Okkultismus
Satanistenmorde in Mailand
Während in der Kirche Themen wie Teufel oder Hölle verdrängt und tabuisiert werden, feiert der Satanismus Urstände. Von Michael Engler.
(kreuz.net, Mailand) In der Nähe von Mailand wurde Ende Januar eine Bande von Satanisten wegen dreier Morde verurteilt.

Mailand ist die wichtigste Stadt in Norditalien und Hauptstadt der wirtschaftlich sehr bedeutenden Region Lombardei.

Die Bande nannte sich „Bestien Satans“. Wie Bestien benahmen sich die Mitglieder auch. Sie nahmen Drogen, zelebrierten Blutriten, hörten harte Musik. Und sie töteten.

Nun wurden fünf Sektenmitglieder wegen dreifachen Mordes verurteilt.

Bei den Tätern handelt es sich um einen Klempner, einen Angestellten der Mailänder Untergrundbahn, einen Fabrikarbeiter, einen Hobbymusiker und eine Studentin. Sie sind zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt.

Bei der Verlesung des Urteils waren die Fünf in Käfige gesperrt, eine Vorkehrung, die in Italien meist nur bei Mafiaprozessen getroffen wird.

Die Täter zeigten keine Reue. Wie schon seit Beginn des Verfahrens vor zwei Jahren trugen sie ein höhnisches Lächeln auf ihren Gesichtern.

Der 29jährige Bandenchef und materielle Mörder erhielt zwei lebenslange Haftstrafen. Die restlichen vier Sektenmitglieder müssen zwischen 24 und 26 Jahre hinter Gitter. Eine harte aber angemessene Strafe, findet die Italienische Presse unisono.

Der Fall sorgte in den letzten Jahren für Entsetzen und Schlagzeilen.

Die Ermittlungen begannen, als die Polizei im Januar 2004 in einem verlassenen Landhaus die Leiche von Mariangela Pezzotta (27) fand. Frau Pezzotta wurde mit einem Schuß in den Mund ermordet. Die Leiche wurde mit Schaufelschlägen geschändet. Frau Pezzotta war ein Mitglied der Bande.

Die Polizei nahm darauf einen jungen Mann fest. Ein paar Monate später packte er aus und verriet die Namen der restlichen Bandenmitglieder. Darauf wurden die Fotos der Tatverdächtigen in den Medien publiziert. Der Vater von Fabio Tollis erkannte in den Gesichtern Freunde seines Sohnes, der vor sechs Jahren spurlos verschwunden war.

Kurz darauf führte der Kronzeuge die Polizei in einen Wald. Dort fand die Polizei in einem drei Meter tiefen Grab die Leiche von Fabio und seiner Freundin, Chiara Marino. Der Bursche war zur Zeit der Tat erst 16, das Mädchen 19 Jahre alt.

Die Bestien hatten Fabio offenbar für eine Art „Christus oder Engel“ und Chiara für eine „Muttergottes“ gehalten. Auch die Mordopfer hatten Kontakt zur Bande gehabt.

Die Details ihrer brutalen Ermordung, wie sie der Kronzeuge im Gerichtssaal schilderte, erschütterten die Anwesenden.

Bevor der 29jährige Bandenchef im weißen Pullover am letzten Januartag „für immer“ weggesperrt wurde – wie der Richter sich im Urteil ausdrückte – fügte er noch an, daß er niemanden um Vergebung zu bitten habe.

Er erinnere sich nicht mehr an die Ereignisse des Tages, als Fabio Tollis und Chiara Marino starben. Ein Alibi habe er auch keines. Und ja: „Die Beweise gegen mich sind erdrückend.“ Dann wurde er – an den Eltern seiner Opfer vorbei – abgeführt.

Eine Studie schätzt die Zahl der satanischen Sekten in Italien auf 500. Es soll im Land ungefähr 3000 sogenannte Satanisten geben. Ein Vertreter der Katholischen Kirche erklärte, daß es in Italien alljährlich eine halbe Million Anfragen für Teufelsaustreibungen gebe.
      
