Erneuerung oder Komödie?
Ein Kölner Priester erinnerte sich kürzlich daran, wie die Liturgiereform 1965 in dem von ihm damals besuchten Gymnasium eingeführt wurde. Einer der Hauptdarsteller: Erzbischof Marcel Lefebvre.

Hw. Overath ist Priester von Köln und als Krankenhausseelsorger im kleinsten katholischen Krankenhaus des Erzbistums tätig.
Die Spiritaner – eigentlich: Kongregation vom Heiligen Geist – sind eine Missionskongregation, die von Pater François Libermann († 1852), einem Elsässer Rabbinersohn und Konvertiten aus dem Judentum, gegründet wurde.
Die Liturgiereform wurde von der Schulleitung im Gymnasium in Broichweiden am 7. März 1965 eingeführt: „Das bedeutete in der damaligen Konfusion der Meinungen: ab jetzt sei das Latein verboten, die Messe sei mit Gesicht zum Volk hin zu feiern.“
Bekanntlich – so Hw. Overath – sei die Atmosphäre in diktatorischen Zeiten immer von Totschlagworten geprägt. Die Kirche habe damals „unter dem Diktat der Liturgiereform“ gestanden.
Die Tage vor dem 7. März seien in der Sakristei – der Messnerdienst wurde von den Gymnasiasten verrichtet – sehr arbeitsam gewesen.
Es sei ein „Tisch“ – Anführungszeichen vom Autor – gezimmert und mit einem Altarstein versehen worden. Der „Tisch“ wurde dann von den Schülern vor Ort transportiert.
Die erste Messe nach dem neuen Ritus sei fast ganz in deutscher Sprache gelesen worden: „Das war vollkommen ungewohnt.“
Hw. Overath stellt sich die Frage, ob man damals nicht übersehen habe, daß das Konzil das alles so nicht angeordnet hatte.
Am 7. März habe der Superior des Hauses „versus populum“ zelebriert. Er sei gerade von einem furchtbaren Schnupfen geplagt worden:
„Aus ästhetischen Gründen spare ich mir eine nähere Schilderung…“
Bis 1969 war der römische Generalobere der Spiritaner, die das Heilig-Geist-Gymnasium führten, kein anderer als Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991).
Kurz nachdem der „Tisch“ in der Kirche eingerichtet worden war, kam es eines Tages im Gymnasium zu einer großen Aufregung: „Der »Chef« kommt zur Visitation“ – ließen die Verantwortlichen verlauten.
Wer persönlich Visitationen mitgemacht habe, wisse, daß es üblich sei, die Wirklichkeit rechtzeitig vor deren Beginn noch etwas zu schönen – so Hw. Overath.
Das, was der Visitator nicht habe sehen dürfen, sei eilig versteckt worden: „Bloß nicht auffallen!“, habe damals das Motto im Gymnasium gelautet.
Den Schülern sei von verschiedenen Patres erzählt worden, daß ein „stockkonservativer Bischof“ komme.
Darum mußte am Tag vor der Ankunft des visitierenden Erzbischofs Lefebvre der „Tisch“ weggeräumt werden:
„Ich erinnere mich noch ganz genau, daß wir schwer zu schleppen hatten – in der Freizeit!“ Der Tisch sei die enge Sakristeitreppe zum Keller hinuntergezwängt worden:
„Hier würde der »Chef« wohl nicht visitieren…“
Am nächsten Tag begann die Visitation. Alle Patres, Brüder und Schüler hätten sich zur Heiligen Messe in der Klosterkirche versammelt: „Es begann ein »Theaterstück«. Man hatte die »Bühne« eigens auf »konservativ« gestaltet.“
Die Schüler seien angewiesen worden, wieder die Kommunionbank zu benutzen. Erzbischof Lefebvre habe die Heilige Messe nach dem alten Missale Romanum zelebriert. Er habe auch Pontifikalhandschuhe getragen, erinnert sich Hw. Overath.
