Ernennungen
Ein neuer Weihbischof für Wien
„Dechant Scharl ist durchaus einer meiner Wunschkandidaten. Ich bin sehr dankbar, daß er es wird“, erklärte der Kardinalerzbischof von Wien zur Ernennung eines neuen Weihbischofs.
(kreuz.net, Wien) Der Wiener Dechant Franz Scharl ist von Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof für Wien ernannt worden. Die Ernennung wurde am Donnerstag mittag gleichzeitig im Vatikan und in Wien bekanntgegeben.

Mons. Scharl wird am Sonntag nach Ostern – dem Weißen Sonntag – im Wiener Stephansdom zum Bischof geweiht.

Kardinal Christoph Schönborn wird seinem neuen Weihbischof vor allem die sogenannte kategoriale Seelsorge – die Universitäts-, Kranken- und Gefangenenseelsorge – und die Seelsorge der fremdsprachigen Gemeinden anvertrauen.

Mons. Franz Scharl war bisher Pfarrer in der Gemeinde „Auferstehung Christi“ in Wien-Margareten und Dechant für den 4. und 5. Bezirk. Er wurde am 5. März 1958 als erstes von drei Kindern in Salzburg geboren.

1978 studierte er in Wien Philosophie und Völkerkunde und wollte danach den Lehrberuf ergreifen.

1982 begann er mit dem Theologiestudium. Vier Jahre später trat Scharl ins Wiener Priesterseminar ein. 1990 empfing er im Stephansdom die Heilige Weihe.

„Ich liebe die Weltkirche“, erklärte Dechant Franz Scharl laut einem Pressebericht der Erzdiözese Wien. Als Ethnologe sehe er die Kirche am liebsten „bunt“, mit all ihren Facetten.

Er lese gern, lausche gern schöner Musik und „feiere gern“ die Liturgie. Das sei seine zentrale Aufgabe: „Wenn die Gestaltung des Gottesdienstes gelingt, ist das eines der schönsten Dinge.“

Er liebe sein Amt, wenn er spüre, daß er im Einklang ist mit den Menschen, mit Gott und mit sich selber.

Anläßlich der Ernennung von Weihbischof Scharl erklärte Kardinal Schönborn, sich über die Ernennung zu freuen: „Franz Scharl steht für die Offenheit zur Weltkirche.“

Die Stadt Wien sei in den letzten Jahrzehnten wieder eine sehr vielfältige und bunte Stadt geworden. Franz Scharl habe dafür nicht nur von seinem Völkerkundestudium her eine große Sensibilität, sondern vor allem auch als praktischer Seelsorger.

Hw. Franz Scharl wurde von der österreichischen Tageszeitung ‘Presse’ bereits Ende November als möglicher Kandidat für das Amt eines Weihbischofs genannt. Gerüchte, daß Rom die zwei von Kardinal Schönborn in Rom eingereichten Namen – unter anderem Hw. Scharl – abgelehnt habe, sind mit der Ernennung ausgeräumt.
      