16 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#16   Jean   11:46:02 | Freitag, 10. Februar 2006
@ anarchodingsbums
Verschreit mich als „ja“ Sager und Kopfnicker ohne eigene Meinung!
Dem Wunsch kann entsprochen werden.
Redaktion benachrichtigen
#15   Anarchopazifist   21:47:15 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Verschreit mich als „ja“ Sager und Kopfnicker ohne eigene Meinung!
Ganze zwölf Zeilen für eine Temperamentswallung…
Und trozdem hat er es richtig erkannt…
Redaktion benachrichtigen
#14   Jean   15:02:46 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@ demon
Ganze zwölf Zeilen für eine Temperamentswallung. Wahrlich fundiert gekontert!
Redaktion benachrichtigen
#13   DemonDeLuxe †   14:42:30 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@Jean
Sagen Sie ‘mal, merken Sie eigentlich gar nicht, dass Sie mit schöner Regelmäßigkeit viel erzählen und inhaltlich nichts sagen? Aber auch so richtig GAR nichts, das aber durchsetzt von wichtig klingenden Wörtern?
Ihr Posting von eben ist nichts als ein verquastes „Das kann man auch anders sehen!„ohne jede inhaltliche Begründung; Sie scheinen ja über so etwas Nebensächlichem wie einem „Argument“ zu stehen. Ihr Metier ist die nebulöse Andeutung. Dahinter – nichts?
Wissen Sie, es gibt Leute, die sagen Intelligentes und Bedenkenswertes mit einfachen und manchmal sogar primitiven Worten.
Sie sind die exakte Antithese dazu.
Redaktion benachrichtigen
#12   Jean   14:33:25 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@ demon
„Natürlich MEINT der Rationalist, vernünftig zu handeln“. Rationalismus“ … „ist kein Patentrezept gegen Irrtümer“
Dito. Darum meint wohl auch ein Anhänger eines sog. rationalistischen Satanismus, seine Position rational vertreten zu können. Es lässt sich auch die Haltung der Irrationalität rational vertreten, wie sich auch Skeptizismus begründet diskutieren lässt; ob Irrationalität sich aber als vernunftgemäß verkaufen lässt, ist eine andere Sache.
Eine „gesellschaftlich unverträgliche“ Denkart werten Sie als „höchst irrational“ – was sie aber nicht ist, wenn sie rational vorgeht. Allerdings ist sie unvernünftig – eben aufgrund des kategorischen Imperativs und der ihm zugrundeliegenden ontologischen Voraussetzungen.
Ihre begrifflichen Mengenlehre-Spielchen von vorhin helfen da nicht.
Redaktion benachrichtigen
#11   DemonDeLuxe †   13:48:55 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@Jean
Sie würden besser dastehen, wenn Sie Ihre geistreich wirken wollenden und es so wenig seienden Kommentare ‘mal mit Inhalt unterfüttern würden, statt nur kurz dazwischenzuquaken.
Natürlich MEINT der Rationalist, vernünftig zu handeln. Die „absolute Vernunft“ dürfte allerdings ein unerreichbares (und vielleicht gar nicht immer wünschenswertes) Ideal sein. So wenig, wie irgendwer die „einzige, absolute Wahrheit“ kennt, ist jemand im Alleinbesitz dessen, was die „einzig richtige Vernunft“ ist – die Welt ist zu komplex, die Kausalzusammenhänge zu vertrackt, als dass es zwingend nur EINE Vernunft geben müsste, und genauso kann auch der Rationalist IRRIG meinen, vernünftig zu handeln, während er es, von einem objektiveren Standpunkt aus, nicht tut. Rationalismus ist kein Patentrezept gegen Irrtümer – das Unfehlbarkeitsdogma ist keine rationalistische Erfindung.
Das Reklamieren alleinseligmachender Wahrheiten mag in diesem Forum ja ganz normal sein – zu meinem Repertoire gehört es nicht, weswegen ich auch den Anspruch meiner eigenen Prinzipien nicht verabsolutiere. Bitte sehen Sie mir diesen Mangel an Gesinnungschauvinismus, der hier ja als très chic zu gelten scheint, nach.
Redaktion benachrichtigen
#10   Jean   13:17:56 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@ demon