Zur Heiligen Kommunion hätten die Gymnasiasten zuerst den Bischofsring geküßt und dann die Heilige Hostie auf die Zunge empfangen: „Das war für alle Schüler etwas Neues.“
Besuchende Missionsbischöfe hätten die Messe im Gymnasium gewöhnlich wie die Priester zelebriert.
Nach der Abreise des Generaloberen, sei der „Tisch“ wieder aufgebaut worden.
„Ich war nach Broichweiden gegangen, weil ich Missionar werden wollte“, erklärt Hw. Overath: „Aber nach dem Besuch Lefebvres stellte ich fest, daß ich nicht in einem Orden leben könnte, der ein solches »Stückchen« aufführte.“
Dadurch sei die moralische Autorität der Patres ruiniert gewesen:
„Ein Schüler, der ehrlichen Herzen nach dem geistlichen Beruf strebte, konnte sich von solchen »Vorbildern« und »Pädagogen« nur abwenden.“
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Montag, 13. Februar 2006 15:45
ultimo: „An die Wand“ und kurze Messen
Ist herr Gotthard wirklich Pfarrer? Es ist kein Wunder, wenn der Glaube verdunstet. Auch nach V 2 sind diese Aussagen furchtbar. Wie kann man die Realpräsenz so leugnen? Das größte Übel ist , dass jene die solches behaupten, die in Erstkommunionvorbereitungen und Firmvorbereitungen den Glauben an den Menschen in den Mittelpunkt stellen, einfach kein Glaubenswissen mehr haben. Was die schnell gelesenen Messen betrifft: Die Messe darf nicht abhängig sein von den subjektiven Beigaben des Priesters und der laien. Das sogenannte Gefühlvolle , die sog. demonstrierte Freude am Glauben ist Selbstdarstellung und stört die Messe. Das zeit, dass die Menschen nicht mehr verstehen, was die Hl. Messe ist. Ob schnell oder andächtig gelesen, die Hl. Messe muss frei sein von diesen Kommentaren die oft einfach nur peinlich sind.
Montag, 13. Februar 2006 13:00
_xyz_: Gebetsrichtung, Verkündigungsrichtung
Gotthard: Die Verkündigung der Lesung und des Evangeliums ist eindeutig Verkündigung an die versammelte
Gemeinde – und nicht gegen die Wand.
Könnte es sein, daß sich Gotthard völlig willkürliche und falsche Vorstellungen vom Ritus nach dem alten Ordo Missae macht? Nein! Es könnte nicht sein,es ist so!
Könnte es sein, daß sich Gotthard völlig willkürliche und falsche Vorstellungen vom Ritus nach dem alten Ordo Missae macht? Nein! Es könnte nicht sein,es ist so!
Montag, 13. Februar 2006 12:46
Elendester Sünder: Pfarrer Gotthard,
Jetzt kommst du in deiner dummdreisten Art mit Pantheismus daher, um rechtfertigen zu wollen, daß du
Gott den Rücken kehrst.
Ist die hinterste Kapelle der Kirche weniger vom Herrn erfüllt als der Altar mit der Monstranz? (optisch und wahrnehmbar JA, tatsächlich NEIN).
Es ist eine Unverschämtheit in diesem katholischen Forum die Realpräsenz unseres Heilandes als Mensch und Gott in Fleisch und Blut zu leugnen. Wie kann man als 70jähriger so eine Anstandslosigkeit offenbar werden lassen.
Ist die hinterste Kapelle der Kirche weniger vom Herrn erfüllt als der Altar mit der Monstranz? (optisch und wahrnehmbar JA, tatsächlich NEIN).
Es ist eine Unverschämtheit in diesem katholischen Forum die Realpräsenz unseres Heilandes als Mensch und Gott in Fleisch und Blut zu leugnen. Wie kann man als 70jähriger so eine Anstandslosigkeit offenbar werden lassen.
