Von wem wird die Meinungsfreiheit bedroht?
Eine Betrachtung über das sogenannte Bilderverbot im Islam und das islamische Verbot Menschen und Religionen zu beleidigen. Von Walter-Abd al Karim Bornholdt.
(kreuz.net) Seit Tagen diskutieren und protestieren Muslime weltweit gegen eine üble Provokation die
sich ein kleines rechtsgerichtetes Blättchen aus Dänemark hat einfallen lassen.Vier Monate lang drohten die Proteste im Sande zu verlaufen. Dann legte der dänische Ministerpräsident nach und bezeichnete anständige Dänen, die diese und ähnliche Machenschaften verurteilten, als „Landesverräter“. Damit wurden die Bildchen zum Selbstläufer.
Französische und deutsche Gazetten veröffentlichten die Karikaturen ebenfalls, weil sie hohe europäische Werte wie Meinungs-, Presse- und künstlerische Freiheiten bedroht sahen. Frage: Von wem?
Damit kam eine Lawine in Bewegung, mit dem die aufgeklärte und selbstgerechte westliche Welt nicht gerechnet hatte.
Muslime sahen sich und das, was ihnen höchste Ehrfurcht abverlangt, mit Recht beschmutzt. Nicht wenige nahmen die Karikaturen persönlich.
Warum diese Aufruhr, der in den letzten Tagen vermehrt auch in Gewalt umschlug?
Im Islam gibt es – trotz gegenteiliger Behauptungen – kein grundsätzliches Bilderverbot. Es ist aber untersagt, Gott und den Propheten Muhammad bildlich darzustellen.
Im Gegensatz zur christlichen Ikonographie gibt es bei uns keine Vorstellungen von Gott als älteren Herren im Rauschebart. Es gibt auch keine religiöse Kunst mit Abbildungen und Statuen, wie sie im Christentum üblich ist.
Der Grund ist einfach. Es soll eine Ablenkung während des Gebetes verhindert werden. Außerdem ist man bestrebt, die menschliche Versuchung, sich Bildnisse von Gott zu fertigen, von Anfang an zu unterbinden.
Ich erinnere an das Gebot Gottes an Moses: Du sollst dir kein Bildnis von mir machen. Das ist auch der Grund, warum in der Gebetsrichtung – zum Beispiel in einer Moschee – keine Bilder von Lebewesen welcher Art auch immer sichtbar sein dürfen.
Wenn dieses Gebot von Nichtmuslimen nicht beachtet wird, ist das kein Problem. Aber wenn der Prophet des Islam, der für uns in einer gleichwertigen Linie mit Abraham, Moses und Jesus steht – um nur wenige zu nennen – von jemandem als wüster Kerl und Terrorist dargestellt wird, dann ist das einem Moslem nicht egal.
Würde jemand seinen Vater so dargestellt sehen wollen? Was würden Christen machen – sofern sie nicht verweltlicht oder liberal sind – wenn Jesus Christus in ähnlicher Weise karikiert würde?
Was geschähe wenn man jüdisches Leben und jüdische Menschen ebenso feindlich darstellen würde? Es würde sofort juristisch geahndet.
Muslime sollen verzeihen und tolerant sein, meinten der UNO-Generalsekretär Kofi Annan oder der Generalsekretär für die ‘Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik’ Javier Solana.
Doch wenn solche Karikaturen die Pressefreiheit und andere westliche Freiheiten und Errungenschaften charakterisieren – dann möchten wir uns für diese Lehrstunde der Demokratie bedanken. Da muß ich 1989 beim Fall der Berliner Mauer etwas falsch verstanden haben.
Uns Muslimen ist es durch Gottes- und Prophetenwort verboten, andere Religionen und deren Propheten verächtlich zu machen oder deren Anhänger zu beleidigen.
Deswegen gibt es im Islam auch keine Rechtfertigung für die fehlende Religionsfreiheit oder für eine ungerechte Behandlung von Nichtmuslimen in einigen islamisch dominierten Ländern.
Möge Gott in die Herzen der Menschen schnell wieder Vernunft und Frieden einziehen lassen. Es gibt auf dieser Welt wichtigere Dinge zu tun, als Moslems zu beleidigen.
Walter-Abd al Karim Bornholdt ist Beiratsmitglied der Deutschen Muslim-Liga.