„Rationalist handelt rational“
Geht’s noch dümmer, Oberprimaner?
ach halt: „(oder meint es zumindest)“
Da hat er ja doch noch was gemerkt und ungeschickt unterzuwurschteln versucht. Schlechte Arbeit. Das gab’s von Ihnen schon mal schlauer.
Redaktion benachrichtigen
#9   DemonDeLuxe †   13:11:19 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@Jean
*grins*
Herr Oberlehrer, jeder Rationalist handelt rational (oder meint es zumindest), während nicht jeder rational denkende Mensch Rationalist ist. Die von Ihnen bequengelte „Vermengung der Ebenen“ ist in dieser Richtung zulässig, nur umgekehrt nicht. Das kommt davon, wenn man mit lexikalischer Bildung protzen will, aber die inneren Zusammenhänge nicht verstanden hat und deswegen andere verschlimmbessert (oder es versucht).
@Kraut
Die Aufforderung an Jean ist unnötig; er hat ja gar nicht mit Ihnen gesprochen. Aber wissen Sie, das nette Histörchen mit den bezahlten Forenbeiträgen habe ich vor Jahren woanders schon ‘mal über mich gehört, von so einem ältlichen Versicherungsvertreter, der bekennender DVU-Wähler war (später wurde das dahingehend konkretisiert, dass ich im Dienste des VS stünde – bei Ihnen wäre ich aber wohl wahlweise von Rom oder vom IBKA gesponsert). Na, da wissen Sie ja, mit wem Sie sich mit derlei Hirnverdrehungen auf eine Stufe stellen ;O)
Redaktion benachrichtigen
#8   Kraut   12:49:31 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@Jean…
Meine Empfehlung: Lassen Sie gewisse geistige (und vor allem Ungebildete…) Dreckschleudern hier im Forum einfach links liegen.
Die Zeit und Energie, die aufgebracht werden muß, um sich mit solchen Subjekten auseinanderzusetzen (was von vornherein s i n n l o s ist ), ist besser angelegt, wenn man ein Gebet spricht oder gute Literatur zur Hand nimmt.
Man kann davon ausgehen, daß solche Schreiberlinge gut bezahlt werden; je mehr Mist sie in das Forum drücken, desto mehr Euros auf das Konto.
Redaktion benachrichtigen
#7   Jean   12:19:34 | Donnerstag, 9. Februar 2006
demon im spiegelkabinett
„Rationalistisch“ heißt nicht „rational“. Sie bringen wieder die Ebenen durcheinander, als deren Scheider Sie sich gerne aufspielen.
Und Ihre platte Identifiaktion von Ratio und Sittlichkeit ist so naiv wie fatal.
Redaktion benachrichtigen
#6   DemonDeLuxe †   12:03:40 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Ach Jean…
Wie eigentlich immer liegen Sie wortreich daneben.
Ich habe kein Interesse an einer Apologetik des Satanismus, weil ich diese Philosophie als unsympathisch und gesellschaftlich unverträglich (und damit, entgegen Ihrer mir nicht nachvollziehbaren Zueignung „rational“, höchst irrational ist, nämlich die Antithese des kategorischen Imperativs) empfinde. Wie so oft, spekulieren Sie hier ohne jede Basis munter drauflos – Sie schwatzen.
Das einzig Richtige an Ihrer Einlassung ist, dass Satanismus mit Atheismus theoretisch kompatibel ist – na, was eine Erkenntnis, herzlichen Glückwunsch! Etwa so glorios wie die Einsicht, dass Theismus und Menschenopfer vereinbar sind. Der daraus zu ziehende Erkenntnisgewinn? Zero.
Wie Sie allerdings zusammenhangslos vom eigentlichen Thema „Satanismus“ auf „Atheismus“ kommen, das wissen wohl – wieder einmal – nur Sie alleine. Es scheint, Sie empfinden eine tiefe Satisfaktion bei der Absonderung thematisch irrelevanter Äußerungen.
Redaktion benachrichtigen
#5   Jean   11:24:32 | Donnerstag, 9. Februar 2006
demon’s willkür
Die scharfe Trennung eines „eigentlichen“ Satanismus von einem nur vulgär gleichnamigen (Teufelsanbetung) ist Begriffsjongliererei. Wohl, eine rationalistische Spielart von Satanismus ein bisschen aus der peinlichen Schmuddelecke herauszuhalten.
