Mehr und mehr wird klar, daß das Pontifikat von Benedikt XVI. sich von dem seines Vorgängers deutlich unterscheidet. Im Vatikan ist eine Straffung und Konzentration auf das Wesentliche im Gang.
(kreuz.net, Vatikan) Am Dienstag sandte das Staatssekretariat einen Brief an alle Apostolischen Nuntiaturen
der Welt.
Darin sind neue Regeln enthalten, an die sich die Botschafter des Vatikan halten müssen, wenn
sie in Rom schnell einmal beim Papst vorbeischauen wollen.
Das berichtete der Direktor der Nachrichtenagentur
‘Catholic News Agency’ Alejandro Bermudez gestern auf seiner persönlichen Nachrichtenseite.
In den Zeiten
von Papst Johannes Paul II. waren die Türen des Apostolischen Palastes für Besucher weit geöffnet.
Auch jeder Nuntius, der nach Rom kam – ob geschäftlich oder privat – erhielt, wenn er darum bat, sogleich
eine Audienz beim Heiligen Vater, um mit ihm Ideen auszutauschen.
Doch Benedikt XVI. scheint eine andere
Vorstellung zu haben, wie die Dinge laufen sollten. Er hat die bisher enorme Zahl von privaten und öffentlichen
Audienzen und Auftritte des Papstes radikal reduziert.
Man hört aus Rom, daß inzwischen sogar Kurienkardinäle
anstehen müssen, um vom Papst empfangen zu werden.
Jetzt wird auch den Apostolischen Nuntien ein Riegel
vorgeschoben.
Diese können in Zukunft nicht mehr in die päpstlichen Gemächer hereinschneien, wie es
gerade kommt.
Ein Nuntius, der den Papst sehen will, muß vorausgehend um eine Audienz bitten und seine
besonderen Gründe darlegen, die ein persönliches Zusammentreffen mit dem Heiligen Vater erfordern.
Anderenfalls müssen die Dinge über den Dienstweg – das heißt, über das Staatssekretariat – abgewickelt
werden.
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10 Lesermeinungen
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@Benedikt Ich kann Benedikt nur zustimmen. Wenn schon ein fast 79 Jahre alter Papst die Verantwortung
der ganzen Kirche trägt, wieso soll er sich dann mit zahllosen, sicher nicht immer notwendigen Audienzen
jederzeit die Zeit stehlen lassen müssen? Zahllose „engagierte Theologen und Theologinnen“ haben vor
noch nicht allzu langer Zeit heftigst und ohne Skrupel dem Vorgänger des jetzigen Papstes vorgehalten,
dass er zuviel reist, zuviele Termine hat, sich zu oft „inszeniert“. Jetzt wird sein Nachfolger dafür
kritisiert, dass er seine Kräfte und seine Zeit einteilt und auf seine Arbeit unddie Menschen konzentriert.
Aber manchen kann mans ja nie recht machen, auch wenn man der Papst ist – Oder vielleicht gerade dann
nicht??
@ B. Bussmann Zu Jesus konnte jeder kommen, auch unangekündigt. Das ist nun ein ziemlicher Irrtum. Jesus
flüchtete ab und zu regelrecht vor den Massen um Ruhe zu finden. Es ist analog dazu nicht einzusehen,
warum irgendwelche C-Promis ihre „Prominenz“ mit einem gemeinsamen Bild mit dem Heiligen Vater aufwerten
sollen und dem Lenker der Christenheit anschließend wertvolle Zeit für seine Aufgabe fehlt.
Typisch Brigitte, wenn du gegen diese neue Regelung bist, bin ich fast geneigt zu sagen: „Dann muß sie
richtig sein.“ Die charmante Frau Bussmann nennt sich hier sogar selbst von Beruf Pastoralassistentin.
Eigentlich typisch!
#6 Brandenburgis 18:46:13 | Samstag, 11. Februar 2006
@Bussmann Sie sind weder kathoisch, noch Theologe, noch Theologin. Sie sollten sich darüber Sorgen machen,
was Jesus zu einem Ausbund von Heuchelei wie Ihnen sagen wird!
Papst Benedikt als katholische Theologin bin ich über diese „Erneuerungen“ nicht sehr beglückt. Zu Jesus
konnte jeder kommen, auch unangekündigt. Das Wesentliche sollte doch sein, dass die Oberhirten im Vatikan
in erster Linie die Liebe Gottes den Menschen zeigen, aber das Ganze sieht mir doch stark nach einem Personenkult
um Papst Benedikt aus, was dazu wohl Jesus sagen würde?
Ordnen Wenn Papst Benedikt hoffentlich nicht nur dabei beleibt die Termine des Papstes zu ordnen, sondern
auch wieder einmal Ordnung in die Verkündigung der katholischen Lehre und in den Bischofs- und Kardinälehaufen.