Heiliges Land
Erster israelischer Staatsbürger zum Bischof ernannt
Der neue Bischof stammt aus einem ausgelöschten Dorf und war dreimal für den Friedensnobelpreis nominiert.
(kreuz.net, Vatikan) Gestern bestätigte Benedikt XVI. die durch die Synode des griechisch-katholischen Patriarchates in Damaskus erfolgte Wahl des Priester Elias Schakur (66) zum griechisch-katholischen Bischof im Heiligen Land.

Bischof Schakur ist der erste israelische Staatsbürger und erste Einheimische, der in der griechisch-katholischen Kirche des Heiligen Lands die Bischofswürde erreicht. Seine Amtsvorgänger stammten meistens aus dem Libanon.

Mons. Schakur wird für die griechisch-katholischen Pfarreien auf dem Boden des Staates Israel zuständig sein und in Galiläa – im Norden des Landes – residieren.

Die griechisch-katholischen Gläubigen zelebrieren die Liturgie im byzantinischen Ritus und benützen in der Liturgie die arabische Sprache. Im Heiligen Land werden sie auch Melchiten genannt.

Die griechisch-katholische Kirche stellt in Israel mit ungefähr 70.000 Gläubigen die größte christliche Glaubensgemeinschaft dar.

Offenbar soll für die zweite griechisch-katholische Diözese, die den Gazastreifen, das Westjordanland und Ostjerusalem umfaßt, ebenfalls einen Bischof gewählt werden.

Beide Diözesen hängen vom griechisch-katholischen Patriarchat mit Sitz in Damaskus ab.

Schakur sagte gegenüber der Tel Aviver Tageszeitung ‘Ha’aretz’, daß er in einer Zeit der besonders schwierigen Beziehungen zwischen Juden, Arabern und Moslems berufen worden sei. Ein Teil seiner Aufgabe werde sein, die Toleranz, das Zusammenleben und die Kooperation zwischen allen Bürgern Israels zu stärken.

Er wolle mithelfen, die griechisch-katholische Kirche neu zu organisieren, die in den vergangen Jahren viel gelitten habe.

Schakur stammt aus der arabischsprechenden christlichen Ortschaft Biram nahe der Grenze zum Libanon. Deren Bewohner wurden im Krieg von 1948 von israelischen Truppen vertrieben und ihr Dorf dem Erdboden gleichgemacht.

Mons. Schakur studierte an der Sorbonne in Paris Philosophie und Religion.

Er besitzt auch einen Master in Bibelwissenschaften der Hebräischen Universität Jerusalem.

Seit den 70er Jahren engagiert sich der designierte Bischof in zahlreichen Projekten, die zur Gründung von Kindergärten, Jugendzentren und Schulen führten.

Besonders stolz ist er auf die Hochschule für Maschinenbau in Kafr A’avlin in Galiläa. Sie ist die erste arabische Einrichtung in Israel, an der man einen akademischen Abschluß erwerben kann.

Mons. Schakur war dreimal – in den Jahren 1986, 1989 und 1994 – Kandidat für den Friedensnobelpreis.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Peccator   10:23:20 | Freitag, 10. Februar 2006
Lieber Gotthardt
Das Opus Dei unterhält in mehreren Ländern Hochschulen mit technischen Studiengängen.
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#3   Copertino   07:43:09 | Freitag, 10. Februar 2006
Die Freude des Tages!
Seit Jahren verfolge ich das Wirken des Priesters Elias Schakur (oder Chacour, wie er sich schreibt) von ferne, nachdem ich sein Buch „Und dennoch sind wir Brüder! – Frieden für Palästina“ gelesen habe, das mich ausserordentlich beeindruckt hat. Inzwischen wurde unter diesem Titel auch ein Dokumentarfilm gedreht. Chacour ist mir ein grosses Vorbild in seiner christlichen Haltung der Versöhnung in einer aufgeheizten Atmosphäre des Hasses zwischen Ethnien. Seine verdiente Ehrung kommt zur rechten Zeit. Typisch, dass bei einem Bombenanschlag auf jüdische Einrichtungen seine (v.a. arabischen) Studenten Blut spendeten, und er weist gerne darauf hin, dass in jüdischen Adern jetzt auch arabisches Blut kreist. Unbedingt sein Buch lesen, das so vieles erklärt und nicht in Problemen, sondern in Lösungen denkt! (Knecht Verlag)
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#2   Gotthard   01:12:28 | Freitag, 10. Februar 2006
Maschinenbau
Besonders stolz ist er auf die Hochschule für Maschinenbau in Kafr A’avlin in Galiläa.
endlich mal eine technische Hochschule in kirchlicher Trägerschaft!
Sonst kennt Kircbe in der Regel nur Gymnasien und nicht-technische Hochschulen.
Dabei ist die handwerkliche und technische Ausbildung der Jugend viel wichtiger.
Ein Dipl.Chem.
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#1   Athanasius   18:46:02 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Melkitischer Ritus…
Die griechisch-katholischen Gläubigen zelebrieren die Liturgie im byzantinischen Ritus und benützen in der Liturgie die arabische Sprache. Im Heiligen Land werden sie auch Melchiten genannt.
In der Liturgie benützen sie aber auch sehr viel Griechisch, vor allem in den Anaphoren. Für die Lesungen allerdings die arabische Sprache.
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