17 Lesermeinungen
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#17   sacerdos helveticus   12:07:39 | Freitag, 10. Februar 2006
Tägliche Messfeier
Dass es keine Vorschrift für einen Priester gibt, täglich die Messe zu zelebrieren ist korrekt.
Immerhin enthält der neue Codex Iuris Canonici die eindringliche Empfehlung (nicht Vorschrift) täglich die Messe zu feiern und dies auch wenn keine Gläubigen zugegen sind/sein können. Durch die Feier der Eucharistie erfülle der Priester seine vornehmste Aufgabe (can. 904)
Ich erinnere mich, dass Papst Johannes Paul II. einmal geäussert hat (ich glaube anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums), er habe an keinem Tag seines Priesterlebens freiwillig die Heilige Messe nicht gefeiert.
Dies hat auf mich grossen Eindruck gemacht.
Kardinal Meisner hat geschrieben, seines Erachtens bleibe ein Priester an einem Tag, an dem er nicht zelebriere „Christus und dem Volk Gottes Wesentliches schuldig“ (Mit dem Herzen sehen, Aachen 200, S. 159).
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#16   Benedikt   02:39:47 | Freitag, 10. Februar 2006
@ Gotthard
Dagegen hat niemand was. Besuche von 24 Stunden ununterbrochener Dauer sind mir aber unbekannt. Im übrigen geht es hier nicht um so eine Ausnahme wie ein Besuch, sondern um eine wöchentliche Einrichtung. Es kann doch nicht sein, dass sich ein Kollegium von Patres einen Plan erstellt, nach dem jeder jeweils alle drei Wochen sonntags frei hat. Entweder man ist Priester oder eben nicht. Wer die Messe nur als notwendige Last empfindet, der hat evtll. den falschen Beruf. Dass es mal Tage gibt, an denen nicht zelebriert wird (die wenigsten Priester, die den WJT begleitet haben, werden am Samstag vor der Papstmesse zelebriert haben – der Tag war mit der Anreise eben ausgefüllt), ist klar, aber einen Regelfall daraus zu machen, nach dem Motto: Endlich mal ein Tag ohne Arbeit, das halte ich für sehr fragwürdig.
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#15   Gotthard   02:09:50 | Freitag, 10. Februar 2006
liturgiefreie Tage
Warum sollte ein Priester nicht einen Tag haben, in dem er nicht in der Pfarrei ist sondern bei seiner Familie?
Kein Priester war je verpflichtet, täglich die Eucharistie zu feiern.
Er ist verpflichtet zum Stundengebet … also kein liturgiefreier Tag.
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#14   Benedikt   01:33:04 | Freitag, 10. Februar 2006
@ Gotthard
Wenn dem so ist, dann werden Sie sicher auch noch eine Erklärung für die liturgiefreien Tage haben – doch ich vergaß, Sie antoworten ja niemals auf Fragen, das würde ja bedeuten, sich anderen Standpunkten stellen zu müssen.
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#13   Gotthard   01:27:29 | Freitag, 10. Februar 2006
Gestaltung!!!
Wie gut aber, dass ein Weihbischof die „Liturgie gern feiert“. Dies ist heute sicherlich keine Selbstverständlichkeit mehr.
Fast 100% der Priester feiern die Liturgie sehr gerne … alles andere ist eine unverschämte Verleumdung.
Natürlich muss die Liturgie gestaltet werden. Sie ist schließlich nicht endgültig vorgegeben … und die feiernde Gemeinde ist anders als in der Nachbarschaft … die Liturgie ist kein „Kanon“ – also nicht absolut und endgültig vorgegeben.
Da die Gemeinde Träger der Liturgie ist, ist es gut, wenn sie oft aktiv auch an der Vorbereitung und Gestaltung beteiligt wird.
Tradi-Sekten-Gruppen mögen das anders handhaben.
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#12   PegasusNbW   23:49:07 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@Jörg Guttenberger, Köln
Zur Information: Das apostolische Schreiben „Operosam Diem“ richtet sich an die Erzdiözese Mailand (zum 1600 Todestag des Heiligen Ambrosius). Ich habe zwar die Zahlen jetzt nicht im Kopf, wenn ich mich aber nicht irre, gibt es in Italien mehrere Erzdiözesen, deren Sitz traditionell mit der Kardinalskreation verbunden sind ;).
Zugegeben, sämtliche Beiträge auf den Seiten des Heiligen Stuhles waren unter dem Pontifikat von Johannes Paul II zu finden (und hier könnte das Argument der österreichischen Tradition noch greifen). Ich weiß allerdings auch nicht, inwiefern Ansprachen (und deren deutsche Übersetzung) anderer Päpste via Internet verfügbar ist…
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#11   Jörg Guttenberger, Köln   21:51:58 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Kadinalerzbischof
Hier ist zu fragen, ob sich „Operosam Diem“ viellecht an Wien als das einzige österreichische Erzbistum wendet, das üblicherweise von einem Kardinal geleitet wird, es sich also um ein ironisches Entgegenkommen gegenüber der österreichischen Titelwut handelt
Krakau ist bekanntlich durch eine der polnischen Teilungen Österreich zugefallen, nachdem es kurzzeitig Republik war. Die Wiederzugehörigkeit zum polnischen Staat hat erst mit Ende des 1. Weltkrieges begonnen, Restbestände österreichischer Mentalität sind also wahrscheinlich. Hier gilt demnach daselbe Entgegenkommen.
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#10   PegasusNbW   21:31:37 | Donnerstag, 9. Februar 2006
„Kardinalerzbischof“