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Donnerstag, 9. Februar 2006 11:19
GerdEric: Meinungsfreiheit usw
Mir scheint nicht,
dass das „Christentum“ aus der derzeitigen Situation lernt,
denn bei allem,
was sie als so bedrohlich ansehen,
erkennen sie nicht,
dass sie selbst es anderen in Vergangeheit zufügten…
Und ich höre weniger,
dass man gemeinsam Erkenntnisse suchen und finden will,
denn es ist „einfacher“,
dieses Problem „anders“ zu lösen,
weshalb ja auch von der „christlich“-abendländischen Kultur geredet wird,
was eben auch Nichtchristen hinein reissen soll,
wobei der Karikaturen-Fall weniger ein religiöses Element der Verursacher ist
(dass „Jyllands-Posten“ von „christlichen“ Karikaturen absah,
zeigt nur deren verlogenen Einstellung),
eher ein geschäftliches,
ihrem Dienste ihres Götzen Mammon.
Es geht den Hetzern um weltliche Auseinandersetzung,
nicht um religiöse Überzeugung.
dass das „Christentum“ aus der derzeitigen Situation lernt,
denn bei allem,
was sie als so bedrohlich ansehen,
erkennen sie nicht,
dass sie selbst es anderen in Vergangeheit zufügten…
Und ich höre weniger,
dass man gemeinsam Erkenntnisse suchen und finden will,
denn es ist „einfacher“,
dieses Problem „anders“ zu lösen,
weshalb ja auch von der „christlich“-abendländischen Kultur geredet wird,
was eben auch Nichtchristen hinein reissen soll,
wobei der Karikaturen-Fall weniger ein religiöses Element der Verursacher ist
(dass „Jyllands-Posten“ von „christlichen“ Karikaturen absah,
zeigt nur deren verlogenen Einstellung),
eher ein geschäftliches,
ihrem Dienste ihres Götzen Mammon.
Es geht den Hetzern um weltliche Auseinandersetzung,
nicht um religiöse Überzeugung.
Mittwoch, 8. Februar 2006 23:06
Jean: @ demon
Naja, offenbar greifen Sie ganz gern in die untere Schublade, wenn Ihnen wieder kein rechtes Argument einfällt. Aber was soll’s – bevor Sie’s zu sehr wurmt…
Mittwoch, 8. Februar 2006 20:26
Y.Khosrovian: Elendster Sünder
Grüß Gott
Warum Ihr Freund nicht von Unterdruckung und Abwürdigung von Christen im Persien(Iran) erzählen konnte, hängt von vielen Faktoren. Die Christen im Iran tolerieren jeder Art der Unterdruckung und Beleidigung, weil sie von Außen keine Unterstützung bekommen. Wenn die Christen im Iran oder in einem anderen islamischen Land sicher wären, dass sie von allen Christen, unabhängig von ihrer Kirche, unterstützt werden, würden sie Mut dazu bekommen, sich gegen solche Beleidigung, welche um gesamtes Christentum geht, offen wehren. Die Muslime, bei solchen Fällen, unabhängig von ihrer Vielfalt (Sunniten, Schiiten, Wahabis usw.) alle gemeinsam dagegen protestieren. Aber wenn im Iran z.B. die Armenier als Apostolischen Kirchenzugehörige von den Muslimen beleidigt (was beleidigt wird, ist immer der Glaube) würden, werden weder von katholischen noch von anderen Kirchen unterstützt. Das ist unser heutiges große Problem. Durch ständige Tolerieren gewöhnen sich viele Gläubiger psychisch daran, so dass „man es alles nicht so schlimm annehmen müsse“. Wenn sie alleine sich gegen einen Staat wie Iran stellen, werden sie am Ort und Stelle als Contrarevolutionär, als Gegner des Islam auf der Strasse erschossen. Wie die Regierung mit den Protestanten, wie Priester Haik Hovsepian, Mikaelian, Mehdi Dibadj, Hussein Sudmand und viele anderen gemacht hat. Sie wurden hingerichtet, erschossen, erstochen, oder jahrelang sitzen in Gefängnisse.
