Ernennungen
Der Papst betreibt Personalpolitik
Der Heilige Vater besetzte kürzlich vier argentinische Bischofsstühle. Doch die sakristei- progressistische Bischofskonferenz des Landes soll angeblich nur eine einzige befürworten.
(kreuz.net, Buenos Aires) In Argentinien sorgen die jüngsten Bischofsernennungen – wenigstens in einigen Presseorganen – für Unruhe. Die auflagenstärkste argentinische Tageszeitung ‘Clarin’ widmete den Ernennungen der letzten Monate mehrere Berichte. Allein am letzten Samstag erschienen drei Artikel.

Die Informationen erhielt das Blatt offensichtlich aus kirchlichen Kreisen, die mit den Neuernennungen unzufrieden sind.

Grund für die geballte Aufmerksamkeit ist die jüngste Bischofsernennung vom letzten Freitag. Benedikt XVI. ernannte den laut ‘Clarin’ „konservativen“ bisherigen jungen Weihbischof von Mercedes-Luján, Mons. Oscar Domingo Sarlinga (42), zum Bischof von Zárate-Campana.

Die beiden Städte Zárate und Campana befinden sich rund 50 Kilometer nordwestlich der argentinischen Haupstadt Buenos Aires.

Der ‘Clarin’ will wissen, daß Mons. Sarlinga ernannt wurde, während der Vorsitzende der argentinischen Bischofskonferenz, Jorge Mario Kardinal Bergoglio (69), in Rom Bedenken wegen zweier vorausgehender Bischofsernennungen äußern wollte. Doch der Kardinal soll bis jetzt beim Papst keine Audienz erhalten haben.

Woher ‘Clarin’ diese Informationen hat, ist unklar. Der Sprecher des Kardinals erklärte, daß niemand ernsthaft behaupten könne, daß sich der Kardinal beim Papst beklagen wollte, denn „der Herr Erzbischof läßt den Inhalt seiner Audienzen nie verlauten“.

Den Kirchenfürsten – der bei seiner Ernennung zum Erzbischof von Buenos Aires wegen seiner angeblich konservativen Linie selber in der Kritik stand – stören angeblich die Ernennungen für die Erzbischofssitze Rosario und Resistencia, welche Ende letzten Jahres bekanntgegeben wurden.

Die Hafenstadt Rosario befindet sich im Osten des Landes. Resistencia liegt im Norden. Die beiden wichtigen Städte sind knapp 700 Kilometer voneinander entfernt.

Der Erzbischof von Resistencia, Mons. Fabriciano Sigampa (69), wurde am 17. November ernannt, jener von Rosario, Mons. José Luis Mollaghan (59), am 22. Dezember. Offenbar standen beide nicht auf den vom Apostolischen Nuntius eingereichten Dreierlisten.

Üblicherweise sendet der Nuntius eines Landes in enger Absprache mit der Bischofskonferenz – vor allem mit deren Präsidenten – die Namen dreier möglicher Kandidaten für vakante Bischofsstühle nach Rom.

Die Zeitung ‘Clarin’ bezeichnet die Dezember-Ernennung des „konservativen“ Mons. Mollaghan für Rosario als „schlimmsten Fall“. Die meisten argentinischen Bischöfe hätten sich gewünscht, daß der gegenwärtige Vizepräsident der Bischofskonferenz den Posten bekommen hätte.

Auch der im November ernannte Erzbischof von Resistencia sei „sehr konservativ“, meinte die Zeitung ‘Clarin’.

Die einzige Ernennung, die dem Wunsch der Bischofskonferenz entsprochen haben soll, sei der Ende Dezember ernannte Bischof von Gualeuguaychú, Mons. Jorge Eduardo Lozano (50). Gualeuguaychú befindet sich knapp 200 Kilometer nördlich von Buenos Aires.

In Argentinien ist gegenwärtig noch der Bischofssitz in Santiago del Estero im Norden Argentiniens vakant. Der 64jährige Bischof mußte im August wegen eines Homo-Skandals zurücktreten.