Zumindest wurde dieser Titel schon in apostolischen Schreiben verwendet. Operosam Diem, zum Beispiel, richtet sich an „ARCHIEPISCOPO CARDINALI ET CLERO…“ (oder im italienischen „AL CARDINALE ARCIVESCOVO E AL CLERO…“), was ich als „an den Kardianerzbischof und den Klerus…“ übersezten würde. Auf Internetseiten des Heiligen Stuhles wird auch folgendes (in deutsch) geschrieben: „Exerzitien, die er als Kardinalerzbischof von Krakau […] gehalten hat“ (Kreuzweg, 18. April 2003).
Also, auch wenn dieser Titel nicht korrekt sein mag, wird er doch auch im Sprachgebrauch der Kirche verwendet. kreuz.net deswegen Vorwürfe zu machen, halte ich für überzogen.
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#9   Jörg Guttenberger, Köln   20:54:17 | Donnerstag, 9. Februar 2006
„‘Kardinalerzbischof“
Sicher nicht zufällig wurde Wien gerade in der Faschingszeit zum Kardinalerzbistum erhoben. Voll des süßen Weines schwappt die bekannte österreichische Titelwut wohl wieder über!
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#8   chancel_screen   18:05:04 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Gestalttherapie?
Seit wann wird der Gottesdienst „gestaltet“? Welche Gestalten sind da überhaupt möglich? Klingt sehr nach banalem Diplom-Katholizismus und hängt sicherlich mit der Vorliebe für „Buntes“ zusammen. Wie gut aber, dass ein Weihbischof die „Liturgie gern feiert“. Dies ist heute sicherlich keine Selbstverständlichkeit mehr.
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#7   sacerdos helveticus   17:21:05 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Vorsdichtiger Optimismus
Man sollte dem neuen Weihbischof auf jeden Fall eine Chance geben.
So, wie er auf kath.net vorgestellt wird, darf man wohl hoffnungsvoll sein.
Bezüglich der Priesterweihe für Frauen hält er sich an das Lehramt, bezüglich des Reizthemas Zölibat ist er auch nicht gerade fortschrittlich.
Eindruck hat mir sein Einsatz für die von der Kirche Fernstehenden und die Ausgetretenen gemacht: Durch persönliche Gespräche ist es ihm scheinbar in der Pfarrei gelungen, manche Reversionen (Wiedereintritte) zu haben.Er scheint also wie der Herr der Kirche sich auch den Verlorenen verpflichtet zu fühlen und sich nicht mit Dienst nach Vorschrift zu begnügen
Bezüglich Alte Messe: Gerechterweise darf man bei aller Hochachtung für die Alte Messe nicht zuviel von einem Vertreter der Generation, die diese nicht mehr kennengelernt hat, erwarten.
Man darf jedoch hoffen, dass er ihr und den ihr verbundenen Gläubigen, Priestern und Gemeinschaften unvoreingenommen begegnen wird.
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#6   Rudolphus   15:23:45 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@ottaviani
Nein, daß diese noch werken, ist ja offensichtlich.
Ich meine nur allgemein über die nach dem Concil Großgewordenen, daß diese offener der Tradition gegenüber sind, wie etwa auch Cardinal Schönborn.
Der neue Weihbischof scheint mir sehr auf Schönborn-Linie zu sein, ohne ihn genauer zu kennen.
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#5   ottaviani   14:00:41 | Donnerstag, 9. Februar 2006
@rudolphus
worauf stützt du deine meinung das hier eine offenheit für die Tradition vorliegt aus den bekannten äusserungen ist das nicht zu entnehmen auch das die „kulturrevolution“ vorbei ist ist reines wunschdenken
der herr beschwichtigungshofrat arbeitet nun schon über 10 jahre das ergebnis ist dementsprechend aus der pfr des neuen weihbischofs höre ich gerade das er in sachen liturgie nicht grde traditionsfreundlich ist
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#4   ExBochumer †   13:55:37 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Lieber Ottaviani,
mit dem „Medjugorje-Fan“ beruhigst Du mich aber gar nicht.
Sei recht herzlich gegrüßt.
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#3   Rudolphus   13:49:43 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Die neue Führungsgeneration
Der neue Weihbischof steht wohl für die neue Generation, die nicht mehr in der vorkonziliaren Kirche aufgewachsen ist, und auch diese nicht mehr zugunsten eines „neuen Concilsgeistes“ bekämpft, sondern offen ist auch für die Tradition, und diese nicht verbissen bekämpft, wie dies die alten Prälaten des nun veralteten „neuen Concilsgeistes“ taten und noch tun.
Pauls VI. Kulturrevolution wird bald der Vergangenheit angehören, so wie Maos China, Stalins UdSSR oder Hitlers Deutschland.
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#2   thaumaturgos   13:33:36 | Donnerstag, 9. Februar 2006
… für den beschwichtigungshofrat …
lasst doch mal die leute arbeiten, und ich stimme den aussagen durchaus zu, die der neue weihbischof hier tut … wie’benedikt schon sagte: die kirche ist jung, daher auch biunt!
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#1   ottaviani   13:00:29 | Donnerstag, 9. Februar 2006
ein konziliarer durchschnitt
für den beschwichtigungshofrat genau der richtige mann es soll ja noc ein 2 kommen ich vermute noch vor ostern das könnte dann ein „konservativer“ sein, ein medjugorje fan, um wieder mal alle zu beruhigen
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