Montag, 13. Februar 2006 00:05
Benedikt: @ Gotthard
Also finden Sie es gut, der Montranz den Rücken zuzukehren? Ist das eigentlich sehr schwer, aufgrund
ideologischer Gründe die Unlogik eines solchen Handelns zu verneinen?
Nächste Frage: Was ist daran falsch, wenn man eine Richtung hat? Soll Liturgie nicht dazu dienen, den Menschen zu Gott hinzuführen, woraus notwendigerweise folgt, dass Liturgie eine Bewegung ist? Ist es schlecht, wenn eine solche Bewegung auch eine Richtung hat?
Ist die hinterste Kapelle der Kirche weniger vom Herrn erfüllt als der Altar mit der Monstranz?
Wie auch immer: Wenn ich ein Gebet spreche, dann kann ich das natürlich an Ort und Stelle tun, Gott ist überall. Wenn sich aber ein Kreuz in der Nähe befindet, dann werde ich das Gebet in Richtung des Kreuzes sprechen. Ganz sicher werde ich mich nicht extra vom Kreuz wegdrehen um das Gebet zu sprechen. Ich empfinde das als logisch.
Nächste Frage: Was ist daran falsch, wenn man eine Richtung hat? Soll Liturgie nicht dazu dienen, den Menschen zu Gott hinzuführen, woraus notwendigerweise folgt, dass Liturgie eine Bewegung ist? Ist es schlecht, wenn eine solche Bewegung auch eine Richtung hat?
Ist die hinterste Kapelle der Kirche weniger vom Herrn erfüllt als der Altar mit der Monstranz?
Wie auch immer: Wenn ich ein Gebet spreche, dann kann ich das natürlich an Ort und Stelle tun, Gott ist überall. Wenn sich aber ein Kreuz in der Nähe befindet, dann werde ich das Gebet in Richtung des Kreuzes sprechen. Ganz sicher werde ich mich nicht extra vom Kreuz wegdrehen um das Gebet zu sprechen. Ich empfinde das als logisch.
Sonntag, 12. Februar 2006 23:42
Gotthard: Richtung
Warum sollte man auch dieses eine Mal zum Herrn hin beten
„In Ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ … das kann Paulus sagen. Wir leben in Gott wie ein Fisch im Wasser oder wie ein Mensch von und in der Luft:
WO ist da eine Richtung?
WIE kann da ein Rücken ein Sakrileg sein?
Warum kann es EINE ausgezeichntete Richtung zum Herrn hin geben?
Ist die hinterste Kapelle der Kirche weniger vom Herrn erfüllt als der Altar mit der Monstranz? (optisch und wahrnehmbar JA, tatsächlich NEIN).
„In Ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ … das kann Paulus sagen. Wir leben in Gott wie ein Fisch im Wasser oder wie ein Mensch von und in der Luft:
WO ist da eine Richtung?
WIE kann da ein Rücken ein Sakrileg sein?
Warum kann es EINE ausgezeichntete Richtung zum Herrn hin geben?
Ist die hinterste Kapelle der Kirche weniger vom Herrn erfüllt als der Altar mit der Monstranz? (optisch und wahrnehmbar JA, tatsächlich NEIN).
Sonntag, 12. Februar 2006 22:57
Benedikt: @ Toby
Ich habe es erlebt, dass bei einer eucharistischen Anbetung Fürbittgebete vom Ambo aus mit dem Rücken
zur Monstranz mit der konsekrierten Hostie gebetet wurden.
Das ist jedenfalls nur konsequent. Warum sollte man auch dieses eine Mal zum Herrn hin beten, wenn man das auch sonst nicht macht? Macht man es so, dann wird ein Widersinn sichtbar, den keiner auflösen kann.
Das ist jedenfalls nur konsequent. Warum sollte man auch dieses eine Mal zum Herrn hin beten, wenn man das auch sonst nicht macht? Macht man es so, dann wird ein Widersinn sichtbar, den keiner auflösen kann.
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