Im Laufe dieses Jahres werden weitere sechs Bischofsstühle frei.
      
5 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#5   Tomasino   19:50:17 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@Brigitte Bussmann Ernennung von Bischöfen
Sie sollten mal lesen was selbst der evgl. Prof.G. Rohrmoser in seinem Kurzkommentar vom 6.2.2002 über moderne Theologen schreibt. Anlass ist die Karikatur des Mohammed und die entstandene Unruhe.
Aber, man kann sagen, Islam eine warlich starke Religion. Manche katholischen Bischöfe sind nicht stark, aber modern.
Lesen auf www.utinam.de
Redaktion benachrichtigen
#4   ultimo   18:37:37 | Mittwoch, 8. Februar 2006
@Bussmann
Der moderne Klerus betont das Menschentum Christi und vergisst dabei dass wir an Christus glauben weil er Gott ist. Dasselbe gilt für die „Anpassung“: angepasste Lehren können den Menschen nicht retten, weil sie durch die Anpassung das Göttliche, das Unveränderliche aufgegeben haben. Wann sehen das die Progressisten endlich ein?
Redaktion benachrichtigen
#3   Benedikt   16:38:03 | Mittwoch, 8. Februar 2006
@ Bussmann
Ach wissen Sie…wer mit der Zeit geht, der GEHT mit der Zeit. Erzählen Sie uns doch mal von den „Erfolgen“ der ganzen Mit-der-Zeit-Geher. Es ist ja ganz gut, wenn jemand sich auf eine neue Zeit einstellt, aber warum er sein Programm der neuen Zeit ANPASSEN soll, das ist wirklich nicht ersichtlich. Und dort, wo es getan wurde herrscht inzwischen die Leere. Man hat es nun lang genug versucht, offensichtlich bringt es nichts. Warum also nicht mal etwas anderes versuchen?
Redaktion benachrichtigen
#2   Inderwld   10:09:09 | Mittwoch, 8. Februar 2006
Bischofsernennung
Der Papst muss vor allem Bischöfe ernennen, die in der Tradition der Kirche stehen und sich für die unverfälschte katholische Lehre einsetzen. Auch wäre es gut, wenn manche Bischofsernennungen nicht so lange auf sich warten ließen. Gerade in Deutschland, wo man doch glauben müsste, er hätte dort einen besseren Überblick.
Redaktion benachrichtigen
#1   Brigitte Bussmann   09:02:42 | Mittwoch, 8. Februar 2006
Ernennung von Bischöfen
wann beginnt endlich Papst Benedikt damit im 3. Jahrtausend zu leben.
Die Kirche braucht Bischöfe, die nicht nach dem Gestern orientiert sind, sondern nach dem Heute und Morgen.
Nur so hat Kirche Zukunft und geht nicht am Menschen vorbei.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Ernennungen„Ein weiteres winziges Licht“ ErnennungenDer neue Nuntius in Österreich ist ein Libanese ErnennungenWunschkandidat ErnennungenDer Privatsekretär von Johannes Paul II. ist neuer Erzbischof von Krakau ErnennungenWer wird auf dem Bischofssitz von Linz Platz nehmen? ErnennungenDas Ländle hat einen neuen Bischof ErnennungenEin neuer Mitarbeiter bei der Glaubenskongregation ErnennungenDer Bischof von Linz im vorzeitigen Ruhestand ErnennungenAuf der Suche nach einem Menschenfischer ErnennungenDer richtige Hirte: Magdeburg hat einen neuen Bischof ErnennungenDer Rücktritt von Jean-Marie Kardinal Lustiger ist angenommen ErnennungenBischofskonferenz: „Der Bock gehört nicht zu uns“ ErnennungenSteile Karriere ErnennungenProgressiver Prälat wird neuer Präsident der Chilenischen Bischofskonferenz ErnennungenNeues Gerücht: Pastoralamtsleiter als neuer Diözesanbischof?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net