09:38:59 | Dienstag, 7. Februar 2006
Der Heilige Vater besetzte kürzlich vier argentinische Bischofsstühle. Doch die sakristei- progressistische Bischofskonferenz des Landes soll angeblich nur eine einzige befürworten.
(kreuz.net, Buenos Aires) In Argentinien sorgen die jüngsten Bischofsernennungen – wenigstens in einigen
Presseorganen – für Unruhe. Die auflagenstärkste argentinische Tageszeitung ‘Clarin’ widmete den Ernennungen
der letzten Monate mehrere Berichte. Allein am letzten Samstag erschienen drei Artikel.
Die Informationen
erhielt das Blatt offensichtlich aus kirchlichen Kreisen, die mit den Neuernennungen unzufrieden sind.
Grund für die geballte Aufmerksamkeit ist die jüngste Bischofsernennung vom letzten Freitag. Benedikt
XVI. ernannte den laut ‘Clarin’ „konservativen“ bisherigen jungen Weihbischof von Mercedes-Luján, Mons.
Oscar Domingo Sarlinga (42), zum Bischof von Zárate-Campana.
Die beiden Städte Zárate und Campana
befinden sich rund 50 Kilometer nordwestlich der argentinischen Haupstadt Buenos Aires.
Der ‘Clarin’
will wissen, daß Mons. Sarlinga ernannt wurde, während der Vorsitzende der argentinischen Bischofskonferenz,
Jorge Mario Kardinal Bergoglio (69), in Rom Bedenken wegen zweier vorausgehender Bischofsernennungen äußern
wollte. Doch der Kardinal soll bis jetzt beim Papst keine Audienz erhalten haben.
Woher ‘Clarin’ diese
Informationen hat, ist unklar. Der Sprecher des Kardinals erklärte, daß niemand ernsthaft behaupten
könne, daß sich der Kardinal beim Papst beklagen wollte, denn „der Herr Erzbischof läßt den Inhalt
seiner Audienzen nie verlauten“.
Den Kirchenfürsten – der bei seiner Ernennung zum Erzbischof von Buenos
Aires wegen seiner angeblich konservativen Linie selber in der Kritik stand – stören angeblich die Ernennungen
für die Erzbischofssitze Rosario und Resistencia, welche Ende letzten Jahres bekanntgegeben wurden.
Die Hafenstadt Rosario befindet sich im Osten des Landes. Resistencia liegt im Norden. Die beiden wichtigen
Städte sind knapp 700 Kilometer voneinander entfernt.
Der Erzbischof von Resistencia, Mons. Fabriciano
Sigampa (69), wurde am 17. November ernannt, jener von Rosario, Mons. José Luis Mollaghan (59), am 22.
Dezember. Offenbar standen beide nicht auf den vom Apostolischen Nuntius eingereichten Dreierlisten.
Üblicherweise sendet der Nuntius eines Landes in enger Absprache mit der Bischofskonferenz – vor allem
mit deren Präsidenten – die Namen dreier möglicher Kandidaten für vakante Bischofsstühle nach Rom.
Die Zeitung ‘Clarin’ bezeichnet die Dezember-Ernennung des „konservativen“ Mons. Mollaghan für Rosario
als „schlimmsten Fall“. Die meisten argentinischen Bischöfe hätten sich gewünscht, daß der gegenwärtige
Vizepräsident der Bischofskonferenz den Posten bekommen hätte.
Auch der im November ernannte Erzbischof
von Resistencia sei „sehr konservativ“, meinte die Zeitung ‘Clarin’.
Die einzige Ernennung, die dem Wunsch
der Bischofskonferenz entsprochen haben soll, sei der Ende Dezember ernannte Bischof von Gualeuguaychú,
Mons. Jorge Eduardo Lozano (50). Gualeuguaychú befindet sich knapp 200 Kilometer nördlich von Buenos
Aires.
In Argentinien ist gegenwärtig noch der Bischofssitz in Santiago del Estero im Norden Argentiniens
vakant. Der 64jährige Bischof mußte im August wegen
eines Homo-Skandals zurücktreten.
Im Laufe dieses
Jahres werden weitere sechs Bischofsstühle frei.
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#5
Tomasino 19:50:17 | Donnerstag, 9. Februar 2006
#4
ultimo 18:37:37 | Mittwoch, 8. Februar 2006
#3
Benedikt 16:38:03 | Mittwoch, 8. Februar 2006
#2
Inderwld 10:09:09 | Mittwoch, 8. Februar 2006
#1
Brigitte Bussmann 09:02:42 | Mittwoch, 8. Februar 2006