Fakt ist, dass das amorphe Phänomen „Satanismus“ in allen seinen Formen vom Christentum bzw. Theismus eine Gegenschablone darstellen will. Einmal steht halt die Person des Teufels im Mittelpunkt des Interesses, das andere Mal die vom Christentum als teuflisch qualifizierte Maxime „non serviam“ – und die geht ohne weiteres mit atheistischer Grundhaltung zusammen.
Da kann einer noch so lange versuchen, den Atheismus als positive, vom Theismus unabhängige Denk- und Lebensart zu profilieren. Das wird nie gelingen, schon durch die bloße lebensweltliche Tatsache, dass die meisten Menschen nicht atheistisch sind und ein ganz beträchtlicher Teil sogar theistisch ist. Somit kommt der Atheist aus seiner Absetzbewegung nicht heraus, was ihn natürlich kräftig wurmt. Das hat schon Günther Anders arg gewurmt.
Redaktion benachrichtigen
#4   Kraut   07:38:12 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Satan…der Widersacher. Menschenmörder …
…von Anbeginn. Ein sehr guter Vortrag (auf CD): – Michael stürzt Luzifer – Engel und Dämonen – zu beziehen beim Casseten-Apostolat Hörnle, Bergweg 3, D-88457, Kirchdorf. Da bleibt keine Frage offen.
Redaktion benachrichtigen
#3   DemonDeLuxe †   03:01:18 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Zwei Anmerkungen:
1. Die genannten Sekten sind keine „Satanisten“, sondern Teufelsanbeter – das ist ein wesentlicher Unterschied, denn Satanisten (in des Wortes eigentlicher Bedeutung) beten nicht etwa Satan an, sondern negieren in aller Regel die Existenz eines persönlichen Gottes und also auch seines Gegenspielers. Eigentlicher Satanismus ist ins Mystsiceh gesteigerte Egozentrik, der Glaube, man selbst sei „Göttlich“ und dazu berechtigt alles für das eigene Wohl Bekömmliche rücksichtslos zu tun.
2. Diese populistische Form des Okkultismus, die gemeinhin als „Satanismus“ begriffen wird, hat ihre Wurzeln nirgendwo anders als in der christlichen Weltanschauung. Es ist der CHRISTLICHE Teufel, dem da gehuldigt wird. Ohne die ausschweifenden Darstellungen und Beschreibungen der Kirche könnten diese „Sekten“ (es sind eher Grüppchen) gar nicht existieren – ihre Rituale sind wesentlich Verballhornungen katholischer Liturgie und das, was diese Pseudosatamisten da glauben, ist primär CHRISTLICHE Höllenlehre.
Da kann man wohl nur mit Goethes Zauberlehrling sagen:
„Die Geister, die ich rief,
die werd’ich nicht mehr los!“
Redaktion benachrichtigen
#2   Sirilo   23:38:26 | Mittwoch, 8. Februar 2006
Sprachliche Korrektur
Der Satanismus feiert nicht „Urstände“, sondern er feiert Urständ. Die Urständ (Singular!) ist ein altertümliches Wort für Auferstehung.
Redaktion benachrichtigen
#1   Yersinia   18:44:31 | Mittwoch, 8. Februar 2006
wer hat es wohl nötig
an einen „Satan“ zu glauben? – allerdings: das Unbewußte im Menschen ist eine undurchschaubare Sache; und auch die eigene Verantwortung für persönliche Taten bzw eine gesellschaftliche Verantwortung für soziale Dynamiken (Stichwort „Sündenbock“) kann man mit einer konstruierten externen Entität leicht von sich streifen; – nicht zuletzt: interessant ist insbesondere die Fasziantion, die „der Böse“ für religiöse Fundamentalisten ausübt; aber es ist ja eine gute Übung, an anderen, an Symbolen die eigenen verdrängten Seiten zu bekämpfen statt sich dieser eigenen dunklen Seiten zu stellen und sich mit ihnen zu versöhnen;
Redaktion benachrichtigen
Es wurde eine Lesermeinung von der Redaktion entfernt
Weiterlesen:
OkkultismusDer Teufel versteht sein Geschäft OkkultismusDer Teufel fürchtet die lateinische Sprache OkkultismusBischöfliche Filmempfehlung OkkultismusKann aus Hollywood etwas Vernünftiges kommen? OkkultismusMit dem Hexenbesen zur Universität
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net