mfG
Y. Khosrovian
Warum Ihr Freund nicht von Unterdruckung und Abwürdigung von Christen im Persien(Iran) erzählen konnte, hängt von vielen Faktoren. Die Christen im Iran tolerieren jeder Art der Unterdruckung und Beleidigung, weil sie von Außen keine Unterstützung bekommen. Wenn die Christen im Iran oder in einem anderen islamischen Land sicher wären, dass sie von allen Christen, unabhängig von ihrer Kirche, unterstützt werden, würden sie Mut dazu bekommen, sich gegen solche Beleidigung, welche um gesamtes Christentum geht, offen wehren. Die Muslime, bei solchen Fällen, unabhängig von ihrer Vielfalt (Sunniten, Schiiten, Wahabis usw.) alle gemeinsam dagegen protestieren. Aber wenn im Iran z.B. die Armenier als Apostolischen Kirchenzugehörige von den Muslimen beleidigt (was beleidigt wird, ist immer der Glaube) würden, werden weder von katholischen noch von anderen Kirchen unterstützt. Das ist unser heutiges große Problem. Durch ständige Tolerieren gewöhnen sich viele Gläubiger psychisch daran, so dass „man es alles nicht so schlimm annehmen müsse“. Wenn sie alleine sich gegen einen Staat wie Iran stellen, werden sie am Ort und Stelle als Contrarevolutionär, als Gegner des Islam auf der Strasse erschossen. Wie die Regierung mit den Protestanten, wie Priester Haik Hovsepian, Mikaelian, Mehdi Dibadj, Hussein Sudmand und viele anderen gemacht hat. Sie wurden hingerichtet, erschossen, erstochen, oder jahrelang sitzen in Gefängnisse.
mfG
Y. Khosrovian
Mittwoch, 8. Februar 2006 19:41
DemonDeLuxe †: @Jean
„Klar, und was sind bei der Verhältnis-/Wertbestimmung die Erkenntnisquellen von Gesetzgebung und -sprechung?
Kommen Sie jetzt bloß nicht wieder mit der Konsenskiste.“
Die „Erkenntnisquellen“? Nun, jedenfalls definitiv nicht die Religionen selbst – das hieße ja, den Bock zum Gärtner zu machen. Ansonsten ein Sammelsurium an allem, was in das rechtsstaatliche Denken so Eingang gefunden hat, in erster Linie Gedankengut der Aufklärung. „Christliches“ nur insofern, als es mit aufklärischen Ansichten harmoniert (davon gibt’s ja durchaus ‘was, auch, wenn man das beim Lesen von kreuz.net oft nicht glauben möchte).
„Endlich kapiert?“
Ja, ich habe „kapiert“, dass Ihnen keine Ausrede zu peinlich ist, um sich vor einem „ach so, das hatte ich falsch aufgefasst“ zu drücken. Lassen wir’s, Jean, ich kann Ihre Tour eh’ nicht leiden – Sie sagen höchst selten etwas Bedenkenswertes, erst recht nichts Eigenes, und Ihr Primärtrieb ist nicht der Diskurs, sondern der bockige Widerspruch. Es gibt hier viele interessantere Gesprächspartner als Sie Neunmalschlau und Erbsenzähler.
Dixi.
Die „Erkenntnisquellen“? Nun, jedenfalls definitiv nicht die Religionen selbst – das hieße ja, den Bock zum Gärtner zu machen. Ansonsten ein Sammelsurium an allem, was in das rechtsstaatliche Denken so Eingang gefunden hat, in erster Linie Gedankengut der Aufklärung. „Christliches“ nur insofern, als es mit aufklärischen Ansichten harmoniert (davon gibt’s ja durchaus ‘was, auch, wenn man das beim Lesen von kreuz.net oft nicht glauben möchte).
„Endlich kapiert?“
Ja, ich habe „kapiert“, dass Ihnen keine Ausrede zu peinlich ist, um sich vor einem „ach so, das hatte ich falsch aufgefasst“ zu drücken. Lassen wir’s, Jean, ich kann Ihre Tour eh’ nicht leiden – Sie sagen höchst selten etwas Bedenkenswertes, erst recht nichts Eigenes, und Ihr Primärtrieb ist nicht der Diskurs, sondern der bockige Widerspruch. Es gibt hier viele interessantere Gesprächspartner als Sie Neunmalschlau und Erbsenzähler.
Dixi.
