden. Da kann noch nicht einmal die NATO einschreiten, genausowenig wie bei Streitigkeiten zwischen Griechenland und der Türkei. Die Polen hätten übrigens unter folgenden Umständen auch nichts dagegen. 1. Sie bekommen Lemberg etc. zurück. 2. Sie bekommen eine als solche zu bezeichnende Regierung in der Tradition Marschall Pilsudskis.
Dieser Tag wird früh genug kommen, da mache ich mir gar keine Sorgen.
Freitag, 10. Februar 2006 15:35
Athanasius: Es ist eine Tatsache…
…daß das deutsche Reich in den Grenzen von 1937 1945 nicht rechtsgültig entbunden wurde, und die Vertreibung war völkerrechtswidrig.

Das ist Faktum.

Aber die BRD ist ja heute Legalorgan mit Hoheit über die ehem. DDR und die Westzonen.

Die Ostgebiete sind umstritten. Und jeder weiß: das war deutsches Land, bewohnt von Deutschen. Und nicht von Halbfranzosen und Halbdänen wie Nordschleswig und Lothringen.
Donnerstag, 9. Februar 2006 15:42
Rudolphus: Die Wahrheit ist immun gegen private Anschauungen
Im übrigen ist bereits Ihr Ansatz falsch, weil ich für die Darstellung national und international anerkannten Rechts kein Argument benötige, es spricht für sich. Die „Ostgebiete“ haben heute eben KEINEN „anderen Status“ mehr. Wer das nicht weiß, hat ein paar entscheidende Entwicklungen verschlafen. Das haben Sie falsch verstanden – das ad hominem war kein „Argument“ (die Fakten hatte ich ja voher kurz genannt), sondern ein vorläufiges Urteil als Bewertung Ihrer bisherigen, mir bekannten Ergüsse. Verwechseln Sie bitte nicht Diskussion und Schlussfolgerung sich.
Wenn alles so klar ist, braucht man ja darüber nicht zu diskutieren.

Ein juristisches Faktum ist entweder so oder so.

Die Wahrheit steht für sich – sie nimmt nicht auf einen privaten Subjektivismus von Individuen Rücksicht.

Denn viele Worte hier ändern nichts an dem, was das Gesetz sagt.
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