Mittwoch, 8. Februar 2006 19:10
Jean: @ demon
„Der ‘gewisse Grad’ findet sich in den Schranken durch andere Rechtsgüter; dies zu bestimmen, ist Sache
von Gesetzgebung und -sprechung.“
Klar, und was sind bei der Verhältnis-/Wertbestimmung die Erkenntnisquellen von Gesetzgebung und -sprechung? Kommen Sie jetzt bloß nicht wieder mit der Konsenskiste.
„Ich nannte ausdrücklich ‘muslimische Sakralbauten’. Die Hagia Sophia wurde nicht von Muslimen erbaut“
Nun seien Sie halt nicht so begriffsstutzig! Wenn Sie genuin moslemische Sakralbauten meinen, dann sagen Sie es halt auch so. Ansonsten zählen zu moslemischen Sakralbauten alle Gebäude, die dem islamischen Kult dienen. Endlich kapiert?
Klar, und was sind bei der Verhältnis-/Wertbestimmung die Erkenntnisquellen von Gesetzgebung und -sprechung? Kommen Sie jetzt bloß nicht wieder mit der Konsenskiste.
„Ich nannte ausdrücklich ‘muslimische Sakralbauten’. Die Hagia Sophia wurde nicht von Muslimen erbaut“
Nun seien Sie halt nicht so begriffsstutzig! Wenn Sie genuin moslemische Sakralbauten meinen, dann sagen Sie es halt auch so. Ansonsten zählen zu moslemischen Sakralbauten alle Gebäude, die dem islamischen Kult dienen. Endlich kapiert?
Mittwoch, 8. Februar 2006 17:25
DemonDeLuxe †: @Jean
„Weiß ich nicht allein. Allein, Sie wissen es nicht.“
Sie haben den Sinn von „Kommunikation“ noch zu lernen, scheint’s :O)
„Bis zu einem – von Ihnen? – bestimmten Grad? Heiße Luft.“
Unterlassen Sie es, mir Worte in den Mund zu legen, wenn Ihnen nichts Vernünftiges einfällt. Der „gewisse Grad“ findet sich in den Schranken durch andere Rechtsgüter; dies zu bestimmen, ist Sache von Gesetzgebung und -sprechung.
„Seit wann gehen Sie denn so hart mit gewollter Provokation ins Gericht?“
Immer dann, wenn Provokation Selbstzweck ist und keinen sonstigen hat (außer Eigenmarketing).
„Demnach ist nach Ihrer eigenen Meinung vieles „daneben“, was Sie so von sich geben.“
Sie üben sich weiter in Unterstellungen – hier, indem Sie „Provokation“ als mein Motiv annehmen. Wie wäre es, Sie würden weniger spekulieren und mehr zur Sache reden?
Zur Hagia Sophia: Wie kommt man eigentlich dazu, die wahrscheinlich untypischste und vor allem nicht von Muslimen erbaute Moschee als glanzvolles Gegenbeispiel für eine religiöse Regel anzuführen? Ich nannte ausdrücklich „muslimische Sakralbauten“. Die Hagia Sophia wurde nicht von Muslimen erbaut – Thema verfehlt bzw. erledigt.
Sie haben den Sinn von „Kommunikation“ noch zu lernen, scheint’s :O)
„Bis zu einem – von Ihnen? – bestimmten Grad? Heiße Luft.“
Unterlassen Sie es, mir Worte in den Mund zu legen, wenn Ihnen nichts Vernünftiges einfällt. Der „gewisse Grad“ findet sich in den Schranken durch andere Rechtsgüter; dies zu bestimmen, ist Sache von Gesetzgebung und -sprechung.
„Seit wann gehen Sie denn so hart mit gewollter Provokation ins Gericht?“
Immer dann, wenn Provokation Selbstzweck ist und keinen sonstigen hat (außer Eigenmarketing).
„Demnach ist nach Ihrer eigenen Meinung vieles „daneben“, was Sie so von sich geben.“
Sie üben sich weiter in Unterstellungen – hier, indem Sie „Provokation“ als mein Motiv annehmen. Wie wäre es, Sie würden weniger spekulieren und mehr zur Sache reden?
Zur Hagia Sophia: Wie kommt man eigentlich dazu, die wahrscheinlich untypischste und vor allem nicht von Muslimen erbaute Moschee als glanzvolles Gegenbeispiel für eine religiöse Regel anzuführen? Ich nannte ausdrücklich „muslimische Sakralbauten“. Die Hagia Sophia wurde nicht von Muslimen erbaut – Thema verfehlt bzw. erledigt.
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